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Ausgabe Nr. 34/2026 vom 19.08.2026, Fotos: APA-Images, ORF/Degeto/ARD/NDR/Gordon Timpen
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Rote Haare, starke Präsenz – Marleen Lohse.
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Als warmherzige Tierärztin Jule Christiansen
stolpert Marleen Lohse mit ihrer direkten Art …
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… mit Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) und Hannah Wagner (Jana Klinge, re.) in Kriminalfälle hinein.
Marleen Lohse, 42, aus
„Nord bei Nordwest“:
„Beim Pilzesammeln bekomme ich den Kopf frei“
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​Gemeinsam mit Hinnerk Schönemann, 51, und Jana Klinge, 45, bildet Marleen Lohse, 42, das sympathische Dreiergespann der beliebten ARD-Krimireihe „Nord bei Nordwest“ (Do., 20.15 Uhr). Die 42jährige deutsche Schauspielerin, seit drei Jahren Mutter eines Buben, erzählt im Gespräch mit der WOCHE-Reporterin Martina Wieser vom Bermuda-Dreieck der Liebe, Hellwachsein und wo sie am liebsten Energie tankt.
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Frau Lohse, der Kuss in der 28. Folge hat gezeigt, dass es zwischen der von Ihnen verkörperten Jule Christiansen und Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) ganz schön knistert. Hand aufs Herz, wie stehen die Chancen, dass die beiden doch noch ein Paar werden?

Chancen gibt es natürlich immer, aber wenn ich dieses Geheimnis jetzt schon auflösen würde, wäre die Reihe ja fast schon auserzählt. Ein bisschen Spannung muss schließlich noch bleiben (lacht).

Das Beziehungsdreieck zieht sich wie ein roter Faden durch das Geschehen. Wie erleben Sie es als Schauspielerin, in dieser pikanten Konstellation der Liebe immer wieder die Balance zwischen Nähe, Distanz und Eifersucht zu finden?

Die Dreierkonstellation, dieses schöne Bermuda-Dreieck, ist wirklich das Herzstück der „Nord bei Nordwest“-Filme. Ich liebe es, zu sehen, was sich unsere großartigen Autoren immer wieder einfallen lassen, und warum das Pendel zunächst in die eine, dann wieder in die andere Richtung ausschlägt. Für mich als Schauspielerin ist es eine große Freude, diesen Tanz auszutarieren und immer wieder neu auszuloten, wie viel Nähe, Distanz und Eifersucht gerade möglich sind.

Sie standen bereits als Kind vor der Kamera.
Wie sehr hat diese frühe Karriere Ihre Kindheit geprägt? Und wie ist es Ihnen gelungen, in der oft exzentrischen Branche die Bodenhaftung zu behalten?


Ich habe mit zwölf Jahren angefangen und bin dadurch früh in diese Branche hineingewachsen. Gleichzeitig gab es immer die Schule, später das Schauspielstudium, das Theater und viel Arbeit. Vielleicht hat mich gerade das geerdet. Ich brauche einen festen Boden unter den Füßen, sonst könnte ich, glaube ich, gar nicht gut arbeiten.

Neben der Schauspielkunst ist die Musik Ihr zweites Metier. Für den Film „Cleo“ haben Sie das Titellied gesungen, und während der Schwangerschaft sowie in den ersten Monaten mit Ihrem Kind entstand Ihr Debütalbum „Wide Awake“ – zu Deutsch: „Hellwach“. Welche Routine hilft Ihnen, selbst an einem intensiven Drehtag, hellwach zu bleiben? Und wie viele schlaflose Nächte hat Ihnen Ihr Kind in der ersten Zeit bereitet?

Mit dem Hellwachsein klappt es einmal besser, dann wieder schlechter. Ich versuche, Sport fest in meinen Alltag einzubauen und rechtzeitig ins Bett zu gehen – auch wenn mir das nicht immer gelingt. Wie viele schlaf-
lose Nächte es am Ende tatsächlich waren, habe ich zum Glück nicht mitgezählt (lacht).

In dem Thriller „Die Frau ohne Namen“, der noch in diesem Jahr ausgestrahlt wird, spielen Sie eine auf Mikroexpressionen spezialisierte Psychologin.
Ihre Figur analysiert Gesichtsausdrücke, um die
Emotionen von Menschen zu entschlüsseln.

Wie gut können Sie selbst im Alltag aus Gesichtern lesen? Erkennen Sie sofort, wenn jemand lügt?

Das ist ein ganz besonderes Projekt für mich, weil ich den Stoff gemeinsam mit zwei Freundinnen selbst entwickelt habe. Vor etwa zehn Jahren haben wir angefangen, uns die Geschichte um Marlene Nielsen auszudenken, und im vergangenen Jahr wurde sie schließlich verfilmt. Im Alltag würde ich nicht behaupten, dass ich Menschen an ihren Mikroexpressionen lesen kann.
Aber ich glaube, ich habe ein ganz gutes Gespür dafür, wer mir gegenübersteht und wie die Stimmung in einem Raum ist. Und ich versuche, meinem Gegenüber in die Augen zu schauen und lieber einmal mehr nachzufragen, wie es ihm geht.

Wo tanken Sie am liebsten Energie, wenn Sie einmal Abstand vom Alltag brauchen?

Meine kleinen Ruhe-Inseln sind das Laufen und die Badewanne. Und wenn es die Zeit zulässt, fahre ich gerne mit meiner Familie nach Schweden. Dort Pilze oder Heidelbeeren zu sammeln, ist für mich die beste Art, den Kopf freizubekommen und neue Energie zu tanken.

Ein Blick zurück – welchen Rat würden Sie heute Ihrem 20jährigen Ich geben? Gibt es rückblickend Entscheidungen, die Sie bereuen …

Wenn ich mein 20jähriges Ich heute treffen würde, würde ich ihm sagen – nur Mut! Und – ein gebrochenes Herz heilt. Gleichzeitig könnte ich von meinem damaligen Ich wahrscheinlich lernen, jetzt wieder etwas mutiger und spontaner zu sein.

… und ein Blick nach vorne: Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Und wo sehen Sie sich selbst in zehn Jahren?

Im besten Fall mache ich dann immer noch Musik, verbringe viel Zeit mit meiner Familie, reise noch etwas öfter als jetzt nach Schweden – und ich darf hoffentlich immer noch als Jule Christiansen die ebenso einfühlsame wie termperamentvolle Tierärztin in Schwanitz sein.
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