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Ausgabe Nr. 26/2026 vom 24.06.2026, Fotos: APA-Images, GEPA
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Saša Kalajdžić, hier im Spiel gegen Jordanien,
ist unser zweitgrößter Spieler nach Florian Wiegele (re.).
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Teamtrainer Ralf Rangnick.
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Aufmarsch der begeisterten Schotten in Boston.
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v.li.: Lionel Messi, Manuel Neuer, Craig Gordon, Cristiano Ronaldo.
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v.li.: Luka Modrić, Edin Džeko, Marko Arnautovic, David Alaba
Rot-weiß-rote Fußballriesen
„Wir sind die Größten“
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Mit dem steirischen Giganten Florian Wiegele, 25, stellt unser Land den historisch größten je für eine Weltmeisterschaft nominierten Spieler.
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Seit 2022 hielt der Niederländer Andries Noppert, 32, mit 203 Zentimeter den Größenrekord der Fußballer einer WM, bis ihn zuletzt Florian Wiegele, 25, vom Thron stieß.

Unser Tormann ist mit 205 Zentimeter der größte je für eine Fußball-Weltmeisterschaft nominierte Spieler, auch wenn seine Chancen auf einen Einsatz gering sind. „Jeden Tag sprechen mich Menschen auf meine Körpergröße an“, verrät der „Riese“ im Dienste von Viktoria Pilsen (Tschechien), für den Standard-Hotelbetten eine Strafe sind und der XXXL-Leiberl trägt. Ich habe Schuhgröße 51, doch weil es Tormannschuhe in dieser Größe nicht gibt, trage ich im Tor Rugbyschuhe“, erklärt er.

Sein Teamkollege Saša Kalajdžić, 28, beim 3:1-Sieg gegen Jordanien in der heimischen Startelf, ist derzeit der größte Offensivspieler aller WM-Teams und war schon bei der EM 2021 der größte Feldspieler überhaupt. „Neben Florian komme selbst ich mir klein vor und das passiert nur ganz selten“, gesteht der genau zwei Meter große Stürmer lachend, der mit dem LASK zuletzt das Double feierte. „Ich war schon immer groß, in die Höhe geschossen bin ich aber erst mit 16“, erzählt der Vater von Aleksandar, 2, der Vorteile im Kopfballspiel für sich sieht, aber auch Nachteile der Größe erkennt.

„Koordinativ hatte ich lange stark zu kämpfen und bin in jungen Jahren ganz komisch gerannt. Auch die Verletzungsgefahr ist durch die großen Hebel größer als bei den anderen.“ Dazu kommen Schwierigkeiten im Alltag. „Nach meiner Verletzung hatte ich Probleme, Krücken in meiner Größe zu bekommen. Auch im Flugzeug ist es immer problematisch, aber um zur WM in die USA zu fliegen, hätte ich mich auch flach auf den Boden gelegt“, scherzt er. Generell unterstreichen die beiden „Fußballriesen“ jenen Trend, dass die weltbesten Kicker immer größer werden.

Als unsere Nationalmannschaft im Jahr 1954 in der Schweiz WM-Dritter wurde, betrug die Durchschnittsgröße des Teams nur 177 Zentimeter, bei der WM 1998 in Frankreich waren es schon 182 Zentimeter, während derzeit in den USA unsere Spieler mit im Schnitt 185 Zentimeter so groß sind wie noch nie. Kreuziger


Teamtrainer Ralf Rangnick – Ein halber „Ösi“

Der rot-weiß-rote WM-Feldherr Ralf Rangnick, 67, lebt in einer Villa in Obertrum am See (S), ist Mozart-Liebhaber und kennt von „leiwand“ bis „zach“ gängigen Dialekt.

Jeden Tag, den er zu Hause verbringt, freut sich Ralf Rangnick, 67, auf den idyllischen Ausblick von seinem Wohnzimmer. „Ich wohne direkt am Obertrumer See und der Blick auf das Wasser bringt mich sofort in eine wunderbare Stimmung“, schwelgt der im deutschen Schwabenland aufgewachsene Wahl-Salzburger.

Stolze 3,5 Millionen Euro hat er angeblich für die idyllische Lage der Seevilla samt angeschlossenem Badehaus hingeblättert. „Der liebe Gott hat sich viel Mühe gegeben, als er dieses wundervolle Land geschaffen hat. Ich mag auch das Essen und die Musik“, schwärmt der Trainer, der Wolfgang Amadeus Mozart als einen seiner Lieblingskomponisten und dessen Oper „Zauberflöte“ als herausragende Oper nennt.

Seit 2022 ist Rangnick ÖFB-Teamchef und heute der wohl beliebteste Deutsche in einem Land, das gegenüber dem Nachbarn sonst eher kritisch ist. In einer Umfrage gab jeder dritte Fußballanhänger an, Rangnick mit seiner Elf sogar den WM-Titel zuzutrauen, seine direkte und bestimmte Art überzeugt weitgehend.

„Ich selbst fühle mich als halber Österreicher“, gibt er die Liebeserklärung zurück, der auch dem Dialekt etwas abgewinnen kann und ihn selbst praktiziert. „Ich mag den österreichischen Schmäh und verwende einzelne Wort wie ,zach‘. Auch ,leiwand‘, finde ich, ist ein schönes Wort.“ Schon von 2012 bis 2015 lebte der 67jährige in Salzburg und sah zu, wie sein Sohn David beim Salzburger AK als Linksverteidiger die ersten Fußballschüsse abfeuerte.

Dass der Trainer 2024 Verhandlungen mit Bayern München verwarf, erhöhte noch seine Beliebtheit, auch wenn fraglich ist, ob der „FC Hollywood“ den in Bezug auf Top-Teams Unerfahrenen in den Chefsessel gehievt hätte. Zuletzt gab er auch dem AC Mailand einen Korb und verlängerte mit dem ÖFB bis 2028, weil er im Alpenland noch viel vorhat. In Obertrum hat Rangnick
ein Zwei-Generationenprojekt zwischen Volksschulkindern und Senioren angekurbelt. „Und wenn wir im WM-Turnier weit kommen, lerne ich den Text der Bundeshymne und singe sie mit.“


WM-Anhänger mit Stil

Wir haben die besten Anhänger der Welt“, glaubt Andrew Robertson, 32, Kapitän der schottischen
Nationalmannschaft, deren Motto lautet „No Scotland, no party“ (ohne Schottland kein Fest).

Gleich nach dem Auftaktsieg gegen Haiti zeigten sich die „Highländer“ als Weltmeister im Feiern. Dass in ihrem Spielort Boston (USA) ein Kylian Mbappé, 27, oder Ousmane Dembélé, 29, kicken, ist kaum zu merken. Stattdessen sind Dudelsäcke und Kilts von 50.000 Schotten in den Straßen allgegenwärtig. „Sie haben Freude und Spaß in die Stadt gebracht“, ist Noelle Somers begeistert, die ein Pub besitzt, wo die Fußballfreunde schon am ersten Spieltag alle Bier-Vorräte ratzeputz wegtranken. „So etwas habe ich in 30 Jahren nicht erlebt“, staunt die Wirtin, nun hat die Bostoner Bürgermeisterin Michelle Wu, 41, wegen des Ansturmes sogar eine Partnerschaft der Städte Boston und Glasgow (Schottland) ins Leben gerufen.

Neben den heiteren Schotten zeigten auch die Anhänger der Japaner ein vorbildliches Verhalten. In eigens mitgebrachten blauen Säckchen räumten sie in Dallas (USA) ihren eigenen Schmutz weg, statt ihn liegenzulassen. „Das Prinzip, jeden Platz so zu verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben, ist jedem Japaner von klein auf verinnerlicht“, betonen die Asiaten. Norwegische Anhänger wiederum unterstützten ihre Kicker mit einer lustigen „Ruder-Choreografie“ auf den Rängen.


Letzte WM für die in die Jahre gekommenen Dribbelkünstler – Die Ballkunst der „alten Meister“

Die Ehrenrunde der Kickerlegenden rund um Messi, 38, und Ronaldo, 41, bringt bei der Weltmeisterschaft viel Licht und Schatten.

Manche verlernen es eben nie. „Mir fehlen mittlerweile die Worte, um dieses Genie zu würdigen“, schwärmt
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni, 48, über seine lebende Legende. Gleich zum Auftakt gegen Algerien hatte Lionel Messi, 38, dreifacher Weltfussballer und für viele der beste Kicker aller Zeiten, mit drei Treffern den Sieg zum 3:0 fixiert und sich zum ältesten Torschützen der WM-Geschichte gekrönt.

„Nicht nur seine Pässe und Tore treiben uns an“, bejubelt Mitspieler Rodrigo de Paul, 32, den dreifachen Familienvater, leidenschaftlichen Tangotänzer und Hundeliebhaber, „sondern auch seine Persönlichkeit und Führungskraft.“

Ähnlichen Heldenstatus besitzt Manuel Neuer, mit 40 Jahren der sechstälteste Spieler der WM, dessen Einberufung äußerst umstritten war. „Doch seine bloße Anwesenheit signalisiert den Mitspielern, uns kann nichts passieren“, hält Torhüter-Legende Oliver Kahn, 57, die Aufstellung des Weltmeisters von 2014 für gerechtfertigt, der sich ebenso glutenfrei wie laktosefrei ernährt und aus Aberglaube weitestgehend die weißen Linien des Platzes nicht betritt.

Dass Tormänner generell auch im Alter noch Top-Leistungen bringen, zeigt auch der Schotte Craig Gordon, der mit 43 Jahren der älteste Spieler der WM ist. Dies fällt Stürmern mit hohem Sprintaufkommen ungleich schwerer, wie Cristiano Ronaldo, 41, veranschaulichte.

War der fünffache portugiesische Weltfußballer im WM-Achtelfinale 2018 gegen Uruguay noch 9,5 Kilometer gelaufen und hatte ein Top-Tempo von 34 km/h erreicht, lief er jetzt im Auftaktspiel gegen den Kongo nur 7,5 Kilometer bei maximal 32 km/h und verzeichnete keinen einzigen Schuss aufs Tor. Seine 25 Ballkontakte waren sogar weniger als jene des Kongo-Tormanns. Da hilft dem fünffachen Familienvater auch seine milch-, zucker- und alkoholfreie Ernährung nichts, die er in sechs kleinen Happen auf den Tag verteilt zu sich nimmt, wofür ihm das Institut „Whoop“ ein biologisches Alter von 29 bescheinigt.

„Er schadet der Mannschaft“, kritisiert Ex-Weltmeister Thierry Henry, 48, „denn er verweigert Laufwege für das Team, um lieber selbst zu schießen.“

Nicht viel besser ergeht es dem kroatischen Superhelden Luka Modrić, 40, nach Ronaldo zweitältester Feldspieler der Endrunde. Beim 2:4 gegen England ging er kaum in die Zweikämpfe und verzeichnete keine Ballgewinne, sondern verschuldete einen Elfmeter, bevor er in der 59. Minute vom Feld geholt wurde.

Auch der Bosnier Edin Džeko, 40, drittältester Feldspieler im Bewerb, konnte in seinen 63 Minuten gegen die Schweiz keinerlei Torschüsse, Dribblings und Ballgewinne im Zweikampf verbuchen, allerdings gelangen ihm im Aufbauspiel einige gute Szenen.

Ebenfalls viel Licht und Schatten verzeichneten die „Alt-Helden“ in Rot-Weiß-Rot. Der oft kritisierte Marko Arnautovic etwa kam mit seinen 37 Jahren gegen Jordanien in 45 Minuten immerhin auf beachtliche 5,14 Kilometer Laufleistung, steuerte ein Tor bei und war bei einem weiteren beteiligt. Gegenüber früher allerdings sank das Höchsttempo des am ganzen Körper mit
familiären und religiösen Motiven tätowierten Wieners von 32 km/h auf zuletzt 29 km/h ab. Kritischer muss sich Teamchef Ralf Rangnick, 67, mit David Alaba, 33,
auseinandersetzen, der diese Woche 34 Jahre alt wird (24.6.). Der zweifache Familienvater, dessen Vermögen
auf 70 Millionen Euro geschätzt wird, wirkte defensiv wacklig, wies beim Laufen einen nur geringen Sprint-
anteil auf und kam kaum in die Zweikämpfe.

„Ihm fehlt die Spielpraxis, für mich ist er im weiteren Verlauf der WM nicht gesetzt“, meinte der Ex-Team-
spieler Peter Pacult, 66.


Die Höhepunkte der WM-Woche:

Mi. 24. Juni, 21 Uhr Schweiz - Kanada (Servus TV)

Mi. 24. Juni, 21 Uhr Bosnien - Katar (Servus TV)

Do. 25. Juni, 22 Uhr Ecuador - Deutschland (ORF 1)

Fr. 26. Juni 1 Uhr Japan - Schweden (Servus TV)

Fr. 26. Juni 21 Uhr Norwegen - Frankreich (Servus TV)

Sa. 27. Juni 23 Uhr Panama - England (ORF 1)

Sa. 27. Juni 23 Uhr Kroatien - Ghana (ORF 1)

Sa. 27. Juni 2 Uhr Spanien - Uruguay (ORF 1)

So. 28. Juni 4 Uhr Österreich - Algerien (ORF 1)

So. 28. Juni 4 Uhr Argentinien - Jordanien (Servus TV)
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