Ausgabe Nr. 37/2026 vom 09.09.2026, Fotos: LKH-Univ. Klinikum Graz/M. Kanizaj, AdobeStock
Steirische Ärzte entfernten 18-Kilo-Tumor
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Eine Steirerin klagte über zunehmende Beschwerden in ihrem „wachsenden“ Bauch. Ärzte entdeckten einen riesigen, 40 Zentimeter großen Tumor am linken Eierstock und ermutigen Frauen zur regelmäßigen gynäkologischen Kontrolle.
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Der Tumor wog am Ende mehr, als die Gewichtszunahme gewöhnlich bei einer Schwangerschaft ausmacht und bereitete der Patientin schließlich Probleme, die sie nicht mehr ignorieren konnte.
„Die Steirerin bemerkte über Monate zunehmende Beschwerden im Bauchraum, die sie zu einem Besuch bei ihrem Hausarzt bewog. Von ihm wurde sie ins Spital Hartberg überwiesen, wo eine Computertomografie
(CT) des Bauches Klarheit brachte. Im Bauch der Patientin befand sich ein 18 Kilo schwerer Tumor, der vom linken Eierstock ausging und aufgrund seiner Größe alle Organe verdrängte“, erzählt Univ.-Prof. Dr. Karl Tamussino, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologie am LKH Universitäts Klinikum Graz, von einem der wohl ungewöhnlichsten Fälle. Die Erkrankung ging für die Steirerin, die älter als 50 Jahre alt ist und anonym bleiben möchte, in jeder Hinsicht gut aus. Nicht nur, weil sie keine zwei Wochen nach der Diagnose bereits erfolgreich operiert wurde, sondern auch, weil der Tumor gutartig war.
„Unser elfköpfiges Team operierte die Patientin drei Stunden lang. Über einen Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Schambein konnte der 18 Kilo schwere und 40 Zentimeter große Tumor intakt entfernt werden. Die Pathologie hatte bald die beruhigende Nachricht, dass der Tumor ein gutartiges Zystenadenofibrom (siehe Kasten rechts) ist. Der Tumor hatte zwar alle Organe verdrängt, war aber zum Glück nicht in sie eingewachsen“, erklärt der verantwortliche Chirurg Univ.-Prof. Dr. Arnim Bader vom LKH Universitätsklinikum Graz.
Die Steirerin konnte zwei Tage nach der Operation nach Hause gehen, ist wohlauf und benötigt auch keine weitere Therapie.
Damit Probleme in der Frauengesundheit so früh wie möglich entdeckt werden, empfehlen Frauenärzte, regelmäßig die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung anzunehmen. Vor allem nach den Wechseljahren werden die Intervalle zwischen den Frauenarztbesuchen oft unbemerkt größer. „Ein Grund ist zum Beispiel, dass der vertraute Frauenarzt in Pension geht. Bei einem anderen Frauenarzt bekommen die Frauen keinen Termin und dann lassen sie die Vorsorgeuntersuchungen einfach aus“, erklärt Prof. Tamussino die Entwicklung. „Ein Tumor dieser Größe entsteht nicht innerhalb weniger Wochen. Gerade weil Beschwerden der Eierstöcke lange kaum Schmerzen verursachen, sind regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sinnvoll“, betont Dr. Bader.
Obwohl ein so großer Tumor selten ist, sind Tumoren an den Eierstöcken keine Seltenheit. Gutartige Eierstocktumore sind deutlich häufiger als Eierstockkrebs. In der Fachliteratur steht, dass rund 75 Prozent aller Eierstocktumoren gutartig sind.
An bösartigem Eierstockkrebs erkranken pro Jahr rund siebenhundert Frauen in unserem Land. „Die Größe eines Tumors sagt nichts über die Gut- oder Bösartigkeit aus. Der bösartige Tumor wächst in andere Gewebe hinein, während der gutartige, einfach gesagt, vor sich hinwächst und anderes Gewebe nur verdrängt. Und der bösartige Tumor bildet ab einem gewissen Zeitpunkt Tochtergeschwulste, also Metastasen.“
Eierstocktumoren verursachen in frühen Stadien keine oder nur unspezifische Beschwerden, auch weil um den Eierstock im Bauchraum relativ viel Platz ist. Erst wenn der Tumor an Größe zunimmt, treten Symptome auf. „Das können Verdauungsbeschwerden sein, wenn der Tumor auf den Darm drückt, ein Völlegefühl, und Atembeschwerden, wenn der Tumor die Lunge einengt.“
Fachärzte legen Frauen die regelmäßige Kontrolle beim Frauenarzt ans Herz. „Bestehen Veränderungen an den Eierstöcken und der Gebärmutter, werden sie mit einem Bauch- und einem vaginalen Ultraschall rasch und schmerzlos entdeckt.“
Treten Beschwerden neu auf oder halten sie länger an, raten sie, unabhängig von der Vorsorgeuntersuchung, den Frauenarzt aufzusuchen. Dazu gehören ungewöhnliche Blutungen, anhaltende Schmerzen oder ein Druckgefühl im Unterbauch sowie die auffällige Zunahme des Bauchumfanges, wie der jüngste und außergewöhnliche Fall aus der Steiermark gezeigt hat.
Gutartige Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane:
Gebärmutter –
Myome (Leiomyome):
häufig; Tumoren der Gebärmuttermuskulatur
(selten behandlungsbedürftig)
Endometriumpolypen:
Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
Adenomyome:
Veränderungen der Gebärmutterwand
Eierstock –
Zystadenome:
etwa seröser („wässriger“) Tumor aus Drüsengewebe
Zystadenofibrom:
wächst meist am Eierstock, verbindet die Eigenschaften von flüssigkeitsgefüllten Zysten und festem Bindegewebe
Fibrom:
Tumor des Bindegewebes
Teratom:
überwiegend gutartiger Keimzelltumor
funktionelle Zysten:
keine echten Tumoren; häufige gutartige Veränderungen
Gebärmutterhals –
Polypen
gutartige Ausstülpungen der Schleimhaut
Tumoren
der glatten Muskulatur verschiedene Drüsen- und Bindegewebsveränderungen
Vulva und Scheide (selten) –
Fibrome:
Tumor des Bindegewebes
Lipome:
gutartige Fettgeschwulst
Bartholin-Zysten:
entsteht, wenn der Ausführungsgang einer der beiden großen Schleimdrüsen am Scheideneingang verstopft ist und sich das Sekret staut.
„Die Steirerin bemerkte über Monate zunehmende Beschwerden im Bauchraum, die sie zu einem Besuch bei ihrem Hausarzt bewog. Von ihm wurde sie ins Spital Hartberg überwiesen, wo eine Computertomografie
(CT) des Bauches Klarheit brachte. Im Bauch der Patientin befand sich ein 18 Kilo schwerer Tumor, der vom linken Eierstock ausging und aufgrund seiner Größe alle Organe verdrängte“, erzählt Univ.-Prof. Dr. Karl Tamussino, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologie am LKH Universitäts Klinikum Graz, von einem der wohl ungewöhnlichsten Fälle. Die Erkrankung ging für die Steirerin, die älter als 50 Jahre alt ist und anonym bleiben möchte, in jeder Hinsicht gut aus. Nicht nur, weil sie keine zwei Wochen nach der Diagnose bereits erfolgreich operiert wurde, sondern auch, weil der Tumor gutartig war.
„Unser elfköpfiges Team operierte die Patientin drei Stunden lang. Über einen Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Schambein konnte der 18 Kilo schwere und 40 Zentimeter große Tumor intakt entfernt werden. Die Pathologie hatte bald die beruhigende Nachricht, dass der Tumor ein gutartiges Zystenadenofibrom (siehe Kasten rechts) ist. Der Tumor hatte zwar alle Organe verdrängt, war aber zum Glück nicht in sie eingewachsen“, erklärt der verantwortliche Chirurg Univ.-Prof. Dr. Arnim Bader vom LKH Universitätsklinikum Graz.
Die Steirerin konnte zwei Tage nach der Operation nach Hause gehen, ist wohlauf und benötigt auch keine weitere Therapie.
Damit Probleme in der Frauengesundheit so früh wie möglich entdeckt werden, empfehlen Frauenärzte, regelmäßig die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung anzunehmen. Vor allem nach den Wechseljahren werden die Intervalle zwischen den Frauenarztbesuchen oft unbemerkt größer. „Ein Grund ist zum Beispiel, dass der vertraute Frauenarzt in Pension geht. Bei einem anderen Frauenarzt bekommen die Frauen keinen Termin und dann lassen sie die Vorsorgeuntersuchungen einfach aus“, erklärt Prof. Tamussino die Entwicklung. „Ein Tumor dieser Größe entsteht nicht innerhalb weniger Wochen. Gerade weil Beschwerden der Eierstöcke lange kaum Schmerzen verursachen, sind regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sinnvoll“, betont Dr. Bader.
Obwohl ein so großer Tumor selten ist, sind Tumoren an den Eierstöcken keine Seltenheit. Gutartige Eierstocktumore sind deutlich häufiger als Eierstockkrebs. In der Fachliteratur steht, dass rund 75 Prozent aller Eierstocktumoren gutartig sind.
An bösartigem Eierstockkrebs erkranken pro Jahr rund siebenhundert Frauen in unserem Land. „Die Größe eines Tumors sagt nichts über die Gut- oder Bösartigkeit aus. Der bösartige Tumor wächst in andere Gewebe hinein, während der gutartige, einfach gesagt, vor sich hinwächst und anderes Gewebe nur verdrängt. Und der bösartige Tumor bildet ab einem gewissen Zeitpunkt Tochtergeschwulste, also Metastasen.“
Eierstocktumoren verursachen in frühen Stadien keine oder nur unspezifische Beschwerden, auch weil um den Eierstock im Bauchraum relativ viel Platz ist. Erst wenn der Tumor an Größe zunimmt, treten Symptome auf. „Das können Verdauungsbeschwerden sein, wenn der Tumor auf den Darm drückt, ein Völlegefühl, und Atembeschwerden, wenn der Tumor die Lunge einengt.“
Fachärzte legen Frauen die regelmäßige Kontrolle beim Frauenarzt ans Herz. „Bestehen Veränderungen an den Eierstöcken und der Gebärmutter, werden sie mit einem Bauch- und einem vaginalen Ultraschall rasch und schmerzlos entdeckt.“
Treten Beschwerden neu auf oder halten sie länger an, raten sie, unabhängig von der Vorsorgeuntersuchung, den Frauenarzt aufzusuchen. Dazu gehören ungewöhnliche Blutungen, anhaltende Schmerzen oder ein Druckgefühl im Unterbauch sowie die auffällige Zunahme des Bauchumfanges, wie der jüngste und außergewöhnliche Fall aus der Steiermark gezeigt hat.
Gutartige Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane:
Gebärmutter –
Myome (Leiomyome):
häufig; Tumoren der Gebärmuttermuskulatur
(selten behandlungsbedürftig)
Endometriumpolypen:
Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
Adenomyome:
Veränderungen der Gebärmutterwand
Eierstock –
Zystadenome:
etwa seröser („wässriger“) Tumor aus Drüsengewebe
Zystadenofibrom:
wächst meist am Eierstock, verbindet die Eigenschaften von flüssigkeitsgefüllten Zysten und festem Bindegewebe
Fibrom:
Tumor des Bindegewebes
Teratom:
überwiegend gutartiger Keimzelltumor
funktionelle Zysten:
keine echten Tumoren; häufige gutartige Veränderungen
Gebärmutterhals –
Polypen
gutartige Ausstülpungen der Schleimhaut
Tumoren
der glatten Muskulatur verschiedene Drüsen- und Bindegewebsveränderungen
Vulva und Scheide (selten) –
Fibrome:
Tumor des Bindegewebes
Lipome:
gutartige Fettgeschwulst
Bartholin-Zysten:
entsteht, wenn der Ausführungsgang einer der beiden großen Schleimdrüsen am Scheideneingang verstopft ist und sich das Sekret staut.
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