Ausgabe Nr. 33/2026 vom 12.08.2026, Fotos: N. Secerovic and G.V. Aurucci, zvg, MedUniWien
Mit Hilfe aufgeklebter Sensoren am kranken Arm können sie die Bewegung und Gegenstände spüren.
Dadurch werden Bewegung und Gefühl im Arm und in der Hand wieder verbunden.
Dadurch werden Bewegung und Gefühl im Arm und in der Hand wieder verbunden.
Mit der VR-Brille sehen die Teilnehmer ihre virtuelle Hand, mit der sie Gegenstände
(etwa Bälle, Würfel) bewegen.
(etwa Bälle, Würfel) bewegen.
Dank „Brille“ mehr Gefühl in Armen und Händen
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
und Artikel an Freunde verschenken.
Jede halbe Stunde erleidet ein Mensch in unserem Land einen Schlaganfall. Zu den häufigsten Folgen gehören Lähmungen in den Armen. Wiener Forscher zeigen, eine Therapie mit der Virtuellen Realität hilft, Arme und Hände wieder besser bewegen zu können.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
um Artikel vorlesen
zu lassen.
Eine Behinderung der Arme und Hände ist eine der häufigsten Folgen eines Schlaganfalles. Sie reicht von leichten Koordinations- und Kraftverlusten bis zur vollständigen Lähmung. Die Einschränkungen im Alltag sind meist massiv, alltägliche Dinge wie Greifen, Halten oder Waschen fallen schwer.
„Selbst nach intensiver frühzeitiger Physiotherapie leben viele Patienten noch lange nach dem Ereignis mit eingeschränkter Arm- und Handfunktion, Gefühlsstörungen und veränderter Körperwahrnehmung. Herkömmliche Rehabilitation kann zwar die motorischen Funktionen verbessern, konzentriert sich jedoch oft hauptsächlich auf Bewegungstraining. Sensorische Defizite wie beispielsweise mangeln-
des Empfinden von Berührung, Schmerz und Temperatur sowie die Körperwahrnehmung werden unzureichend berücksichtigt“, sagt Prof. Stanisa Raspopovic vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der Medizinischen Universität Wien.
Forscher der Medizinischen Universität Wien und der ETH Zürich (Schweiz) haben für Menschen mit derart langfristigen Folgen eines Schlaganfalles eine Technologie entwickelt, die Patienten umfassend helfen soll.
„Die neue Technologie trägt zur Verbesserung der Arm- und Handfunktion sowie der Tast- und Körperwahrnehmung bei. Es ist ein individuelles Training in virtueller Umgebung.“
Das Forschungsteam hat die Rehabilitationsplattform „MultiSensy“ entwickelt. Es ist eine innovative Reha-Technologie, die Immersive Virtuelle Realität (VR) mit synchroner Nervenstimulation kombiniert, um die Arm- und Handfunktion nach einem Schlaganfall deutlich zu verbessern.
„Das System verwandelt die Rehabilitationsübungen in interaktive virtuelle Aufgaben, die darauf ausgelegt sind, bestimmte Arm- und Handfunktionen wie zum Beispiel das Greifen und Halten zu trainieren. Gleichzeitig stimulieren auf der Haut angebrachte Elektroden die Nerven in Echtzeit, sodass die Nutzer virtuelle Objekte so wahrnehmen können, als würden sie diese tatsächlich berühren und spüren. Die Übungen lassen sich an den Grad der Beeinträchtigung anpassen, wodurch das Training sowohl zielgerichtet als auch motivierend gestaltet werden kann. Unser Ziel war, über das reine Bewegungstraining hinauszugehen“, sagt der Studienleiter Raspopovic.
Getestet wurde das System bei 34 Männern und Frauen, die mehr als drei Monate vor Studienbeginn einen Schlaganfall erlitten hatten. Einige Teilnehmer trainierten mit MultiSensy. Dabei trugen sie eine VR-Brille und führten bei gleichzeitiger Nervenstimulation in einer digitalen Trainingsumgebung alltagsorientierte Arm- und Handübungen durch. Die Kontrollgruppe erhielt eine konventionelle Rehabilitation, einschließlich Physio- und Ergotherapie. Beide Gruppen absolvierten ein dreiwöchiges Programm, das aus zwölf Trainingseinheiten bestand.
„Die Studie zeigte bei den mit MultiSensy behandelten Teilnehmern deutlich größere Fortschritte bei der Wiederherstellung der Arm- und Handfunktionen als bei den Patienten mit konventioneller Rehabilitation“, zeigt sich der Studienleiter erfreut. Die Teilnehmer der MultiSensy-Gruppe wiesen bei der motorischen Beeinträchtigung der Arme eine fast doppelt so große Verbesserung auf wie die Kontrollgruppe.
Ähnliche Ergebnisse brachte ein Arm-Test, der bewertet, wie gut Patienten ihren Arm und ihre Hand bei alltäglichen funktionellen Aufgaben einsetzen können.
„Die mit dem neuen System behandelten Teilnehmer zeigten zudem Verbesserungen in ihrem Tastsinn und in der Wahrnehmung ihres beeinträchtigten Armes“, erklärt der Erstautor Dr. Valerio Aurucci (ETH Zürich).
Noch befindet sich die Technologie im Forschungsstadium, doch die Studie eröffnet vielversprechende Perspektiven für eine zukünftige personalisierte und potenziell zu Hause durchführbare Schlaganfall-Rehabilitation.
„Die Ergebnisse liefern erste klinische Belege dafür, dass immersive Virtuelle Realität in Kombination mit sensorischer Nervenstimulation die Genesung nach einem Schlaganfall unterstützen kann, selbst noch Monate nach dem Ereignis“, zeigt sich Raspopovic zufrieden.
„Selbst nach intensiver frühzeitiger Physiotherapie leben viele Patienten noch lange nach dem Ereignis mit eingeschränkter Arm- und Handfunktion, Gefühlsstörungen und veränderter Körperwahrnehmung. Herkömmliche Rehabilitation kann zwar die motorischen Funktionen verbessern, konzentriert sich jedoch oft hauptsächlich auf Bewegungstraining. Sensorische Defizite wie beispielsweise mangeln-
des Empfinden von Berührung, Schmerz und Temperatur sowie die Körperwahrnehmung werden unzureichend berücksichtigt“, sagt Prof. Stanisa Raspopovic vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der Medizinischen Universität Wien.
Forscher der Medizinischen Universität Wien und der ETH Zürich (Schweiz) haben für Menschen mit derart langfristigen Folgen eines Schlaganfalles eine Technologie entwickelt, die Patienten umfassend helfen soll.
„Die neue Technologie trägt zur Verbesserung der Arm- und Handfunktion sowie der Tast- und Körperwahrnehmung bei. Es ist ein individuelles Training in virtueller Umgebung.“
Das Forschungsteam hat die Rehabilitationsplattform „MultiSensy“ entwickelt. Es ist eine innovative Reha-Technologie, die Immersive Virtuelle Realität (VR) mit synchroner Nervenstimulation kombiniert, um die Arm- und Handfunktion nach einem Schlaganfall deutlich zu verbessern.
„Das System verwandelt die Rehabilitationsübungen in interaktive virtuelle Aufgaben, die darauf ausgelegt sind, bestimmte Arm- und Handfunktionen wie zum Beispiel das Greifen und Halten zu trainieren. Gleichzeitig stimulieren auf der Haut angebrachte Elektroden die Nerven in Echtzeit, sodass die Nutzer virtuelle Objekte so wahrnehmen können, als würden sie diese tatsächlich berühren und spüren. Die Übungen lassen sich an den Grad der Beeinträchtigung anpassen, wodurch das Training sowohl zielgerichtet als auch motivierend gestaltet werden kann. Unser Ziel war, über das reine Bewegungstraining hinauszugehen“, sagt der Studienleiter Raspopovic.
Getestet wurde das System bei 34 Männern und Frauen, die mehr als drei Monate vor Studienbeginn einen Schlaganfall erlitten hatten. Einige Teilnehmer trainierten mit MultiSensy. Dabei trugen sie eine VR-Brille und führten bei gleichzeitiger Nervenstimulation in einer digitalen Trainingsumgebung alltagsorientierte Arm- und Handübungen durch. Die Kontrollgruppe erhielt eine konventionelle Rehabilitation, einschließlich Physio- und Ergotherapie. Beide Gruppen absolvierten ein dreiwöchiges Programm, das aus zwölf Trainingseinheiten bestand.
„Die Studie zeigte bei den mit MultiSensy behandelten Teilnehmern deutlich größere Fortschritte bei der Wiederherstellung der Arm- und Handfunktionen als bei den Patienten mit konventioneller Rehabilitation“, zeigt sich der Studienleiter erfreut. Die Teilnehmer der MultiSensy-Gruppe wiesen bei der motorischen Beeinträchtigung der Arme eine fast doppelt so große Verbesserung auf wie die Kontrollgruppe.
Ähnliche Ergebnisse brachte ein Arm-Test, der bewertet, wie gut Patienten ihren Arm und ihre Hand bei alltäglichen funktionellen Aufgaben einsetzen können.
„Die mit dem neuen System behandelten Teilnehmer zeigten zudem Verbesserungen in ihrem Tastsinn und in der Wahrnehmung ihres beeinträchtigten Armes“, erklärt der Erstautor Dr. Valerio Aurucci (ETH Zürich).
Noch befindet sich die Technologie im Forschungsstadium, doch die Studie eröffnet vielversprechende Perspektiven für eine zukünftige personalisierte und potenziell zu Hause durchführbare Schlaganfall-Rehabilitation.
„Die Ergebnisse liefern erste klinische Belege dafür, dass immersive Virtuelle Realität in Kombination mit sensorischer Nervenstimulation die Genesung nach einem Schlaganfall unterstützen kann, selbst noch Monate nach dem Ereignis“, zeigt sich Raspopovic zufrieden.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung

















