Angelika Niedetzky: „Ich bin eine Hai-Taucherin“
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Sie brachte eine Prise Humor in die Krimi-Reihe „SOKO Linz“. Nun ist Angelika Niedetzky, 47, in der neuen Staffel zu sehen. Eine Künstlerin, die Hunde mag und zu Haien hinabtaucht. Und die im Haus der Oma ein Lieblingsplatzerl hat.
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Frau Niedetzky, Sie sind Kabarettistin und Schauspielerin und seit der vorigen Staffel bei der Krimi-Reihe „SOKO Linz“. Wie schwer ist es, Mord und Totschlag mit Humor zu verbinden?
Dass der Humor nicht zu kurz kommt, sehe ich auch als meine Aufgabe und es ist eine schöne Herausforderung, im Genre Krimi auch Pointen setzen zu dürfen. Das noch viel größere Geschenk ist, dass sich mit meiner geschätzten und, wie ich rasch feststellen durfte, humorvollen Kollegin Katharina Stemberger eine Freundschaft entwickelt hat. Das hilft uns, weil wir als Ermittlerinnen-Duo perfekt harmonieren, so unterschiedlich wir auch sein mögen. Das überträgt sich auf die Zuschauer. Es freut mich auch, dass die Autoren offen sind für unsere Witze. Das verleiht den Kriminalfällen eine schmackhafte Note und macht sie zu einem Wechselbad der Gefühle aus Spannung
und Humor.
Sie sind gebürtige Linzerin und haben einen
entsprechenden Dialekt …
Das ist erwünscht, und ich bin froh, dass es so ist. Es braucht ein ordentliches Maß an Lokalkolorit, na, wer sollte es besser können als eine Linzerin? Eben (lacht). Das nutzen wir auch bei Miriam Hie, ebenfalls Oberösterreicherin, deren Rolle in der neuen Staffel größer wird.
Haben Sie sich mit echter Polizeiarbeit auseinandergesetzt?
Ich habe mit Professionisten einen ganzen Tag lang geübt, wie ich einen Raum betreten muss, in dem Gefahr
lauert, wie ich einen Verdächtigen stelle und wie ich jemandem Handschellen anlegen muss. Das ist interessant, obwohl ich hoffe, dass ich im wirklichen Leben nie in so eine Situation komme. Handschellen
angelegt zu bekommen, ist nicht angenehm.
Wie ist Ihr Umgang mit der Waffe?
Das Waffen-Thema ist mir privat fremd und nicht angenehm, aber es gehört eben dazu. Ich halte die Waffe nicht gerne in meiner Hand und frage immer zehn Mal, ob sie eh nicht geladen ist – man hat da ja schon Geschichten aus Hollywood gehört … Es ist ein befremdendes Gefühl, mit einer Waffe auf jemanden zu zielen, da muss ich wirklich schauspielern.
Ab Dienstag, dem 8. September, ORF1, 20.15 Uhr, sind die Folgen der neuen, mittlerweile fünften Staffel zu sehen. Können Sie etwas verraten?
Es geht in der bewährten Tonart weiter, und was mir besonders an der ersten Folge der neuen Staffel gefällt, ist, dass mein „Serien-Bruder“ Walter hauptverdächtig ist. Das bringt eine neue Farbe ins Geschehen. Wird innerhalb der Familie jemand des Mordes verdächtigt, dann ist das schon eine Nummer, die sich in einer völlig anderen Dimension bewegt. Vom Schauspielerischen her ist das für mich hochinteressant, zumal mir echte Tränen gekommen sind, weil ich mich so intensiv hineinversetzt habe. Noch dazu habe ich selber einen Bruder und stellte mir vor, wie furchtbar es sein muss, wenn der eigene Bruder in Handschellen abgeführt wird.
Ein Techtelmechtel lockert die Krimi-Spannung auf. Wie geht es mit Ihrem heimlichen Verehrer, dem Rosenkavalier-Mysterium weiter?
So etwas lieben die Zuschauer. Das Rosenkavalier-Mysterium schwebt noch eine Zeitlang im Raum. Ohne zu viel zu verraten – in der neuen Staffel tritt ein neuer Mann in das Leben der von mir verkörperten Frau Inspektor Biggi Obergschwendter, der sich zunächst ganz interessant entwickelt. Aber die Geschichte nimmt dann eine arge Wendung, und die Karten werden neu gemischt.
Sie gelten als Energiebündel. Wie viel Ruhe benötigen Sie?
In den Schreibphasen ist Ruhe für mich unverzichtbar. So ein Kabarett-Programm schreibt sich schließlich nicht in drei Wochen, das erfordert Zeit und Muße. Zum „Hirnauslüften“ gehe ich gerne in die Natur, dann sind meine beiden Hunde „Maia“ und „Karli“ immer mit dabei. Kürzlich haben wir dort nahe am Wald eine Herde Mufflons gesehen. Das war großartig. Ich habe es später einem Jäger erzählt, der sofort wissen wollte, wo die Tiere waren. Den habe ich glatt angelogen.
Sind für Sie Urlaube in der Ferne also
gar nicht notwendig, wenn das Gute so nah liegt?
Ich reise gerne einmal weiter weg, aber dann meistens zum Hai-Tauchen – das ist eine große Leidenschaft von mir. Heuer war ich auf einer Tauch-Safari mit einem Boot auf den Philippinen, dort gibt es Fuchs- und Walhaie. Ich mag das Tauchen deshalb so gerne, weil es da unten absolut ruhig ist – es klingelt kein Telefon, es gibt keine E-Mails, niemand redet oder fragt etwas. Es herrscht absolute Stille, ich bin nur von den Viechern umgeben. Zuletzt waren mein Freund und ich allerdings mit dem Auto und den Hunden in Griechenland. Das war auch entspannend und ich bin endlich wieder dazu gekommen, ein Buch zu lesen.
Sie sind halbe Burgenländerin …
Ja. Die Wurzeln meiner Mutter liegen in Rechnitz im Südburgenland, wo ich immer wieder gerne bin. Meine Eltern haben das Haus meiner Oma als Wochenend- und Sommersitz hergerichtet. Der alte Weinkeller wurde zu meinem persönlichen Wohn- und Schlafzimmer ausgebaut. Das ist für mich ein herrlicher Rückzugsort – vor allem, wenn ich an meinen Kabarettprogrammen schreibe.
Im Oktober stehen Sie mit den „Comedy Hirten“ auf der Bühne. Daneben haben Sie auch noch das Hunde-Kabarett „Dogs“ mit Ihrer Kollegin Lisa-Lena Tritscher. Was hat es damit auf sich?
Das ist mein Herzensprojekt. Lisa ist ebenfalls Hundebesitzerin. Anfangs haben wir drauflosgesammelt, was uns Amüsantes zum Thema „Hund“ einfällt. Dabei kam heraus, wie viel wir mit unseren Tieren schon erlebt haben. Unter anderem in Hundezonen, wo man schnell ins Gespräch kommt. Das gibt psychologisch viel her, das kann ich bestätigen.
Angelika Niedetzky wurde am 2. Februar 1979 in Linz geboren. Sie absolvierte die Wiener Schauspielschule Krauss. Ihr Debüt feierte sie im Jahr 2001 am Akademietheater in Wien.
Bekannt wurde Niedetzky im Jahr 2004 durch die ORF-Produktionen „Echt fett“ und „Undercover“. Auf ihr
erstes Kabarett-Soloprogramm „Marathon“ (2012)
folgten „Niedetzkymarsch“, „Gegenschuss“, „Pathos“
und „Der schönste Tag“.
Seit der vierten Staffel der Krimi-Serie „SOKO Linz“ spielt sie die Chefinspektorin Biggi Obergschwendter.
Niedetzky ist liiert und lebt in Wien und im Burgenland.
Dass der Humor nicht zu kurz kommt, sehe ich auch als meine Aufgabe und es ist eine schöne Herausforderung, im Genre Krimi auch Pointen setzen zu dürfen. Das noch viel größere Geschenk ist, dass sich mit meiner geschätzten und, wie ich rasch feststellen durfte, humorvollen Kollegin Katharina Stemberger eine Freundschaft entwickelt hat. Das hilft uns, weil wir als Ermittlerinnen-Duo perfekt harmonieren, so unterschiedlich wir auch sein mögen. Das überträgt sich auf die Zuschauer. Es freut mich auch, dass die Autoren offen sind für unsere Witze. Das verleiht den Kriminalfällen eine schmackhafte Note und macht sie zu einem Wechselbad der Gefühle aus Spannung
und Humor.
Sie sind gebürtige Linzerin und haben einen
entsprechenden Dialekt …
Das ist erwünscht, und ich bin froh, dass es so ist. Es braucht ein ordentliches Maß an Lokalkolorit, na, wer sollte es besser können als eine Linzerin? Eben (lacht). Das nutzen wir auch bei Miriam Hie, ebenfalls Oberösterreicherin, deren Rolle in der neuen Staffel größer wird.
Haben Sie sich mit echter Polizeiarbeit auseinandergesetzt?
Ich habe mit Professionisten einen ganzen Tag lang geübt, wie ich einen Raum betreten muss, in dem Gefahr
lauert, wie ich einen Verdächtigen stelle und wie ich jemandem Handschellen anlegen muss. Das ist interessant, obwohl ich hoffe, dass ich im wirklichen Leben nie in so eine Situation komme. Handschellen
angelegt zu bekommen, ist nicht angenehm.
Wie ist Ihr Umgang mit der Waffe?
Das Waffen-Thema ist mir privat fremd und nicht angenehm, aber es gehört eben dazu. Ich halte die Waffe nicht gerne in meiner Hand und frage immer zehn Mal, ob sie eh nicht geladen ist – man hat da ja schon Geschichten aus Hollywood gehört … Es ist ein befremdendes Gefühl, mit einer Waffe auf jemanden zu zielen, da muss ich wirklich schauspielern.
Ab Dienstag, dem 8. September, ORF1, 20.15 Uhr, sind die Folgen der neuen, mittlerweile fünften Staffel zu sehen. Können Sie etwas verraten?
Es geht in der bewährten Tonart weiter, und was mir besonders an der ersten Folge der neuen Staffel gefällt, ist, dass mein „Serien-Bruder“ Walter hauptverdächtig ist. Das bringt eine neue Farbe ins Geschehen. Wird innerhalb der Familie jemand des Mordes verdächtigt, dann ist das schon eine Nummer, die sich in einer völlig anderen Dimension bewegt. Vom Schauspielerischen her ist das für mich hochinteressant, zumal mir echte Tränen gekommen sind, weil ich mich so intensiv hineinversetzt habe. Noch dazu habe ich selber einen Bruder und stellte mir vor, wie furchtbar es sein muss, wenn der eigene Bruder in Handschellen abgeführt wird.
Ein Techtelmechtel lockert die Krimi-Spannung auf. Wie geht es mit Ihrem heimlichen Verehrer, dem Rosenkavalier-Mysterium weiter?
So etwas lieben die Zuschauer. Das Rosenkavalier-Mysterium schwebt noch eine Zeitlang im Raum. Ohne zu viel zu verraten – in der neuen Staffel tritt ein neuer Mann in das Leben der von mir verkörperten Frau Inspektor Biggi Obergschwendter, der sich zunächst ganz interessant entwickelt. Aber die Geschichte nimmt dann eine arge Wendung, und die Karten werden neu gemischt.
Sie gelten als Energiebündel. Wie viel Ruhe benötigen Sie?
In den Schreibphasen ist Ruhe für mich unverzichtbar. So ein Kabarett-Programm schreibt sich schließlich nicht in drei Wochen, das erfordert Zeit und Muße. Zum „Hirnauslüften“ gehe ich gerne in die Natur, dann sind meine beiden Hunde „Maia“ und „Karli“ immer mit dabei. Kürzlich haben wir dort nahe am Wald eine Herde Mufflons gesehen. Das war großartig. Ich habe es später einem Jäger erzählt, der sofort wissen wollte, wo die Tiere waren. Den habe ich glatt angelogen.
Sind für Sie Urlaube in der Ferne also
gar nicht notwendig, wenn das Gute so nah liegt?
Ich reise gerne einmal weiter weg, aber dann meistens zum Hai-Tauchen – das ist eine große Leidenschaft von mir. Heuer war ich auf einer Tauch-Safari mit einem Boot auf den Philippinen, dort gibt es Fuchs- und Walhaie. Ich mag das Tauchen deshalb so gerne, weil es da unten absolut ruhig ist – es klingelt kein Telefon, es gibt keine E-Mails, niemand redet oder fragt etwas. Es herrscht absolute Stille, ich bin nur von den Viechern umgeben. Zuletzt waren mein Freund und ich allerdings mit dem Auto und den Hunden in Griechenland. Das war auch entspannend und ich bin endlich wieder dazu gekommen, ein Buch zu lesen.
Sie sind halbe Burgenländerin …
Ja. Die Wurzeln meiner Mutter liegen in Rechnitz im Südburgenland, wo ich immer wieder gerne bin. Meine Eltern haben das Haus meiner Oma als Wochenend- und Sommersitz hergerichtet. Der alte Weinkeller wurde zu meinem persönlichen Wohn- und Schlafzimmer ausgebaut. Das ist für mich ein herrlicher Rückzugsort – vor allem, wenn ich an meinen Kabarettprogrammen schreibe.
Im Oktober stehen Sie mit den „Comedy Hirten“ auf der Bühne. Daneben haben Sie auch noch das Hunde-Kabarett „Dogs“ mit Ihrer Kollegin Lisa-Lena Tritscher. Was hat es damit auf sich?
Das ist mein Herzensprojekt. Lisa ist ebenfalls Hundebesitzerin. Anfangs haben wir drauflosgesammelt, was uns Amüsantes zum Thema „Hund“ einfällt. Dabei kam heraus, wie viel wir mit unseren Tieren schon erlebt haben. Unter anderem in Hundezonen, wo man schnell ins Gespräch kommt. Das gibt psychologisch viel her, das kann ich bestätigen.
Angelika Niedetzky wurde am 2. Februar 1979 in Linz geboren. Sie absolvierte die Wiener Schauspielschule Krauss. Ihr Debüt feierte sie im Jahr 2001 am Akademietheater in Wien.
Bekannt wurde Niedetzky im Jahr 2004 durch die ORF-Produktionen „Echt fett“ und „Undercover“. Auf ihr
erstes Kabarett-Soloprogramm „Marathon“ (2012)
folgten „Niedetzkymarsch“, „Gegenschuss“, „Pathos“
und „Der schönste Tag“.
Seit der vierten Staffel der Krimi-Serie „SOKO Linz“ spielt sie die Chefinspektorin Biggi Obergschwendter.
Niedetzky ist liiert und lebt in Wien und im Burgenland.
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