Alleine im Bett
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Der Schlaf dient unserer Erholung. Er ist wichtig. Fehlt er, fühlen wir uns in der Früh wie gerädert. Eine Studie belegt, dass es besser ist, alleine in Morpheus‘ Armen zu ruhen.
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Er schnarcht. Sie wälzt sich herum. Der eine kann nur bei offenem Fenster schlafen, während die andere drei Decken und eine Haube braucht. Bei den Schlafgewohnheiten gibt es große Unterschiede, trotzdem gilt für Paare meist eine eiserne Regel: Wer sich liebt, gehört nachts in dasselbe Bett. Weil alles andere verdächtig nach Beziehungskrise klingen würde.
Doch das war nicht immer so. Im späten 19. Jahrhundert gewann die Gesundheitsbewegung an Einfluss. Frische Luft, Sauberkeit und möglichst wenig körperlicher Kontakt im Schlaf galten als modern und gesund. Zwischen etwa 1870 und 1970 waren zwei Einzelbetten für Ehepaare deshalb zeitweise sogar ausgesprochen beliebt – sie standen für Hygiene, Wohlbefinden und persönliche Freiheit. Heutzutage entdecken Paare die Freude am Alleinschlafen wieder. Das nennt sich „Sleep Divorce“ – Schlafscheidung.
Was unromantisch klingt, kann sich als Retter der psychischen und physischen Gesundheit entpuppen. Das belegt zumindest eine amerikanische Studie der „Sleep Foundation“ unter 1.250 Erwachsenen.
Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten, die dauerhaft getrennt vom Partner schlafen, berichteten von einer besseren Schlafqualität. Und sie gewannen im Schnitt 37 Minuten Schlaf pro Nacht. Pro Woche sind das mehr als vier zusätzliche Stunden, in denen sich Körper und Geist erholen können.
Warum das gemeinsame Bett so viel Schlaf kosten kann, erklärt die amerikanische Psychologin und Schlafforscherin Dr. Wendy Troxel mit der körperlichen Nähe. „Wir werden im gemeinsamen Bett unbewusst bis zu sechs Mal pro Nacht durch die Bewegungen oder Atemgeräusche des Partners geweckt.
Diese ständigen Mikro-Weckreaktionen reißen uns aus den tiefen Erholungsphasen, ohne dass wir es merken. Das Ergebnis am nächsten Tag: Wir fühlen uns wie gerädert.“
Wer ungestört schläft, schüttet weniger vom Stresshormon Cortisol aus. „Deshalb erwachen wir mit mehr mentaler Klarheit, emotionaler Stabilität und neuer Energie. Wer ausgeruht ist, bewältigt die Herausforderungen des Alltages besser und begegnet dem Partner mit wesentlich mehr Geduld, Einfühlungsvermögen und innerer Stärke“, weiß die Expertin. Getrennte Betten sind also kein Zeichen von Distanz, sondern ein Akt der Selbstfürsorge.
Was halten Sie davon, alleine zu schlafen?
„Zusammenzuliegen bietet ein Gefühl der Geborgenheit“
Helmut Kern, 69, Pensionist
Getrennte Betten? Für mich klingt das nach dem Anfang vom Ende. Meine Frau und ich schlafen seit 45 Jahren Seite an Seite.
Natürlich schnarcht der eine einmal oder der andere dreht sich um, aber genau das gibt mir doch das Gefühl von Geborgenheit. Zu wissen, dass da jemand direkt neben mir atmet, lässt mich überhaupt erst ruhig einschlafen. Alleine würde mir schlichtweg was fehlen. Und in der Früh gemeinsam aufzuwachen, ist für mich das schönste Ritual.“
„Alleine zu schlafen ist Familientradition“
Theresa Neureiter, 54, Innenarchitektin
Bei uns liegt das Alleinschlafen offenbar in den Genen. Schon meine Oma hat getrennt von ihrem Mann geschlafen, und meine Mutter macht es bis heute genauso. Auf diese Familientradition schwöre ich auch.
Allerdings bekommt jeder ein schönes Schlafzimmer mit einem bequemen Bett und einer guten Matratze. Keiner soll sich fühlen, als wäre er nach einem Streit ins Gästezimmer verbannt worden. Gegenseitige Besuche sind jederzeit willkommen – geschlafen wird getrennt.“
„Seit ich alleine schlafe, fühle ich mich wie ein neuer Mensch“
Katharina Leitgeb, 55, Buchhalterin
Jahrelang habe ich das Schnarchen meines Mannes ertragen, nur weil er unbedingt neben mir liegen wollte. Dabei hatte ich ständig Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und war in der Früh völlig gerädert.
Irgendwann konnte ich nicht mehr. Sogar mein Arzt hat mir zu getrennten Schlafzimmern geraten. Seitdem schlafe ich wieder durch und fühle mich wie ein neuer Mensch. Mein Mann ist zwar noch beleidigt und spricht von einer halben Scheidung. Doch mir tut das gut.“
„Alleine zu schlafen ist eine Überlebensstrategie“
Valentin Gruber, 42, Fabrikarbeiter
Wer wie ich im Dreischichtsystem arbeitet, für den ist das Alleinschlafen keine Beziehungsfrage, sondern eine Überlebensstrategie. Früher haben wir uns ein Bett geteilt.
Kam ich um halb fünf Uhr in der Früh von der Nachtschicht heim, wurde meine Partnerin wach. Kaum war ich eingeschlafen, riss mich ihr Wecker um sechs Uhr wieder aus dem Schlaf. Irgendwann waren wir beide nur noch müde und gereizt. Seit wir getrennte Schlafzimmer haben, sind wir wesentlich entspannter.“
„Alleine zu schlafen ist mein täglicher Luxus“
Alexander Winter, 39, Computertechniker
Für mich ist Alleinschlafen ein täglicher Luxus. Ich habe noch nie mit einer Partnerin ein Bett geteilt und möchte das auch nicht. Wenn ich bei meiner Freundin bin, fahre ich abends nach Hause. Kommt sie
zu mir, schlafe ich auf dem Sofa.
Anfangs akzeptieren die Frauen das, doch irgendwann wird es zum Problem. Daran sind schon Beziehungen gescheitert. Deshalb wohne ich auch lieber allein. Ich mag es, mich diagonal übers Bett zu legen und die Decke für mich zu haben.“
„Wenn ich alleine im Bett liege, schlafe ich schlechter“
Marita Riegler, 23, Angestellte
Ich persönlich schlafe deutlich schlechter, wenn mein Freund beruflich unterwegs ist und ich allein im Bett liege. Dann habe ich oft Albträume und schrecke bei jedem kleinen Geräusch auf. Warum das so ist, weiß ich selbst nicht genau.
Vielleicht liegt es daran, dass mein Vater uns verlassen hat, als ich noch ein kleines Kind war. Wenn mein Freund neben mir liegt, fühle ich mich einfach sicher und geborgen. Ich brauche nachts meinen ganz persönlichen Beschützer.“
Doch das war nicht immer so. Im späten 19. Jahrhundert gewann die Gesundheitsbewegung an Einfluss. Frische Luft, Sauberkeit und möglichst wenig körperlicher Kontakt im Schlaf galten als modern und gesund. Zwischen etwa 1870 und 1970 waren zwei Einzelbetten für Ehepaare deshalb zeitweise sogar ausgesprochen beliebt – sie standen für Hygiene, Wohlbefinden und persönliche Freiheit. Heutzutage entdecken Paare die Freude am Alleinschlafen wieder. Das nennt sich „Sleep Divorce“ – Schlafscheidung.
Was unromantisch klingt, kann sich als Retter der psychischen und physischen Gesundheit entpuppen. Das belegt zumindest eine amerikanische Studie der „Sleep Foundation“ unter 1.250 Erwachsenen.
Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten, die dauerhaft getrennt vom Partner schlafen, berichteten von einer besseren Schlafqualität. Und sie gewannen im Schnitt 37 Minuten Schlaf pro Nacht. Pro Woche sind das mehr als vier zusätzliche Stunden, in denen sich Körper und Geist erholen können.
Warum das gemeinsame Bett so viel Schlaf kosten kann, erklärt die amerikanische Psychologin und Schlafforscherin Dr. Wendy Troxel mit der körperlichen Nähe. „Wir werden im gemeinsamen Bett unbewusst bis zu sechs Mal pro Nacht durch die Bewegungen oder Atemgeräusche des Partners geweckt.
Diese ständigen Mikro-Weckreaktionen reißen uns aus den tiefen Erholungsphasen, ohne dass wir es merken. Das Ergebnis am nächsten Tag: Wir fühlen uns wie gerädert.“
Wer ungestört schläft, schüttet weniger vom Stresshormon Cortisol aus. „Deshalb erwachen wir mit mehr mentaler Klarheit, emotionaler Stabilität und neuer Energie. Wer ausgeruht ist, bewältigt die Herausforderungen des Alltages besser und begegnet dem Partner mit wesentlich mehr Geduld, Einfühlungsvermögen und innerer Stärke“, weiß die Expertin. Getrennte Betten sind also kein Zeichen von Distanz, sondern ein Akt der Selbstfürsorge.
Was halten Sie davon, alleine zu schlafen?
„Zusammenzuliegen bietet ein Gefühl der Geborgenheit“
Helmut Kern, 69, Pensionist
Getrennte Betten? Für mich klingt das nach dem Anfang vom Ende. Meine Frau und ich schlafen seit 45 Jahren Seite an Seite.
Natürlich schnarcht der eine einmal oder der andere dreht sich um, aber genau das gibt mir doch das Gefühl von Geborgenheit. Zu wissen, dass da jemand direkt neben mir atmet, lässt mich überhaupt erst ruhig einschlafen. Alleine würde mir schlichtweg was fehlen. Und in der Früh gemeinsam aufzuwachen, ist für mich das schönste Ritual.“
„Alleine zu schlafen ist Familientradition“
Theresa Neureiter, 54, Innenarchitektin
Bei uns liegt das Alleinschlafen offenbar in den Genen. Schon meine Oma hat getrennt von ihrem Mann geschlafen, und meine Mutter macht es bis heute genauso. Auf diese Familientradition schwöre ich auch.
Allerdings bekommt jeder ein schönes Schlafzimmer mit einem bequemen Bett und einer guten Matratze. Keiner soll sich fühlen, als wäre er nach einem Streit ins Gästezimmer verbannt worden. Gegenseitige Besuche sind jederzeit willkommen – geschlafen wird getrennt.“
„Seit ich alleine schlafe, fühle ich mich wie ein neuer Mensch“
Katharina Leitgeb, 55, Buchhalterin
Jahrelang habe ich das Schnarchen meines Mannes ertragen, nur weil er unbedingt neben mir liegen wollte. Dabei hatte ich ständig Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und war in der Früh völlig gerädert.
Irgendwann konnte ich nicht mehr. Sogar mein Arzt hat mir zu getrennten Schlafzimmern geraten. Seitdem schlafe ich wieder durch und fühle mich wie ein neuer Mensch. Mein Mann ist zwar noch beleidigt und spricht von einer halben Scheidung. Doch mir tut das gut.“
„Alleine zu schlafen ist eine Überlebensstrategie“
Valentin Gruber, 42, Fabrikarbeiter
Wer wie ich im Dreischichtsystem arbeitet, für den ist das Alleinschlafen keine Beziehungsfrage, sondern eine Überlebensstrategie. Früher haben wir uns ein Bett geteilt.
Kam ich um halb fünf Uhr in der Früh von der Nachtschicht heim, wurde meine Partnerin wach. Kaum war ich eingeschlafen, riss mich ihr Wecker um sechs Uhr wieder aus dem Schlaf. Irgendwann waren wir beide nur noch müde und gereizt. Seit wir getrennte Schlafzimmer haben, sind wir wesentlich entspannter.“
„Alleine zu schlafen ist mein täglicher Luxus“
Alexander Winter, 39, Computertechniker
Für mich ist Alleinschlafen ein täglicher Luxus. Ich habe noch nie mit einer Partnerin ein Bett geteilt und möchte das auch nicht. Wenn ich bei meiner Freundin bin, fahre ich abends nach Hause. Kommt sie
zu mir, schlafe ich auf dem Sofa.
Anfangs akzeptieren die Frauen das, doch irgendwann wird es zum Problem. Daran sind schon Beziehungen gescheitert. Deshalb wohne ich auch lieber allein. Ich mag es, mich diagonal übers Bett zu legen und die Decke für mich zu haben.“
„Wenn ich alleine im Bett liege, schlafe ich schlechter“
Marita Riegler, 23, Angestellte
Ich persönlich schlafe deutlich schlechter, wenn mein Freund beruflich unterwegs ist und ich allein im Bett liege. Dann habe ich oft Albträume und schrecke bei jedem kleinen Geräusch auf. Warum das so ist, weiß ich selbst nicht genau.
Vielleicht liegt es daran, dass mein Vater uns verlassen hat, als ich noch ein kleines Kind war. Wenn mein Freund neben mir liegt, fühle ich mich einfach sicher und geborgen. Ich brauche nachts meinen ganz persönlichen Beschützer.“
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