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Ausgabe Nr. 25/2026 vom 17.06.2026, Foto: Kerstin Joensson
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Sigrid & Marina
Sigrid & Marina:
„Wir haben Opas Auto zu Schrott gefahren“
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Sie gehören als Geschwister zu den erfolgreichsten Musikerinnen unseres Landes. Am Samstag sehen wir Sigrid (li.) & Marina beim Musi-Open-Air in Bad Kleinkirchheim.
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Sigrid und Marina, Sie haben durch Ihre Großmutter bereits als Kinder zur Musik gefunden. In welcher Weise hat Oma Josefa Ihren Werdegang geprägt?

Sigrid: Wir sind in einem Drei-Generationen-Haus aufgewachsen und waren dadurch immer eng mit unseren Großeltern verbunden. Die ganz große Leidenschaft unserer Oma war die Musik. Sie spielte Elektroorgel, sang und leitete eine siebenköpfige Frauengesangsgruppe. Ein Mal pro Woche trafen sich die Damen im Wechsel bei einer von ihnen zu Hause. Alle sieben Wochen war das Treffen also bei uns. Wir haben damals gerne zugehört und so traditionelle Volkslieder kennen und lieben gelernt. Als unsere Oma merkte, dass sie ihre Leidenschaft an uns vererbt hat, sang sie immer öfter mit uns. Erst einstimmig, dann brachte sie mir die zweite Stimme bei, die ich bis heute singe. Sie hat uns für immer mitgegeben, dass Musik etwas Positives ist – weil sie verbindet, Geselligkeit schafft und Freude bringt.

Marina: Unseren ersten öffentlichen Auftritt hatten wir zusammen mit unserer Oma im Gasthaus Bauer in unserem Heimatort Gmunden (OÖ) – ich war damals drei, Sigrid sechs Jahre alt. Dass die Musik auch viele Jahre später noch eine so große Rolle in unserem Leben spielt, hätte sie sicher gefreut. Leider konnte sie unseren größten Erfolg, den Sieg beim Internationalen „Grand Prix der Volksmusik“ 2007, nicht mehr miterleben,
da sie wenige Monate vor dem Finale gestorben ist. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass sie uns von oben geholfen hat. Und auch heute ist sie in Gedanken bei all unseren Auftritten immer bei uns.

Sie harmonieren als Geschwister auf der Bühne. Hatten Sie als Kinder öfter Streit?

Marina: Beim Spielen im Garten oder im Haus gab es nie großen Streit zwischen uns – im Gegenteil, wir haben meistens harmonisch miteinander gespielt. Diskussionen gab es eigentlich nur beim Fernsehen. Damals war die Senderauswahl noch nicht so groß wie heute. Wir hatten nur drei Programme, und Kindersendungen liefen auch nicht rund um die Uhr. Dementsprechend kurz war unsere Fernsehzeit. Da wir im ganzen Haus nur ein einziges Gerät hatten, war die Frage, was wir schauen, natürlich oft ein Streitthema.

Sigrid: Vor allem in dem Alter, als Marina noch Zeichentricksendungen liebte und ich – ganze dreieinhalb Jahre älter – meinte, „erwachsenere“ Sendungen anschauen zu müssen.

Was ist Ihre prägendste gemeinsame Erinnerung an die Jugendzeit?

Sigrid: Unser Opa war ein Autoliebhaber. Als wir beide unseren Führerschein gemacht haben, hat er uns sein Auto quasi vermacht. Wir waren unglaublich stolz und haben gut darauf aufgepasst.

Zwei Jahre später hatten wir mit genau diesem Wagen leider einen schweren Unfall. Wie durch ein Wunder ist uns dabei nichts passiert. Zuerst wollten wir Opa gar nicht beichten, dass sein geliebtes Fahrzeug nun Schrott ist. Er war aber in erster Linie einfach nur heilfroh, dass wir gesund aussteigen konnten. Solche einschneidenden Erlebnisse schweißen jedoch extrem zusammen. Konkurrenzdenken oder Eifersucht gab es bei uns deshalb nie.

Sie haben im Jahr 1998 das Gesangsduo „Sigrid & Marina“ gegründet. Wie halten Sie es als Schwestern beruflich so lange miteinander aus?

Sigrid: Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, meine Schwester nicht an meiner Seite zu haben. Weil wir durch die vielen Auftritte oft tagelang von unserer übrigen Familie getrennt sind, tut es unglaublich gut, einen solchen Vertrauensmenschen bei sich zu wissen – besonders an schlechten Tagen. Wir kennen uns in- und auswendig, ergänzen uns perfekt und spüren genau, wie wir uns gegenseitig aufbauen können.

Marina: Natürlich gibt es bei uns auch Meinungsverschiedenheiten, und bei der eigenen Schwester nimmt man sich kein Blatt vor den Mund. Wir sprechen alles sofort an – auch wenn es einmal etwas lauter wird. Das finden wir im Nachhinein sogar gut. So frisst niemand etwas in sich hinein und das berühmte „Häferl“ geht nicht über, was sonst zu einem unreparierbaren Streit führen könnte. Und wenn es hart auf hart kommt, halten wir bedingungslos zusammen. Getreu dem Motto – Blut ist eben dicker als Wasser.

Worüber tauschen Sie sich privat am liebsten aus?

Sigrid: Wir beide teilen eine große Leidenschaft für Mode. Bevor Marinas Sohn auf die Welt kam, haben wir jede freie Minute genutzt, um gemeinsam durch Einkaufszentren zu bummeln. Meistens sind wir zwar ohne volle Einkaufssackerln nach Hause gegangen, aber wir haben uns immer gerne alles angeschaut und viel probiert. Was uns auch verbindet, ist die Liebe zum Backen. Wir sammeln leidenschaftlich gerne Kuchenrezepte und tauschen uns darüber aus – nur gebacken wird in der eigenen Küche. Einige unserer Lieblingsrezepte gibt es auf unserer DVD „Heimatgefühle – Von Herzen unser Österreich“ zu entdecken.

Wie gelingt es Ihnen, Berufliches und Privates zu trennen?

Marina: Wir haben feste „Bürozeiten“ eingeführt, in denen wir bewusst im Büro oder Probenraum arbeiten. Nach Feierabend schließen wir gedanklich die Tür und lassen die Arbeit ruhen – auch wenn das in der Praxis nicht immer klappt, geben wir unser Bestes.

Marina, Sie sind seit 2021 Mama eines Sohnes.
Wie hat die Mutterrolle Ihre Karriere beeinflusst oder verändert? Und ist „Tante Sigrid“ eine wichtige Bezugsperson für Elias?


Marina: Ich hatte das Glück, dass Elias während der Corona-Zeit zur Welt kam. Da es damals keine Auftritte gab, konnte ich die erste Zeit mit ihm ganz entspannt genießen. Heute achten wir bewusst auf eine gute Balance zwischen Bühne und Privatleben. Für die großartige Unterstützung meines Mannes sowie meiner Eltern und Schwiegereltern bin ich dankbar. Es erfordert zwar mehr Planung als früher, aber wir sind Gott sei Dank ein eingespieltes Team. Besonders schön ist auch, dass Sigrid als Elias‘ Godi eine so enge und liebevolle Beziehung zu ihm hat.

Aufgrund Ihrer Liebe zur Tradition und zur Heimat wurden Sie 2014 zu den offiziellen Botschafterinnen des Wolfgangsees ernannt.

Woher rührt Ihr Heimatstolz und die starke Verbundenheit mit der Heimatregion?

Sigrid: Wir denken, es ist für jeden wichtig zu wissen, woher er kommt. Uns erdet das, es gibt uns eine gewisse Sicherheit und Geborgenheit. Heimat ist für uns in erster Linie unsere Region, in der wir aufgewachsen sind und leben dürfen, aber auch unsere Familie, unsere Herzensmenschen an unserer Seite. Deshalb drücken wir diese „Heimatliebe“ auch gerne mit unserer Musik aus, wie in unserer „Heimatgefühle“-CD-Reihe, bei der wir uns an Lieder aus vergangenen Zeiten, die wir von unserer Oma gelernt haben, erinnern.

Marina: Unser persönlicher „Kraftplatz“ ist unsere Familie und das Spazierengehen im Wald vor der Haustür, die Ruhe und Schönheit der Natur – da braucht es nicht viele Worte …

Ihr flotter, stimmungsvoller Titel „Zweimal nein, heißt einmal ja“ stand oder steht bisweilen in der Kritik. Welche Botschaft möchten Sie mit diesem Lied übermitteln?

Marina: Wir wollten ausschließlich einen fröhlichen Titel mit einem Text aufnehmen, der mit einer Extraportion „Augenzwinkern“ gesehen werden soll. Da sind wir ja auf keinen Fall alleine. Solche „musikalischen Beispiele“ gibt es von zahlreichen anderen Künstlern und in den verschiedensten Genres.

Sigrid: Erfolg wird gerne kritisiert. Und Kritiker wird es immer und in jedem Lebensbereich geben. Es kann nicht die ganze Menschheit die gleiche Meinung haben. Das ist auch gut so, und jeder hat das Recht, seinen Standpunkt zu sagen. Das „Gefährliche“ in diesem Zusammenhang ist allerdings heutzutage, dass jeder anonym in sozialen Medien jeden kritisieren kann, und das oft auf eine Art und Weise, die alles andere als in Ordnung ist und auch viel anrichten kann.

Ihr Album „Halleluja der Berge“ beinhaltet sakrale Lieder. Inwiefern gibt Ihnen der Glaube Orientierung oder Halt?

Sigrid: Wir sind christlich erzogen worden und dafür dankbar. Denn der Glaube ist für uns etwas Essenzielles, der uns viel Halt und Kraft gibt. Es ist in jeder Lebenssituation und vor allem auch in schwierigen Zeiten ein beruhigendes und gutes Gefühl zu wissen, dass da oben jemand auf uns schaut.

Marina: Glaube, Hoffnung und Liebe – davon müsste es heutzutage etwas mehr auf unserer Welt geben.



Sigrid und Marina Hutterer wuchsen in Gmunden (OÖ) auf. Sigrid wurde am 9. April 1981 geboren, ihre Schwester am 12. August 1984. Sigrid Hutterer erlernte den Beruf der Bankangestellten, ihre Schwester den der kaufmännischen Angestellten.

Ab 1990 erhielten beide Unterricht in Gitarre, Elektroorgel und Gesang. 1998 nahmen sie an einem Talentewettbewerb teil, 2007 gewannen Sigrid & Marina mit den „Zillertaler Haderlumpen“ den „Grand Prix der Volksmusik“.

Als gerngesehene Gäste in Fernsehshows ist das Gesangsduo am Samstag, 20. Juni, ab 20.15 Uhr auf ORF2 beim „Wenn die Musi spielt“-Open Air in Bad Kleinkirchheim (K) mit von der Partie. Dort präsentieren die beiden ihren neuen Titel „Wenn ich Deinen Herzschlag spür“.
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