Soll Cannabis bei uns legalisiert werden?
Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge bei uns. Die „Cannabis sativa“-Pflanze enthält Tetrahydrocannabinol (THC), der Wirkstoff beeinflusst Bewusstsein und Psyche. Produkte wie Marihuana oder Haschisch sind bei uns verboten. In Kanada und manchen US-Bundesstaaten ist der „Joint“ hingegen erlaubt. Jetzt will auch Deutschland Cannabis für Volljährige legalisieren.
JA:
Anna Stürgkh,
JUNOS (NEOS-Jugendverband)

„Es gibt eine Gruppe von Menschen, die in Österreich arbeitslos werden muss: die illegalen Straßendealer. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Jugend in dunklen Seitengassen Gefahren ausgesetzt wird. Die Legalisierung von Cannabis stellt sicher, dass dieses nur durch zertifizierte Stellen an Volljährige ausgegeben wird. So wie bei Alkohol kann der Staat dadurch den Konsum von Cannabis kontrollieren und besteuern. Jedes Jahr entgehen dem Staat Millionen Euro Steuereinnahmen, die etwa in Drogenprävention oder das Gesundheitssystem fließen könnten. Stattdessen werden mit diesem Geld die Taschen von illegalen Dealern gefüllt. Durch eine staatliche Kontrolle wird auch Qualität gesichert. Das größte Übel beim Drogenkonsum sind verunreinigte Produkte, die zu massiven Gesundheitsgefährdungen führen. Reine und hochwertige Produkte stellen diese Gefahr bewiesenermaßen nicht dar. Wir JUNOS befürworten daher eine kontrollierte Freigabe von Cannabis. Sie gewährleistet, dass illegale Dealer arbeitslos werden, dass der Staat mehr und bessere Drogenprävention machen kann und dass unsere Jugend keinen gefährlichen Substanzen ausgesetzt wird.“

NEIN:
Josef Smolle,
ÖVP-Gesundheitssprecher und Arzt

„Eine Cannabis-Legalisierung sehen wir aus mehreren Gründen als höchst problematisch an. Cannabis beeinträchtigt die jugendliche Gehirnreifung und hat Suchtpotenzial. Entspannung und vermeintlich erhöhtes Selbstwertgefühl können trügerisch sein, denn ebenso können Unruhe, Angst und Panikattacken auftreten bis hin zu Gedächtnisstörungen, Motivationsverlust und zur Psychose als schlimmste Langzeitfolge. Eine Legalisierung in unserem Land wäre ein falsches Signal in Richtung gesellschaftlicher Akzeptanz. Dass das aktuelle Verbot ein zusätzlicher Konsumanreiz wäre, stimmt nicht: Was erlaubt ist, wird umso mehr genutzt, und danach lockt gleich das nächste Verbotene. Ebenso geht der immer wieder gehörte Hinweis, dass Alkohol und Tabakkonsum viel schlimmer wären, in die falsche Richtung. Tatsächlich verursachen die legalen Substanzen bereits mehr als genug individuellen und gesellschaftlichen Schaden, umso weniger brauchen wir eine weitere frei verkäufliche Droge. Die therapeutische Nischenanwendung von Cannabisprodukten wiederum ist durch die entsprechende Suchtmittelverordnung zu regeln.“