Nach Corona-Impfung fürs Leben gezeichnet
Sie wollte alles richtig machen und ist jetzt unheilbar krank. Kurz nach der zweiten Covid-19-Impfung trat bei einer jungen Frau eine Autoimmunerkrankung auf. Die Impfschadensmeldung durch den behandelnden Arzt erfolgte erst nach fünf Monaten und nur auf ihr Drängen hin.
Für die zweifache Mutter Nadine Wallner (Name von der Redaktion geändert) ist nichts mehr, wie es einmal war. Im Jänner dieses Jahres ließ sich die bis dahin gesunde junge Frau das zweite Mal gegen Corona impfen.
Es war der Beginn eines unendlichen Leidensweges. „Bei der ersten Impfung erhielt ich Johnson & Johnson, bei der zweiten BioNTech/Pfizer“, sagt die 25jährige. „Ich habe mich vor allem wegen meiner beiden Kinder (eineinhalb und fünf Jahre) impfen lassen, damit ich sie vom Kindergarten abholen und etwas mit ihnen unternehmen kann, ohne mich ständig testen lassen zu müssen. Und weil es vom Gesundheitsminister empfohlen worden ist. Ich habe ja nicht damit gerechnet, dass ich jetzt mein Leben lang krank sein werde“, sagt Wallner.

Acht Tage nach der Corona-Impfung bekam die Wienerin plötzlich Haarausfall, den sie auf Stress zurückführte. „Dann fingen meine Hände an zu brennen, als wären sie entzündet. Ich konnte nichts mehr angreifen. Kurz darauf kam ein juckender, dunkelroter Ausschlag im Gesicht dazu.“ Wallner suchte einen Hautarzt auf, der ihr Kapseln und Cremen verschrieb. Ihr Hinweis auf die kurz davor erfolgte Corona-Impfung wurde vom Arzt abgetan. Er sah keinen Zusammenhang.

Der Zustand der alleinerziehenden Mutter verschlechterte sich immer mehr. „Ich hatte Fieberschübe, Schmerzen, war total geschwächt. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen oder meine Kinder anziehen.“ Drei Wochen nach der Corona-Impfung ging sie ins Spital. „Ich war auf der Dermatologie (Hautabteilung) im Krankenhaus Hietzing. Dort wurde mir Blut abgenommen und letztendlich ein systemischer Lupus erythematodes (SLE) festgestellt.“ Bei dieser Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper.

Die Impfung kann Schub einer Erkrankung auslösen
Auch im Spital erwähnte Wallner die Corona-Impfung und „der Arzt dort hat mir dann gesagt, dass die Symptome von der Impfung sein können“. Für den anerkannten Infektiologen Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch ist das durchaus möglich. „Es kann sein, dass die Impfung den Lupus, den die Dame vielleicht schon länger hat, ohne es bemerkt zu haben, offenkundig werden lässt. Das will ich gar nicht bestreiten. Aber einen Lupus auslösen als eigenständige Erkrankung, das kann ich mir nicht vorstellen.“ Denn diese Autoimmunerkrankung sei nicht etwas, was von heute auf morgen entsteht, meint Kollaritsch: „Aber jeder größere Infekt und natürlich auch eine Impfung, die ja das Immunsystem in ähnlicher Art und Weise triggert (aktiviert) wie ein Infekt, kann natürlich einen Schub der Erkrankung auslösen.“

Nadine Wallner war nach der Diagnose geschockt. Auf ihre Nachfrage, ob das Spital dies als Impfschaden melden würde, wurde sie auf den praktischen Arzt verwiesen. Der wiederum sah die Verantwortung beim Spital. Auf ihr Drängen hin hat schließlich doch der Hausarzt eine Meldung auf Verdacht eines Impfschadens eingebracht, allerdings erst fünf Monate nach Auftreten der Symptome.
Seit Einführung der Corona-Impfung sind die Anträge auf Entschädigung nach dem Impfschadengesetz (ISG) massiv gestiegen. Genaue Zahlen und Informationen über bereits anerkannte Corona-Impfschäden waren aber trotz mehrmaliger WOCHE-Anfrage ans Gesundheitsministerium nicht in Erfahrung zu bringen.

Inwieweit der Fall von Nadine Wallner als Impfschaden anerkannt wird, lässt sich noch nicht absehen. „Unser Impfschadengesetz ist großzügig, das finde ich vernünftig. Jedem Verdacht wird nachgegangen und es genügt ein wahrscheinlicher Zusammenhang, um den Betreffenden zu entschädigen. Wenn die Patientin noch nie andere Beschwerden gehabt hat, dann glaube ich schon, dass der Gutachter das anerkennen wird“, erklärt Kollaritsch. Es gäbe aber zu wenige Gutachter vom Ministerium, weshalb die Verfahren oft jahrelang dauern würden, erklärt der Experte. Ein Corona-Impfschaden ist noch nicht darunter. Und die Pharma-Konzerne, die mit den Impfstoffen Milliarden Euro verdient haben, entziehen sich der Zahlungen. Bei uns zahlt der Staat.

Von Arbeitsgeber zur Kündigung gedrängt
Das Leben der jungen Frau ist seit dem Auftreten der Erkrankung massiv eingeschränkt. „Ich muss die Sonne meiden, die brennt wie Feuer auf der Haut. Ins Freie kann ich nur noch komplett bedeckt gehen.“ Auch an Arbeiten ist nicht mehr zu denken. Die Floristin muss körperliche Anstrengung meiden. Als sie ihre Firma über die Krankheit informierte, wurde sie zu einer einvernehmlichen Kündigung gedrängt. „Ich habe zugestimmt, weil mir damals einfach alles zu viel war.“

Zurzeit erhält die Mutter drei unterschiedliche Therapien, Kortisongaben helfen nur kurz. „Ich muss außerdem ständig zur Kontrolle von Herz und Lunge, weil die Erkrankung auch die Organe in Mitleidenschaft ziehen kann“, erzählt Wallner. Nach sechs Monaten Tortur hat sie die Hoffung auf Besserung schon aufgegeben. „Die Erkrankung geht auch auf die Psyche, selbst meine Kinder leiden darunter“, sagt Wallner. Dazu kommt noch die finanzielle Belastung, denn die Medikamente muss sie selbst bezahlen.

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Anerkannte Fälle nach dem Impfschadengesetz (ISG) von 1990 bis 2020
  • Aus dem gesamten Geltungszeitraum des seit 1973 bestehenden ISG beziehen derzeit nur 89 Personen (Stand 2020) eine Rentenleistung, 58 davon aufgrund einer anerkannten Schädigung nach einer Pockenimpfung.
  • Daneben wurden seit 1990 auch 409 geringere Schädigungen ohne Rentenanspruch anerkannt. 341 davon nach TBC- (Tuberkulose)-Impfungen, die im Zeitraum 1991 bis 1995 erfolgten.
  • Auch die Corona-Impfung fällt unter das ISG.

Wer für Impfschäden haftet
  • Das Impfschadengesetz sieht bei Impfungen, die per Verordnung empfohlen werden, einen Anspruch der geschädigten Person gegen die Republik Österreich vor. Dabei geht es nicht um übliche Nebenwirkungen wie Fieber oder Kopfschmerzen, sondern um Schäden mit (kurzfristig) schweren Folgen oder Dauerschäden.
  • Betroffene müssen sich an das Sozialministeriumservice wenden. Auf der Internetseite unter www.sozialministeriumservice.at gibt es unter der Rubrik Impfschäden das Formular „Antrag auf Leistungen nach dem Impfschadengesetz“.
  • Für einen schweren Impfschaden ohne Dauerfolgen gibt es eine einmalige Entschädigung. Bei massiven Dauerfolgen steht eine monatliche Rente zu.