„Halte ich ein Matchbox-Auto in der Hand, fühle ich mich wie ein Zehnjähriger“
Gerhard Marschal, 69, Pensionist
Gerhard Marschal, 69, Pensionist
„Wir machen jedes Jahr einen Kluburlaub“
Herta Golautschnig, 85, und Renate Barth, 78,
beide Pensionistinnen
Herta Golautschnig, 85, und Renate Barth, 78,
beide Pensionistinnen
Ein bisschen Kind steckt noch immer in uns
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Die Unbekümmertheit früher Jahre geht uns mit der Zeit verloren. Dabei schlummert tief in uns noch jenes Kind, das gerne dann und wann an die Oberfläche treten möchte.
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„Halte ich ein Matchbox-Auto in der Hand, fühle ich mich wie ein Zehnjähriger“
Gerhard Marschal, 69, Pensionist
Zwei, drei Mal in der Woche hole ich meine Autos hervor und beschäftige mich damit“, erzählt Gerhard Marschal. Mehr als 60 Modelle hat der 69jährige inzwischen gesammelt.
„Als Bub war jedes neue Matchbox-Auto für mich ein kleines Ereignis. Dieses Gefühl ist geblieben.“ Er stellt seine Wagen auf dem Spielteppich auf, ordnet sie nach Marken oder Baujahren und lässt den einen oder anderen auch über die aufgedruckten Straßen rollen.
„Natürlich spiele ich damit manchmal noch. Warum auch nicht? Sobald ich eines in der Hand habe, bin ich gedanklich wieder zehn.“ Seine Frau nimmt das mit Humor. „Sie sagt immer: Jetzt ist der Bub wieder beschäftigt.“ Besonders lustig wird es, wenn die Enkerln
kommen. „Dann fahren wir gemeinsam. Nur bei meinen Lieblingsstücken bin ich streng – die darf nicht jeder nehmen.“
„Wir machen jedes Jahr einen Kluburlaub“
Herta Golautschnig, 85, und Renate Barth, 78, beide Pensionistinnen
Seniorenreisen? Um Gottes willen, da fühlen wir uns doch sofort steinalt. Nur weil im Ausweis eine hohe Zahl steht, setzen wir uns noch lange nicht zum betreuten Schunkeln in einen Kaffeefahrten-Bus“, meint Herta Golautschnig lachend. Ihre Schwester Renate Barth sieht das genauso. „In uns steckt noch dieselbe Abenteuerlust wie vor 40 Jahren.
Deshalb buchen wir jedes Jahr gemeinsam einen
Kluburlaub. Heuer waren wir auf Mallorca.“ Dort liegen die beiden aber nicht nur am Schwimmbecken herum.
„Beim Fitnesskurs stehen wir zwischen lauter Jüngeren und machen einfach mit“, erzählt Golautschnig und Barth lässt wissen: „Wenn wir danach mit einem Cocktail an der Bar sitzen und später noch tanzen, schauen manche Gäste schon ein bisschen komisch.“
Gerade das gefällt den beiden. „Warum sollten wir uns
mit 78 und 85 Jahren anders benehmen als früher.
Solange uns die Beine tragen, genießen wir das Leben“,
sind sich die beiden einig.
„Ich trage immer noch gerne Mini-Röcke“
Monika Atzinger, 68, Pensionistin
Mit 20 Jahren habe ich rosa Miniröcke getragen – warum sollte ich mit 68 plötzlich damit aufhören“, sagt
Monika Atzinger lachend. Wenn ihr etwas gefällt, zieht sie es an, ganz egal, was andere über „altersgerechte Kleidung“ denken. „Meine Tochter sagt dann, Mama, du bist schlimmer als ich. Dann weiß ich, dass alles passt.“
Auch sonst versucht die Pensionistin, sich ihre verspielte Seite zu bewahren. Im Urlaub probiert sie jede Eissorte, fährt mit dem Riesenrad und steigt auch noch aufs Karussell, wenn ihr danach ist. „Als Kinder haben wir uns keine Gedanken gemacht, ob etwas vernünftig ist. Wir haben einfach das getan, was Spaß macht.“ Genau daran hält sich Atzinger bis heute.
„Alt werden wir früh genug. Aber das kleine Mädchen in mir, das Rosa liebt und über jeden Blödsinn lachen kann, lasse ich mir nicht nehmen.“
„Bei Rockkonzerten erlebe ich meine zweite Pubertät“
Walter Pichler, 77, Pensionist
Meine Enkerln sagen immer, bei Rockkonzerten komme ich in meine zweite Pubertät“, erzählt Walter Pichler. Sobald die Gitarren kreischen, gibt es für den 77jährigen kein Halten mehr. „Dann reiße ich die Arme in die Höhe, gröle jedes Lied mit und vergesse völlig, dass ich am nächsten Tag wahrscheinlich jeden Knochen spüren werde.“
Seine Leidenschaft für Musik begann mit 15 Jahren, als er heimlich zu seinem ersten Konzert fuhr. „Meine Eltern glaubten, ich schlafe bei einem Schulfreund.“ Heute muss er niemanden mehr um Erlaubnis fragen – und besucht noch immer sechs bis acht Rockkonzerte im Jahr. „Ich war bereits auf jedem größeren Festival unseres Landes, darunter das Donauinselfest, Nova Rock und das Frequency in St. Pölten.“
Auch in London (England) hat er bereits ein Konzert seiner Lieblingsband „U2“ besucht. Dann steht er mitten in der begeisterten Menge. „Wenn Tausende gleichzeitig
mitsingen und mitjubeln, bin ich wieder dieser 15jährige Bub.“
„Ich nehme den Teddy gerne in den Arm“
Erika Pratsch, 80, Pensionistin
Der Teddy gehört eigentlich meiner Enkelin. Sie hat ihn vor einigen Jahren nach einer Übernachtung bei mir vergessen – und irgendwie ist er dann geblieben“, erzählt Erika Pratsch. Anfangs hat sie ihn einfach aufs Bett gesetzt, damit er beim nächsten Besuch der Enkelin bereitsteht.
„Aber eines Abends habe ich ihn in den Arm genommen und mir gedacht: Warum eigentlich nicht?“ Seitdem liegt der Teddy immer wieder neben ihr, vor allem, wenn sie allein fernsieht oder einen Tag hat, an dem sie ein bisschen Trost brauchen kann. Ihre Enkelin, inzwischen längst erwachsen, findet das amüsant. „Sie sagt immer: Oma, pass gut auf meinen Teddy auf!“ Pratsch erinnert er auch an die eigene Kindheit. „Ich hatte einen Stoffhasen, den ich überallhin mitgeschleppt habe.“ Für sie ist das kein Grund, sich zu schämen. „Für ein bisschen Geborgenheit ist man nie zu alt.“
Gerhard Marschal, 69, Pensionist
Zwei, drei Mal in der Woche hole ich meine Autos hervor und beschäftige mich damit“, erzählt Gerhard Marschal. Mehr als 60 Modelle hat der 69jährige inzwischen gesammelt.
„Als Bub war jedes neue Matchbox-Auto für mich ein kleines Ereignis. Dieses Gefühl ist geblieben.“ Er stellt seine Wagen auf dem Spielteppich auf, ordnet sie nach Marken oder Baujahren und lässt den einen oder anderen auch über die aufgedruckten Straßen rollen.
„Natürlich spiele ich damit manchmal noch. Warum auch nicht? Sobald ich eines in der Hand habe, bin ich gedanklich wieder zehn.“ Seine Frau nimmt das mit Humor. „Sie sagt immer: Jetzt ist der Bub wieder beschäftigt.“ Besonders lustig wird es, wenn die Enkerln
kommen. „Dann fahren wir gemeinsam. Nur bei meinen Lieblingsstücken bin ich streng – die darf nicht jeder nehmen.“
„Wir machen jedes Jahr einen Kluburlaub“
Herta Golautschnig, 85, und Renate Barth, 78, beide Pensionistinnen
Seniorenreisen? Um Gottes willen, da fühlen wir uns doch sofort steinalt. Nur weil im Ausweis eine hohe Zahl steht, setzen wir uns noch lange nicht zum betreuten Schunkeln in einen Kaffeefahrten-Bus“, meint Herta Golautschnig lachend. Ihre Schwester Renate Barth sieht das genauso. „In uns steckt noch dieselbe Abenteuerlust wie vor 40 Jahren.
Deshalb buchen wir jedes Jahr gemeinsam einen
Kluburlaub. Heuer waren wir auf Mallorca.“ Dort liegen die beiden aber nicht nur am Schwimmbecken herum.
„Beim Fitnesskurs stehen wir zwischen lauter Jüngeren und machen einfach mit“, erzählt Golautschnig und Barth lässt wissen: „Wenn wir danach mit einem Cocktail an der Bar sitzen und später noch tanzen, schauen manche Gäste schon ein bisschen komisch.“
Gerade das gefällt den beiden. „Warum sollten wir uns
mit 78 und 85 Jahren anders benehmen als früher.
Solange uns die Beine tragen, genießen wir das Leben“,
sind sich die beiden einig.
„Ich trage immer noch gerne Mini-Röcke“
Monika Atzinger, 68, Pensionistin
Mit 20 Jahren habe ich rosa Miniröcke getragen – warum sollte ich mit 68 plötzlich damit aufhören“, sagt
Monika Atzinger lachend. Wenn ihr etwas gefällt, zieht sie es an, ganz egal, was andere über „altersgerechte Kleidung“ denken. „Meine Tochter sagt dann, Mama, du bist schlimmer als ich. Dann weiß ich, dass alles passt.“
Auch sonst versucht die Pensionistin, sich ihre verspielte Seite zu bewahren. Im Urlaub probiert sie jede Eissorte, fährt mit dem Riesenrad und steigt auch noch aufs Karussell, wenn ihr danach ist. „Als Kinder haben wir uns keine Gedanken gemacht, ob etwas vernünftig ist. Wir haben einfach das getan, was Spaß macht.“ Genau daran hält sich Atzinger bis heute.
„Alt werden wir früh genug. Aber das kleine Mädchen in mir, das Rosa liebt und über jeden Blödsinn lachen kann, lasse ich mir nicht nehmen.“
„Bei Rockkonzerten erlebe ich meine zweite Pubertät“
Walter Pichler, 77, Pensionist
Meine Enkerln sagen immer, bei Rockkonzerten komme ich in meine zweite Pubertät“, erzählt Walter Pichler. Sobald die Gitarren kreischen, gibt es für den 77jährigen kein Halten mehr. „Dann reiße ich die Arme in die Höhe, gröle jedes Lied mit und vergesse völlig, dass ich am nächsten Tag wahrscheinlich jeden Knochen spüren werde.“
Seine Leidenschaft für Musik begann mit 15 Jahren, als er heimlich zu seinem ersten Konzert fuhr. „Meine Eltern glaubten, ich schlafe bei einem Schulfreund.“ Heute muss er niemanden mehr um Erlaubnis fragen – und besucht noch immer sechs bis acht Rockkonzerte im Jahr. „Ich war bereits auf jedem größeren Festival unseres Landes, darunter das Donauinselfest, Nova Rock und das Frequency in St. Pölten.“
Auch in London (England) hat er bereits ein Konzert seiner Lieblingsband „U2“ besucht. Dann steht er mitten in der begeisterten Menge. „Wenn Tausende gleichzeitig
mitsingen und mitjubeln, bin ich wieder dieser 15jährige Bub.“
„Ich nehme den Teddy gerne in den Arm“
Erika Pratsch, 80, Pensionistin
Der Teddy gehört eigentlich meiner Enkelin. Sie hat ihn vor einigen Jahren nach einer Übernachtung bei mir vergessen – und irgendwie ist er dann geblieben“, erzählt Erika Pratsch. Anfangs hat sie ihn einfach aufs Bett gesetzt, damit er beim nächsten Besuch der Enkelin bereitsteht.
„Aber eines Abends habe ich ihn in den Arm genommen und mir gedacht: Warum eigentlich nicht?“ Seitdem liegt der Teddy immer wieder neben ihr, vor allem, wenn sie allein fernsieht oder einen Tag hat, an dem sie ein bisschen Trost brauchen kann. Ihre Enkelin, inzwischen längst erwachsen, findet das amüsant. „Sie sagt immer: Oma, pass gut auf meinen Teddy auf!“ Pratsch erinnert er auch an die eigene Kindheit. „Ich hatte einen Stoffhasen, den ich überallhin mitgeschleppt habe.“ Für sie ist das kein Grund, sich zu schämen. „Für ein bisschen Geborgenheit ist man nie zu alt.“
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