Josefine Preuß:
„Ich habe gerne das letzte Wort“
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Sie ist die schlagfertige Arzthelferin in der beliebten Serie „Dr. Nice“. Ab Sonntag, 11. Oktober, ist Josefine Preuß, 40, in neuen Folgen zu sehen.
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Frau Preuß, die Serie „Dr. Nice“ ist in kürzester Zeit zum Publikums-erfolg geworden. Verleiht Ihnen dieser Rückenwind noch mehr Leichtigkeit beim Spielen?
Es ist ein Riesenkompliment für uns, dass die Serie so gut angenommen wird. Wir sind mittlerweile im fünften Jahr. Neulich saß ich mit Patrick Kalupa (Dr. Nice) zusammen und wir haben uns bewusst gemacht, dass wir nächstes Jahr die Marke von 30 Filmen knacken. Es ist erstaunlich, wie oft wir auf der Straße angesprochen werden. Es ist einfach schön, Unterhaltung für die ganze Familie zu bieten. „Dr. Nice“ ist eben echtes „Herzkino“, das zum Lachen bringt, unterhält und durch unsere eigenwilligen Hauptdarsteller vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken anregt. Wir setzen konsequent auf spannende Geschichten und neue Charaktere – und an Dramatik fehlt es natürlich auch nicht.
Es besteht also keine Gefahr, dass sich ein gewisser Trott einschleicht?
Wir erweitern den „Nice-Kosmos“ stetig, von Trott ist da überhaupt keine Spur. Das Ganze funktioniert wie ein „Englishman in New York“ – es prallen zwei Welten aufeinander, denn Dr. Nice ist wie ein Außerirdischer, der überall aneckt. Schon allein deshalb gehen uns
die Geschichten definitiv nicht aus. Und die Dialoge sind manchmal so pointiert, dass mir selbst das Lachen im Hals steckenbleibt. Gleichzeitig haben wir die wunderschöne Landschaft an der Flensburger Förde, an der Grenze zu Dänemark, die wir alle so lieben. Wir arbeiten dort, wo andere Urlaub machen. Kürzlich hatten wir sogar einen ganzen Drehtag auf einem Minensuchboot der Marine.
Sie verkörpern die schlagfertige Arzthelferin, die dem „Herrn Doktor“ – Typ harte Schale, weicher Kern – ordentlich Kontra gibt. Macht es Ihnen Spaß, eine starke Frau darzustellen, und wie viel Durchsetzungsvermögen steckt privat in Ihnen? Müssen Sie auch immer das letzte Wort haben?
Ich spiele gerne Figuren, die sich verbal wehren können. Charlie, also ich, und Dr. Nice begegnen sich da auf Augenhöhe, zumal sie ja auch eine Teenager-Tochter zusammen großziehen. Wenn da keine tiefe Sympathie wäre, würde Charlie wohl kaum als seine Arzthelferin arbeiten. Noch genialer ist es eigentlich nur zwischen Dr. Nice und Dr. Schmidtke, dem Spitalschef. Die Szenen der beiden erinnern mich an das deutsche Äquivalent zu Jack Lemmon und Walter Matthau. Ein wunderbarer Humor.
Dr. Nice braucht Menschen mit Charakter, die ihm Paroli bieten. Und was mich privat angeht – ja, ich weiß mich zu äußern und habe tatsächlich gerne das letzte Wort. Dazu fällt mir eine süße Anekdote ein. Als ich meinen Führerschein machte, seufzte mein Fahrlehrer Peter schon nach der zweiten Fahrstunde: „Mein Gott, Josefine, mit dir ist es genau wie bei mir zu Hause – meine Frau hat auch immer das letzte Wort.“
Sind Sie privat, ähnlich wie Charlie, ein durchorganisierter Mensch, der viel Wert auf Struktur legt?
Privat bin ich noch strukturierter als Charlie, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann (lacht). Ich brauche Ordnung und einen klaren Plan. Freie, offene Räume schenken mir einen klaren Kopf – und genau das ist die Voraussetzung dafür, dass ich mich im Beruf entfalten kann. In meinem Privatleben muss daher alles an seinem festen Platz sein.
Sie halten Ihr Privatleben konsequent unter Verschluss. Trotz sozialer Medien …
Für mich ist das eine logische Konsequenz – wenn ich nichts über mein Privatleben preisgeben möchte, dann poste ich eben auch nichts darüber. Mein Privatleben ist meine persönliche Insel, und die schütze ich.
Immerhin haben Sie Ihren 40. Geburtstag Anfang dieses Jahres auf Instagram mit einer humorvollen Einlage kommentiert und sich selbst als „unverheiratet“ und „kinderfrei“ beschrieben …
… damit ist im Grunde der aktuelle Stand der Dinge auf den Punkt gebracht – und alles geklärt (lacht).
Ihr Serienkollege Patrick Kalupa betreibt einen Floßverleih in Berlin (D). Schippern Sie in den Drehpausen gelegentlich über die Havel?
Auf Patricks Flößen war ich selbst zwar noch nicht, aber ich kenne sie gut, weil der Verleih in der Nähe des Wohnortes meiner Oma liegt. Solche Floßtouren rund um Brandenburg habe ich allerdings schon privat gemacht – inklusive Grill an Bord und Übernachtung auf dem Wasser.
Wie nutzen Sie die Drehpausen am liebsten?
Es zieht mich in die Natur. Ich gehe gern mit meinem Hund spazieren, um den Akku wieder aufzuladen und mich auf den nächsten Drehtag vorzubereiten.
Sie greifen abseits der Kamera gern zu Pfeil und Bogen. Was fasziniert Sie am Bogenschießen?
Das Bogenschießen durfte ich 2012 für den Film „Die Pilgerin“ erlernen. Das ist also schon eine Weile her, und ich betreibe es heute gar nicht mehr so intensiv. Mein schöner Mittelalter-Langbogen hängt im Büro. Dabei ist Bogenschießen ein wunderbarer Konzentrationssport, der gut für die Haltung und die Atmung ist. Eigentlich genau das Richtige für mich.
Als Kind habe ich intensiv Leistungssport gemacht – Rhythmische Sportgymnastik und Akrobatik. Weil ich das damals so wettkampfmäßig betrieben habe, fehlt mir heute wahrscheinlich der Drang nach einer festen Sportart. Ich gehe es lieber gemütlich an – spazieren, ab und zu klettern, aber alles ohne festen Rhythmus.
Zur Person:
Josefine Preuß wurde am 13. Jänner 1986 in Zehdenick, nördlich der deutschen Hauptstadt Berlin, geboren. Aufgewachsen ist sie in Potsdam. Sie hatte dort bereits als Kind ihre ersten Theaterauftritte. Von 2000 bis 2003 spielte sie die Rolle der Anna Reichenbach in der Kinderserie „Schloss Einstein“.
Weithin bekannt wurde sie durch die Hauptrolle der Lena Schneider in der ARD-Serie „Türkisch für Anfänger“ (2006–2008). Preuß wirkte in vielen Filmen mit, darunter „Das Adlon“, „Die Pilgerin“ und „Rubinrot“.
Die 40jährige lebt in Berlin.
Die neuen Folgen von „Dr. Nice“ sind
ab So., 11. Oktober, 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen.
Es ist ein Riesenkompliment für uns, dass die Serie so gut angenommen wird. Wir sind mittlerweile im fünften Jahr. Neulich saß ich mit Patrick Kalupa (Dr. Nice) zusammen und wir haben uns bewusst gemacht, dass wir nächstes Jahr die Marke von 30 Filmen knacken. Es ist erstaunlich, wie oft wir auf der Straße angesprochen werden. Es ist einfach schön, Unterhaltung für die ganze Familie zu bieten. „Dr. Nice“ ist eben echtes „Herzkino“, das zum Lachen bringt, unterhält und durch unsere eigenwilligen Hauptdarsteller vielleicht auch ein bisschen zum Nachdenken anregt. Wir setzen konsequent auf spannende Geschichten und neue Charaktere – und an Dramatik fehlt es natürlich auch nicht.
Es besteht also keine Gefahr, dass sich ein gewisser Trott einschleicht?
Wir erweitern den „Nice-Kosmos“ stetig, von Trott ist da überhaupt keine Spur. Das Ganze funktioniert wie ein „Englishman in New York“ – es prallen zwei Welten aufeinander, denn Dr. Nice ist wie ein Außerirdischer, der überall aneckt. Schon allein deshalb gehen uns
die Geschichten definitiv nicht aus. Und die Dialoge sind manchmal so pointiert, dass mir selbst das Lachen im Hals steckenbleibt. Gleichzeitig haben wir die wunderschöne Landschaft an der Flensburger Förde, an der Grenze zu Dänemark, die wir alle so lieben. Wir arbeiten dort, wo andere Urlaub machen. Kürzlich hatten wir sogar einen ganzen Drehtag auf einem Minensuchboot der Marine.
Sie verkörpern die schlagfertige Arzthelferin, die dem „Herrn Doktor“ – Typ harte Schale, weicher Kern – ordentlich Kontra gibt. Macht es Ihnen Spaß, eine starke Frau darzustellen, und wie viel Durchsetzungsvermögen steckt privat in Ihnen? Müssen Sie auch immer das letzte Wort haben?
Ich spiele gerne Figuren, die sich verbal wehren können. Charlie, also ich, und Dr. Nice begegnen sich da auf Augenhöhe, zumal sie ja auch eine Teenager-Tochter zusammen großziehen. Wenn da keine tiefe Sympathie wäre, würde Charlie wohl kaum als seine Arzthelferin arbeiten. Noch genialer ist es eigentlich nur zwischen Dr. Nice und Dr. Schmidtke, dem Spitalschef. Die Szenen der beiden erinnern mich an das deutsche Äquivalent zu Jack Lemmon und Walter Matthau. Ein wunderbarer Humor.
Dr. Nice braucht Menschen mit Charakter, die ihm Paroli bieten. Und was mich privat angeht – ja, ich weiß mich zu äußern und habe tatsächlich gerne das letzte Wort. Dazu fällt mir eine süße Anekdote ein. Als ich meinen Führerschein machte, seufzte mein Fahrlehrer Peter schon nach der zweiten Fahrstunde: „Mein Gott, Josefine, mit dir ist es genau wie bei mir zu Hause – meine Frau hat auch immer das letzte Wort.“
Sind Sie privat, ähnlich wie Charlie, ein durchorganisierter Mensch, der viel Wert auf Struktur legt?
Privat bin ich noch strukturierter als Charlie, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann (lacht). Ich brauche Ordnung und einen klaren Plan. Freie, offene Räume schenken mir einen klaren Kopf – und genau das ist die Voraussetzung dafür, dass ich mich im Beruf entfalten kann. In meinem Privatleben muss daher alles an seinem festen Platz sein.
Sie halten Ihr Privatleben konsequent unter Verschluss. Trotz sozialer Medien …
Für mich ist das eine logische Konsequenz – wenn ich nichts über mein Privatleben preisgeben möchte, dann poste ich eben auch nichts darüber. Mein Privatleben ist meine persönliche Insel, und die schütze ich.
Immerhin haben Sie Ihren 40. Geburtstag Anfang dieses Jahres auf Instagram mit einer humorvollen Einlage kommentiert und sich selbst als „unverheiratet“ und „kinderfrei“ beschrieben …
… damit ist im Grunde der aktuelle Stand der Dinge auf den Punkt gebracht – und alles geklärt (lacht).
Ihr Serienkollege Patrick Kalupa betreibt einen Floßverleih in Berlin (D). Schippern Sie in den Drehpausen gelegentlich über die Havel?
Auf Patricks Flößen war ich selbst zwar noch nicht, aber ich kenne sie gut, weil der Verleih in der Nähe des Wohnortes meiner Oma liegt. Solche Floßtouren rund um Brandenburg habe ich allerdings schon privat gemacht – inklusive Grill an Bord und Übernachtung auf dem Wasser.
Wie nutzen Sie die Drehpausen am liebsten?
Es zieht mich in die Natur. Ich gehe gern mit meinem Hund spazieren, um den Akku wieder aufzuladen und mich auf den nächsten Drehtag vorzubereiten.
Sie greifen abseits der Kamera gern zu Pfeil und Bogen. Was fasziniert Sie am Bogenschießen?
Das Bogenschießen durfte ich 2012 für den Film „Die Pilgerin“ erlernen. Das ist also schon eine Weile her, und ich betreibe es heute gar nicht mehr so intensiv. Mein schöner Mittelalter-Langbogen hängt im Büro. Dabei ist Bogenschießen ein wunderbarer Konzentrationssport, der gut für die Haltung und die Atmung ist. Eigentlich genau das Richtige für mich.
Als Kind habe ich intensiv Leistungssport gemacht – Rhythmische Sportgymnastik und Akrobatik. Weil ich das damals so wettkampfmäßig betrieben habe, fehlt mir heute wahrscheinlich der Drang nach einer festen Sportart. Ich gehe es lieber gemütlich an – spazieren, ab und zu klettern, aber alles ohne festen Rhythmus.
Zur Person:
Josefine Preuß wurde am 13. Jänner 1986 in Zehdenick, nördlich der deutschen Hauptstadt Berlin, geboren. Aufgewachsen ist sie in Potsdam. Sie hatte dort bereits als Kind ihre ersten Theaterauftritte. Von 2000 bis 2003 spielte sie die Rolle der Anna Reichenbach in der Kinderserie „Schloss Einstein“.
Weithin bekannt wurde sie durch die Hauptrolle der Lena Schneider in der ARD-Serie „Türkisch für Anfänger“ (2006–2008). Preuß wirkte in vielen Filmen mit, darunter „Das Adlon“, „Die Pilgerin“ und „Rubinrot“.
Die 40jährige lebt in Berlin.
Die neuen Folgen von „Dr. Nice“ sind
ab So., 11. Oktober, 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen.
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