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Ausgabe Nr. 32/2026 vom 05.08.2026, Fotos: zvg
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Der Zufall hat unser Leben bestimmt
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„Ein verpasster Bus schenkte mir eine neue Heimat“

Laura Thaler, 29, Grafikdesignerin
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„Eine kleine Warze hat mein Leben gerettet“

Gerhard Sachs, 58, Tischler
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„Der falsche Zug führte mich zur richtigen Frau“

Helga, 71, und Franz Brandner, 70, beide Pensionisten
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„Ein herrenloser Hund hat mich gefunden“

Martin Kutzenberger, 45, Kellner
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„Ich habe bei der Bewerbung E-Mail-Adressen vertauscht“

Miriam Sieberer, 43, Konditorin
Der Zufall hat unser Leben bestimmt
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Manchmal genügt ein Augenblick und das Leben nimmt eine neue Wendung. Lange geplante Vorhaben werden nichtig, dafür eröffen sich ungeahnte Möglichkeiten.
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„Ein verpasster Bus schenkte mir eine neue Heimat“
Laura Thaler, 29, Grafikdesignerin


Eigentlich wollte ich nur eine Woche dem Alltag entkommen“, erzählt Laura Thaler. Auf einer Reise durch Portugal verpasste die damals 25jährige in Ericeira ihren Bus nach Lissabon und musste einen weiteren Tag in dem portugiesischen Küstenort bleiben. „In der Früh saß ich mit einem Kaffee am Hafen, hörte die Möwen und dachte plötzlich: Hier möchte ich leben.“ Aus dem zusätzlichen Tag wurden drei Wochen.

Zurück zu Hause, kündigte Thaler ihre Wohnung in Graz, packte zwei Koffer und zog wenige Monate später ans Meer. Heute arbeitet sie als Grafikdesignerin in einem Atelier mit Blick auf die Dächer des Ortes. In ihrer Freizeit surft sie, spricht Portugiesisch und hilft manchmal in einem Strandcafé aus. „Wäre mir dieser Bus nicht davongefahren, hätte ich Ericeira nie kennengelernt. Dieser Zufall hat mir meine neue Heimat geschenkt.“


„Eine kleine Warze hat mein Leben gerettet“
Gerhard Sachs, 58, Tischler


Eigentlich ging ich vor vier Jahren nur wegen einer hartnäckigen Warze am Oberarm zum Hautarzt“,
erzählt Gerhard Sachs. Beim Ausziehen des Hemdes fiel der Ärztin jedoch ein dunkler, unregelmäßiger Fleck auf seinem Rücken auf. „Ich habe davon nichts bemerkt. Dort kann man selbst ja kaum hinschauen.“ Die Ärztin entfernte das verdächtige Muttermal und schickte es ins Labor.

Wenige Tage später kam der Anruf – die Diagnose lautete: schwarzer Hautkrebs. Zum Glück war der Tumor noch in einem frühen Stadium und hatte nicht gestreut. Nach dessen Entfernung waren keine weiteren Behandlungen nötig. „Die Warze war harmlos, aber ohne sie wäre ich wahrscheinlich nie zum Arzt gegangen.“ Heute lässt Sachs seine Haut regelmäßig kontrollieren. „Diese kleine Warze hat mir vermutlich das Leben gerettet.“


„Der falsche Zug führte mich zur richtigen Frau“
Helga, 71, und Franz Brandner, 70, beide Pensionisten


Ich wollte damals von Salzburg nach Linz fahren, stieg aber in der Eile in den Zug Richtung Villach ein“, erinnert sich Helga Brandner.
Die damals 22jährige bemerkte ihren Irrtum erst, als der Zug längst unterwegs war. „Ich war völlig aufgelöst. Ich hatte kaum Geld dabei, und Mobiltelefone gab es für uns damals natürlich noch nicht.“

Ihr Franz saß zufällig im selben Abteil. Er beruhigte sie, erklärte ihr, wo sie umsteigen konnte, spendierte ihr eine Tasse Kaffee und trug beim Aussteigen sogar ihren Koffer. „Ich fand ihn sofort sympathisch, aber auch ein bisschen zu fürsorglich“, meint die 71jährige heute lachend.

Beim Abschied schrieb Franz Brandner seine
Telefonnummer auf die Rückseite ihrer Fahrkarte.
Drei Tage später rief sie an. Heute sind die beiden seit 46 Jahren verheiratet.

„Der falsche Zug“, sagt der 70jährige Franz Brandner lächelnd, „führte mich genau zur richtigen Frau.“


„Ein herrenloser Hund hat mich gefunden“
Martin Kutzenberger, 45, Kellner


An meinem freien Montag ging ich vor drei Jahren im Wald spazieren“, erzählt Martin Kutzenberger. Auf dem Rückweg tauchte ein abgemagerter, brauner Mischlingshund neben ihm auf.

„Ich wollte nie ein Haustier. Aufgrund meiner unregelmäßigen und langen Arbeitszeiten war mir die Verantwortung zu groß.“
Doch der Hund folgte ihm bis zum Parkplatz und setzte sich vor sein Auto. Kutzenberger fragte bei den Häusern in der Umgebung nach, doch niemand kannte das Tier.
Deshalb brachte er es ins Tierheim.

Einen Chip hatte der Mischling nicht und niemand vermisste ihn. Der Tierarzt schätzte den Hund auf zwei Jahre. Und die Zukunft des Tieres war ungewiss, aber dann nahm das Schicksal seinen Lauf. „Als der herrenlose Hund beim Abschied seinen Kopf auf meinen Schuh legte, war es um mich geschehen.“ Einige Wochen später holte Kutzenberger den Hund ab. Heute ist „Balu“ fünf Jahre alt. Wenn der 45jährige arbeitet, kümmert sich eine Nachbarin um ihn.

„Ich habe keinen Hund gesucht. Er hat mich gefunden.“


„Ich habe bei der Bewerbung E-Mail-Adressen vertauscht“
Miriam Sieberer, 43, Konditorin


Eigentlich wollte ich mich bei einer Versicherung als
Sachbearbeiterin bewerben“, erzählt Miriam Sieberer.
Doch beim Versenden vertauschte die damals 29jährige
zwei E-Mail-Adressen.
Ihre Unterlagen landeten ausgerechnet in einer Konditorei.
„Die Chefin rief mich an und sagte, sie sei von meiner
kreativ gestalteten Bewerbung sofort begeistert gewesen.
Dann sagte sie lachend: Eine Versicherung sind wir zwar nicht, aber vielleicht passen Sie trotzdem zu uns.“

Sieberer nahm die Einladung zu einem Gespräch aus
Neugier an. Als dann in der Backstube kurzfristig Hilfe
gebraucht wurde, sprang die 43jährige ein und durfte Marzipanblumen formen sowie eine Hochzeitstorte verzieren. „Ich hatte noch nie einen Spritzbeutel in der Hand, war aber sofort in meinem Element.“
Diese Freude wollte sie weiterhin genießen. Sieberer
absolvierte eine Ausbildung und arbeitet heute als
Konditorin. Besonders gerne gestaltet sie aufwändige Hochzeitstorten mit Blüten und Ornamenten.
„Dieser Irrtum war der beste Fehler meines Lebens.“
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