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Ausgabe Nr. 30/2026 vom 22.07.2026, Fotos: MATEmedia–ÖRV, zvg, instagram
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li.: Lara Tiefenthaler (Ruderverein STAW),

re.: Laura Swoboda (WSV Ottensheim)
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Tiefenthaler beim Radtrainig.
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Bei ihrem EM-Sieg 2025.
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Als Exekutivbeamtin.
Ruder-Europameisterin Lara Tiefenthaler, 26: „Ein kleines Teufelchen in mir sagt stop“
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Mit neuem EM-Rekord katapultierte sich Lara Tiefenthaler, 26, vor einem Jahr zu Ruder-Gold im leichten Einer, den sie bei der diesjährigen EM in wenigen Tagen gegen den Doppelzweier tauscht.
Schmerz und Überwindung gehören für sie zum Tagesgeschäft.
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Regelmäßig purzeln die Rekorde, wenn Ruder-Ass Lara Tiefenthaler, 26, sich kräftig in die Riemen legt. Im Jahr 2016 stellte sie als Juniorin in ihrer Altersklasse sowohl einen Weltrekord über 6.000 Meter am Ruderergometer, einem Rudergerät für Trainingsräume, als auch einen neuen Stundenweltrekord mit 14.539 Metern auf. Vor einem Jahr krönte sie ihren EM-Titel 2025 im leichten Einer mit einem neuen EM-Rekord.

„Ich spüre ein Feuer für den Rudersport, das ich wohl nie verlieren werde“, erklärt die Wienerin, warum sie auch nach 25 Stunden hartem Training pro Woche noch Lächeln kann. „Rudern ist ein ehrlicher Arbeitssport“, fügt sie hinzu.

„Was du im Training investierst, bekommst du an Leistung zurück.“ Und Tiefenthalers Leistungsdaten sind beeindruckend. Tests zeigten bei ihr nicht nur ein hohes Lungenvolumen, sondern auch die Fähigkeit, viel Sauerstoff aufnehmen zu können.

„Laut Experten sind jene Watt pro Kilo meines
Körpergewichtes, die ich am Ergometer treten kann, nahe an den Radprofis“, verrät sie. Das Umsetzen dieser enormen Kraft ist freilich kein Spaziergang. Oft sind die Rennen ab Minute drei Überwindung pur.

„Ab dann bin ich körperlich am Limit und muss bis ins Ziel extrem große Schmerzen ertragen“, erzählt sie offen von der mentalen Last. „Dann höre ich das kleine Teufelchen in mir sagen: Hör auf, wozu noch weitermachen?“ Die Ruderin hat sich intensiv mit diesem regelmäßig auftauchenden Krisenpunkt im Rennen auseinandergesetzt, auch mithilfe von speziellem Mentaltraining.

„Andere Sportler können solche Situationen ausblenden, ich kann das nicht. Ich befinde mich ständig im Zwiegespräch mit mir selbst und muss mir gute Antworten darauf liefern, warum ich bis zum Ziel sogar noch etwas drauflegen soll.“ Selbst im Ziel dauert es noch Minuten, bis der Belastungsschmerz abklingt und das Gefühl des Erfolges die Oberhand gewinnt.

Bei der EM in Varese (Italien, 31.7. bis 2.8.) tritt Tiefenthaler kommende Woche mit der neuen Partnerin Laura Sowboda, 22, im Doppelzweier an, erstmals auch in einer Klasse ohne Gewichtslimit.

„Der Hauptgrund dafür ist unsere Planung für die
Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles (USA), bei denen keine Leichtgewichtsklassen mehr zugelassen sind“, erklärt sie. Daher musste die Wienerin zuletzt vier bis fünf Kilo an Gewicht und Muskelmasse zulegen, was ungewohnt ist. „Trotzdem sind wir gleich im ersten Weltcup auf den vierten Platz gerudert“, hofft die Athletin, die als Kind über ein Schulprojekt auf den Rudersport stieß, auf dem richtigen Weg zu sein.

Abseits des Sports hat die Polizeisportlerin die Ausbildung zur Exekutivbeamtin absolviert und steht zudem kurz vor dem Abschluss ihres Studiums der Raumplanung. In ihren eigenen vier Wänden in Wien Donaustadt kocht und bäckt Tiefenthaler gerne. „Risotto mit Roten Rüben oder Kürbis steht auf meinem Speiseplan ebenso wie Torten oder Bananenbrot“, erzählt sie. Kräuter wie Basilikum oder Rosmarin zieht die
26jährige selbst auf ihrem Balkon.

Für die Reisen zu den Regatten hat die Leseratte gerne Bücher im Gepäck. „Das Spiel mit der Sprache hat mich schon immer fasziniert, auch Biografien lese ich gerne“, schildert sie ihre Vorlieben. Nur kurz vor dem Bewerb wechselt sie in ein leichtes Metier.

„Dann lese ich seichte Krimis“, sagt sie lachend. „Die kosten mich nur wenig Konzentration.“ W. Kreuziger
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