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Ausgabe Nr. 23/2026 vom 02.06.2026, Fotos: Lukas Hämmerle, VCÖ/Rita Newman, Zeppelzauer, Tom Biela
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Die Vorarlberger Vorzeige-Bushaltestelle „GH Engel“ in Lustenau wurde zur zweitbesten unseres Landes gewählt.

VCÖ-Sprecher Mag. Christian Gratzer.
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Drittbeste Bushaltestelle des Landes wurde die Station „Alserstraße/Skodagasse“ der Wiener Bus-Linie 13A.
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Der Busbahnhof im steirischen Premstätten erhielt die meisten Punkte und ist Sieger des Haltestellen-Tests.
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Gerade im ländlichen Raum mangelt es oft an Sicherheit in Haltestellenbereichen, wie das Beispiel in Donnerskirchen im Burgenland zeigt.
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Negativbeispiel in Wien – die 43A-Haltestelle auf der Höhenstraße.
Bushaltestellen unter der Lupe
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Wo Fahrgäste gerne warten – und wo nicht, das ließ die Mobilitätsorganisation VCÖ in einer bundesweiten Wahl ermitteln. Bewertet wurden Kriterien wie Sicherheit, Witterungsschutz oder Barrierefreiheit. Wir zeigen hier die Sieger und Verlierer des Haltestellen-Tests.
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Die Mobilitätsorganisation VCÖ – Mobilität mit Zukunft (früher „Verkehrsclub Österreich“) hat für ihren sogenannten „Haltestellen-Check“, also einer Überprüfung von Stationen, Fahrgäste eingeladen, Mängel bei Bushaltestellen zu melden. Bis Ende April gingen Hinweise zu insgesamt 4.584 Haltestestellen in mehr als 800 Städten und Gemeinden im ganzen Land ein.

Am häufigsten wurde dabei ein fehlender Witterungsschutz kritisiert (57 Prozent der Meldungen). Ebenfalls oft genannt wurde eine nicht vorhandene Beschattung (42 Prozent). Laut VCÖ verschärfen die immer häufiger werdenden Hitzetage im Sommer dieses Problem zunehmend.

Gut 40 Prozent der Meldungen betrafen fehlende Sitzgelegenheiten. Daneben sahen viele Passagiere etwa bei der fehlenden Beleuchtung und der mangelnden Fahrgastinformation Verbesserungsbedarf. „Die zahlreichen Rückmeldungen bestätigen, wie wichtig sichere und gute Haltestellen für die Fahrgäste sind“, heißt es von der Mobilitätsorganisation.

Ein Schwerpunkt der Erhebung lag außerdem auf dem Thema Verkehrssicherheit rund um Haltestellen. So wurde bei 22 Prozent der Meldungen angegeben, dass sichere Gehwege zur Haltestelle fehlen. Fast jede dritte Meldung betraf eine als unsicher empfundene Straßenquerung.

Vor allem Schüler und ältere Menschen sind oft mit Bussen unterwegs. Verkehrsexperten betonen daher, wie wichtig sichere Straßenübergänge an den Haltestellen sind.

Gerade in den ländlichen Regionen werden die Haltestellenbereiche sicherheitstechnisch aber oft vernachlässigt. Ein Beispiel dafür ist die Haltestelle „Industriegebiet“ der Buslinie 280 an der Bundesstraße der burgenländischen Gemeinde Donnerskirchen. Dort ist weder eine sichere Querung der Straße möglich, noch gibt es eine Sitzgelegenheit oder einen Witterungsschutz, wie Fahrgäste bemängelten.

Wie gefährlich Bushaltestellen im Freilandgebiet sind, zeigt eine VCÖ-Analyse, die auf Basis von Statistik-Austria-Daten gemacht wurde. „Im Zeitraum 2021 bis 2024 wurden in unserem Land bei Bushaltestellen an Freilandstraßen fünf Menschen durch Verkehrsunfälle getötet und weitere 154 verletzt, davon 44 schwer“, erklärt VCÖ-Sprecher Mag. Christian Gratzer.

Freiland und Ortsgebiet zusammen betrachtet, wurden im selben Zeitraum bei Bus- und Straßenbahn-Haltestellen durch Verkehrsunfälle zwölf Menschen tödlich verletzt, 281 Menschen schwer und 1.376 leicht verletzt.

Für den VCÖ-Sprecher sollten Bushaltestellen zumindest die Mindeststandards erfüllen, etwa Schutz vor Hitze und vor Regen, Sitzgelegenheiten sowie Barrierefreiheit. „Letzteres betrifft die Erreichbarkeit der Haltestelle und die Haltestelle selber. Es sollte beispielsweise ein taktiles Leitsystem für blinde Fahrgäste geben.“

Bezüglich der sicheren Erreichbarkeit von Haltestellen sieht Gratzer die Straßenerhalter in der Pflicht. „Beispielsweise durch ein niedrigeres Tempolimit für den Autoverkehr, durch einen Schutzweg oder bei
Freilandstraßen durch eine Mittelinsel.“

Als weitere Kriterien für eine qualitätsvolle Haltestelle nennt er unter anderem die Beleuchtung, eine Echtzeit-Fahrplaninformation mit Störungsinformationen oder eine Fahrradstellanlage.

Durch diese aktuelle VCÖ-Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ sollte auch gezeigt werden, dass die Umsetzung von hochwertigen und sicheren Haltestellen möglich ist. Deshalb wurde von der Mobilitätsorganisation auch die „Wahl zur besten Bushaltestelle des Landes“ durchgeführt.

Insgesamt 27 „vorbildliche Haltestellen“ aus allen Bundesländern wurden von den Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen eingereicht und von einer Fachjury bewertet.

„Gewinnerin ist die Haltestelle Busbahnhof Premstätten (Steiermark), die in Summe aus der Bewertung der Fachjury und den Stimmen der Fahrgäste die meisten Punkte erhielt“, heißt es vom VCÖ.

Ausschlaggebend waren etwa die Barrierefreiheit durch taktile Leitsysteme, stufenlose Zugänge und elektronische Fahrzeitansagen sowie die Verkehrssicherheit durch eine neugestaltete Kreuzung mit Ampelanlagen und Fußgängerübergängen.

Der zweite Platz ging an die Bus-Haltestelle „GH Engel“ in Lustenau. Die Vorarlberger Vorzeigehaltestelle bietet unter anderem einen überdachten Wartebereich und ausreichend Bewegungsfläche für Rollstühle oder Kinderwagen. Die Verkehrssicherheit wird durch die Lage vor einem Kreisverkehr in einer 30er-Zone und gute Beleuchtung gewährleistet.

Den dritten Platz konnte sich die Haltestelle „Skodagasse/Alserstraße“ der Linie 13A in Wien sichern. „Sie verfügt etwa über digitale Echtzeit-Abfahrtsanzeigen, Störungsmeldungen und überdachte Wartebereiche sowie Sitzgelegenheiten.“ rz
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