„Frauen sind Freiwild“
Afghanische Asylanten sorgen immer wieder für Gewalttaten. Deren Aggressivität habe mit traditionellem Frauenbild, Gewaltkultur und geringer Bildung zu tun, meint der Afghanistan-Experte Prof. Albert A. Stahel. Er erklärte dies der renommierten Schweizer Zeitung „Die Weltwoche“. Das Gespräch führte Urs Gehriger, wir bringen einen Auszug.
Vor wenigen Tagen erregte der Tod eines 13jährigen Mädchens in Wien großes Aufsehen. Afghanische Asylanten werden verdächtigt, das aus Niederösterreich stammende Mädchen unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und getötet zu haben. Schließlich legten sie es am Straßenrand ab.
In einer Flüchtlingsunterkunft im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen kam es fast zur gleichen Zeit ebenfalls zu einem Drama. Ein 25jähriger Afghane wird beschuldigt, einen 35jährigen Mitbewohner durch mehrere Messerstiche in den Hals und in den Körper getötet zu haben.
Was bleibt, sind Wut auf die Täter und Trauer um die Opfer. Warum immer wieder Afghanen auffällig werden, erklärt Prof. Dr. Albert A. Stahel, 78, von der Universität Zürich (Schweiz). Stahel kennt Afghanistan von eigenen Studienreisen, er pflegte persönliche Kontakte zu lokalen Führungspersonen und hat in Fachzeitschriften über Land und Leute publiziert.
Herr Prof. Stahel, Sie sind mit den Kulturen am Hindukusch vertraut. Können Sie die scheußliche Tat von Wien einordnen?
Sie hat verschiedene Ursachen. Erstens hat sie mit dem Bildungsstand zu tun und mit dem in Afghanistan vorherrschenden Frauenbild. Vor allem bei den Paschtunen, die im Osten und Süden Afghanistans wohnen, ist der Wert der Frau gleich null – sie sind Gebärmaschinen und dienen als Hauskraft. Zweitens haben die jungen Menschen, die aus Afghanistan zu uns kommen, von unserer Kultur und unserer Sprache keine Ahnung. Drittens handelt es sich bei vielen der bei uns wohnhaften Afghanen um Hasara, das sind Nachkommen von Familien, die ursprünglich vor den Russen und später vor den Taliban in den Iran geflohen sind.
Herrscht bei den Hasara ein ähnliches Frauenbild vor wie bei den Paschtunen?
Auch bei den Hasara ist der Wert der Frauen gering, sie leben im familiären Rahmen als eine Art Haussklaven. Die Hasara sind Schiiten, eine Minderheit im Vielvölkerstaat Afghanistan, und gelten als Außenseiter. Sie sprechen Persisch. Vom Aussehen ähneln sie den Mongolen. Im Iran haben sie kaum Rechte, sie dürfen nicht einmal arbeiten. Die Iraner missbrauchen sie und ziehen viele von ihnen als Söldner ein.
Die mutmaßlichen Täter von Wien sind 16 und 18 Jahre alt. Auffällig ist, dass bei afghanischen Flüchtlingen der Anteil der unbegleiteten Minderjährigen hoch ist. In Österreich beträgt er 60 Prozent. Wie lässt sich diese hohe Zahl erklären?
Erstens sind sie für ihre ganze Familie eine Art Vorhut, die die Situation auslotet. Zweitens sind viele von ihnen, nicht bloß die Hasara, ehemalige Soldaten. Nach afghanischer Tradition wird man bereits als Minderjähriger rekrutiert.
Was läuft im Kopf eines jungen Afghanen ab, wenn er in die westliche Welt eintaucht und Frauen sieht, die sich gleichberechtigt mit dem Mann frei in der Gesellschaft bewegen?
Eine Frau, die sich frei bewegt, ist in ihren Augen eine Hure. Da muss sie gar nicht knapp bekleidet, sondern einfach Teil der offenen Gesellschaft sein. Die Frau ist Freiwild, über das man verfügen und das man missbrauchen kann.
Lassen sich junge Menschen aus dem afghanischen Kulturkreis überhaupt integrieren?
Es gibt bestimmt Jugendliche aus Afghanistan, die sich integrieren möchten. Und etliche aus der früheren Generation haben dies geschafft. Dies hat wiederum mit der Bildung zu tun. Andere wollen sich gar nicht integrieren lassen. Das müssen wir nüchtern zur Kenntnis nehmen. Wenn jemand die Sprache nicht lernen will, die Werte des Gastlandes nicht respektieren will, dann wird es nie funktionieren. Am schwierigsten ist es bei den Paschtunen. Und bei Jungen, die keine Bildung erhalten haben und dazu noch im Kriegseinsatz waren, funktioniert es nicht.