Unser schönes Landleben
„Meine Pferde haben einen guten Charakter“. Der eigene Garten ist für viele Menschen ein Ort der Erholung. Einige nutzen ihn auch, um Gemüse und Obst anzubauen oder Tiere zu halten. Wir zeigen, welche prominenten Menschen sich selbst versorgen und wo Tiere zur Familie gehören. Mario Matt züchtet in Flirsch in Tirol Vollblutaraber. Der ehemalige Schirennläufer bereitet die Tiere auf Turniere und Zuchtschauen vor.
Um sieben Uhr beginnt der Tag für die Pferde von Mario Matt, 41. Sobald der ehemalige Schirennläufer die Stalltüren öffnet, galoppieren sie auf die angrenzende Weide. Seit fast 20 Jahren züchtet der Tiroler Vollblutaraber.
„Ich wollte schon als Kind ein eigenes Pferd haben, aber das habe ich leider nicht bekommen. Im Jahr 2002 habe ich mir dann mein erstes Pferd gekauft“, erzählt Matt.
Angefangen hat er mit zwei Friesen. „Mit ihnen bin ich auch Kutsche gefahren. Dann habe ich auf einer Zuchtschau zufällig Araber gesehen und beschlossen, sie zu züchten“, sagt der 41jährige.

Sein Gestüt befindet sich in Flirsch in Tirol. Das Dorf liegt auf 1.157 Metern, eingebettet in den westlichen Hochalpen im Stanzertal zwischen Landeck und St. Anton am Arlberg. Matt ist in der Gemeinde, in der knapp 1.000 Menschen leben, aufgewachsen. Heute lebt er dort mit seiner Frau Andrea und der gemeinsamen Tochter Aurelia.
Das dreieinhalb Jahre alte Mädchen ist wie ihr Vater in die Pferde vernarrt. „Meine Tochter sitzt immer wieder am Pferd. Meine Frau und mein Bruder Michael reiten ebenfalls“, verrät der Tiroler.
Derzeit kümmert sich Matt um 28 Vollblutaraber. „Ich habe zwei Deckhengste, drei Junghengste und der Rest sind Stuten“, erzählt der Olympiasieger und dreifache Weltmeister. Araberpferde gehören zu den edelsten und zugleich ältesten Pferderassen der Welt. Die Tiere stammen von der Arabischen Halbinsel, wo sie von den Beduinen vornehmlich als Reittiere für ihre Wege durch die Wüste eingesetzt wurden. Aus diesem Grund werden die Pferde auch als „Söhne der Wüste“ bezeichnet.

Die Tiere verbringen den Tag auf der Weide
„Araber sind gute Reitpferde, weil sie menschenbezogen sind und schnell eine Bindung zu ihrem Reiter aufbauen. Sie haben einen guten Charakter und sind hervorragend zum Ausreiten“, erzählt der Tiroler, der sich auch im Verband engagiert. Matt ist zweiter Vizepräsident beim „Verband der Vollblutaraberzüchter Österreich“.
Derzeit kümmert er sich alleine um die Pferde. „Ich habe zwei Angestellte, aber kurzzeitig sorge nur ich für die Tiere“, sagt Matt. Er muss die Pferde füttern, sie pflegen und den Stall ausmisten. Das Heu für die Pferde macht er selbst. „Wenn wieder Personal da ist, ist die Arbeit nicht so aufwändig. Da geht es hauptsächlich darum, das Pferd auszubilden und zu reiten. Wenn ich mit meinen Pferden auf Turnieren bin, werden sie sechs Mal pro Woche geritten. Ein junges Pferd, das zur Zuchtschau geht, wird auch dementsprechend vorbereitet“, erklärt der Tiroler.
Die Zuchtpferde und die Fohlen verbringen den Tag im Freien auf der Weide. „Sie gehen um sieben Uhr in der Früh hinaus und abends hole ich sie wieder in den Stall.“ Die Weide und der Stall befinden sich neben dem Wohnhaus der Familie, sodass der Arbeitsweg kurz ist.

Matt ist fasziniert von seinen Tieren. Vom harmonischen Körperbau, dem schmalen Kopf und den ausdrucksstarken, großen Augen und Nüstern. Die Hengste auf der Weide sind ein Vater-Sohn-Gespann. „Lorenzi el Bri“ und sein Spross „Nevio“ sind die beiden Deckhengste des Gestüts. Die Stuten haben klingende Namen wie „Esplendida“, „Julietta“ oder „Nautis El Perseus“.
Gut eine halbe Tonne bringen die Vollblütler auf die Waage. „Sie werden im Schnitt zwischen 25 und 30 Jahre alt, können aber auch älter werden. Mir ist wichtig, dass die Tiere es gut haben. Sie werden auf natürliche Weise in Herden gehalten und genießen den ganzen Tag frische Luft und Sonnenschein auf der großzügigen Koppel“, sagt Mario Matt.

Einige seiner Tiere bleiben für immer bei ihm, andere werden verkauft. „Es kommt darauf an, was der Kunde gerade sucht.“ Wieviel ein Pferd kostet, will der Züchter aber nicht verraten. „Sagen wir so, es ist für jede Geldbörse etwas dabei“, schmunzelt der ehemalige Schirennläufer.
Der Tiroler schwingt sich auch gerne selbst in den Sattel. Hoch zu Ross lässt sich die Landschaft wunderbar erkunden. „Wir haben viele Möglichkeiten zum Ausreiten. Es gibt flaches Gelände, aber auch Wege hinauf in die Berge. Im Sommer ist es großartig, auf die Almen hinaufzureiten“, schwärmt der 41jährige.