Der Bambus, der keiner ist
Der Glücksbambus – auch als „Lucky Bamboo“ bekannt – soll für Gesundheit, langes Leben und Reichtum sorgen. Daher ist er auch ein beliebtes Geschenk zu Beginn des neuen Jahres. Wie viele andere Mitbringsel-Pflanzen hat er aber meist nur wenig Glück, was seine eigene Lebensdauer angeht. Doch bei richtiger Pflege kann er für lange Zeit als Zimmerpflanze gehalten werden.
Obwohl der Volksmund von Bambus spricht, ist der Glücksbambus kein echter Bambus, von dem sich beispielsweise die herzigen Pandabären ernähren. „Tatsächlich ist er ein Vertreter der Drachenbäume, die wiederum zu den Spargelgewächsen gehören“, erklärt die Gärtnermeisterin Bettina Bayer-Grilz von „Bellaflora“.

Bekannt sind etwa 140 Arten, die in den Tropen und Subtropen Afrikas wachsen. Trotzdem feiert er bereits seit 4.000 Jahren seine größte Beliebtheit in China. Vor allem der Glaube an Glücksbambus als Bringer von Gesundheit und Wohlstand hat die Pflanze in Fernost zu einem Verkaufsschlager gemacht. Und auch bei uns erfreut sich dieses Ziergewächs mittlerweile immer größerer Beliebtheit. Über die Ladentische wandert der Glücksbambus dabei meist in Form einer zwei- oder dreistufigen Pyramide. „Aber auch einzelne Stangen werden gerne gekauft“, weiß Bayer-Grilz.

In unseren Breiten ist das Glückssymbol jedoch noch allzu oft von kurzer Lebensdauer. Das liegt sowohl an der Massenproduktion, in der dieses Gewächs herangezüchtet wird, als auch an dem viel zu trockenen Klima, dem der Glücksbambus bei uns ausgesetzt ist. Aber auch das viele Herumreichen macht ihm schwer zu schaffen. Denn häufige Standortwechsel mit unterschiedlichen Temperaturen in Kombination mit minderwertigem Substrat verträgt er gar nicht. Wer also dauerhaft Freude an seinem „Lucky Bamboo“ haben möchte, sollte einige Pflegehinweise beachten. „Da der Glücksbambus in seiner ursprünglichen Heimat unter dem Blätterdach größerer Pflanzen wächst, sollte er auch im Wohnraum halbschattig stehen. Ein sonniger Standort ist nur möglich, wenn keine heiße Mittagssonne zur Pflanze kommt“, rät Bayer-Grilz.

Auch die Wohnraumtemperatur sollte ganzjährig bei etwa 20 Grad Celsius oder knapp darüber liegen, da der Glücksbambus sonst sein Wachstum einstellt. „Als geeigneter Standort bieten sich die Küche oder ein helles Badezimmer an. Steht die Pflanze im Wohnzimmer, hilft ein regelmäßiges Benebeln mit dem Handzerstäuber“, erklärt die Expertin. Der Glücksbambus als einzelner Stamm wird in der Regel ohne Substrat angeboten. „Stellen Sie ihn deshalb direkt in eine lichtdurchlässige Vase, zusammen mit einigen Steinen für besseren Halt und etwas Wasser. Um Fäulnis vorzubeugen, sollte das Wasser regelmäßig ausgewechselt werden und darüber hinaus kalkarm sein. Sonst bekommen die Blätter gelbe Blattspitzen und -flecken“, warnt die Gärtnerin. Größere Gruppen und die beliebten Glückspyramiden werden hingegen auch oft in Erde oder „Seramis“-Granulat verkauft.
In diesem Fall ist darauf zu achten, dass die Wurzeln niemals austrocknen. Das Gefäß sollte zudem ein Abflussloch besitzen, um Staunässe zu vermeiden. „Dann können diese Pflanzen im Lauf ihres Lebens sogar Wuchshöhen von mehr als einen Meter erreichen. Ein herrlicher grüner Glücksbringer“, schwärmt Bayer-Grilz.

Was es beim Kauf zu beachten gibt
  • Zunächst sollte der Käufer überprüfen, dass die Farbe der Pflanze gleichmäßig grün ist und bestenfalls auch auffallend kräftig.
  • Flecken, gelbliche Verfärbungen und Risse sind Anzeichen für einen womöglich kranken Bambus.
  • Auch sollte der Glücksbambus nicht riechen, da dies dafür sprechen würde, dass sich Bakterien gebildet haben, wodurch die Pflanze eingehen kann.
  • Die Größe ist beim Kauf irrelevant, da der Glücksbambus anfangs generell eher klein ist.
Die Zahl der Stangen bestimmt das Glück
Nach den östlichen „Feng-Shui“-Regeln ist es wichtig zu wissen, wie groß die Zahl der Bambus-Stangen ist, denn das ist bestimmend für unser Glück.
  • 2 Stangen bringen Liebesglück.
  • 3 Stangen bringen Glück im Leben.
  • 5 Stangen bringen Gesundheit.
  • 9 Stangen bringen Erfolg.
  • 21 Stangen segnen das Haus.
4 Stangen sollten allerdings nicht verschenkt werden, da das Wort „Vier“ im Chinesischen wie das Wort „Tod“ klingt.