Ausgabe Nr. 28/2026 vom 08.07.2026, Fotos: AdobeStock, zvg, APA-Images, Statistik: Uni Innsbruck, Mitja Kobal/Greenpeace
Blick ins Jahr 2050: Die Grafik vergleicht die durchschnittlichen Oberflächentemperaturen von 2000 bis 2009 mit den für 2050 berechneten Werten für den Zeitraum von Juni bis September. Je nach See könnte das Wasser bis dahin um rund zwei bis drei Grad wärmer werden.
Hitze-Stress für unsere Seen
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
und Artikel an Freunde verschenken.
Rekordtemperaturen, Sauerstoffmangel und gefährliche Algenblüten – die anhaltende Hitze bringt die heimischen Seen und Flüsse aus dem Gleichgewicht.
Die Prognosen für die Zukunft sehen düster aus.
Die Prognosen für die Zukunft sehen düster aus.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
um Artikel vorlesen
zu lassen.
Wer dieser Tage mit einem Sprung in einen unserer Seen Abkühlung sucht, wird sie kaum finden. Statt Frische wartet vielerorts beinahe Badewannentemperatur.
Im Kärntner Rauschelesee wurde mit 30,6 Grad sogar ein historischer Höchstwert gemessen. Auch der Maltschacher See und der Gösselsdorfer See nähern sich der 30-Grad-Marke. Der Wörthersee hat sich bereits auf 28 Grad erwärmt und selbst im sonst deutlich kühleren Weißensee wurden 27 Grad gemessen.
Ähnlich aufgeheizt sind die Seen in Oberösterreich. Im Irrsee wurden Ende Juni 29 Grad, im Hallstätter See bei der Gosaumühle beinahe 26 Grad gemessen und im Mondsee 28 Grad. Dessen Durchschnittstemperatur an der Oberfläche hat sich seit 1975 von zwölf auf 14 Grad erhöht. In den nächsten 25 Jahren sollen weitere zwei Grad dazukommen, die Erwärmung also schneller erfolgen. Der Achensee in Tirol wird mit Gletscherwasser gespeist und ist daher relativ kühl. In „normalen“ Sommern erreicht er 17 bis 19 Grad, doch auch er erwärmte sich heuer schon auf mehr als 20 Grad. Im Jahr 2003 schaffte er den Rekord von 22 Grad. Unsere Seen heizen sich von Jahr zu Jahr mehr auf. Dabei dürfte das erst der Anfang sein, denn Studien zufolge könnten die sommerlichen Oberflächentemperaturen unserer Seen bis zum Jahr 2050 allgemein um zwei bis drei Grad steigen.
„Die Temperaturen nähern sich den Werten an, die wir im Hitzesommer 2003 in den Seen hatten. Er galt aufgrund seiner Extremwerte als Jahrhundertsommer“, erklärt Prof. Rainer Kurmayer vom Institut für Limnologie (das ist die Wissenschaft für Binnengewässer als Ökosystem) in der Gemeinde Mondsee (OÖ) der Universität Innsbruck, wo die Entwicklung von Seen und Flüssen untersucht wird.
Doch im Gegensatz zum Jahr 2003 handelt es sich nun nicht mehr um einen kurzfristigen Ausreißer. „Wir haben es mit einer längerfristigen Entwicklung zu tun, die durch die Klimaerwärmung verursacht wird. Die Beob-
achtungen seit den 1990er Jahren belegen das.“
Die außergewöhnliche Hitzewelle setzte damals allerdings erst Anfang August ein und dauerte rund zwei Wochen. Die Lufttemperaturen stiegen auf bis zu 39 Grad, ehe eine Kaltfront Abkühlung brachte. Trotz der Hitzewelle erwärmte sich der Wörthersee nur auf 24 Grad, das ist im Vergleich zu heute direkt kühl, der Ossiacher See auf 23 Grad, der Neusiedler See und der Mondsee auf 22 Grad. Eine allgemein gültige Temperaturgrenze, ab der ein See in einen kritischen Zustand gerät, weil sich aufgrund der hohen Temperaturen Algen bilden und der Sauerstoff für die Fische schwindet, gibt es laut Kurmayer nicht. Seinen Angaben zufolge reagieren tiefe Alpenseen anders als kleine und seichte Gewässer. Fische können in kühlere Tiefen ausweichen. In seichten Seen wie dem Neusiedler See im Burgenland sind die Arten zwar besser an hohe Temperaturen angepasst, doch auch sie geraten unter Druck. „Weil im warmen Wasser einfach zu wenig Sauerstoff gelöst ist“, erklärt Kurmayer. Das erschwert Fischen und anderen Wasserorganismen die Atmung. In tiefen Seen wie dem Attersee mit bis zu 171 Metern Tiefe und dem Traunsee mit bis zu 191 Metern Tiefe verstärkt die Erwärmung zudem die thermische Schichtung. „Je stärker sich das Wasser an der Oberfläche erwärmt, umso stärker ist das Tiefenwasser isoliert und vom jährlichen Austausch mit der Atmosphäre abgekoppelt. Es kann nicht mehr die obenliegende warme Schicht durchdringen“, so Kurmayer.
Bleibt die Durchmischung aus, können in der Tiefe sauerstofffreie Zonen entstehen. Das macht den Lebensraum für die dortigen Fischarten wiederum enger. In zunehmendem Maße betroffen sind davon Seesaiblinge und Renken. Langfristig verschiebt die Erwärmung zudem die Artenzusammensetzung. „Wir werden es häufiger mit Hitzestresstoleranten Pflanzen und Tieren zu tun bekommen.“ Professor Kurmayer geht davon aus, dass karpfenartige und barschverwandte Fische sowie Hecht und Wels profitieren könnten.
In vergleichsweise seichten Seen wie dem rund 1,8 Meter tiefen Neusiedler See und dem bis zu 23 Meter tiefen Wallersee in Salzburg steigt dagegen die Gefahr massiver Algenblüten. Das kann sogar für Badegäste rasch zur Gesundheitsgefahr werden. Vermehren sich die sogenannten Blaualgen massenhaft, bilden sich sichtbare Schlieren, grünliche Trübungen oder ganze Algenteppiche. Sinkt die Sichttiefe auf weniger als einen halben Meter, würde wohl ein Badeverbot ausgesprochen.
Das zeigte sich heuer bereits am Strandbad-Altarm in Klosterneuburg (NÖ), wo Ende Mai wegen Blaualgen der Sprung ins Nass untersagt wurde. Auch am Badeteich Hirschstetten in Wien wurde Anfang Juni ein Teilbereich vorsorglich gesperrt. Inzwischen sind beide Gewässer wieder vollständig zum Baden freigegeben.
Trotzdem bleibt Vorsicht geboten, vor allem bei Kleinkindern. Sie schlucken beim Spielen leichter belastetes Wasser oder Sand. „Solche Sperren sollten unbedingt ernstgenommen werden, denn Blaualgen produzieren gefährliche Gifte, deren Folgen von schweren Hautausschlägen bis zu starker Übelkeit und Erbrechen reichen können. Auch Haustiere müssen unbedingt ferngehalten werden – für Hunde können solche Gewässer tödlich sein“, warnt Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Die Hitze sorgt sogar in unseren Flüssen für höhere Temperaturen. Die bei Badegästen beliebte Alte Donau in Wien mit dem berühmten Strandbad Gänsehäufel hatte sich Ende Juni schon auf 30 Grad erwärmt, ehe durch die kühleren Tage und vor allem Nächte Anfang Juli die Temperatur auf 25 Grad zurückging. Wobei selbst dieser Wert noch am oberen Rand des langjährigen Mittels liegt. Ähnliches gilt für die Neue Donau, die ein bis drei Grad kühler ist. Experten behalten die Temperaturentwicklung der Alten Donau genau im Auge, denn mit der nächsten Hitzewelle könnte die Temperatur wieder auf 30 Grad steigen. Ab da werde es kritisch, warnt der Gewässerexperte Prof. Thomas Hein von der Universität für Bodenkultur in Wien, weil das Gewässer dann ökologisch kippen könnte. Durch den geringen Sauerstoffgehalt im Wasser leiden vor allem Hechte und Zander und die Algenbildung wird gefördert. Nur wenige Kilometer entfernt, im Raum Klosterneuburg, berichteten Anrainer bereits von üblem Geruch aus dem Wasser, im Bereich der Lobau bildete sich ein grüner Algenschleim an der Oberfläche.
Diese Vorfälle zeigen, wie sensibel das Ökosystem auf Hitze reagiert und wie rasch sich die Lage verschlimmern kann. Die für Wiens Gewässer zuständige Magistratsabteilung MA 45 sieht derzeit allerdings noch keine unmittelbare Gefahr, dass die Naturgewässer kippen könnten. Alte und Neue Donau hätten derzeit eine ausgezeichnete Wasserqualität und würden laufend kontrolliert. Der Neuen Donau helfe außerdem der ständige Zustrom von Donauwasser, heißt es aus dem Magistrat. Es sickert durch das Material der Donauinsel und wird dabei auf natürliche Weise gefiltert.
Wer Abkühlung in Flüssen sucht, findet sie noch im Inn und in der Salzach, sie weisen rund 17 Grad auf, die Enns etwa 18 Grad. Die Ager in Oberösterreich erreicht 20 Grad, die Drau in Kärnten je nach Abschnitt 17 bis 22 Grad. Die Flüsse sind kühler, weil ihr Wasser ständig in Bewegung ist und sich dadurch nicht so stark aufheizen kann. Kalte Zuflüsse aus Quellen, Schneefeldern und Gletschern sowie schattige Täler verstärken diesen Effekt.
Doch die gute Wasserqualität allein schützt unsere Gewässer nicht vor den Folgen der Hitze, weil immer mehr Flüsse im Sommer immer weniger Wasser führen. Um dies zu belegen, wertete die Umweltschutzorganisation Greenpeace mehr als 78.000 Messstellen an 18 Flüssen aus. In 15 Gewässern war die durchschnittliche Wassermenge in den Sommermonaten 2000 bis 2022 geringer als zwischen 1977 und 1999.
Überdurchschnittlich stark betroffen waren die Strem im Südburgenland mit einem Rückgang von 41 Prozent und die Pinka in der Südsteiermark und dem Burgenland mit knapp einem Viertel weniger Wasser.
„Das Wasser in den heimischen Flüssen wird immer weniger. Dieses Alarmsignal dürfen wir nicht ignorieren“, warnt der Greenpeace-Sprecher Sebastian Theissing-Matei.
„Gerät der Wasserkreislauf weiter aus dem Gleichgewicht, drohen massive Folgen für die Ökosysteme, die Landwirtschaft – und letztlich für uns alle.“ morri
Im Kärntner Rauschelesee wurde mit 30,6 Grad sogar ein historischer Höchstwert gemessen. Auch der Maltschacher See und der Gösselsdorfer See nähern sich der 30-Grad-Marke. Der Wörthersee hat sich bereits auf 28 Grad erwärmt und selbst im sonst deutlich kühleren Weißensee wurden 27 Grad gemessen.
Ähnlich aufgeheizt sind die Seen in Oberösterreich. Im Irrsee wurden Ende Juni 29 Grad, im Hallstätter See bei der Gosaumühle beinahe 26 Grad gemessen und im Mondsee 28 Grad. Dessen Durchschnittstemperatur an der Oberfläche hat sich seit 1975 von zwölf auf 14 Grad erhöht. In den nächsten 25 Jahren sollen weitere zwei Grad dazukommen, die Erwärmung also schneller erfolgen. Der Achensee in Tirol wird mit Gletscherwasser gespeist und ist daher relativ kühl. In „normalen“ Sommern erreicht er 17 bis 19 Grad, doch auch er erwärmte sich heuer schon auf mehr als 20 Grad. Im Jahr 2003 schaffte er den Rekord von 22 Grad. Unsere Seen heizen sich von Jahr zu Jahr mehr auf. Dabei dürfte das erst der Anfang sein, denn Studien zufolge könnten die sommerlichen Oberflächentemperaturen unserer Seen bis zum Jahr 2050 allgemein um zwei bis drei Grad steigen.
„Die Temperaturen nähern sich den Werten an, die wir im Hitzesommer 2003 in den Seen hatten. Er galt aufgrund seiner Extremwerte als Jahrhundertsommer“, erklärt Prof. Rainer Kurmayer vom Institut für Limnologie (das ist die Wissenschaft für Binnengewässer als Ökosystem) in der Gemeinde Mondsee (OÖ) der Universität Innsbruck, wo die Entwicklung von Seen und Flüssen untersucht wird.
Doch im Gegensatz zum Jahr 2003 handelt es sich nun nicht mehr um einen kurzfristigen Ausreißer. „Wir haben es mit einer längerfristigen Entwicklung zu tun, die durch die Klimaerwärmung verursacht wird. Die Beob-
achtungen seit den 1990er Jahren belegen das.“
Die außergewöhnliche Hitzewelle setzte damals allerdings erst Anfang August ein und dauerte rund zwei Wochen. Die Lufttemperaturen stiegen auf bis zu 39 Grad, ehe eine Kaltfront Abkühlung brachte. Trotz der Hitzewelle erwärmte sich der Wörthersee nur auf 24 Grad, das ist im Vergleich zu heute direkt kühl, der Ossiacher See auf 23 Grad, der Neusiedler See und der Mondsee auf 22 Grad. Eine allgemein gültige Temperaturgrenze, ab der ein See in einen kritischen Zustand gerät, weil sich aufgrund der hohen Temperaturen Algen bilden und der Sauerstoff für die Fische schwindet, gibt es laut Kurmayer nicht. Seinen Angaben zufolge reagieren tiefe Alpenseen anders als kleine und seichte Gewässer. Fische können in kühlere Tiefen ausweichen. In seichten Seen wie dem Neusiedler See im Burgenland sind die Arten zwar besser an hohe Temperaturen angepasst, doch auch sie geraten unter Druck. „Weil im warmen Wasser einfach zu wenig Sauerstoff gelöst ist“, erklärt Kurmayer. Das erschwert Fischen und anderen Wasserorganismen die Atmung. In tiefen Seen wie dem Attersee mit bis zu 171 Metern Tiefe und dem Traunsee mit bis zu 191 Metern Tiefe verstärkt die Erwärmung zudem die thermische Schichtung. „Je stärker sich das Wasser an der Oberfläche erwärmt, umso stärker ist das Tiefenwasser isoliert und vom jährlichen Austausch mit der Atmosphäre abgekoppelt. Es kann nicht mehr die obenliegende warme Schicht durchdringen“, so Kurmayer.
Bleibt die Durchmischung aus, können in der Tiefe sauerstofffreie Zonen entstehen. Das macht den Lebensraum für die dortigen Fischarten wiederum enger. In zunehmendem Maße betroffen sind davon Seesaiblinge und Renken. Langfristig verschiebt die Erwärmung zudem die Artenzusammensetzung. „Wir werden es häufiger mit Hitzestresstoleranten Pflanzen und Tieren zu tun bekommen.“ Professor Kurmayer geht davon aus, dass karpfenartige und barschverwandte Fische sowie Hecht und Wels profitieren könnten.
In vergleichsweise seichten Seen wie dem rund 1,8 Meter tiefen Neusiedler See und dem bis zu 23 Meter tiefen Wallersee in Salzburg steigt dagegen die Gefahr massiver Algenblüten. Das kann sogar für Badegäste rasch zur Gesundheitsgefahr werden. Vermehren sich die sogenannten Blaualgen massenhaft, bilden sich sichtbare Schlieren, grünliche Trübungen oder ganze Algenteppiche. Sinkt die Sichttiefe auf weniger als einen halben Meter, würde wohl ein Badeverbot ausgesprochen.
Das zeigte sich heuer bereits am Strandbad-Altarm in Klosterneuburg (NÖ), wo Ende Mai wegen Blaualgen der Sprung ins Nass untersagt wurde. Auch am Badeteich Hirschstetten in Wien wurde Anfang Juni ein Teilbereich vorsorglich gesperrt. Inzwischen sind beide Gewässer wieder vollständig zum Baden freigegeben.
Trotzdem bleibt Vorsicht geboten, vor allem bei Kleinkindern. Sie schlucken beim Spielen leichter belastetes Wasser oder Sand. „Solche Sperren sollten unbedingt ernstgenommen werden, denn Blaualgen produzieren gefährliche Gifte, deren Folgen von schweren Hautausschlägen bis zu starker Übelkeit und Erbrechen reichen können. Auch Haustiere müssen unbedingt ferngehalten werden – für Hunde können solche Gewässer tödlich sein“, warnt Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Die Hitze sorgt sogar in unseren Flüssen für höhere Temperaturen. Die bei Badegästen beliebte Alte Donau in Wien mit dem berühmten Strandbad Gänsehäufel hatte sich Ende Juni schon auf 30 Grad erwärmt, ehe durch die kühleren Tage und vor allem Nächte Anfang Juli die Temperatur auf 25 Grad zurückging. Wobei selbst dieser Wert noch am oberen Rand des langjährigen Mittels liegt. Ähnliches gilt für die Neue Donau, die ein bis drei Grad kühler ist. Experten behalten die Temperaturentwicklung der Alten Donau genau im Auge, denn mit der nächsten Hitzewelle könnte die Temperatur wieder auf 30 Grad steigen. Ab da werde es kritisch, warnt der Gewässerexperte Prof. Thomas Hein von der Universität für Bodenkultur in Wien, weil das Gewässer dann ökologisch kippen könnte. Durch den geringen Sauerstoffgehalt im Wasser leiden vor allem Hechte und Zander und die Algenbildung wird gefördert. Nur wenige Kilometer entfernt, im Raum Klosterneuburg, berichteten Anrainer bereits von üblem Geruch aus dem Wasser, im Bereich der Lobau bildete sich ein grüner Algenschleim an der Oberfläche.
Diese Vorfälle zeigen, wie sensibel das Ökosystem auf Hitze reagiert und wie rasch sich die Lage verschlimmern kann. Die für Wiens Gewässer zuständige Magistratsabteilung MA 45 sieht derzeit allerdings noch keine unmittelbare Gefahr, dass die Naturgewässer kippen könnten. Alte und Neue Donau hätten derzeit eine ausgezeichnete Wasserqualität und würden laufend kontrolliert. Der Neuen Donau helfe außerdem der ständige Zustrom von Donauwasser, heißt es aus dem Magistrat. Es sickert durch das Material der Donauinsel und wird dabei auf natürliche Weise gefiltert.
Wer Abkühlung in Flüssen sucht, findet sie noch im Inn und in der Salzach, sie weisen rund 17 Grad auf, die Enns etwa 18 Grad. Die Ager in Oberösterreich erreicht 20 Grad, die Drau in Kärnten je nach Abschnitt 17 bis 22 Grad. Die Flüsse sind kühler, weil ihr Wasser ständig in Bewegung ist und sich dadurch nicht so stark aufheizen kann. Kalte Zuflüsse aus Quellen, Schneefeldern und Gletschern sowie schattige Täler verstärken diesen Effekt.
Doch die gute Wasserqualität allein schützt unsere Gewässer nicht vor den Folgen der Hitze, weil immer mehr Flüsse im Sommer immer weniger Wasser führen. Um dies zu belegen, wertete die Umweltschutzorganisation Greenpeace mehr als 78.000 Messstellen an 18 Flüssen aus. In 15 Gewässern war die durchschnittliche Wassermenge in den Sommermonaten 2000 bis 2022 geringer als zwischen 1977 und 1999.
Überdurchschnittlich stark betroffen waren die Strem im Südburgenland mit einem Rückgang von 41 Prozent und die Pinka in der Südsteiermark und dem Burgenland mit knapp einem Viertel weniger Wasser.
„Das Wasser in den heimischen Flüssen wird immer weniger. Dieses Alarmsignal dürfen wir nicht ignorieren“, warnt der Greenpeace-Sprecher Sebastian Theissing-Matei.
„Gerät der Wasserkreislauf weiter aus dem Gleichgewicht, drohen massive Folgen für die Ökosysteme, die Landwirtschaft – und letztlich für uns alle.“ morri
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung

















