Eine Bühne für den „Bluza“
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Beim Kürbisfest im Retzer Land (NÖ) wird ein Wochenende lang die größte Beere der Welt gefeiert. Für die Vorbereitungen rückt das ganze Dorf näher zusammen.
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Ein Kürbis mit schwarzem Hut, ein angedeuteter „Moonwalk“ und die legendäre Pose des „King of Pop“: Michael Jackson bekommt im Retzer Land (NÖ) einen ziemlich ungewöhnlichen Doppelgänger. Nicht auf der Konzertbühne, sondern im Vorgarten – geschnitzt, gesteckt und dekoriert aus dem, was hier im Herbst die Hauptrolle spielt. Beim alljährlichen Kürbisfest verwandelt sich die größte Beere der Welt in eine Popgröße und ein ganzes Dorf in eine große Bühne.
„Bühne frei“ lautet das Motto des diesjährigen Festes, das vom Kürbis-Komitee beschlossen wurde. Dabei verwandeln die Bewohner ihre Gärten, Straßen und Vorhöfe in kleine Theaterkulissen, stellen Film- oder Musikszenen nach und lassen dabei ihrer Fantasie freien Lauf.
Wer durch den Ort spaziert, muss genau hinsehen und raten. „Welches Stück, welcher Film, welcher Star verbirgt sich wohl hinter der herbstlichen Kürbis-Dekoration?
Preise gibt es bei diesem Wettbewerb nur in Form von Lob, Anerkennung und die Freude am gemeinschaftlichen Tun. Es geht um Kreativität und das gute Gefühl, miteinander etwas auf die Beine gestellt zu haben“, sagt Stefan Schmid, 43, Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung.
Der Kürbis ist dabei weit mehr als ein saisonales Dekorationsstück. Im regionalen Dialekt auch als „Bluza“
bekannt, bildet er den Mittelpunkt eines Brauchtumsfestes, das jedes Jahr tausende Besucher anzieht und diesmal in Obermarkersdorf sowie im Nachbarort Zellerndorf gefeiert wird.
Geht es nach den Menschen im Retzer Land, darf es beim Kürbisfest ruhig ein bisschen verrückt, bunt und überraschend zugehen. Drei Tage lang stehen Musik und Kunst zu Ehren der Feldfrucht auf dem Programm.
Auf die kleinen Gäste wartet ein kreatives Mitmach-Programm wie Kürbisschnitzen, Fackeltänze, das traditionelle Maulavern-Feuer sowie ein Kürbis-Glücksrad.
„Absoluter Höhepunkt ist zweifelsohne der große Festumzug am Sonntagnachmittag“, weiß Schmid. Dann ziehen Musikkapellen aus dem Retzer Land, Traktoren mit geschmückten Wägen, Winzer und Vereine gemeinsam über das Festgelände.
Rund um das bunte Kürbis-Spektakel bieten Bauern die Möglichkeit, hochwertiges Saatgut zu kaufen und sich über den Anbau und die Ernte zu informieren. Die Veranstaltung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein organisiert, um den Besuchern landwirtschaftliches Wissen spielerisch zu vermitteln.
„Das Retzer Land ist zwar für seinen Wein berühmt, doch, was viele nicht wissen, die Kerne für das geschützte Steirische Kürbiskernöl stammen größtenteils aus dem Weinviertel“, erklärt der Kürbisfest-Schirmherr.
Hinter dem festlichen Treiben steckt eine Idee, die mehr als drei Jahrzehnte zurückreicht. Im Jahr 1993 wurde das erste Kürbisfest gefeiert. Der Kürbis bot sich dafür an. Er spielt im regionalen Ackerbau eine wichtige Rolle, ist kulinarisch vielseitig und lässt sich in eindrucksvolle Skulpturen verwandeln. Seitdem wandert das Fest von Gemeinde zu Gemeinde und erhält dadurch stets neue Impulse.
Auch in der Küche sorgt der „Bluza“ für frische Akzente, denn er erweist sich als wahrer Verwandlungskünstler. Ob als cremiges Kürbis-Risotto, feine Suppe, würziges Chutney, Kürbis-Burger, Kürbis-Gulasch, Kürbis-Palatschinke oder knusprige Kürbis-Puffer – die regionale Kulinarik schöpft aus dem Vollen.
Hokkaido, Butternuss und Muskatkürbis begeistern durch ihre Vielfalt an Formen, Farben und Aromen – von nussig-mild bis herrlich würzig.
„Gebratene Kürbisstücke, verfeinert mit Olivenöl, Knoblauch und aromatischen Kräutern, ergeben im Handumdrehen ein herzhaftes Gericht. Genau deshalb ist der Kürbis für mich der ideale Fleischersatz“, schwärmt Schmid. Sein persönlicher Favorit auf dem Teller sind selbstgemachte Kürbis-Spaghetti, die herbstliche Antwort auf die „Zoodles“ aus der sommerlichen Zucchini.
Auch Clara Fröschl, 22, und Lea Schönberger, 24, haben bereits ihre Lieblingsgerichte auserkoren. „Ofenkürbis mit Feta“, verrät Fröschl, während Schönberger auf Kürbiscurry mit Halloumi setzt. Die beiden jungen Frauen repräsentieren das Fest als Kürbisprinzessinnen. Ausgestattet mit Schleife und Diadem, steht ihnen an diesem Wochenende ihr großer Auftritt bevor. Für Schönberger geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. Die Idee, einmal die ehrenwerte Rolle zu übernehmen, entstand bei ihr bereits beim Kürbisfest 2011.
Jetzt ist es endlich so weit. „Es bedeutet mir viel, unsere Region vertreten zu dürfen“, freut sie sich. Das royale Amt verdankt sie einer überraschenden Planänderung. „Normalerweise steht der Prinzessin ein Kürbis-Prinz zur Seite, aber Lea hat sich dazu entschieden, mich zu fragen“, erzählt Clara Fröschl. Sie schätzt den starken Zusammenhalt, der in der gesamten Gemeinde spürbar wird.
Für den Ortschef ist es die größte Herausforderung und zugleich die schönste Aufgabe, die gesamte Bevölkerung einzubinden.
„Wenn Jung und Alt gemeinsam anpacken, entsteht genau die heimelige, familiäre Atmosphäre, die unser traditionelles Kürbisfest prägt und auszeichnet“, hebt Stefan Schmid hervor.
Am Festwochenende werden wieder mehr als 10.000 Besucher erwartet. Eine bequeme öffentliche Anreise ist mit der Bahn möglich. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 10 Euro, die Dreitageskarte ist für 18 Euro erhältlich, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.
„Bühne frei“ lautet das Motto des diesjährigen Festes, das vom Kürbis-Komitee beschlossen wurde. Dabei verwandeln die Bewohner ihre Gärten, Straßen und Vorhöfe in kleine Theaterkulissen, stellen Film- oder Musikszenen nach und lassen dabei ihrer Fantasie freien Lauf.
Wer durch den Ort spaziert, muss genau hinsehen und raten. „Welches Stück, welcher Film, welcher Star verbirgt sich wohl hinter der herbstlichen Kürbis-Dekoration?
Preise gibt es bei diesem Wettbewerb nur in Form von Lob, Anerkennung und die Freude am gemeinschaftlichen Tun. Es geht um Kreativität und das gute Gefühl, miteinander etwas auf die Beine gestellt zu haben“, sagt Stefan Schmid, 43, Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung.
Der Kürbis ist dabei weit mehr als ein saisonales Dekorationsstück. Im regionalen Dialekt auch als „Bluza“
bekannt, bildet er den Mittelpunkt eines Brauchtumsfestes, das jedes Jahr tausende Besucher anzieht und diesmal in Obermarkersdorf sowie im Nachbarort Zellerndorf gefeiert wird.
Geht es nach den Menschen im Retzer Land, darf es beim Kürbisfest ruhig ein bisschen verrückt, bunt und überraschend zugehen. Drei Tage lang stehen Musik und Kunst zu Ehren der Feldfrucht auf dem Programm.
Auf die kleinen Gäste wartet ein kreatives Mitmach-Programm wie Kürbisschnitzen, Fackeltänze, das traditionelle Maulavern-Feuer sowie ein Kürbis-Glücksrad.
„Absoluter Höhepunkt ist zweifelsohne der große Festumzug am Sonntagnachmittag“, weiß Schmid. Dann ziehen Musikkapellen aus dem Retzer Land, Traktoren mit geschmückten Wägen, Winzer und Vereine gemeinsam über das Festgelände.
Rund um das bunte Kürbis-Spektakel bieten Bauern die Möglichkeit, hochwertiges Saatgut zu kaufen und sich über den Anbau und die Ernte zu informieren. Die Veranstaltung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein organisiert, um den Besuchern landwirtschaftliches Wissen spielerisch zu vermitteln.
„Das Retzer Land ist zwar für seinen Wein berühmt, doch, was viele nicht wissen, die Kerne für das geschützte Steirische Kürbiskernöl stammen größtenteils aus dem Weinviertel“, erklärt der Kürbisfest-Schirmherr.
Hinter dem festlichen Treiben steckt eine Idee, die mehr als drei Jahrzehnte zurückreicht. Im Jahr 1993 wurde das erste Kürbisfest gefeiert. Der Kürbis bot sich dafür an. Er spielt im regionalen Ackerbau eine wichtige Rolle, ist kulinarisch vielseitig und lässt sich in eindrucksvolle Skulpturen verwandeln. Seitdem wandert das Fest von Gemeinde zu Gemeinde und erhält dadurch stets neue Impulse.
Auch in der Küche sorgt der „Bluza“ für frische Akzente, denn er erweist sich als wahrer Verwandlungskünstler. Ob als cremiges Kürbis-Risotto, feine Suppe, würziges Chutney, Kürbis-Burger, Kürbis-Gulasch, Kürbis-Palatschinke oder knusprige Kürbis-Puffer – die regionale Kulinarik schöpft aus dem Vollen.
Hokkaido, Butternuss und Muskatkürbis begeistern durch ihre Vielfalt an Formen, Farben und Aromen – von nussig-mild bis herrlich würzig.
„Gebratene Kürbisstücke, verfeinert mit Olivenöl, Knoblauch und aromatischen Kräutern, ergeben im Handumdrehen ein herzhaftes Gericht. Genau deshalb ist der Kürbis für mich der ideale Fleischersatz“, schwärmt Schmid. Sein persönlicher Favorit auf dem Teller sind selbstgemachte Kürbis-Spaghetti, die herbstliche Antwort auf die „Zoodles“ aus der sommerlichen Zucchini.
Auch Clara Fröschl, 22, und Lea Schönberger, 24, haben bereits ihre Lieblingsgerichte auserkoren. „Ofenkürbis mit Feta“, verrät Fröschl, während Schönberger auf Kürbiscurry mit Halloumi setzt. Die beiden jungen Frauen repräsentieren das Fest als Kürbisprinzessinnen. Ausgestattet mit Schleife und Diadem, steht ihnen an diesem Wochenende ihr großer Auftritt bevor. Für Schönberger geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. Die Idee, einmal die ehrenwerte Rolle zu übernehmen, entstand bei ihr bereits beim Kürbisfest 2011.
Jetzt ist es endlich so weit. „Es bedeutet mir viel, unsere Region vertreten zu dürfen“, freut sie sich. Das royale Amt verdankt sie einer überraschenden Planänderung. „Normalerweise steht der Prinzessin ein Kürbis-Prinz zur Seite, aber Lea hat sich dazu entschieden, mich zu fragen“, erzählt Clara Fröschl. Sie schätzt den starken Zusammenhalt, der in der gesamten Gemeinde spürbar wird.
Für den Ortschef ist es die größte Herausforderung und zugleich die schönste Aufgabe, die gesamte Bevölkerung einzubinden.
„Wenn Jung und Alt gemeinsam anpacken, entsteht genau die heimelige, familiäre Atmosphäre, die unser traditionelles Kürbisfest prägt und auszeichnet“, hebt Stefan Schmid hervor.
Am Festwochenende werden wieder mehr als 10.000 Besucher erwartet. Eine bequeme öffentliche Anreise ist mit der Bahn möglich. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 10 Euro, die Dreitageskarte ist für 18 Euro erhältlich, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.
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