Richy Müller: „Ich habe meinen Schuldenberg abgetragen“
Er filmte in Hollywood und ist seit 14 Jahren „Tatort“-Kommissar. So gut ging‘s dem gelernten Werkzeugmacher Richy Müller nicht immer.
Sein Vater war Wirt in der deutschen Stadt Mannheim, der Sohn hatte sportlichere Pläne. „Als Kind träumte ich davon, einmal ein Spitzenturner zu werden, der vielleicht sogar einmal bei Olympischen Spielen antreten darf“, erinnert sich der am 26. September 1955 geborene Richy Müller. „Ich trainierte fleißig, aber als ich 14 Jahre alt war und die Hauptschule absolviert hatte, besaß ich zwar einen muskulösen Körper, doch zu wenig Begabung, um ein richtiger Klasse-Turner zu werden.“

Er begann daher eine Lehre zum Werkzeugmacher. „Das fand ich allerdings bald langweilig“, gibt Müller zu. „Ich dachte immer öfter an das Gasthaus meiner Eltern, in dem manchmal auch Künstler zu Gast waren. Diese Typen fand ich interessant. Einer von ihnen zu werden, schien mir erstrebenswert.“

Also besuchte er zwei Jahre lang eine Schauspielschule, aus der er wegen „Rebellion“ hinausflog. „Ich hatte einem der Professoren gesagt, was ich von seinem Unterricht halte.“
Der Hinauswurf machte sich bezahlt. Der „Rebell“ hatte Zeit, um sich für die Hauptrolle in „Die große Flatter“ zu bewerben. Müller wurde engagiert, der Fernseh-Dreiteiler ein großer Erfolg. „Danach wurden mir fast nur ähnliche Rollen wie in dieser Produktion angeboten – junge Kleinkriminelle. Ich habe alle abgelehnt, ich wollte nicht abgestempelt werden“, erzählt Richy Müller. „Die Sache hatte den Haken, dass ich ein Leben führte, als würde ich dauernd etwas verdienen, was nicht der Fall war. Bald beliefen sich meine Schulden auf mehr als 150.000 Euro. Es war für mich eine schlimme Zeit, in der ich zuweilen auch als Türsteher arbeitete.“

Heute sieht alles anders aus. „Ich habe meinen Schuldenberg abgetragen“, betont der Mann, der seit 2008 als Kommissar Thorsten Lannert im „Tatort“-Einsatz ist. Und der an der Seite von Vin Diesel und Samuel L. Jackson im Action-Kracher „xXx – Triple X“ (Freitag, 16.9., 20.15 Uhr, RTL2) sogar in Hollywood punkten konnte.

Seit 2017 ist der früher als Raubein und Schürzenjäger geltende Richy Müller nun endgültig in die „Biedermänner“-Fraktion gewechselt. Er heiratete die Bäckerin Christl Stumhofer, 42. „Wir kannten einander schon einige Jahre, doch da waren wir nur gute Freunde, die viel miteinander geredet haben. Mit der Zeit wurden wir ,beste Freunde‘ – und irgendwann war es dann Liebe. Ohne Wenn und Aber.“

Müllers erwachsene Kinder, die Tochter Paulina 33, und der Sohn Lunez, 18, die aus früheren Beziehungen stammen, sind mit Papas Wahl hochzufrieden. „Ich sehe die zwei eher selten“, gesteht Müller.
„Allerdings wissen beide, dass sie mich 24 Stunden am Tag erreichen können, wenn sie meine Hilfe brauchen.“

„Tatort: Der Mörder in mir“
Sonntag, 18.9., 20.15 Uhr, ORF2 und Das Erste