Engelbert Humperdinck:
„Ich habe viele Ehen gestiftet“
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Er ist der König der Romanze, steht nach wie vor auf der Bühne und plant noch heuer ein Konzert in Wien. Für Engelbert Humperdinck, 90, ist Alter nur eine Zahl. Er stieß die „Beatles“ vom Thron und war mit Elvis Presley befreundet. Und er liebt Österreich
und Schnaps, wie er der WOCHE-Reporterin Barbara Reiter erzählt hat.
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Herr Humperdinck, Sie wurden im Mai 90
und sehen gut aus. Sie wollen nun nach einer Pause wieder auf der Bühne stehen – warum?
Ich bin mein ganzes Leben lang auf der Bühne gestanden und habe eigentlich nie aufgehört. Aber ich war lange nicht mehr in Österreich und Deutschland. Zuletzt vor ungefähr sechs Jahren, als ich in der Helene-Fischer-Show aufgetreten bin. Früher habe ich in Deutschland viele Lieder aufgenommen, die Hits wurden – mit Produzenten wie Jack White und anderen.
Planen Sie Konzerte in Deutschland und unserem Land?
Ja, es kommen in diesem Jahr noch weitere Termine dazu. Auch in Wien. Ich liebe Österreich und bin viele Jahrzehnte in Hopfgarten (Bezirk Kitzbühel, Tirol) Schi gefahren.
Wissen Sie, was mein Lieblingsgetränk in Österreich ist? Schnaps.
Williams Birne.
Ich liebe Schnaps, aber nicht zu viel. Nach dem Essen ist er sehr angenehm.
Ein Hoch auf die Bühne. Sie haben dort Ihr ganzes Leben verbracht, Elvis Presley war Ihr Freund, auch Tom Jones und Dean Martin. Also die größten Kaliber der Branche, doch Sie blieben bodenständig …
Ich versuche, so bescheiden wie möglich zu sein. Das war immer so, es liegt in meiner Natur. Die Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, waren auch so. Elvis zum Beispiel. Dean Martin war ebenfalls äußerst zurückhaltend, freundlich, gesellig und immer höflich. Von diesen wunderbaren Menschen habe ich gelernt. Als junger Mann in England hätte ich mir nie vorstellen können, eines Tages mit Elvis Presley, Dean Martin, Sammy Davis jr. und anderen befreundet zu sein, neben ihnen zu sitzen oder mit ihnen zu essen. Manchmal musste ich mich selbst zwicken.
Viele dieser berühmten Menschen sind inzwischen verstorben. Es ist sicher nicht leicht, auf dem Weg so viele Menschen zu verlieren?
Nein, das ist nicht leicht. Ich kann Gott nur dafür danken, dass er mich beschützt hat und ich noch immer die Arbeit tun kann, die ich immer geliebt habe: auf die Bühne gehen, singen und dort meinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Das ist ein wunderbares Gefühl. Ich bezeichne mich als einen „Thespian of Song“. Der griechische Dramatiker Thespis trat aus einem Chor heraus und rezitierte Texte. Damit war er der erste Schauspieler der Welt. Ich nenne mich einen Schauspieler des Liedes. Wenn ich singe, sollen die Menschen in meinem Gesicht lesen können. Ich erzähle eine Geschichte – so, als würde ich mit ihnen sprechen. Es ist beinahe ein Gespräch unter vier Augen. Die Menschen sollen glauben, ich würde nur für sie singen.
Wer in Ihre Augen schaut, erkennt viel Lebendigkeit. Liegt das an den Genen oder an Ihrer Lebensweise?
Ich glaube, es sind die Gene. Ich stamme aus einer Familie mit zehn Kindern. Ich hatte sieben Schwestern und zwei Brüder und bin das neunte Kind. Fünf meiner Schwestern habe ich verloren. Zwei Brüder und zwei Schwestern sind noch am Leben. Mein ältester Bruder wird demnächst 101 Jahre alt.
Das ist ein gutes Omen.
Was tun Sie, um sich fit zu halten? Angeblich haben Sie
früher Kampfsport betrieben?
Ich mache noch immer Kampfsport. Viele meiner Übungen absolviere ich im Schwimmbecken, wo ich unter Wasser meine Bewegungsabläufe mache. Eigentlich schwimme ich dort nie, sondern turne und jogge im Becken, jeden zweiten Tag ungefähr 45 Minuten lang. An manchen Tagen habe ich wegen meines vollen Terminplans keine Zeit. Aber es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen und auf seinen Körper zu achten.
Sie legen nach wie vor viel Wert auf ein gepflegtes Auftreten. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Ich gehe nie einfach in Straßenkleidung auf die Bühne, sondern ziehe mich extra dafür an. Vielleicht ist das altmodisch, aber für mich zeigt es den Respekt vor dem Publikum. Ich kleide mich für die Menschen.
„A Man Without Love“ ist ein romantisches Lied. Nicht umsonst werden Sie „König der Romanze“ genannt. Wieviele Ehen haben Sie gestiftet?
Ich habe wahrscheinlich sehr viele Ehen gestiftet. Die Menschen schreiben mir oder erzählen mir bei Begegnungen davon: „Dank Ihrer Lieder habe ich meinen Mann kennengelernt. Zu Ihrer Musik haben wir uns verlobt und geheiratet.“ In Tanzlokalen war „The Last Waltz“ oft das letzte Lied des Abends. Die Menschen tanzten miteinander, kamen zusammen und heirateten später – vielleicht nur, weil sie zu meinem Lied getanzt haben.
Sie hatten viele gute, aber auch schlechte Zeiten. Sie haben Geld verloren und Ihre Frau ist an Alzheimer verstorben. Wie sind Sie mit den Rückschlägen umgegangen?
Mein Leben war nicht allzu schlecht. Obwohl ich einige schlechte Entscheidungen getroffen habe. Man sollte niemals eine Entscheidung treffen, wenn man wütend ist. Denn damit verletzt man nicht den anderen, sondern sich selbst. Ich habe einmal aus Wut eine falsche Entscheidung getroffen und dadurch Millionen Dollar verloren. Es ging um meinen ersten Manager, der meine Karriere aufgebaut hat. Später wurde er etwas merkwürdig und schätzte meine Freundschaft nicht mehr. Deshalb beschloss ich, ihn zu verlassen und verlor ein Vermögen dabei. Er starb vor 45 Jahren an Krebs.
Leben Sie seit dem Tod Ihrer Frau 2021 allein?
Ja, ich lebe allein – abgesehen von den Menschen, die für mich arbeiten. Mir gefällt das. Ich möchte mich auf keine neue Beziehung mehr einlassen.
Zur Person:
Engelbert Humperdinck, bürgerlich Arnold George Dorsey, wurde am 2. Mai 1936 in Madras in Indien geboren. Mitte der 1940er Jahre zog er mit seiner Familie nach Leicester in England und begann mit elf Jahren Saxophon zu spielen.
Ein Gesangswettbewerb ebnete seinen Weg in die Musik, die er nach einem Umzug in die USA Mitte der 1950er Jahre professionell ausübte. Auf Vorschlag seines Managers nahm er den Namen Engelbert Humperdinck an und nannte sich nach einem Rechtsstreit mit der Familie des deutschen Komponisten eine Zeitlang nur Engelbert.
Humperdincks Frau Patricia erkrankte 2007 an Alzheimer und starb 2021. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Der Künstler lebt heute in Los Angeles (USA) und England.
und sehen gut aus. Sie wollen nun nach einer Pause wieder auf der Bühne stehen – warum?
Ich bin mein ganzes Leben lang auf der Bühne gestanden und habe eigentlich nie aufgehört. Aber ich war lange nicht mehr in Österreich und Deutschland. Zuletzt vor ungefähr sechs Jahren, als ich in der Helene-Fischer-Show aufgetreten bin. Früher habe ich in Deutschland viele Lieder aufgenommen, die Hits wurden – mit Produzenten wie Jack White und anderen.
Planen Sie Konzerte in Deutschland und unserem Land?
Ja, es kommen in diesem Jahr noch weitere Termine dazu. Auch in Wien. Ich liebe Österreich und bin viele Jahrzehnte in Hopfgarten (Bezirk Kitzbühel, Tirol) Schi gefahren.
Wissen Sie, was mein Lieblingsgetränk in Österreich ist? Schnaps.
Williams Birne.
Ich liebe Schnaps, aber nicht zu viel. Nach dem Essen ist er sehr angenehm.
Ein Hoch auf die Bühne. Sie haben dort Ihr ganzes Leben verbracht, Elvis Presley war Ihr Freund, auch Tom Jones und Dean Martin. Also die größten Kaliber der Branche, doch Sie blieben bodenständig …
Ich versuche, so bescheiden wie möglich zu sein. Das war immer so, es liegt in meiner Natur. Die Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, waren auch so. Elvis zum Beispiel. Dean Martin war ebenfalls äußerst zurückhaltend, freundlich, gesellig und immer höflich. Von diesen wunderbaren Menschen habe ich gelernt. Als junger Mann in England hätte ich mir nie vorstellen können, eines Tages mit Elvis Presley, Dean Martin, Sammy Davis jr. und anderen befreundet zu sein, neben ihnen zu sitzen oder mit ihnen zu essen. Manchmal musste ich mich selbst zwicken.
Viele dieser berühmten Menschen sind inzwischen verstorben. Es ist sicher nicht leicht, auf dem Weg so viele Menschen zu verlieren?
Nein, das ist nicht leicht. Ich kann Gott nur dafür danken, dass er mich beschützt hat und ich noch immer die Arbeit tun kann, die ich immer geliebt habe: auf die Bühne gehen, singen und dort meinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Das ist ein wunderbares Gefühl. Ich bezeichne mich als einen „Thespian of Song“. Der griechische Dramatiker Thespis trat aus einem Chor heraus und rezitierte Texte. Damit war er der erste Schauspieler der Welt. Ich nenne mich einen Schauspieler des Liedes. Wenn ich singe, sollen die Menschen in meinem Gesicht lesen können. Ich erzähle eine Geschichte – so, als würde ich mit ihnen sprechen. Es ist beinahe ein Gespräch unter vier Augen. Die Menschen sollen glauben, ich würde nur für sie singen.
Wer in Ihre Augen schaut, erkennt viel Lebendigkeit. Liegt das an den Genen oder an Ihrer Lebensweise?
Ich glaube, es sind die Gene. Ich stamme aus einer Familie mit zehn Kindern. Ich hatte sieben Schwestern und zwei Brüder und bin das neunte Kind. Fünf meiner Schwestern habe ich verloren. Zwei Brüder und zwei Schwestern sind noch am Leben. Mein ältester Bruder wird demnächst 101 Jahre alt.
Das ist ein gutes Omen.
Was tun Sie, um sich fit zu halten? Angeblich haben Sie
früher Kampfsport betrieben?
Ich mache noch immer Kampfsport. Viele meiner Übungen absolviere ich im Schwimmbecken, wo ich unter Wasser meine Bewegungsabläufe mache. Eigentlich schwimme ich dort nie, sondern turne und jogge im Becken, jeden zweiten Tag ungefähr 45 Minuten lang. An manchen Tagen habe ich wegen meines vollen Terminplans keine Zeit. Aber es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen und auf seinen Körper zu achten.
Sie legen nach wie vor viel Wert auf ein gepflegtes Auftreten. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Ich gehe nie einfach in Straßenkleidung auf die Bühne, sondern ziehe mich extra dafür an. Vielleicht ist das altmodisch, aber für mich zeigt es den Respekt vor dem Publikum. Ich kleide mich für die Menschen.
„A Man Without Love“ ist ein romantisches Lied. Nicht umsonst werden Sie „König der Romanze“ genannt. Wieviele Ehen haben Sie gestiftet?
Ich habe wahrscheinlich sehr viele Ehen gestiftet. Die Menschen schreiben mir oder erzählen mir bei Begegnungen davon: „Dank Ihrer Lieder habe ich meinen Mann kennengelernt. Zu Ihrer Musik haben wir uns verlobt und geheiratet.“ In Tanzlokalen war „The Last Waltz“ oft das letzte Lied des Abends. Die Menschen tanzten miteinander, kamen zusammen und heirateten später – vielleicht nur, weil sie zu meinem Lied getanzt haben.
Sie hatten viele gute, aber auch schlechte Zeiten. Sie haben Geld verloren und Ihre Frau ist an Alzheimer verstorben. Wie sind Sie mit den Rückschlägen umgegangen?
Mein Leben war nicht allzu schlecht. Obwohl ich einige schlechte Entscheidungen getroffen habe. Man sollte niemals eine Entscheidung treffen, wenn man wütend ist. Denn damit verletzt man nicht den anderen, sondern sich selbst. Ich habe einmal aus Wut eine falsche Entscheidung getroffen und dadurch Millionen Dollar verloren. Es ging um meinen ersten Manager, der meine Karriere aufgebaut hat. Später wurde er etwas merkwürdig und schätzte meine Freundschaft nicht mehr. Deshalb beschloss ich, ihn zu verlassen und verlor ein Vermögen dabei. Er starb vor 45 Jahren an Krebs.
Leben Sie seit dem Tod Ihrer Frau 2021 allein?
Ja, ich lebe allein – abgesehen von den Menschen, die für mich arbeiten. Mir gefällt das. Ich möchte mich auf keine neue Beziehung mehr einlassen.
Zur Person:
Engelbert Humperdinck, bürgerlich Arnold George Dorsey, wurde am 2. Mai 1936 in Madras in Indien geboren. Mitte der 1940er Jahre zog er mit seiner Familie nach Leicester in England und begann mit elf Jahren Saxophon zu spielen.
Ein Gesangswettbewerb ebnete seinen Weg in die Musik, die er nach einem Umzug in die USA Mitte der 1950er Jahre professionell ausübte. Auf Vorschlag seines Managers nahm er den Namen Engelbert Humperdinck an und nannte sich nach einem Rechtsstreit mit der Familie des deutschen Komponisten eine Zeitlang nur Engelbert.
Humperdincks Frau Patricia erkrankte 2007 an Alzheimer und starb 2021. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Der Künstler lebt heute in Los Angeles (USA) und England.
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