Das erste ALLERHEILIGEN ohne unsere Lieben
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In den vergangenen zwölf Monaten haben Menschen ihren Ehepartner verloren, sie trauern um liebe Verwandte oder Freunde. Nun stehen sie das erste Mal an deren letzter Ruhestätte.
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„Ich vermisse das gemeinsame Frühstück mit meinem Vater“
Christian Robinig, 51, Betonverarbeiter
Für Christian Robinig ist es das erste Allerheiligen ohne seinen Vater Werner. Er starb am 18. Dezember 2025 im 80. Lebensjahr an Multiorganversagen.
Seine Mutter Dorothea verlor er bereits 2021. „Mein Vater war ein Vereinsmensch. Er konnte großartig organisieren und war immer mit vollem Einsatz dabei. Zu Hause dagegen war er ein Genießer“, erzählt der Betonverarbeiter, der am meisten das gemeinsame Frühstück vermisst.
„Wenn ich nach meiner Schicht heimkomme und niemand mehr da ist, denke ich daran, wie sehr mir meine Eltern fehlen.“
Beide sind in einem Urnengrab auf dem Friedhof in Feldkirchen (K). „Ich schaue fast jeden Tag vorbei und sage meinen Eltern gute Nacht.“ Die Grabstätte gestaltet er alle vier Monate neu. Jetzt hat er Rosen und Zapfen ausgesucht „und eine Kerze mit Herzmotiv“.
„Für meinen Josef war der Tod eine Erlösung“
Theresia Moser, 85, Pensionistin
Fast 60 Jahre waren Theresia Moser und ihr Josef ohne Trauschein glücklich. Vor ein paar Monaten starb der
91jährige. „Er war schon sehr schwach, konnte kaum noch aufstehen und sagte oft, dass er nicht mehr mag.
Für ihn war der Tod eine Erlösung. Aber mir fehlt er
trotzdem jeden Tag.“ Vor allem die kleinen Gewohnheiten sind geblieben. „Wenn abends die Nachrichten beginnen, möchte ich ihm noch zurufen, dass er kommen soll.
Wir haben danach immer über Gott und die Welt diskutiert.“
Auf einem Salzburger Friedhof fand Josef seine letzte Ruhe. Noch steht dort ein schlichtes Holzkreuz, der Grabstein kommt erst später. „Ich möchte aber, dass das Grab zu Allerheiligen schon liebevoll hergerichtet ist.“
Deshalb hat die 85jährige einen Kranz mit herbstlichen
Blumen besorgt, den sie am Kreuz befestigt.
Am Feiertag werden auch ihre Kinder und Enkel kommen. „Dann erinnern wir uns gemeinsam
an unseren Josef. Er war ein geselliger Mensch und
hat es geliebt, wenn die ganze Familie beisammen war.“
„Gerry wollte, dass wir sein Leben feiern“
Tanja Kröll, 38, Gastwirtin
Eine kleine Jägermeisterflasche hängt am Grab von Gerry Sobian. „Das hätte ihm gefallen. Gerry wollte, dass wir sein Leben feiern und nicht nur seinen Tod bedauern“, erzählt Tanja Kröll, Inhaberin des Kaffeehauses „Wunderbar“ in Himmelberg (K). Zehn Jahre arbeitete sie als Kellnerin in seinem Lokal. Aus dem Chef wurde ein enger Freund.
Der 59jährige starb im Jänner bei einem Wohnungsbrand. Er war auch an Krebs erkrankt. „Gerry hatte für alle ein offenes Ohr. Wir haben viel gelacht, über das Leben philosophiert und manchmal sind wir einfach schweigend nebeneinandergesessen.“ Seine letzte Ruhestätte im Friedensforst Wachsenberg (K) hatte er sich selbst gewünscht.
Im Juni trafen sich dort seine Freunde, feierten seinen
60. Geburtstag und erzählten sich Geschichten von früher. „Gerry hatte eine Schwäche für Schnapszahlen. Wenn es 11.11 Uhr ist oder beim Dart 222 Punkte fallen, muss ich an ihn denken.“ Passender Zufall: Seine Urne steht bei Trauerweide Nummer 1, auf Grabplatz 11. „Das erste Allerheiligen wird bewegend. Ich werde eine Kerze für ihn anzünden.“
„Ich werde auf das Grab meines Bruders gelbe Blumen stellen“
Martin Rainer, 55, Elektriker
Mit einer kleinen Schaufel lockert Martin Rainer die Erde auf, setzt frisches Heidekraut ein und zupft verwelkte Blätter aus dem Grab. Für das erste Allerheiligen ohne seinen Bruder soll alles schön aussehen. „Er ist im Sommer völlig unerwartet gestorben. Wir waren nicht nur Brüder, sondern auch gute Freunde“, erzählt Rainer.
Besonders gerne erinnert er sich an ihre gemeinsamen Ausflüge und die vielen Familienfeiern. Auf einem Friedhof in Graz kümmert sich der 55jährige nun um die letzte Ruhestätte. „Meine Schwägerin hat der Tod völlig aus der Bahn geworfen.
Sie bringt es noch nicht übers Herz, hierherzukommen.“
Zu Allerheiligen möchte Rainer gelbe Chrysanthemen mitbringen. „Mein Bruder mochte diese kräftige Farbe. Er hat gesagt, dass auf einem Friedhof nicht alles grau und traurig aussehen müsse.“ Und dann wird er daran denken, dass ihn sein Bruder oft zum Lachen brachte.
„Ich habe eine Erinnerungsecke auf meiner Kommode“
Lena Herzog, 20, Studentin
Im Sommer vergangenen Jahres verbrachte Lena
Herzog drei Monate als Au-pair-Mädchen bei einer französischen Familie in Paris. Vor allem die Mutter der beiden Kinder, Claire, wuchs ihr ans Herz. „Sie hat mich vom ersten Tag an wie ein Familienmitglied behandelt. Wenn ich Heimweh hatte, hat sie mich aufgemuntert, und abends haben wir oft stundenlang geplaudert.“
Im Frühjahr kam dann die traurige Nachricht. Claire war überraschend gestorben. „Ich konnte es zuerst gar nicht glauben. Natürlich bin ich zur Beerdigung nach Frankreich gefahren.
Ich wollte mich unbedingt persönlich von ihr verabschieden.“
Zu Hause hat sich die Studentin eine kleine Erinnerungsecke eingerichtet. Auf einer Kommode stehen ein gemeinsames Foto, eine Kerze und ein Andenken aus Paris.
„Zu Allerheiligen denke ich besonders an Claire. Und egal, wo ich bin: Wenn ich eine Kirche betrete, zünde ich eine Kerze für sie an. So habe ich das Gefühl, dass sie noch ein bisschen bei mir ist.“
Christian Robinig, 51, Betonverarbeiter
Für Christian Robinig ist es das erste Allerheiligen ohne seinen Vater Werner. Er starb am 18. Dezember 2025 im 80. Lebensjahr an Multiorganversagen.
Seine Mutter Dorothea verlor er bereits 2021. „Mein Vater war ein Vereinsmensch. Er konnte großartig organisieren und war immer mit vollem Einsatz dabei. Zu Hause dagegen war er ein Genießer“, erzählt der Betonverarbeiter, der am meisten das gemeinsame Frühstück vermisst.
„Wenn ich nach meiner Schicht heimkomme und niemand mehr da ist, denke ich daran, wie sehr mir meine Eltern fehlen.“
Beide sind in einem Urnengrab auf dem Friedhof in Feldkirchen (K). „Ich schaue fast jeden Tag vorbei und sage meinen Eltern gute Nacht.“ Die Grabstätte gestaltet er alle vier Monate neu. Jetzt hat er Rosen und Zapfen ausgesucht „und eine Kerze mit Herzmotiv“.
„Für meinen Josef war der Tod eine Erlösung“
Theresia Moser, 85, Pensionistin
Fast 60 Jahre waren Theresia Moser und ihr Josef ohne Trauschein glücklich. Vor ein paar Monaten starb der
91jährige. „Er war schon sehr schwach, konnte kaum noch aufstehen und sagte oft, dass er nicht mehr mag.
Für ihn war der Tod eine Erlösung. Aber mir fehlt er
trotzdem jeden Tag.“ Vor allem die kleinen Gewohnheiten sind geblieben. „Wenn abends die Nachrichten beginnen, möchte ich ihm noch zurufen, dass er kommen soll.
Wir haben danach immer über Gott und die Welt diskutiert.“
Auf einem Salzburger Friedhof fand Josef seine letzte Ruhe. Noch steht dort ein schlichtes Holzkreuz, der Grabstein kommt erst später. „Ich möchte aber, dass das Grab zu Allerheiligen schon liebevoll hergerichtet ist.“
Deshalb hat die 85jährige einen Kranz mit herbstlichen
Blumen besorgt, den sie am Kreuz befestigt.
Am Feiertag werden auch ihre Kinder und Enkel kommen. „Dann erinnern wir uns gemeinsam
an unseren Josef. Er war ein geselliger Mensch und
hat es geliebt, wenn die ganze Familie beisammen war.“
„Gerry wollte, dass wir sein Leben feiern“
Tanja Kröll, 38, Gastwirtin
Eine kleine Jägermeisterflasche hängt am Grab von Gerry Sobian. „Das hätte ihm gefallen. Gerry wollte, dass wir sein Leben feiern und nicht nur seinen Tod bedauern“, erzählt Tanja Kröll, Inhaberin des Kaffeehauses „Wunderbar“ in Himmelberg (K). Zehn Jahre arbeitete sie als Kellnerin in seinem Lokal. Aus dem Chef wurde ein enger Freund.
Der 59jährige starb im Jänner bei einem Wohnungsbrand. Er war auch an Krebs erkrankt. „Gerry hatte für alle ein offenes Ohr. Wir haben viel gelacht, über das Leben philosophiert und manchmal sind wir einfach schweigend nebeneinandergesessen.“ Seine letzte Ruhestätte im Friedensforst Wachsenberg (K) hatte er sich selbst gewünscht.
Im Juni trafen sich dort seine Freunde, feierten seinen
60. Geburtstag und erzählten sich Geschichten von früher. „Gerry hatte eine Schwäche für Schnapszahlen. Wenn es 11.11 Uhr ist oder beim Dart 222 Punkte fallen, muss ich an ihn denken.“ Passender Zufall: Seine Urne steht bei Trauerweide Nummer 1, auf Grabplatz 11. „Das erste Allerheiligen wird bewegend. Ich werde eine Kerze für ihn anzünden.“
„Ich werde auf das Grab meines Bruders gelbe Blumen stellen“
Martin Rainer, 55, Elektriker
Mit einer kleinen Schaufel lockert Martin Rainer die Erde auf, setzt frisches Heidekraut ein und zupft verwelkte Blätter aus dem Grab. Für das erste Allerheiligen ohne seinen Bruder soll alles schön aussehen. „Er ist im Sommer völlig unerwartet gestorben. Wir waren nicht nur Brüder, sondern auch gute Freunde“, erzählt Rainer.
Besonders gerne erinnert er sich an ihre gemeinsamen Ausflüge und die vielen Familienfeiern. Auf einem Friedhof in Graz kümmert sich der 55jährige nun um die letzte Ruhestätte. „Meine Schwägerin hat der Tod völlig aus der Bahn geworfen.
Sie bringt es noch nicht übers Herz, hierherzukommen.“
Zu Allerheiligen möchte Rainer gelbe Chrysanthemen mitbringen. „Mein Bruder mochte diese kräftige Farbe. Er hat gesagt, dass auf einem Friedhof nicht alles grau und traurig aussehen müsse.“ Und dann wird er daran denken, dass ihn sein Bruder oft zum Lachen brachte.
„Ich habe eine Erinnerungsecke auf meiner Kommode“
Lena Herzog, 20, Studentin
Im Sommer vergangenen Jahres verbrachte Lena
Herzog drei Monate als Au-pair-Mädchen bei einer französischen Familie in Paris. Vor allem die Mutter der beiden Kinder, Claire, wuchs ihr ans Herz. „Sie hat mich vom ersten Tag an wie ein Familienmitglied behandelt. Wenn ich Heimweh hatte, hat sie mich aufgemuntert, und abends haben wir oft stundenlang geplaudert.“
Im Frühjahr kam dann die traurige Nachricht. Claire war überraschend gestorben. „Ich konnte es zuerst gar nicht glauben. Natürlich bin ich zur Beerdigung nach Frankreich gefahren.
Ich wollte mich unbedingt persönlich von ihr verabschieden.“
Zu Hause hat sich die Studentin eine kleine Erinnerungsecke eingerichtet. Auf einer Kommode stehen ein gemeinsames Foto, eine Kerze und ein Andenken aus Paris.
„Zu Allerheiligen denke ich besonders an Claire. Und egal, wo ich bin: Wenn ich eine Kirche betrete, zünde ich eine Kerze für sie an. So habe ich das Gefühl, dass sie noch ein bisschen bei mir ist.“
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