Aus für Waldviertel-Autobahn: Ist das ein Sieg für das Klima?
Die geplante Autobahn durch das Waldviertel kommt nun doch nicht. Das haben Niederösterreichs VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Ministerin Leonore Gewessler von den Grünen verkündet. Stattdessen werden 1,8 Milliarden Euro in den öffentlichen Verkehr sowie in die Erweiterung bestehender Straßen investiert. Allein 850 Millionen Euro fließen in den Ausbau der Bahn. Es soll auch eine Verbindung der Franz-Josefs-Bahn mit der Westbahn geschaffen werden.
JA:
Leonore Gewessler,
Klimaschutzministerin, Grüne

„Wir alle wollen bequem und einfach unterwegs sein. Am Weg zur Arbeit, zum Einkaufen und in unserer Freizeit. Dafür braucht es ein gutes Verkehrsangebot überall in Österreich. Denn der Verkehr der Zukunft ist nicht nur bequem, sondern schützt auch unser Klima. Darum habe ich gemeinsam mit dem Land Niederösterreich ein gutes Paket für das Wald- und das Weinviertel geschnürt: Die Waldviertelautobahn kommt nicht. Dafür bauen wir den Schienenverkehr massiv aus – mit mehr als einer Milliarde Euro in den nächsten Jahren. Und wir verbessern das bestehende Straßennetz. Das ist gut für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Es geht viel schneller als eine Autobahn und es gibt flächendeckend ein besseres Verkehrsangebot. Wir stärken den Nahverkehr und damit die Regionen. Auf einer Autobahn fahren viele LKW durch, von unserem Paket profitieren die Anwohnerinnen und Anwohner. Das alles ist vor allem gut für unsere Umwelt. Denn neben mehr Verkehr mit Lärm und schlechter Luft braucht eine Autobahn auch enorme Flächen. Unberührte Natur wird zubetoniert. Mit unserem Paket passiert das nicht – und die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher bekommen rasch ein besseres Verkehrsangebot.“

NEIN:
Gottfried Waldhäusl,
NÖ-Landesrat, FPÖ

„Für die Errichtung einer Waldviertel-Autobahn habe ich mich schon vor 25 Jahren eingesetzt. Sie sollte die Landflucht stoppen und wieder Arbeitsplätze in die Region bringen. Leider hat Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Projekt und damit die Chancen für ein ganzes Viertel sterben lassen – ein Kniefall vor der schwarz-grünen Bundesregierung. Die Corona-Pandemie hat vielen Betrieben den Boden unter den Füßen weggezogen, zahlreiche Menschen haben ihre Arbeit verloren. Für Schwarz-Grün der richtige Zeitpunkt, nicht nur die NOVA zu erhöhen, sondern auch mit dem Aus für die Waldviertel-Autobahn den nächsten Sargnagel für Wirtschaftstreibende und Pendler einzuschlagen. Der Handel mit der grünen Verkehrsministerin Leonore Gewessler, wonach in den Öffi-Ausbau vermehrt Steuermittel fließen werden, ist für das Waldviertel irrelevant. Wie sollen Bahnhöfe modernisiert werden, die längst nicht mehr bestehen? Wo auch keine Anschlüsse gegeben sind? Ebenso realitätsfremd ist deren Äußerung, dass die Waldviertler den Flughafen Schwechat bald mit der Bahn erreichen könnten. Bis es soweit ist, steigen die Menschen aus dieser Region längst in Budweis (Tschechien) in den Flieger.“