Sportler mit goldenem Herzen
Sie besiegten ihre Rivalen auf Fußballfeldern oder Tennisplätzen und verdienen damit gut, wenn nicht sogar Millionen. Wir zeigen Top-Sportler, die dennoch jene Menschen, die täglich um Essen, Wasser oder Bildung kämpfen müssen, nicht vergessen haben und soziales Engagement beweisen.
Sabrina Filzmoser, 40, Judoka
"Ich bringe den Ärmsten in Nepal Judo und Bildung"
Vor rund zehn Jahren lernte das Judo-Ass Sabrina Filzmoser, 40, bei Bergtouren die Schönheit der asiatischen Länder Nepal und Bhutan kennen, aber auch die dort herrschende Armut. „Ich merkte, gerade Kinder und Frauen dort brauchen Unterstützung. Seither sammle ich Geld, versteigere dafür meine Olympiaanzüge, bringe ihnen Hilfsmittel aller Art und unterrichte sie in Judo“, erzählt die aus Wels (OÖ) stammende Sportlerin. Rund zehn Mal war die zweifache Europameisterin, die ihre Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2021 verlängert hat, in den vergangenen Jahren vor Ort. Judo, so erkannte Filzmoser, sei ein geeignetes Mittel, das Selbstvertrauen der Frauen der Region zu stärken. „Diese Mädchen brauchen auch abseits der Matte das Selbstbewusstsein, etwas zu erreichen, um nicht ihr Leben auf den Feldern zuzubringen.“ Mittlerweile wurden im Zuge der Aktion eine Schule gegründet und an die besten Kinder Stipen-
dien für Auslandsstudien vergeben. Filzmoser, die für ihr Engagement mehrfach ausgezeichnet wurde, würde gerne im Herbst wieder nach Bhutan und Nepal reisen, denn das Corona-Virus hat das Land hart getroffen. „Der Tourismus steht still. Viele haben nicht mehr die Möglichkeit einzukaufen und müssen im harten Boden nach Erdäpfeln graben, um zu überleben.“

Serena Williams, 38, Tennisprofi
"Wir müssen die Gewalt beenden"
Die beiden Tennis-Schwestern Serena, 38, und Venus, 40, Williams sind für ihre harten Grundlinienschläge bekannt. Ihre Schwester Yetunde Price verloren sie 2003 durch ein furchtbares Verbrechen. „Sie wurde in Kalifornien 31jährig auf offener Straße von einem fahrenden Auto heraus erschossen, wir mussten ihren Kindern sagen, was passiert ist. Das hat unser Leben verändert und wir beschlossen, dieser Gewalt Einhalt zu gebieten“, erklärt Serena Williams. Sie gründete das „Yetunde-Price-Ressource-Center“, um Opfer von Gewalt zu unterstützen. Dort finden Betroffene, vor allem Frauen und Kinder in Gewaltsituationen, Beratung und finanzielle Zuwendung.

Neven Subotic, 31, Fußballer
"Jeder hat ein Recht auf Wasser"
Es gab Zeiten, da zählte Neven Subotic, 31, mit Borussia Dortmund Deutscher Meister 2011, täglich sein Geld. „Ich dachte, mir gehört die Welt und hatte vergessen, dass meine Mutter in den erbärmlichsten Winkeln geputzt und mein Vater oft drei Arbeiten hatte, um durchzukommen“, erinnert sich der einstige Bosnien-Flüchtling. Dann änderte der heutige Union-Berlin-Spieler seine Einstellung und gründete die Neven-Subotic-Stiftung, um der Not auf dieser Welt entschlossen entgegenzutreten. Seit 2012 setzte er in Äthiopien insgesamt 113 Projekte um und baute 60 Brunnen. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Wasser, deshalb bauen wir auch Sanitäranlagen“, sagt er.

Marcus Rashfort, 22, Fußballer
"Kein Kind sollte hungrig ins Bett gehen"
Er verdient bei Manchester United elf Millionen Euro im Jahr. Marcus Rashford, 22, selbst wuchs arm in einem Arbeiterviertel Manchesters (England) auf. „Was meine Mutter verdiente, reichte nicht, um uns Kinder zu ernähren, wir waren auf das Schulessen angewiesen“, erinnert er sich. Deswegen engagiert sich Rashford für die schlechter gestellten Kinder seiner Heimatstadt. Als wegen der Corona-Pandemie auch das kostenlose Mittagessen für die Schulkinder bis über die Ferien hinaus ausfallen sollte, beschwerte er sich bei Premierminister Boris Johnson. Und die Politiker lenkten ein. „Kein Kind soll hungrig ins Bett gehen“, sagt er. Schon gar nicht in den Ferien. Die armen Kinder werden weiterhin gratis verköstigt.