Mark Keller: „Kinder sollen Fantasie erleben“
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Er ist Musiker, Schauspieler und nun auch Kinderbuch-Autor. Der aus der beliebten Serie „Der Bergdoktor“ bekannte Darsteller Mark Keller, 61, möchte die Fantasie der Kinder anregen.
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Herr Keller, Sie haben gerade Ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht. Es trägt den Titel „Shappulus“. Welche Geschichte erzählen Sie?
Die Geschichte ist bereits vor ungefähr 25 Jahren entstanden. Ich habe meinen Söhnen Aaron und Joshua damals abends Geschichten erzählt, und daraus wurde irgendwann Shappulus Mirtus Maximus, der 99. vom Planeten Lumulus. Zuerst haben wir daraus sogar ein Drehbuch gemacht, weil der ursprüngliche Traum immer ein Film war. Damals hat es mit der Finanzierung nicht geklappt, und dann ist die Geschichte erst einmal liegen geblieben. Aber sie hat mich nie losgelassen. Jetzt war einfach der richtige Moment, sie endlich als Kinderbuch herauszubringen. In Deutschland vertreibe ich das Buch über den Lebensmittelkonzern Lidl, der dafür genau der richtige Partner ist. Gemeinsam erreichen wir Familien unkompliziert mitten in ihrem Alltag und schaffen für Kinder einen leichten Zugang zum Lesen. Für mich ist das etwas ganz Besonderes, weil darin unglaublich viel Familiengeschichte und Erinnerung steckt. In Österreich gibt es das Buch im Fachhandel zu kaufen.
„Shappulus“ haben Sie sich für Ihre kleinen Söhne ausgedacht. Damals war die Welt für Kinder noch eine
andere. Können sie in Zeiten des Internets mit Werten wie Mut und Respekt noch erreicht werden?
Ja, unbedingt. Ich glaube sogar, dass diese Werte heute wichtiger sind denn je. Mut, Respekt, Freundschaft, Zusammenhalt und Gerechtigkeit werden niemals alt. Die Welt hat sich verändert, die Technik hat sich verändert, aber Kinder haben immer noch dieselben Gefühle. Sie wollen dazugehören, ernstgenommen werden und Freunde haben. Und sie erleben leider auch Ausgrenzung und Mobbing. Genau deshalb wollte ich eine Geschichte erzählen, die spannend und lustig ist, aber trotzdem etwas mitgibt: Sei mutig, bleib bei dir, behandle andere mit Respekt und schau nicht weg, wenn jemand unfair behandelt wird.
Mit „Shappulus“ wollen Sie Kinder auch fürs Lesen begeistern. Kann ein Buch gegen das Handy und das Internet siegen?
Ich glaube nicht, dass ein Buch gegen das Handy kämpfen muss. Aber es wäre schön, wenn Kinder wieder erleben, was passiert, wenn sie ein Buch aufschlagen und die eigene Fantasie anfängt zu arbeiten. Beim Lesen entstehen Bilder im Kopf, und das ist etwas Wunderbares. Natürlich gehören Smartphones und Tablets heute zum Leben. Aber wenn ein Kind das Handy weglegt, sich in eine Geschichte hineinziehen lässt und wissen will, wie es weitergeht, dann hat ein Buch schon gewonnen. Und gemeinsames Lesen mit den Eltern ist außerdem Zeit, die wir miteinander verbringen.
Ihre Söhne Aaron und Joshua sind inzwischen 30 und 33 Jahre alt und Ihnen sehr verbunden. Ihre Ex-Frau leidet seit Langem an Parkinson. Waren Sie als Vater dadurch stärker gefordert?
Natürlich gab es dadurch in unserer Familie über viele Jahre entsprechende Herausforderungen. Wenn die Mutter der Kinder schwer krank ist, verändert das vieles, und selbstverständlich bin ich als Vater dann in besonderer Weise gefragt. Für mich war aber immer klar: Meine Söhne stehen an erster Stelle. Wir sind unglaublich eng miteinander verbunden, und darauf bin ich stolz. Familie bedeutet für mich, dass man füreinander da ist – gerade dann, wenn das Leben nicht einfach ist.
Dem Sport sind Sie aber auch zugetan …
Sport gehört bei mir schon von klein auf zum Leben.
Für mich ist Bewegung wie Essen und Trinken – ich kann einfach nicht ohne Sport sein.
Ich trainiere eigentlich jeden Tag eineinhalb bis zwei Stunden, und das haben zum Glück auch meine Kinder übernommen. Ob Fußball, Tennis oder Kampfsport – Sport war für mich immer ein fester Bestandteil meines
Lebens. Ab etwa dem 30. Lebensjahr beginnt die Muskelmasse langsam abzunehmen, deshalb halte ich Krafttraining für wichtig. Und ich glaube, gerade junge Menschen sollten wieder mehr Bewegung in ihren Alltag bringen, einfach das iPhone jeden Tag für ein paar Stunden weglegen und wenigstens eine Stunde Sport machen – damit tut man seinem Körper und auch seinem Kopf etwas richtig Gutes.
Sie haben im vergangenen Jahr ein künstliches Hüftgelenk bekommen, obwohl Sie extrem sportlich sind. Hat Sie das geärgert?
Natürlich dachte ich zunächst: Warum brauche ausgerechnet ich, der sein ganzes Leben Sport gemacht hat, ein neues Hüftgelenk? Aber heute bin ich einfach nur dankbar. Die Operation ist jetzt ungefähr ein Jahr her, und ich hatte wirklich alles Glück dieser Erde. Ich war unglaublich schnell wieder fit, obwohl ich keine klassische Rehabilitation gemacht, sondern auf meine Erfahrungen mit Sport vertraut habe. Ich glaube, am siebenten Tag nach der OP saß ich schon wieder auf dem Fahrrad. Heute ist es so: Wenn mich jemand in der Früh wecken und mir sagen würde, dass ich ein künstliches Hüftgelenk habe, würde ich es nicht glauben. Es fühlt sich alles wieder an wie früher. Das ist für mich ein kleines Wunder der modernen Medizin.
In Ihrer ersten Rolle als Animateur in „Sterne des Südens“ (1990 bis 1995) machten Sie einen Spagat. Können Sie ihn heute noch?
Ich habe mit ungefähr zehn Jahren mit Shotokan-Karate angefangen. Durch die vielen Kicks musste ich viel an der Beweglichkeit arbeiten und mich entsprechend dehnen. Ich glaube, seit meinem zwölften Lebensjahr beherrsche ich den Spagat. Und ja – ich kann ihn tatsächlich heute noch (lacht).
Zur Person:
Mark Keller wurde am 5. Mai 1965 in Überlingen am Bodensee (D) geboren. Als er acht Monate alt war, starb seine Mutter und er wuchs bei den Großeltern auf.
Mit 15 trat Keller erstmals mit seiner Band in einer Musikbar auf und wurde 1989 als Dean-Martin-Imitator in der „Rudi-Carrell-Show“ entdeckt. Das brachte ihm seine erste Fernseh-Rolle in der Serie „Sterne des Südens“ ein.
Seither ist er eine Größe im deutschsprachigen Raum.
Er wirkte in der Krimi-Reihe „Alarm für Cobra 11“ mit und gehört seit 2008 dem Team des Serien-Hits „Der Bergdoktor“ an. Keller hat eine Lebensgefährtin in Köln (D) und kümmert sich um seine Ex-Frau in Überlingen.
Die Geschichte ist bereits vor ungefähr 25 Jahren entstanden. Ich habe meinen Söhnen Aaron und Joshua damals abends Geschichten erzählt, und daraus wurde irgendwann Shappulus Mirtus Maximus, der 99. vom Planeten Lumulus. Zuerst haben wir daraus sogar ein Drehbuch gemacht, weil der ursprüngliche Traum immer ein Film war. Damals hat es mit der Finanzierung nicht geklappt, und dann ist die Geschichte erst einmal liegen geblieben. Aber sie hat mich nie losgelassen. Jetzt war einfach der richtige Moment, sie endlich als Kinderbuch herauszubringen. In Deutschland vertreibe ich das Buch über den Lebensmittelkonzern Lidl, der dafür genau der richtige Partner ist. Gemeinsam erreichen wir Familien unkompliziert mitten in ihrem Alltag und schaffen für Kinder einen leichten Zugang zum Lesen. Für mich ist das etwas ganz Besonderes, weil darin unglaublich viel Familiengeschichte und Erinnerung steckt. In Österreich gibt es das Buch im Fachhandel zu kaufen.
„Shappulus“ haben Sie sich für Ihre kleinen Söhne ausgedacht. Damals war die Welt für Kinder noch eine
andere. Können sie in Zeiten des Internets mit Werten wie Mut und Respekt noch erreicht werden?
Ja, unbedingt. Ich glaube sogar, dass diese Werte heute wichtiger sind denn je. Mut, Respekt, Freundschaft, Zusammenhalt und Gerechtigkeit werden niemals alt. Die Welt hat sich verändert, die Technik hat sich verändert, aber Kinder haben immer noch dieselben Gefühle. Sie wollen dazugehören, ernstgenommen werden und Freunde haben. Und sie erleben leider auch Ausgrenzung und Mobbing. Genau deshalb wollte ich eine Geschichte erzählen, die spannend und lustig ist, aber trotzdem etwas mitgibt: Sei mutig, bleib bei dir, behandle andere mit Respekt und schau nicht weg, wenn jemand unfair behandelt wird.
Mit „Shappulus“ wollen Sie Kinder auch fürs Lesen begeistern. Kann ein Buch gegen das Handy und das Internet siegen?
Ich glaube nicht, dass ein Buch gegen das Handy kämpfen muss. Aber es wäre schön, wenn Kinder wieder erleben, was passiert, wenn sie ein Buch aufschlagen und die eigene Fantasie anfängt zu arbeiten. Beim Lesen entstehen Bilder im Kopf, und das ist etwas Wunderbares. Natürlich gehören Smartphones und Tablets heute zum Leben. Aber wenn ein Kind das Handy weglegt, sich in eine Geschichte hineinziehen lässt und wissen will, wie es weitergeht, dann hat ein Buch schon gewonnen. Und gemeinsames Lesen mit den Eltern ist außerdem Zeit, die wir miteinander verbringen.
Ihre Söhne Aaron und Joshua sind inzwischen 30 und 33 Jahre alt und Ihnen sehr verbunden. Ihre Ex-Frau leidet seit Langem an Parkinson. Waren Sie als Vater dadurch stärker gefordert?
Natürlich gab es dadurch in unserer Familie über viele Jahre entsprechende Herausforderungen. Wenn die Mutter der Kinder schwer krank ist, verändert das vieles, und selbstverständlich bin ich als Vater dann in besonderer Weise gefragt. Für mich war aber immer klar: Meine Söhne stehen an erster Stelle. Wir sind unglaublich eng miteinander verbunden, und darauf bin ich stolz. Familie bedeutet für mich, dass man füreinander da ist – gerade dann, wenn das Leben nicht einfach ist.
Dem Sport sind Sie aber auch zugetan …
Sport gehört bei mir schon von klein auf zum Leben.
Für mich ist Bewegung wie Essen und Trinken – ich kann einfach nicht ohne Sport sein.
Ich trainiere eigentlich jeden Tag eineinhalb bis zwei Stunden, und das haben zum Glück auch meine Kinder übernommen. Ob Fußball, Tennis oder Kampfsport – Sport war für mich immer ein fester Bestandteil meines
Lebens. Ab etwa dem 30. Lebensjahr beginnt die Muskelmasse langsam abzunehmen, deshalb halte ich Krafttraining für wichtig. Und ich glaube, gerade junge Menschen sollten wieder mehr Bewegung in ihren Alltag bringen, einfach das iPhone jeden Tag für ein paar Stunden weglegen und wenigstens eine Stunde Sport machen – damit tut man seinem Körper und auch seinem Kopf etwas richtig Gutes.
Sie haben im vergangenen Jahr ein künstliches Hüftgelenk bekommen, obwohl Sie extrem sportlich sind. Hat Sie das geärgert?
Natürlich dachte ich zunächst: Warum brauche ausgerechnet ich, der sein ganzes Leben Sport gemacht hat, ein neues Hüftgelenk? Aber heute bin ich einfach nur dankbar. Die Operation ist jetzt ungefähr ein Jahr her, und ich hatte wirklich alles Glück dieser Erde. Ich war unglaublich schnell wieder fit, obwohl ich keine klassische Rehabilitation gemacht, sondern auf meine Erfahrungen mit Sport vertraut habe. Ich glaube, am siebenten Tag nach der OP saß ich schon wieder auf dem Fahrrad. Heute ist es so: Wenn mich jemand in der Früh wecken und mir sagen würde, dass ich ein künstliches Hüftgelenk habe, würde ich es nicht glauben. Es fühlt sich alles wieder an wie früher. Das ist für mich ein kleines Wunder der modernen Medizin.
In Ihrer ersten Rolle als Animateur in „Sterne des Südens“ (1990 bis 1995) machten Sie einen Spagat. Können Sie ihn heute noch?
Ich habe mit ungefähr zehn Jahren mit Shotokan-Karate angefangen. Durch die vielen Kicks musste ich viel an der Beweglichkeit arbeiten und mich entsprechend dehnen. Ich glaube, seit meinem zwölften Lebensjahr beherrsche ich den Spagat. Und ja – ich kann ihn tatsächlich heute noch (lacht).
Zur Person:
Mark Keller wurde am 5. Mai 1965 in Überlingen am Bodensee (D) geboren. Als er acht Monate alt war, starb seine Mutter und er wuchs bei den Großeltern auf.
Mit 15 trat Keller erstmals mit seiner Band in einer Musikbar auf und wurde 1989 als Dean-Martin-Imitator in der „Rudi-Carrell-Show“ entdeckt. Das brachte ihm seine erste Fernseh-Rolle in der Serie „Sterne des Südens“ ein.
Seither ist er eine Größe im deutschsprachigen Raum.
Er wirkte in der Krimi-Reihe „Alarm für Cobra 11“ mit und gehört seit 2008 dem Team des Serien-Hits „Der Bergdoktor“ an. Keller hat eine Lebensgefährtin in Köln (D) und kümmert sich um seine Ex-Frau in Überlingen.
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