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Ausgabe Nr. 31/2026 vom 29.07.2026, Fotos: Michael Wenier, zvg
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Fatoni.
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Fatoni schlägt zuweilen selbstkritische Töne an.

Am 22.9. gibt er in der Arena in Wien ein Konzert.
Fatoni: Der Kummer der Liebe
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Er wird gern als Herbert Grönemeyer des Deutschrap bezeichnet. Fatoni aus München, bürgerlich Anton Schneider und studierter Schauspieler, lebt seit zwanzig Jahren von seinen klugen, häufig selbstkritischen Liedern. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth sprach mit dem 42jährigen, dessen neues Album „Drama endet nie“ gerade in den Handel gekommen ist, über Dramen und Liebeskummer.
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Herr Fatoni, gehört das Drama für Sie zum Leben dazu?

Ja, definitiv. Ich glaube, das Drama gehört generell zum Leben dazu, bei jedem unterschiedlich stark.
Ich selbst arbeite daran, dass es vielleicht irgendwann in geruhsameren Bahnen verläuft. Aber der Schmerz und der Kummer gehören zum Leben.

Der Titel des neuen Albums „Drama endet nie“ lässt sich gut im Alltag anwenden, wenn wieder was schiefgeht. Als Variation von „Irgendwas ist immer“.

Das war auch einmal ein Arbeitstitel, er war mir am Ende aber zu einfach. Der Titel kann aber auch so gelesen werden: Es muss nicht immer das große, selbstgemachte Drama sein. Es gibt ja auch die vielen kleinen und mittleren Dramen. Zum Beispiel steckt ja gerade die Musikwelt wieder in einer Krise, zumindest empfinde ich das so. Da draußen tobt ein allgegenwärtiger Kampf um Aufmerksamkeit, das ist auf Dauer ermüdend.

Auch Liebeskummer ist ein zentrales Thema des Albums …

Ja, leider mit starker autobiografischer Note. Ich finde ja, Liebeskummer ist gesellschaftlich unterschätzt. Man redet viel über mentale Gesundheit und Depressionen, aber Liebeskummer wird kaum ernstgenommen. Dabei hat mir ein Allgemeinmediziner gesagt, das sei fast wie eine schwere Krankheit. Er wollte mir Antidepressiva verschreiben und hat mir gesagt, ich solle mich zwingen, jeden Tag spazieren zu gehen.

Hat beides geholfen?

Die Pillen habe ich nicht genommen, aber die Spaziergänge haben mir gutgetan. Und ich habe angefangen, Kraftsport zu machen – vier, manchmal fünf Mal pro Woche. Das hilft mental in vielen Bereichen. Und körperlich sowieso. Nach dem Dreh der Serie „Kacken an der Havel“ war ich gewichtsmäßig ziemlich weit oben. Danach habe ich einiges an meiner Ernährung geändert, Muskeln aufgebaut und wieder abgenommen. Im Moment fühle ich mich körperlich ziemlich gut.

„Wann werd ich endlich ausgetauscht?“, ist ein Lied
über Künstliche Intelligenz, das ziemlich zynisch wirkt.
Halten Sie nicht viel von den Entwicklungen rund um die KI?


In dem Stück steckt viel Schmerz aus dieser Lebensphase drin, in der ich unglücklich und unzufrieden war. Das Ganze habe ich dann noch in eine dicke Schicht Sarkasmus gewickelt und bitte darum, endlich von einer KI ersetzt zu werden. In der Wirklichkeit blicke ich eigentlich pessimistisch und voller Sorge auf KI. Ich würde mir wünschen, dass sie für Forschung und Wissenschaft genutzt wird, gegen Krebs zum Beispiel. Aber auf die Super-KI, die sich Menschen wie Elon Musk und Peter Thiel wünschen, würde ich gern verzichten. Mich macht KI-Musik im Netz richtig rasend.

Sie haben ja noch die Schauspielerei als Standbein. Wie haben Sie den Erfolg der Netflix-Serie „Kacken an der Havel“ erlebt?

Ich war während der Dreharbeiten fünf Monate Vollzeit-Schauspieler und habe damit mehr verdient als mit der Musik. Schauspieler zu sein, ist allerdings auch ein harter Beruf. Ein Beruf, in dem wahnsinnig viele verzweifeln und – oft vergeblich – auf den Anruf warten. Mich davon abhängig zu machen, war für mich nie eine Option. Deshalb war und bin ich immer froh, die Musik als zweites Standbein zu haben

Wird die Serie fortgesetzt?

Offiziell weiß ich nichts, aber ich würde mich freuen, wenn es weitergeht.

Im Lied „Geld ist geil“ wollen Sie den Reichen ans Vermögen. Eine entsprechende Steuer kommt wohl nicht. Sind Sie enttäuscht von der Politik?

Ich bin kein Realpolitiker. Das Schöne als Künstler ist, dass ich Forderungen raushauen kann, ohne konkreten Plan. Was mich an dem Thema fasziniert: Die meisten reichen deutschen Dynastien haben vom Naziregime profitiert und danach ist nichts passiert – trotz unserer Erinnerungskultur. Das finde ich absurd.
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