Abonnieren
Eine Ausgabe kaufen
Anmelden
Ausgabe Nr. 40/2026 vom 30.09.2026, Fotos: Tolga Salpat/Salzburg Museum, Helena Kalleitner/Salzburg Museum, Salzburg Museum/Helena Kalleitner, Salzburg Museum/Tolga Salpat
Artikel-Bild
Öffnungszeiten (bis 2.11.),
täglich von 9.30 bis 17.30 Uhr

Erwachsene: € 8,–
Senioren & Kinder: € 4,80

www.salzburgmuseum.at
Artikel-Bild
Artikel-Bild
Artikel-Bild
Die „Filmkinder“ von damals:
Nicholas Hammond, Debbie Turner,
Kym Karath und Duane Chase (v. li.).
Artikel-Bild
Artikel-Bild
Artikel-Bild
Roger Pluijm sammelte 2.500 Souvenirs.
Artikel-Bild
Julie Andrews als Maria im Film.
Artikel-Bild
Georg und Maria Augusta von Trapp.
Artikel-Bild
Matthias Bergsmann,
Co-Kurator.
Hollywood in Hellbrunn
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
Im neuen „Sound of Music“-Museum in Salzburg hat das Film-Phänomen erstmals ein eigenes Zuhause gefunden. Hier werden Mythen und Familiengeschichten gleichermaßen beleuchtet.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
„Edelweiß, Edelweiß, du grüßt mich jeden Morgen. Sehe ich dich, freue ich mich und vergess‘ meine Sorgen.“

Die Filmszene, in der Georg von Trapp mit seinen Kindern das „Edelweiß“-Lied anstimmt, ging um die Welt – ebenso wie das grüne Trachtenkleid, das die älteste Tochter Liesl dabei trug.

Heute, 60 Jahre später, ist es im neu eröffneten „Sound of Music“-Museum auf Schloss Hellbrunn (S) zu sehen. Gemeinsam mit dem weißen Kleid der jüngsten Schwester Gretl bildet es einen der Höhepunkte der Ausstellung.

Auch ein blaues Winterdirndl aus dem Nachlass von Maria Augusta von Trapp sowie die Signalpfeife des Vaters werden erstmals öffentlich gezeigt.

„‚Sound of Music‘ ist einer der meistgesehenen Filme weltweit und prägt nach wie vor die internationale Wahrnehmung unseres Landes“, erklärt Matthias Bergsmann, Co-Kurator.

Seit den 1980er Jahren wurde über ein eigenes „Sound of Music“-Museum diskutiert. Mehrere Projekte scheiterten, da hinter der Musical- und Hollywoodproduktion unterschiedliche Rechteinhaber stehen.

„Insgesamt 1,8 Millionen Euro flossen in den Kauf der Rechte und die Gestaltung der Ausstellung selbst“, sagt Bergsmann. Dass sich der Aufwand und das lange Warten gelohnt haben, bewies die feierliche Eröffnung am 20. September, zu der auch drei der damaligen „Filmkinder“ anreisten. Nicholas Hammond (Friedrich von Trapp) und Kym Karath (Gretl von Trapp) zeigten sich „tief berührt“.

„Alle, die an dem Film mitgewirkt haben, verbindet eine einzigartige Beziehung zu Salzburg“, meint Hammond. Er steuerte privates Videomaterial bei, das seine Mutter bei den Dreharbeiten in Salzburg von ihm aufnahm und das seltene Einblicke hinter die Kulissen gewährt.

Auf knapp 700 Quadratmetern führt das Museum durch drei miteinander verwobene Geschichten – den Hollywoodfilm mit Julie Andrews in der Hauptrolle, der mit fünf Oscars und zwei Golden Globes ausgezeichnet wurde, das Musical und die reale Geschichte der singenden Familie von Trapp.

Mehr als 2.000 Volks- und Kirchenmusik-Konzerte führten den international erfolgreichen Familienchor um die ganze Welt.

Das Musical und der Film erzählen die Geschichte der Novizin Maria, die eine Stelle als Gouvernante in der Familie annimmt, um herauszufinden, ob ein Leben im Kloster das Richtige für sie ist. Sie schließt die Kinder ins Herz, gewinnt durch die Musik deren Vertrauen und verliebt sich in deren verwitweten Vater, Kapitän Georg von Trapp. Dieser erhält später den Befehl, eine Offiziersstelle in der Marine anzunehmen. Da er die Nazis ablehnt, flüchtet er mit seiner Familie in die USA. Die Grundlage dafür bilden jeweils Maria Augusta von Trapps Autobiografie und ihre Erinnerungen aus dem Jahr 1949. Das Musical folgte 1959, die Hollywood-Produktion im Jahr 1965. Zwischen den einzelnen Fassungen liegen Jahre und zahlreiche inhaltliche Veränderungen.

In Wirklichkeit war Maria keine Novizin, sondern eine ausgebildete Lehrerin. Auch der strenge Kapitän von Trapp aus dem Film entsprach nicht der Realität. Zudem hat die berühmte Flucht über die Berge in die Schweiz so nie stattgefunden. Die Familie reiste mit dem Zug nach Italien und von dort in die USA. Der echte Hauskaplan dagegen, eine wichtige Figur in der Geschichte der Familie, kommt im Film überhaupt nicht vor.

„Nichtsdestotrotz hat sich der Film zu einem eigenen Tourismuszweig mit einer weltweiten Anhängerschar entwickelt“, sagt Bergsmann. Wie lebendig der Kult und die Faszination sind, zeigt ein Blick in die Sammlung von Roger Plujm. Der Niederländer besitzt mehr als 2.500 Exponate.

Sein Fundus umfasst Schallplatten, CDs, Bücher, Videokassetten, Fotografien, Tassen, Leiberl, Teller, Puzzles, Schneekugeln und Aufkleber-Alben. Ergänzt wird die Sammlung durch historische Filmplakate aus Japan, Korea, China, Schweden, Großbritannien, Italien, Frankreich oder Spanien. „Die Geschichte bleibt ein globales Phänomen. Ganz oft sitzen drei Generationen – Großeltern, Eltern und Enkerl – bei uns in den Tourbussen, stehen dann gemeinsam vor dem Pavillon im Park und singen Lieder.“

Im deutschsprachigen Raum wurde der Film allerdings nie annähernd so populär. „Hierzulande wirkte er eher kitschig und wurde nach zwei Wochen wieder aus den Kinos genommen“, erzählt Bergsmann.

Genau deshalb richtet sich das Museum nicht nur an internationale Besucher, sondern vor allem auch an die lokale Bevölkerung. Hier soll es vor allem zur Aufklärung beitragen und mehr Einheimische für die Familiengeschichte begeistern.

Aus diesem Grund steht Georg von Trapp im letzten Teil der Ausstellung im Mittelpunkt. Beleuchtet wird seine Marine-Karriere, die erste Ehe, seine sieben Kinder, Maria und die Emigration. Nach der Flucht vor dem Nationalsozialismus baute sich die Familie in Vermont (USA) ein neues Leben auf. Bis heute beschäftigt sich die vierte Generation mit der eigenen Vergangenheit und stellt Interessierten historische Quellen im Internet zur Verfügung (www.vontrapp.org).

Im weltweiten Gedächtnis bleibt ihr Name untrennbar mit unserem Land, Salzburg und Liedern wie „Do-Re-Mi“ oder „Edelweiss“ verbunden.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung