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Ausgabe Nr. 37/2026 vom 09.09.2026, Fotos: zvg (2), Alois Stingl Fotografie/Elke Morri, Bianca PUSCHL (2), Roland Holitzky
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„Es ist spannend, wie aus ein paar Ziegeln ein Haus entsteht“
Lukas Steiner, 16, Maurer in Ausbildung
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„Stoffe, Muster und alte Möbel haben mich schon immer fasziniert“
Mira Birnbaum, 16, Tapeziererin und Dekorateurin in Ausbildung
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„Ich arbeite gerne draußen und vor allem auf dem Dach“
David Ihelka, 16, Dachdecker in Ausbildung
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„Möbel zusammenzubauen, begeistert mich am meisten“
Vanessa Krobath, 15, Tischlereitechnikerin in Ausbildung
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„Mir taugt es, ein Auto wieder zum Fahren zu bringen“
Anna Maria Druck, 21, KFZ-Technikerin in Ausbildung
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„Ich arbeite gern mit Holz“
Nico Aigner, 15, Zimmerer in Ausbildung
Das Handwerk hat für uns goldenen Boden
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Handwerker-Nachwuchs wird händeringend gesucht. Weil Lehrlinge fehlen, werden vermehrt
ausländische Arbeitskräfte eingesetzt. Das entspannt zwar die Lage, ist aber keine Dauerlösung. Doch es gibt sie noch, jene jungen Menschen hierzulande, die gerne anpacken und in einer Lehre eine goldene Zukunft sehen.
„Es ist spannend, wie aus ein paar Ziegeln ein Haus entsteht“
Lukas Steiner, 16, Maurer in Ausbildung


Schon als Kind habe ich Baustellen spannend gefunden.
Ich wollte immer wissen, wie aus ein paar Ziegeln am Ende ein ganzes Haus wird. Eine weiterführende Schule war für mich deshalb nie ein Thema.
Bei uns in der Verwandtschaft haben einige studiert, aber manche wursteln heute trotzdem von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und haben nie richtig Fuß gefasst. Da habe ich mir gedacht: Warum jahrelang lernen, wenn ich gleich einen Beruf lernen kann, der überall gebraucht wird? Als guter Maurer kann ich später richtig gut verdienen – wenn ich mich geschickt anstelle, sogar eine goldene Nase verdienen.
Mir gefällt außerdem, dass ich am Abend sehe, was ich
gemacht habe. In den ersten Wochen durfte ich schon Mörtel anrühren, Ziegel setzen und beim Ausrichten helfen.
Später möchte ich einmal Vorarbeiter oder Polier werden
und auf einer Baustelle selbst Verantwortung übernehmen.“


„Stoffe, Muster und alte Möbel haben mich schon immer fasziniert“
Mira Birnbaum, 16, Tapeziererin und Dekorateurin in Ausbildung


Meine Schwester geht auf die Universität, aber für mich wäre das nichts. Mir ist das alles zu theoretisch – ich möchte mit den Händen arbeiten und gleichzeitig schon mein eigenes Geld verdienen. Außerdem haben mich schon immer Stoffe, Muster und alte Möbel fasziniert. Im ersten Lehrjahr bekomme ich als Tapeziererin und Dekorateurin 900 Euro brutto im Monat. Seit Anfang September bin ich erst dabei und durfte schon Stoffe zuschneiden und beim Neubeziehen helfen. Mir gefällt es, wenn aus einem alten, abgenutzten Sessel wieder ein schönes, dekoratives Möbelstück wird.
Anfangs hatte ich Angst, einen teuren Stoff falsch zuzuschneiden, aber ich werde immer sicherer. Mein großer Wunsch ist, den alten Lieblingssessel meiner Oma zu restaurieren. Er bedeutet ihr viel. Wenn ich ihn neu polstern und beziehen könnte, wäre ich richtig stolz.“


„Ich arbeite gerne draußen und vor allem auf dem Dach“
David Ihelka, 16, Dachdecker in Ausbildung


Beim Schnuppern habe ich den Beruf des Dachdeckers kennengelernt und gleich gemerkt, dass mir die Arbeit am Bau taugt. Jetzt mache ich meine Lehre in
Gilgenberg (OÖ). Mir gefällt vor allem, viele Arbeiten draußen erledigen zu können und am Ende des Tages zu sehen, was ich selbst geschafft habe.
Für mich stimmt der Spruch, dass das Handwerk
goldenen Boden hat: Gute Dachdecker werden immer gebraucht, und wenn ich etwas kann und fleißig bin, habe ich später gute berufliche Möglichkeiten. Am
meisten Spaß macht mir die Arbeit direkt auf dem Dach und der Umgang mit den verschiedenen Werkzeugen.
Am Anfang musste ich freilich erst lernen, die vielen Arbeitsschritte und Techniken richtig umzusetzen
und genau zu arbeiten.
Jetzt möchte ich meine Lehre erfolgreich abschließen und möglichst viel Erfahrung sammeln. Später
kann ich mir gut vorstellen, mich als Dachdecker
selbstständig zu machen.“


„Möbel zusammenzubauen, begeistert mich am meisten“
Vanessa Krobath, 15, Tischlereitechnikerin in Ausbildung


Schon als Kind habe ich meinem Papa in unserer Werkstatt geholfen. Er war Tischler und hat vieles selbst gebaut – sogar ganze Küchen.
Deshalb wollte ich unbedingt ausprobieren, wie es ist, selbst einen ,Männerberuf‘ zu erlernen.
Seit August mache ich in Wolfsberg (K) meine Lehre zur Tischlereitechnikerin. Klar, um sechs Uhr zu arbeiten zu beginnen, ist früh und den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, ist anstrengender, als in der Schule zu sitzen. Trotzdem gefällt mir das viel besser, weil ich nicht stundenlang nur dasitze und zuhöre, sondern selbst etwas machen kann.
Am besten gefällt mir, wenn ich mit auf Montage darf,
Möbel zusammenbauen kann und am Ende sehe,
was entstanden ist.
In der Berufsschule in Klagenfurt freue ich mich darauf,
mehr über Maschinen zu lernen. Irgendwann möchte ich einen Tisch und ein Zirbenbett bauen.“


„Mir taugt es, ein Auto wieder zum Fahren zu bringen“
Anna Maria Druck, 21, KFZ-Technikerin in Ausbildung


Autos haben mich schon immer interessiert, aber früher habe ich mich nicht getraut, Kfz-Technikerin zu werden. Ich dachte, mir würde vielleicht die Kraft dafür fehlen und ich sei zu jung, um mich in dieser Männerwelt zu
beweisen. Deshalb habe ich zuerst die Ausbildung zur Friseurin und Stylistin gemacht und die Lehre auch abgeschlossen. Der Verdienst war mir dort aber zu gering und ich habe mich in dieser Frauenwelt nie wohlgefühlt.
Seit August lerne ich jetzt in der Kfz-Werkstatt meines Vaters in Griffen (K) – und möchte zeigen, dass Frauen diesen Beruf genauso schaffen können. Am meisten taugt mir, wenn ich am Abend dreckige Hände habe und ein Auto wieder läuft. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Besonders gerne arbeite ich an Karosserie und Lackierung.
Mein Ziel ist der Meister – und später möchte ich die Werkstatt meines Vaters übernehmen.“


„Ich arbeite gern mit Holz“
Nico Aigner, 15, Zimmerer in Ausbildung


Im August habe ich meine Lehre als Zimmerer in St. Michael im Lungau (S) begonnen. Ich wollte lieber gleich einen Beruf erlernen, praktisch arbeiten und schon jetzt mein eigenes Geld verdienen.
Ich arbeite gerne mit Holz und mag es, am Abend zu sehen, was ich tagsüber geschafft habe. In der Werkstatt durfte ich schon Holzwände abbinden und zusammenschrauben, außerdem war ich auf Baustellen mit und habe den Gesellen geholfen.
Mein Tag beginnt um sieben Uhr und endet um 17.30 Uhr. Die langen Arbeitstage waren nach der Schule zuerst eine Umstellung, dafür haben wir freitags frei – das lange Wochenende finde ich super.
In jedem Lehrjahr werde ich zwei Monate die Berufsschule in Salzburg besuchen und dort im Heim wohnen.
Mein Ziel ist, irgendwann mein eigenes Haus zu bauen und später den Meister zu machen.“
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