Ausgabe Nr. 44/2026 vom 28.10.2026, Fotos: IMAGO/101 Studios / MTV Entertainment Studios / Courtesy Album, instagram, Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc., facebook, zvg
Sylvester Stallone, 80:
„In Würde altern ist nichts für mich“
„In Würde altern ist nichts für mich“
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Vor 50 Jahren eroberte er als „Rocky“ die Herzen des Publikums. In seinen Memoiren blickt der Darsteller nun auf seinen Weg nach oben zurück.
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Es sind 72 Stufen, die zum Eingang eines der größten Kunstmuseen der USA, dem Philadelphia Art Museum führen. Weltberühmt wurden sie durch den Film „Rocky“, in dem Sylvester „Sly“ Stallone als Boxer Rocky Balboa die Stufen hinaufläuft und oben triumphierend die Arme in die Höhe reckt.
Diese 72 Stufen sind längst mehr als eine Filmkulisse. Sie stehen sinnbildlich für einen Mann, der sich trotz aller Rückschläge nach oben gekämpft hat. Genau von diesem Weg handelt auch Sylvester Stallones Autobiografie „The Steps – Die Geschichte meines Lebens“ (Verlag C. Bertelsmann, € 29,50).
„Es gibt keine Garantien, nur Gelegenheiten. Die Art von Gelegenheiten, die du mit allem, was du hast, ergreifen musst“, weiß der Schauspieler, der zurzeit beim Internetfilmanbieter Paramount+ in der vierten Staffel der Serie „Tulsa King“ zu sehen ist. Darin spielt er den Mafioso Dwight Manfredi. „Das ist mit Abstand die Rolle, in der am meisten von mir steckt“, sagt Stallone, der heuer seinen 80. Geburtstag feierte.
Im Laufe seiner Karriere wirkte der Hollywood-Mime in rund 100 Spielfilmen und Serien mit. Viele davon wie „Rambo“ schrieben Filmgeschichte. Doch so glanzvoll seine Karriere verlief, so dramatisch begann sein Weg ins Leben. Geboren wurde Sylvester Stallone am 6. Juli 1946 in der Stadt New York (USA). „Sehr zur Überraschung meiner Mutter. Sie wollte eigentlich nie ein Kind haben und leugnete ihre Schwangerschaft bis zum Schluss“, schreibt der Schauspieler in seinen Memorien.
Jackie Stallone (1921–2020) saß gerade im Bus, als die Wehen einsetzten. Bei der Geburt in einer Sozialklinik für arme Familien kam es zu Komplikationen und Stallone musste mit einer Zange geholt werden. „Sie quetschten dabei versehentlich einen Nerv, wodurch die linke Seite meines Gesichtes teilweise gelähmt wurde“, erzählt er.
Seine Kindheit – als Baby musste
er in einer Kommodenschublade in einer unbeheizten Wohnung schlafen – empfand er als schrecklich. Der Vater Frank Stallone (1919–2011), als Kind aus Italien eingewandert, war ein aufbrausender Mann. „Und er hatte sehr große Hände“, erinnert er sich daran, dass er schnell lernte, den Schlägen auszuweichen.
Seine Mutter beschreibt Stallone als exzentrisch und „besessen davon, berühmt zu werden“. Immer wieder kam es in der Ehe der Eltern zu heftigen Auseinandersetzungen. Deren Trennung war ein traumatisches Erlebnis für ihn.
Seine Mutter meinte eines Tages, „Ich gehe, ich werde hier nicht mehr wohnen.“ Verzweifelt habe er sich damals an ihr Bein geklammert.
„Sie zog das Bein weg, hinaus aus der Tür, und das war‘s.“ Er wuchs dann bei seinem Vater in Maryland auf. Einem Mann, der ihn seelisch und körperlich misshandelte.
Auch in der Schule hatte er es schwer, wurde dort wegen seiner Sprachbeeinträchtigung gehänselt und ausgegrenzt. „Ich bemühte mich, ein guter Schüler zu sein“, erzählt er. Seine Lernschwäche versuchte er hinter der Fassade des „Klassenclowns“ zu verbergen. „Als ich 16 war und zwölf Schulen hinter mir hatte, beschloss der Bundesstaat Pennsylvania, dass ich an keiner regulären öffentlichen Schule mehr willkommen sei.“ Sie schickten ihn an die „Devereux Manor High School“, ein Internat für schwer erziehbare, verhaltensauffällige und psychisch kranke Jugendliche.
Stallone beschreibt ein traumatisches Erlebnis, als er zur Strafe in eine als „Schlangengrube“ gefürchtete, geschlossene Abteilung gesperrt wurde. Dort wurde er von einem der Insassen attackiert.
„Dieser stinkende Bär kommt auf mich zu, packt mich an der Kehle, greift mir in die Hose und packt mich in den Schritt“, schaudert es ihn heute noch. Die Wärter konnten Schlimmeres verhindern. Die vom Schulleiter gewünschte Lektion hatte er zwar nicht gelernt, dafür aber, dass ihn niemand brechen konnte. „Ich spreche hier vom Willen. Diese Erfahrung hat mich stärker gemacht.“
Stallone blickt in seinen Memoiren auch auf seine Anfangsjahre als erfolgloser und ständig abgebrannter Schauspieler in New York zurück. Bei Agenten habe er sich mit billigen Passfotos aus einem Automaten vorgestellt. Beharrlich ging er zu allen möglichen Vorsprechen, nur um immer wieder zu hören, er sei nicht der richtige Typ.
In den frühen 70er Jahren schlug er sich mit kleinen Auftritten durch und nahm sogar eine Stelle im Zoo als Reiniger des Löwengeheges an. „Ich mochte Tiere, aber es störte mich, dass ich jeden Nachmittag auf dem Heimweg von der Arbeit stank, als hätte ich das schlimmste Blasenproblem der Welt.“
Zu essen hatte er meist nicht mehr als „ein paar Löffel Hüttenkäse und drei oder vier rohe Eier.“
Von der schleppenden Karriere als Schauspieler frustriert, stürzte sich Stallone ins Drehbuchschreiben. Damals entdeckte er auch seine Liebe zur Malerei. Sie blieb neben der Hollywood-Karriere ein fester Bestandteil seines kreativen Schaffens. „Ein Leben als Maler hätte ich dem als Schauspieler vorgezogen“, sagt er heute.
Im Jahr 1974 machte sich Stallone gemeinsam mit seiner späteren Frau Sasha Czack und seinem Hund
„Butkus“ von New York auf nach Hollywood. Dort „fing ich umgehend mit dem Klinkenputzen an“. Alles, was er bekam, war eine Abfuhr. „Sie nuscheln, Sie haben nicht das richtige Erscheinungsbild, Ihr Mund ist schief – vergeuden Sie nicht ihre Zeit“, riet ihm ein Agent.
„Wie ein Irrer“ habe er daraufhin die Geschichte des kaputten Boxers
Rocky Balboa, der sich wieder nach oben kämpft, in drei Tagen zu Papier
gebracht, schildert er.
Ein Studio bot ihm letztendlich 300.000 US-Dollar, aber keiner wollte Stallone als „Rocky“-Darsteller. Er blieb hartnäckig und spielte
schließlich die Hauptrolle in dem „Oscar“-prämierten Film.
Stallones Memoiren enden dort, wo seine Weltkarriere begann. Eine Karriere, die ihm Millionen Dollar einbrachte, aber auch schwere gesundheitliche Konsequenzen nach sich zog. Nach einem misslungenen Stunt 2010 musste sich Stallone neun Rückenoperationen unterziehen. „Ich habe meinen Körper missbraucht. Heute muss ich einfach so gut wie möglich Frieden mit den Schmerzen schließen.“
Auf sein Alter angesprochen, sagt er, innerlich fühle er sich noch immer unreif. „In Würde altern,
das ist nichts für mich.“
Privat musste Stallone 2012 einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, als sein Sohn Sage – er stammte aus seiner ersten Ehe – im Alter von nur 36 Jahren an einer koronaren Herzkrankheit starb.
Seit 1997 ist er mit Jennifer Flavin, 58, glücklich verheiratet. Die beiden haben drei Töchter. rz
Diese 72 Stufen sind längst mehr als eine Filmkulisse. Sie stehen sinnbildlich für einen Mann, der sich trotz aller Rückschläge nach oben gekämpft hat. Genau von diesem Weg handelt auch Sylvester Stallones Autobiografie „The Steps – Die Geschichte meines Lebens“ (Verlag C. Bertelsmann, € 29,50).
„Es gibt keine Garantien, nur Gelegenheiten. Die Art von Gelegenheiten, die du mit allem, was du hast, ergreifen musst“, weiß der Schauspieler, der zurzeit beim Internetfilmanbieter Paramount+ in der vierten Staffel der Serie „Tulsa King“ zu sehen ist. Darin spielt er den Mafioso Dwight Manfredi. „Das ist mit Abstand die Rolle, in der am meisten von mir steckt“, sagt Stallone, der heuer seinen 80. Geburtstag feierte.
Im Laufe seiner Karriere wirkte der Hollywood-Mime in rund 100 Spielfilmen und Serien mit. Viele davon wie „Rambo“ schrieben Filmgeschichte. Doch so glanzvoll seine Karriere verlief, so dramatisch begann sein Weg ins Leben. Geboren wurde Sylvester Stallone am 6. Juli 1946 in der Stadt New York (USA). „Sehr zur Überraschung meiner Mutter. Sie wollte eigentlich nie ein Kind haben und leugnete ihre Schwangerschaft bis zum Schluss“, schreibt der Schauspieler in seinen Memorien.
Jackie Stallone (1921–2020) saß gerade im Bus, als die Wehen einsetzten. Bei der Geburt in einer Sozialklinik für arme Familien kam es zu Komplikationen und Stallone musste mit einer Zange geholt werden. „Sie quetschten dabei versehentlich einen Nerv, wodurch die linke Seite meines Gesichtes teilweise gelähmt wurde“, erzählt er.
Seine Kindheit – als Baby musste
er in einer Kommodenschublade in einer unbeheizten Wohnung schlafen – empfand er als schrecklich. Der Vater Frank Stallone (1919–2011), als Kind aus Italien eingewandert, war ein aufbrausender Mann. „Und er hatte sehr große Hände“, erinnert er sich daran, dass er schnell lernte, den Schlägen auszuweichen.
Seine Mutter beschreibt Stallone als exzentrisch und „besessen davon, berühmt zu werden“. Immer wieder kam es in der Ehe der Eltern zu heftigen Auseinandersetzungen. Deren Trennung war ein traumatisches Erlebnis für ihn.
Seine Mutter meinte eines Tages, „Ich gehe, ich werde hier nicht mehr wohnen.“ Verzweifelt habe er sich damals an ihr Bein geklammert.
„Sie zog das Bein weg, hinaus aus der Tür, und das war‘s.“ Er wuchs dann bei seinem Vater in Maryland auf. Einem Mann, der ihn seelisch und körperlich misshandelte.
Auch in der Schule hatte er es schwer, wurde dort wegen seiner Sprachbeeinträchtigung gehänselt und ausgegrenzt. „Ich bemühte mich, ein guter Schüler zu sein“, erzählt er. Seine Lernschwäche versuchte er hinter der Fassade des „Klassenclowns“ zu verbergen. „Als ich 16 war und zwölf Schulen hinter mir hatte, beschloss der Bundesstaat Pennsylvania, dass ich an keiner regulären öffentlichen Schule mehr willkommen sei.“ Sie schickten ihn an die „Devereux Manor High School“, ein Internat für schwer erziehbare, verhaltensauffällige und psychisch kranke Jugendliche.
Stallone beschreibt ein traumatisches Erlebnis, als er zur Strafe in eine als „Schlangengrube“ gefürchtete, geschlossene Abteilung gesperrt wurde. Dort wurde er von einem der Insassen attackiert.
„Dieser stinkende Bär kommt auf mich zu, packt mich an der Kehle, greift mir in die Hose und packt mich in den Schritt“, schaudert es ihn heute noch. Die Wärter konnten Schlimmeres verhindern. Die vom Schulleiter gewünschte Lektion hatte er zwar nicht gelernt, dafür aber, dass ihn niemand brechen konnte. „Ich spreche hier vom Willen. Diese Erfahrung hat mich stärker gemacht.“
Stallone blickt in seinen Memoiren auch auf seine Anfangsjahre als erfolgloser und ständig abgebrannter Schauspieler in New York zurück. Bei Agenten habe er sich mit billigen Passfotos aus einem Automaten vorgestellt. Beharrlich ging er zu allen möglichen Vorsprechen, nur um immer wieder zu hören, er sei nicht der richtige Typ.
In den frühen 70er Jahren schlug er sich mit kleinen Auftritten durch und nahm sogar eine Stelle im Zoo als Reiniger des Löwengeheges an. „Ich mochte Tiere, aber es störte mich, dass ich jeden Nachmittag auf dem Heimweg von der Arbeit stank, als hätte ich das schlimmste Blasenproblem der Welt.“
Zu essen hatte er meist nicht mehr als „ein paar Löffel Hüttenkäse und drei oder vier rohe Eier.“
Von der schleppenden Karriere als Schauspieler frustriert, stürzte sich Stallone ins Drehbuchschreiben. Damals entdeckte er auch seine Liebe zur Malerei. Sie blieb neben der Hollywood-Karriere ein fester Bestandteil seines kreativen Schaffens. „Ein Leben als Maler hätte ich dem als Schauspieler vorgezogen“, sagt er heute.
Im Jahr 1974 machte sich Stallone gemeinsam mit seiner späteren Frau Sasha Czack und seinem Hund
„Butkus“ von New York auf nach Hollywood. Dort „fing ich umgehend mit dem Klinkenputzen an“. Alles, was er bekam, war eine Abfuhr. „Sie nuscheln, Sie haben nicht das richtige Erscheinungsbild, Ihr Mund ist schief – vergeuden Sie nicht ihre Zeit“, riet ihm ein Agent.
„Wie ein Irrer“ habe er daraufhin die Geschichte des kaputten Boxers
Rocky Balboa, der sich wieder nach oben kämpft, in drei Tagen zu Papier
gebracht, schildert er.
Ein Studio bot ihm letztendlich 300.000 US-Dollar, aber keiner wollte Stallone als „Rocky“-Darsteller. Er blieb hartnäckig und spielte
schließlich die Hauptrolle in dem „Oscar“-prämierten Film.
Stallones Memoiren enden dort, wo seine Weltkarriere begann. Eine Karriere, die ihm Millionen Dollar einbrachte, aber auch schwere gesundheitliche Konsequenzen nach sich zog. Nach einem misslungenen Stunt 2010 musste sich Stallone neun Rückenoperationen unterziehen. „Ich habe meinen Körper missbraucht. Heute muss ich einfach so gut wie möglich Frieden mit den Schmerzen schließen.“
Auf sein Alter angesprochen, sagt er, innerlich fühle er sich noch immer unreif. „In Würde altern,
das ist nichts für mich.“
Privat musste Stallone 2012 einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, als sein Sohn Sage – er stammte aus seiner ersten Ehe – im Alter von nur 36 Jahren an einer koronaren Herzkrankheit starb.
Seit 1997 ist er mit Jennifer Flavin, 58, glücklich verheiratet. Die beiden haben drei Töchter. rz
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