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Ausgabe Nr. 38/2026 vom 16.09.2026, Foto: imago images/VISTAPRESS
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DJ Ötzi sorgt immer für gute Stimmung.
DJ Ötzi am Münchener Oktoberfest: „Eine Maß und ein Hendl gehören für mich einfach dazu“
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Der Tiroler Musiker Gerry Friedle ist als DJ Ötzi schon seit vielen Jahren ein gern gesehener Gast auf
dem Oktoberfest in München (D). Was der „Hey Baby“-Partysänger an der „Wiesn“, die am Samstag beginnt, liebt und warum es der 55jährige bereits ruhiger angehen lässt, verriet er der WOCHE-Reporterin Barbara Reiter.
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Herr Friedle, Ihre Lieder gehören auf dem Oktoberfest in München quasi zum Inventar. Was macht die Wiesn für Sie persönlich aus?

Es ist das besondere Lebensgefühl. Menschen aus der ganzen Welt kommen hier zusammen, feiern miteinander und lassen für ein paar Stunden den Alltag hinter sich. Diese Mischung aus Tradition, Herzlichkeit und ausgelassener Stimmung ist einzigartig. Wenn dann im Festzelt Tausende Menschen gemeinsam meine Lieder singen, ist das für mich jedes Mal ein Gänsehautmoment. Die Wiesn ist einfach Lebensfreude pur – und ich bin extrem dankbar, dass meine Lieder mittlerweile ein kleiner Teil davon geworden sind.

Haben Sie über die Jahre hinweg auch ganz spezifische Wiesn-Rituale entwickelt?

Ein festes Ritual habe ich nicht. Aber Freunde treffen, gemeinsam feiern, eine Maß und ein Hendl gehören für mich einfach zur Wiesn dazu.

Lieder wie „Hey, Baby“ oder „Ein Stern“ sind Wiesn-Hits. War das jemals ein Ziel oder ist das eine nette Begleiterscheinung des Erfolgs?

Einen Wiesn-Hit kann man nicht planen. Wenn ein Lied dort von Tausenden Menschen gemeinsam gesungen wird, ist das für mich schon so etwas wie ein Ritterschlag. Natürlich bringt der Erfolg auch finanziell etwas – aber viel wichtiger ist, dass die Lieder über so viele Jahre Teil der Wiesn geworden sind.

Haben Sie ein paar Tipps für die Wiesn, also für Menschen, die dort noch nie waren?

Nicht zu viel planen, sondern die Wiesn einfach auf sich zukommen lassen. Erst eine Runde übers Gelände drehen, etwas Gutes essen und dann im Zelt gemeinsam singen und feiern. Und immer daran denken – die Wiesn ist ein Marathon, kein Sprint.

Können Sie sich als prominente Person bei den Menschenmassen hier überhaupt wohlfühlen?

Ja, absolut. Natürlich sind die Menschenmassen manchmal eine Herausforderung, aber genau diese besondere Energie macht die Wiesn aus.

Wie viel hat die Wiesn tatsächlich mit Tradition zu tun und wie viel einfach mit einer riesigen Party?

Für mich ist die Wiesn beides. Die Tracht, die Musik und das gemeinsame Feiern sind Tradition. Natürlich ist sie auch eine riesige Party – aber eine mit Geschichte und einem ganz eigenen Lebensgefühl.

Auf Ihrem neuen Album „Öha“ gibt es auch ruhigere Nummern. Ist das eine Alterserscheinung, die Sie auch nach außen getragen haben?

Ja, mit 55 schaut man auf manches anders als mit 25. Ich bin ruhiger und dankbarer geworden und weiß heute noch genauer, was mir wichtig ist. „Öha“ zeigt deshalb nicht nur den DJ Ötzi, sondern auch mehr von Gerry.

Ist es manchmal auch ein Fluch, derjenige zu sein, von dem alle erwarten, dass er für gute Stimmung sorgt?

Es ist kein Fluch, sondern ein großes Geschenk, wenn dich Menschen sehen und sofort gute Laune bekommen. Aber natürlich bin ich nicht rund um die Uhr DJ Ötzi. Wenn ich von der Bühne gehe, bin ich Gerry – mit guten und schlechten Tagen wie jeder andere auch.

Auf dem Album singen Sie auch mit Ihrer Tochter Lisa-Marie. Haben Sie es befürwortet, dass sie in der Musikbranche Fuß fasst?

Ich wollte ihr die Musikbranche weder ausreden noch schönreden. Lisa-Marie kennt durch mich die wunderbaren, aber auch die schwierigen Seiten dieses Berufs. Mir war immer wichtig, dass es ihr eigener Wunsch ist und sie ihren eigenen Weg geht. Dabei hat sie meine volle Unterstützung. Als Vater bin ich natürlich unglaublich stolz auf sie – und gemeinsam mit ihr zu singen, war für mich etwas ganz Wunderbares.

Wie ist Ihre musikalische Beziehung? Gibt der Papa der Tochter Tipps und darf er das überhaupt?

Ich darf Tipps geben – ob sie sie annimmt, entscheidet natürlich Lisa-Marie. Sie hat ihren eigenen Kopf und das ist gut so. Musikalisch begegnen wir uns auf Augenhöhe und lernen auch voneinander.

Was haben Sie für die Zukunft geplant und wird es noch weitere Papa-Tochter-Auftritte geben?

Der nächste große Meilenstein ist für mich 2029 – 30 Jahre DJ Ötzi. Dafür habe ich noch einiges vor. Ob Lisa-Marie und ich wieder gemeinsam etwas machen, wird sich zeigen. Wir lassen uns überraschen.

Am 10. Oktober steht in Köln (D) die Hallen-Après-Ski-Show „DJ Ötzi Mountain Mania“ auf dem Programm. Après-Ski ist ja eigentlich eine Tiroler Spezialität. Können die Deutschen das auch?

Auf jeden Fall! Die Kölner können feiern und haben eine unglaubliche Lebensfreude. Bei der Mountain Mania verwandelt sich die Veranstaltungshalle in die größte Gipfelparty jenseits der Alpen – mit Bergen und echtem Tiroler Lebensgefühl.

Wann gibt es wieder eine „DJ Ötzi Gipfeltour“?

Im nächsten Jahr. Die genauen Termine werden im Oktober veröffentlicht – ich freue mich schon riesig darauf.

Alexander Van der Bellen hat kürzlich die Liste seiner Lieblingslieder veröffentlicht. Darauf ist auch Ihr Lied „Tirol“ zu finden. Haben Sie unseren Bundespräsidenten schon kennengelernt?

DJ Ötzi neben Chopin … Ja, ich durfte ihn in der Hofburg persönlich kennenlernen – eine große Ehre, und als Tiroler hatten wir natürlich gleich eine Verbindung. Dass „Tirol“ jetzt neben Chopin auf seiner Musikliste steht, finde ich großartig. Mehr musikalische Vielfalt geht fast nicht!

Mit Ihrer Frau Sonja haben Sie heuer Silberne Hochzeit gefeiert. Was hat Sie in all den Jahren zusammengehalten?

Liebe, Vertrauen und das Wissen, dass wir uns immer aufeinander verlassen können. Wir haben gemeinsam viel gelacht, aber auch schwere Zeiten durchgestanden. Sonja und ich sind ein starkes Team, lassen einander so sein, wie wir sind, und haben nie vergessen, warum wir uns füreinander entschieden haben.
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