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Ausgabe Nr. 35/2026 vom 26.08.2026, Fotos: Pixabay, AdobeStock, All mauritius, AdobeStock, Pixabay, zvg
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Die Töpferwespe „töpfert“ ihr kleines kugelförmiges Nest aus Lehm, feuchter Erde und Speichel gerne an Pflanzenstängeln.
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Im Sommer fliegen Deutsche Wespen geradezu auf Fleisch. Oft nagen sie kleine Stücke heraus und tragen sie davon.
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Die Gemeine Wespe kommt am häufigsten bei uns vor. Die Außenhülle des Nestes zeigt eine markante, muschel- oder halbkreisförmige Schichtung.
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Das „Nest“ der Eichengallwespe ist eine pflanzliche Gewebewucherung an der Unterseite von Eichenblättern.
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Sie sehen gefährlich aus, sind im Hochsommer ab Mitte August richtig aufdringlich und ihre Stiche schmerzen. Kein Essen im Freien vergeht derzeit ohne die surrenden Nervensägen.
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Ein aggressives Surren, hastige Ausweichmanöver und schon sitzen die schwarz-gelben Störenfriede auf dem schmackhaften Grillfleisch. Dass wir in diesem Hochsommer von besonders vielen Wespen geplagt werden, kommt nicht überraschend. Schon im Juni warnten Experten vor einem starken Wespenjahr.

Entscheidend war dabei vor allem der warme Jahresbeginn und der milde Frühling, der den rund eineinhalb Zentimeter großen Hautflüglern bei der Gründung ihrer Nester zugutekam. Vor allem die Völker der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe – jener beiden Arten, die uns allzu häufig am Esstisch belästigen – erreichten deswegen vor allem im Siedlungsbereich überdurchschnittliche Ausmaße mit bis zu 10.000 Tieren pro Nest.

„Schuld daran war hauptsächlich die extreme Trockenheit. Sie hat dazu geführt, dass die Wespen in Siedlungsbereichen heuer mehr sichere Nistplätze fanden als in ihren natürlichen Lebensräumen“, erklärt Carolina Trcka-Rojas, Expertin beim Naturschutzbund Österreich.

Verschärfend kommt hinzu, dass in unserer „aufgeräumten“ Landschaft natürliche Hohlräume wie Baumhöhlen oder Totholz immer weniger werden. „Deshalb nutzen manche Wespenarten für ihre Nester zunehmend vom Menschen geschaffene Strukturen, etwa Jalousiekästen, Dachböden oder Gartenhäuschen“, berichtet die Fachfrau.

Die Nester der Gemeinen Wespe, der allerhäufigsten Art in unserem Land, bestehen aus einem papierartigen Material, aus zerkautem Holz und Speichel. Die Behausungen sind meist hellbraun, ockerfarben oder grau, kugelförmig und können bis zu 50 Zentimeter groß werden.

Doch nicht alle Wespenarten leben sozial und bauen Nester. Die meisten Wespen sind solitär, das heißt, sie
leben einzeln, wie etwa die nur ein bis vier Millimeter kleine Eichengall-wespe. Sie sieht ganz anders aus und errichtet auch kein Nest im klassischen Sinne, sondern sticht stattdessen die Unterseite eines Eichenblattes an, um eine bis zu zwei Zentimeter große kugelförmige Wucherung als Brutstätte zu erzeugen.

„Sie dient zum einen als Nahrung für die Larven, zum anderen sind diese darin perfekt geschützt, bis sie sich verpuppen und schließlich ausfliegen“, weiß die Expertin. Für Menschen sind Eichengallwespen völlig harmlos. Sie können nicht stechen und schaden auch gesunden Bäumen nicht nennenswert. Äußerst friedlich ist auch die etwa eineinhalb Zentimeter große Behaarte Töpferwespe, die winzige, urnenförmige Gebilde aus feuchtem Lehm oder Ton „töpfert“. Die nur einen Zentimeter großen Brutkammern besitzen eine kleine Öffnung und werden gerne an Pflanzenstängeln, etwa von Heidekraut, oder an Steinen befestigt.

„Wespennester, die für uns oft unscheinbar oder störend wirken, sind ein faszinierendes Zusammenspiel aus Anpassungsfähigkeit, Baukunst und Überlebensstrategie“, schwärmt Carolina Trcka-Rojas. Der Naturschutzbund bittet, die Behausungen der Wespen daher nicht vorschnell zu entfernen und die Tiere als wichtigen Bestandteil der Natur zu betrachten. Denn alles in allem bescheren sie uns mehr Nutzen als Schaden. Helfen die meisten der weltweit 74 echten Wespenarten doch tatkräftig mit, andere „Schädlinge“ in Schach zu halten. So kann ein großer Wespenstaat pro Tag bis zu zwei Kilo Mücken vertilgen. „Ihre Brut versorgen sie mit eiweißhaltigem Aas, beseitigen es und verhindern damit, dass sich ansteckende Krankheiten ausbreiten. Und bei ihren Blütenbesuchen bestäuben sie die Pflanzen und sichern so, genau wie Wildbienen, unsere Ernten. Wespen sind aber auch selbst häufig Nahrung für andere Arten“, so Trcka-Rojas.

Aufgrund der hohen Populationsgröße braucht ein Wespenstaat heuer jedoch besonders viel Futter. „Die Arbeiterinnen müssen also bei der Nahrungsbeschaffung etwas aktiver und risikobereiter sein. Dadurch steigt aber auch die Chance, dass die Tiere in Bedrängnis geraten und dadurch zustechen“, mahnt die Fachfrau.

Generell heißt es: Ruhe bewahren. Denn, so unglaublich es klingt, die Wespen bemerken unsere Furcht. „Angstschweiß ist für sie ein Warnsignal.“ Auch Wegblasen ist keine Alternative, denn das ausgeatmete Kohlendioxid macht die normalerweise ruhigen Tiere erst so richtig reizbar – besser vorsichtig abschütteln.

Gefährlich sind die Stiche in der Regel auch nur für Wespengiftallergiker oder im Mund- und Rachenraum. Dann ist schnelle Hilfe gefragt. Leider gibt es heuer inmitten der Wespen-Hochsaison zu wenig Adrenalin-Notfallspritzen („Epi-Pen“), die bei schweren allergischen Reaktionen Leben retten können. „Sie sind vermutlich erst im September wieder landesweit verfügbar“, heißt es von Seiten der Apothekerkammer.

Allerdings erledigt sich im Herbst das Wespenproblem ohnehin von alleine, wenn die letzten Arbeiterinnen ausfliegen und sterben. Schließlich sind und bleiben die Wespen nur ein „Volk für einen Sommer“. Hwie
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