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Ausgabe Nr. 43/2026 vom 21.10.2026, Fotos: APA-Images, Instagram
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Michael Douglas, 82
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Michael Douglas und Kathleen Turner, 1983.
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Mit 28 hatte er seinen Durchbruch in „Die Straßen von San Francisco“.
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Cameron, Kirk und Michael Douglas.
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Mit seiner Frau Catherine Zeta-Jones.
Michael Douglas, 82, über Affären, Drogen und Misserfolge: „Es war ein Höllenritt“
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In seiner Autobiografie „One Helluva Ride“ blickt der Schauspieler auf die Höhen und Tiefen seiner Karriere zurück – und auf den langen Weg aus dem Schatten seines Vaters.
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Mehr als 40 Jahre haben sie geschwiegen – jetzt packte Michael Douglas aus. Seine damalige Filmpartnerin Kathleen Turner nimmt die späte Enthüllung erstaunlich gelassen. „Meine Güte, was für ein Aufhebens um etwas, das so lange her ist“, wundert sich die 72jährige.

In seiner vor Kurzem erschienenen Autobiografie „One Helluva Ride“ (dt. „Ein Höllenritt“, Verlag Grand Central
Publishing, € 37,–) macht der Hollywood-Schauspieler Michael Douglas eine Affäre öffentlich, die Turner und er jahrzehntelang abgestritten haben.

Im Jahr 1983 standen die beiden für „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ vor der Kamera. Sie spielten ein Liebespaar – und auch hinter den Kulissen kamen sie sich näher. Die Chemie zwischen ihnen war unübersehbar, doch offiziell hieß es stets, es sei nie etwas zwischen ihnen gelaufen. „Okay, das war eine Lüge“, gesteht der

82jährige heute. Ihre Affäre hielten sie am Set geheim. „Abends, wenn alle anderen verschwunden waren, schlich ich mich in Turners Hotelzimmer“, erinnert er sich an die Dreharbeiten.

Damals war Douglas bereits von seiner Ehefrau Diandra, 71, getrennt. Die Ehe habe seinen Angaben zufolge in der Krise gesteckt. Die Liaison flog auf, als Diandra mit dem damals fünfjährigen gemeinsamen Sohn Cameron ans Set nach Mexiko reiste. „Danach beendeten
Kathleen und ich unsere Romanze und ich ging zurück zu Diandra.“

Er wollte seinem Sohn eine Erfahrung ersparen, wie er sie selbst als sechsjähriges Kind gemacht hatte – die Scheidung seiner Eltern, „die mich damals wirklich verletzt hat“. Geboren wurde Michael Kirk Douglas am 25. September 1944 in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey.

Seine Mutter, die Schauspielerin Diana Dill (1923–2015) beschreibt er als „Diplomatin, sanft, immer bemüht, alles in Ordnung zu bringen.“

Der Vater, Hollywoodlegende Kirk Douglas (1916–2020), war jähzornig und behandelte seine Söhne – Michaels Bruder Joel kam 1947 zur Welt – oft brutal. „Wenn er tobte, habe ich früh gelernt, mich fernzuhalten und still zu sein.“

Nach der Scheidung der Eltern wuchsen die Kinder zwischen Hollywood und der Ostküste auf. Während der Besuche beim Vater durften die beiden oft mit zum Drehen.

Das Filmgeschäft fühlte sich „wie eine Familienangelegenheit“ an. Der erste Auftritt in einem Film des Vaters fiel der Schere zum Opfer. „Ich dachte, Gott sei Dank werde ich nie Schauspieler“, muss Douglas heute darüber schmunzeln.

Dennoch entschied er sich später, an der Universität von Kalifornien (Santa Barbara, USA) als Hauptfach Theaterwissenschaften zu belegen. Dabei sammelte er auch erste Bühnenerfahrungen.

„Ich hatte schreckliches Lampenfieber. Hinter der Bühne stand ein Papierkorb, in den ich mich vor meinen Auftritten übergeben habe. Es war qualvoll“, erzählt er. Nach den ersten zwei Studienjahren, stellte sein Vater die finanzielle Unterstützung plötzlich ein. Also begann Douglas, Marihuana von Kalifornien nach New York zu schmuggeln, um es dort zu verkaufen.

Ironischerweise nutzte er für den Transport zwei teure Lederkoffer, die ihm sein Vater geschenkt hatte. „Ich fand heraus, dass in jeden Koffer exakt 22 Kilo Marihuana passten.“ Er könne sich deshalb schuldig fühlen, „aber es waren die späten Sechziger-Jahre.“

Rückblickend sieht er die Sache dennoch kritisch. „Es wäre eindeutig verantwortungsvoller gewesen, ein Studenten-Darlehen zu beantragen.“

Es war nicht leicht für Michael Douglas, aus dem Schatten seines übermächtigen Vaters Kirk herauszutreten. Nach seinem Abschluss 1968 zog er nach New York, um fernab des berühmten Vaters eine Schauspielschule zu besuchen.

Im Jahr darauf hatte Douglas seine erste Hauptrolle in dem Antikriegs-Drama „Hail Hero“. Die Kritiken waren vernichtend – Michael Douglas wirke wie eine „blasse Kopie“ seines Vaters. Damals dachte er, „das ist das Ende meiner Karriere, noch bevor sie überhaupt begonnen hat.“ Es folgten vier weitere Filme und alle floppten.

„Fünf Fehlschläge – das war nicht die Schauspielkarriere, die ich mir erhofft hatte. Das war eine langsame fünfjährige Beerdigung“, weiß er heute. Der Durchbruch im Kino blieb aus, aber in der Krimiserie „Die Straßen von San Francisco“ spielte er ab 1972 an der Seite von Karl Malden (1912–2009). Die Rolle des „Inspector Steve Keller“ verhalf ihm zu internationaler Bekanntheit.

Für das große Kino, so hieß es, fehle ihm, dem Sohn des legendären Kirk Douglas, aber das Format. Er sollte seine Kritiker eines Besseren belehren – ausgerechnet mit einem Stoff, den sein Vater jahrelang vergeblich hatte verfilmen wollen. „Einer flog über das Kuckucksnest“ mit Jack Nicholson wurde zum Welterfolg und bescherte Michael Douglas mit 31 Jahren seinen ersten „Oscar“ – als Produzent für den besten Film.

In den 1980er Jahren stieg Michael Douglas endgültig in die erste Liga Hollywoods auf. Mit Filmen wie „Eine verhängnisvolle Affäre“ (1987) und „Wall Street“ (1987), für den er seinen zweiten Oscar erhielt – diesmal als bester Hauptdarsteller –, etablierte er sich als einer der prägenden Schauspieler seiner Generation.

Dass die Grenzen zwischen seinen Filmrollen und seinem Image als Verführer bisweilen verschwammen, zeigte sich bei „Basic Instinct“ (1992).

Jahrelang wurde Douglas eine heiße Affäre mit Sharon Stone nachgesagt. In Wahrheit hatte er während der Dreharbeiten eine intensive Romanze mit der Schauspielerin Jeanne Tripplehorn, wie er jetzt enthüllt.

Hartnäckig hielt sich das Gerücht, er sei sexsüchtig. „Das stimmte nicht. Ich war einfach ein ,Kind‘ der 60er Jahre.“ Eines, dessen Privatleben immer wieder für Schlagzeilen sorgte.

Nach der kostspieligen Scheidung von Diandra Luker 2000 heiratete Douglas noch im selben Jahr die walisische Schauspielerin Catherine Zeta-Jones, 57, – „die Liebe meines Lebens“, wie er sagt.

Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder – Tochter Carys, 23, und Sohn Dylan, 26. Doch das Familienglück blieb nicht von schweren Krisen verschont. Die Festnahme

seines älteren Sohnes Cameron im Jahr 2009 wegen Drogendelikten und dessen anschließende Verurteilung zu einer mehrjährigen Haftstrafe trafen
Douglas tief.

Nur ein Jahr später musste der damals 65jährige selbst einen schweren Kampf aufnehmen, als bei ihm
Zungenkrebs im Stadium IV diagnostiziert wurde. Nach einer belastenden Chemotherapie und Bestrahlung galt er später als krebsfrei.

Die Erkrankung veränderte seinen Blick auf das Leben, sagt der zweifache Großvater. Es wurde ihm klar, „dass das Vermächtnis meiner Karriere in gewisser Weise eigentlich nur die Fortsetzung der Karriere meines Vaters ist.“

Sollte sich etwas ergeben, würde er noch Rollen annehmen. „Aber egal, was passiert, auch wenn ich nie wieder in einem Kinofilm auftauche, war es eine magische, wundervolle Karriere – und ein Höllenritt.“
rz
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