Ausgabe Nr. 41/2026 vom 07.10.2026, Fotos: AdobeStock, Invacare, www.insenio.de, zvg
Ein einfaches Entlastungskissen unter den Unterschenkeln verhindert, dass die Fersen den Grund berühren.
Wenn Druck Wunden macht
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Krankheit, Gebrechlichkeit oder Schwäche führt oft zu längerer Bettlägrigkeit oder in den Rollstuhl. Damit steigt das Risiko für Druckgeschwüre.
Warum sie entstehen und wie ihnen vorgebeugt werden kann, das erklärt die Wundärztin Dr. Elisabeth Lahnsteiner.
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Langes Liegen (oder Sitzen) in derselben Position und die fehlende Kraft, sich selbstständig zu bewegen, können für betroffene Menschen früher oder später schmerzhafte Folgen haben. Es bildet sich an einer Körperstelle, manchmal an mehreren, ein Druckgeschwür. Ärzte sprechen dann von einem Dekubitus.
Das als „Wundliegen“ bekannte Problem entsteht durch den anhaltenden Druck des eigenen Körpergewichtes auf bestimmte Körperstellen. Besonders gefährdet sind jene Stellen, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen. Es ist ein Phänomen, das die auf Wundheilung spezialisierte Ärztin, Dr. Elisabeth Lahnsteiner (wundordination.at) in Wien täglich in ihrer Praxis sieht.
„Bei Immobilität, bettlägerigen oder Menschen mit geringem Körpergewicht entsteht durch die druckbedingte Minderdurchblutung bereits innerhalb weniger Stunden eine erste Schädigung der Haut“, warnt Dr. Lahnsteiner. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung ist eine wirksame Druckentlastung gefährdeter Körperstellen und eine ärztliche Beurteilung des Risikos für ein Druckgeschwür.
„Fersen und Kreuzbein sollten somit bei länger immobilen oder kurzfristig krankheitsbedingt bettlägerigen Menschen von Beginn an gezielt entlastet gepolstert und speziell gepflegt werden. Dabei sind auch je nach Körpergewicht Steißbein, Hüften, Sitzbeinhöcker, Außenknöchel, Ellenbogen und Hinterkopf gefährdete Körperstellen. Ebenso können medizinische Hilfsmittel wie Gips, Orthesen nach orthopädischen Verletzungen oder Operationen, zu enge Stützverbände erste Hautverletzungen durch Druck und Reibung verursachen. Bei längerer krankheitsbedingter Sitzposition ist eine sorgfältige Beobachtung der Haut auf erstes Auftreten von Rötung im Bereich der Sitzbeinhöckern und dem Gesäß wichtig.“ Für Pflegende und Betroffene ist es nicht immer sofort verständlich, warum eine intakte Hautstelle ohne vorausgegangener Verletzung zu einer Wunde wird. Der Grund hierfür liegt tatsächlich unter der Haut, wie die Wundspezialistin weiß.
„Der anhaltende Druck schädigt das Gewebe und verschlechtert die lokale Durchblutung, vor allem in den kleinen oberflächlichen Blutgefäßen der Haut und stört den Zellstoffwechsel der Hautschichten. Das Gewebe erhält zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Scherkräfte durch Unruhe oder Einengung im Gips oder Schuhwerk verstärkten die Belastung der Haut zusätzlich. Ein mögliches Frühzeichen eines Geschwürs ist eine Rötung, die sich auf Fingerdruck nicht wegdrücken lässt. Zusätzlich sind lokale entzündliche Überwärmung, Schwellung oder neu auftretende Schmerzen Warnsignale. Eine dunkelrote oder violette Verfärbung weist bereits auf eine tiefe Gewebeschädigung hin.“
Druckgeschwüre sind nicht harmlos. Sie können Muskeln, Sehnen und Knochen betreffen. „Die Tiefe einer plötzlich auftretenden Wunde ist anfangs oft nicht gleich zu erkennen. In schweren Fällen kann eine tiefe Wunde eine Knocheninfektion mitverursachen oder auch auslösen. Die rasche ärztliche diagnostische Begutachtung des Hautdefektes und Einleitung zusätzlicher Behandlungen ist wichtig“, betont Dr. Lahnsteiner. Druckgeschwüre bereiten den Patienten meist Schmerzen beim Legen, Sitzen, Umlagern und beim Verbandwechsel. „Bei Lagerungswechsel, Verbandwechsel sowie der Entfernung von abgestorbenem, geschädigtem oder infiziertem Gewebe bekommt der Patient ein Medikament, um den Schmerz auszuschalten.“
Um das Leiden zu verhindern oder zu lindern, stehen Hilfsmittel und Maßnahmen zur Verfügung. Oberstes Ziel ist, das Entstehen von Druckgeschwüren zu verhindern. „Bei Fersen eignen sich Hilfsmittel zur vollständigen Fersenfreilagerung wie schuhförmige Kissen, Lagerungskissen unter den Unterschenkeln oder spezielle Fersenschuhe. Die Fersen sollen keinen Kontakt zur Unterlage haben. Für Kreuzbein und Gesäß kommen druckverteilende und durchblutungsstimulierende Matratzen und Lagerungshilfen mit Luftkissen infrage. Beim Sitzen kann ein angepasstes druckverteilendes Sitzkissen helfen, Sitzringe sind nicht geeignet. Mehrlagige vorbeugende Schaumverbände können bei stark gefährdeter intakter Haut sinnvoll sein.“
Zusätzlich empfiehlt die Wundspezialistin, gefährdete Hautstellen immer wieder zu kontrollieren und die eigenständige Bewegung sowie den Lagerungswechsel zu fördern.
„Wichtig ist, die Scherkräfte zu vermeiden und Unterlagen zu verwenden, die den Druck verteilen. Auch auf einer Spezialmatratze bleibt der Positionswechsel notwendig, um Druckgeschwüren vorzubeugen.“ Auf die Frage, wie oft ein Lagerungswechsel für Patienten empfohlen ist, gibt es keine einheitliche Antwort. Eine grobe Orientierung ist: alle zwei bis drei Stunden. Doch die Intervalle richten sich vor allem nach dem Zustand und der Mobilität des Patienten sowie dessen Reaktion auf die Lagerung. Große Aufmerksamkeit benötigen Patienten, die ein erhöhtes Risiko haben, Druckgeschwüre zu bekommen.
„Dazu gehören Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, mit Lähmungen und jene, die ein vermindertes Druckempfinden haben aufgrund von neurologischen Erkrankungen wie etwa Parkinson, Patienten mit schweren akuten Erkrankungen, Durchblutungsstörungen und schlechtem Ernährungszustand. Im Sitzen beeinflussen außerdem Sitzdauer, Haltung, Sitzfläche und die Möglichkeit zum Gewichtswechsel das Risiko.“
Bei intakter Haut stehen Hautschutz mit speziell schützender Hautpflege und vorbeugenden Aromaölen, angepasste Entlastung und engmaschige Kontrolle im Vordergrund. „Tritt trotz Vorbeugung ein Druckgeschwür auf, sind eine weitere Diagnostik zusätzlicher klinischer Risikofaktoren und ein auf Wundversorgung spezialisierter Arzt oder Ärztin oder eine Krankenhausversorgung erforderlich. Oberflächliche Wunden werden antiseptisch gereinigt und mit einem Spezialverband versorgt“, erklärt Dr. Lahnsteiner. „Tiefe Wunden müssen genauestens vom Arzt beurteilt werden. Womöglich ist eine OP notwendig, damit sich die Wunde dauerhaft und stabil verschließt.“
Die Wundheilung liegt nicht nur in den Händen der Ärzte und Pflege. Patienten können sie mit einer abwechslungsreichen und hochwertigen Kost mit Eiweiß, Vitaminen, Kohlenhydraten und ausreichendem Trinken unterstützen. „Das stärkt die Widerstandsfähigkeit der Haut und fördert den Kollagenaufbau. Bei einem Druckgeschwür können Präparate mit Eiweiß, Arginin, Zink, Vitamin C und weiteren Mikronährstoffen erwogen werden.“ Je nach Schwere des Hautdefektes erfordert es
Geduld, bis die Wunde verheilt ist.
Das als „Wundliegen“ bekannte Problem entsteht durch den anhaltenden Druck des eigenen Körpergewichtes auf bestimmte Körperstellen. Besonders gefährdet sind jene Stellen, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen. Es ist ein Phänomen, das die auf Wundheilung spezialisierte Ärztin, Dr. Elisabeth Lahnsteiner (wundordination.at) in Wien täglich in ihrer Praxis sieht.
„Bei Immobilität, bettlägerigen oder Menschen mit geringem Körpergewicht entsteht durch die druckbedingte Minderdurchblutung bereits innerhalb weniger Stunden eine erste Schädigung der Haut“, warnt Dr. Lahnsteiner. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung ist eine wirksame Druckentlastung gefährdeter Körperstellen und eine ärztliche Beurteilung des Risikos für ein Druckgeschwür.
„Fersen und Kreuzbein sollten somit bei länger immobilen oder kurzfristig krankheitsbedingt bettlägerigen Menschen von Beginn an gezielt entlastet gepolstert und speziell gepflegt werden. Dabei sind auch je nach Körpergewicht Steißbein, Hüften, Sitzbeinhöcker, Außenknöchel, Ellenbogen und Hinterkopf gefährdete Körperstellen. Ebenso können medizinische Hilfsmittel wie Gips, Orthesen nach orthopädischen Verletzungen oder Operationen, zu enge Stützverbände erste Hautverletzungen durch Druck und Reibung verursachen. Bei längerer krankheitsbedingter Sitzposition ist eine sorgfältige Beobachtung der Haut auf erstes Auftreten von Rötung im Bereich der Sitzbeinhöckern und dem Gesäß wichtig.“ Für Pflegende und Betroffene ist es nicht immer sofort verständlich, warum eine intakte Hautstelle ohne vorausgegangener Verletzung zu einer Wunde wird. Der Grund hierfür liegt tatsächlich unter der Haut, wie die Wundspezialistin weiß.
„Der anhaltende Druck schädigt das Gewebe und verschlechtert die lokale Durchblutung, vor allem in den kleinen oberflächlichen Blutgefäßen der Haut und stört den Zellstoffwechsel der Hautschichten. Das Gewebe erhält zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Scherkräfte durch Unruhe oder Einengung im Gips oder Schuhwerk verstärkten die Belastung der Haut zusätzlich. Ein mögliches Frühzeichen eines Geschwürs ist eine Rötung, die sich auf Fingerdruck nicht wegdrücken lässt. Zusätzlich sind lokale entzündliche Überwärmung, Schwellung oder neu auftretende Schmerzen Warnsignale. Eine dunkelrote oder violette Verfärbung weist bereits auf eine tiefe Gewebeschädigung hin.“
Druckgeschwüre sind nicht harmlos. Sie können Muskeln, Sehnen und Knochen betreffen. „Die Tiefe einer plötzlich auftretenden Wunde ist anfangs oft nicht gleich zu erkennen. In schweren Fällen kann eine tiefe Wunde eine Knocheninfektion mitverursachen oder auch auslösen. Die rasche ärztliche diagnostische Begutachtung des Hautdefektes und Einleitung zusätzlicher Behandlungen ist wichtig“, betont Dr. Lahnsteiner. Druckgeschwüre bereiten den Patienten meist Schmerzen beim Legen, Sitzen, Umlagern und beim Verbandwechsel. „Bei Lagerungswechsel, Verbandwechsel sowie der Entfernung von abgestorbenem, geschädigtem oder infiziertem Gewebe bekommt der Patient ein Medikament, um den Schmerz auszuschalten.“
Um das Leiden zu verhindern oder zu lindern, stehen Hilfsmittel und Maßnahmen zur Verfügung. Oberstes Ziel ist, das Entstehen von Druckgeschwüren zu verhindern. „Bei Fersen eignen sich Hilfsmittel zur vollständigen Fersenfreilagerung wie schuhförmige Kissen, Lagerungskissen unter den Unterschenkeln oder spezielle Fersenschuhe. Die Fersen sollen keinen Kontakt zur Unterlage haben. Für Kreuzbein und Gesäß kommen druckverteilende und durchblutungsstimulierende Matratzen und Lagerungshilfen mit Luftkissen infrage. Beim Sitzen kann ein angepasstes druckverteilendes Sitzkissen helfen, Sitzringe sind nicht geeignet. Mehrlagige vorbeugende Schaumverbände können bei stark gefährdeter intakter Haut sinnvoll sein.“
Zusätzlich empfiehlt die Wundspezialistin, gefährdete Hautstellen immer wieder zu kontrollieren und die eigenständige Bewegung sowie den Lagerungswechsel zu fördern.
„Wichtig ist, die Scherkräfte zu vermeiden und Unterlagen zu verwenden, die den Druck verteilen. Auch auf einer Spezialmatratze bleibt der Positionswechsel notwendig, um Druckgeschwüren vorzubeugen.“ Auf die Frage, wie oft ein Lagerungswechsel für Patienten empfohlen ist, gibt es keine einheitliche Antwort. Eine grobe Orientierung ist: alle zwei bis drei Stunden. Doch die Intervalle richten sich vor allem nach dem Zustand und der Mobilität des Patienten sowie dessen Reaktion auf die Lagerung. Große Aufmerksamkeit benötigen Patienten, die ein erhöhtes Risiko haben, Druckgeschwüre zu bekommen.
„Dazu gehören Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, mit Lähmungen und jene, die ein vermindertes Druckempfinden haben aufgrund von neurologischen Erkrankungen wie etwa Parkinson, Patienten mit schweren akuten Erkrankungen, Durchblutungsstörungen und schlechtem Ernährungszustand. Im Sitzen beeinflussen außerdem Sitzdauer, Haltung, Sitzfläche und die Möglichkeit zum Gewichtswechsel das Risiko.“
Bei intakter Haut stehen Hautschutz mit speziell schützender Hautpflege und vorbeugenden Aromaölen, angepasste Entlastung und engmaschige Kontrolle im Vordergrund. „Tritt trotz Vorbeugung ein Druckgeschwür auf, sind eine weitere Diagnostik zusätzlicher klinischer Risikofaktoren und ein auf Wundversorgung spezialisierter Arzt oder Ärztin oder eine Krankenhausversorgung erforderlich. Oberflächliche Wunden werden antiseptisch gereinigt und mit einem Spezialverband versorgt“, erklärt Dr. Lahnsteiner. „Tiefe Wunden müssen genauestens vom Arzt beurteilt werden. Womöglich ist eine OP notwendig, damit sich die Wunde dauerhaft und stabil verschließt.“
Die Wundheilung liegt nicht nur in den Händen der Ärzte und Pflege. Patienten können sie mit einer abwechslungsreichen und hochwertigen Kost mit Eiweiß, Vitaminen, Kohlenhydraten und ausreichendem Trinken unterstützen. „Das stärkt die Widerstandsfähigkeit der Haut und fördert den Kollagenaufbau. Bei einem Druckgeschwür können Präparate mit Eiweiß, Arginin, Zink, Vitamin C und weiteren Mikronährstoffen erwogen werden.“ Je nach Schwere des Hautdefektes erfordert es
Geduld, bis die Wunde verheilt ist.
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