Mike Krüger: „Wir sollten Helfern und Rettern Respekt zollen“
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Er war einer der „Supernasen“ und erklärte auf heitere Weise, „den Nippel durch die Laschen“ ziehen zu müssen.
Heute nimmt Mike Krüger, 74, den Genderwahn aufs Korn und setzt sich für die Helfer bei Feuerwehr und Rettung ein.
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Herr Krüger, sind Sie als Spätberufener unter die Feuerwehrmänner gegangen?
Nicht direkt, aber ich unterstütze die Initiative „Respekt für Retter“ in Schleswig-Holstein (D) und setze mich dafür ein, dass der Feuerwehr, den Rettungssanitätern und der Polizei mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. Dabei finde ich es mehr als traurig, dass es diese Kampagne überhaupt geben muss. Normalerweise sollte es selbstverständlich sein, den Helfern und Rettern Respekt zu zollen, statt sie bei ihren Einsätzen zu stören, zu belästigen oder sogar zu beschimpfen. Leider ist es eine Tatsache, dass Rettungskräfte zunehmend Behinderungen und verbalen Angriffen ausgesetzt sind. Das ist unerträglich. Deshalb ist es mir ein Anliegen, mich für diese Aktion einzusetzen.
Was, meinen Sie, ist der Grund für dieses bedenkliche Verhalten?
Ich habe das Gefühl, dass unsere Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet. Dabei sollten wir gerade jetzt wieder mehr zusammenrücken. Leider ist das Gegenteil der Fall. Ich sehe die Hauptschuld vor allem bei den sozialen Medien. Die Menschen beschäftigen sich meist nur noch mit sich selbst und ihrem Smartphone. Sie folgen Fremden im Netz, anstatt im echten Leben miteinander zu sprechen. Früher haben wir uns noch zusammengesetzt, um persönlich zu diskutieren.
Waren Sie selbst einmal ehrenamtlich tätig?
Das wäre schwierig gewesen. Die wären mit mir verzweifelt, denn ich war ja fast nie da, sondern immer irgendwo auf Tournee oder beim Drehen eines Filmes. Ich war bei der Bundeswehr, bei der Marine, was mir als schöne Zeit in Erinnerung geblieben ist.
Wir waren ein eingeschworenes Team von acht Leuten, jetzt sind wir noch fünf. Dass wir uns seit mehr als fünfzig Jahren ein Mal pro Jahr treffen, ist der beste Beweis dafür, dass wir eine gute Zeit miteinander hatten. Ich bin ein Mensch, der langjährige Freundschaften schätzt – also Freunde, die ich bereits vor meiner Zeit im Showgeschäft hatte. Freundschaft und Familie sind mir das Wichtigste.
Sie haben durch Ihren YouTube-Kanal auch Kontakt zur jüngeren Generation. Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den Jungen?
Die Jungen sehen mich als coolen Opa, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat. Ich schätze es, dass mir junge Menschen im Internet folgen. Genauso wichtig ist mir aber das echte Leben. Wenn ich Jugendliche treffe, versuche ich ihnen zu vermitteln, wie wertvoll es ist, das Handy einmal wegzulegen und real etwas zu unternehmen.
Das australische Modell – soziale Medien erst ab 16 Jahren zuzulassen – würde ich sofort unterstützen. Vor dem Zeitalter der sozialen Medien wussten wir gar nicht, wie viele Idioten auf dieser Welt herumlaufen. Das ist natürlich ein frommer Wunsch, aber träumen darf man ja wohl noch.
Ich bin geprägt von der 68er-Generation. Damals waren die Hippies unterwegs, wir lebten in Frieden sowie Freundschaft und musizierten gemeinsam am Lagerfeuer. Amerika war für uns das Land von Bruce Springsteen, Bob Dylan und Johnny Cash – dass einem heute dazu der Begriff „Schurkenstaat“ einfällt, finde ich zutiefst erschütternd.
In Ihrem Lied „Gender-Jünger“ befassen Sie sich mit einem Thema, das nach wie vor polarisiert …
Genau wie früher beschäftige ich mich mit Themen, die ich in lustiger Form musikalisch aufbereite. Ich finde, dass durch das Gendern unsere Sprache verunglimpft wird. Die Endung „-innen“ anzuhängen, hilft den Menschen, denen es helfen sollte, meines Erachtens zu wenig. Und was den Begriff „queer“ betrifft, das haben wir als 68er einfach gelebt.
Ob jemand schwul, lesbisch oder ein Transvestit war, war uns völlig wurscht – da wurde nicht darüber geredet. Jetzt wird das alles hochgekocht, was ich mit meinem Humor-Stil aufs Korn nehme.
„Alter weißer Mann“ soll ein Schimpfwort sein? Das ist es für mich natürlich nicht. Ich bin einigermaßen glücklich darüber, so alt und nebenbei gesund zu sein. Dass ich weiß bin, dafür kann ich nichts.
Also bin ich ein alter weißer Mann und finde das großartig. Mein Lied „Alter weißer Mann“ landete innerhalb einer Woche auf Platz eins in der YouTube-Hitparade, was mich freute und mich darin bestätigt, dass man auch heute noch mit Themen, die auf der Straße liegen, erfolgreich sein kann.
Ohne Humor geht es bei Ihnen nie, oder?
Humor, finde ich, ist der beste Weg, sich auszudrücken. Wenn ich mir Fernseh-Talkshows anschaue, frage ich mich oft: Liebe Herrschaften, worum geht es eigentlich, dass ihr so aggressiv aufeinander losgehen müsst? Unterhaltet euch doch einmal locker und geht euch nicht gleich an die Gurgel.
Eigentlich bräuchte es in jeder dieser Runden jemanden, der eine gehörige Portion Humor hineinbringt. Meine Devise bleibt der Humor. Dass ich mit meinen Liedern die Welt nicht verändern kann, ist mir klar, sonst hätte der „Nippel“ etwas erreicht.
Aber die Verschlüsse sind genauso schlimm wie vor 50 Jahren, vielleicht noch schlimmer, denn jetzt sind sie an der Flasche festgemacht, weil die EU beschlossen hat, dass sie dranbleiben müssen. Also hat sich nichts verbessert – was uns aber nicht daran hindern sollte, darüber Scherze zu machen.
Ihre Fernseh-Auftritte sind seltener geworden. Aber am Samstag (13.6., ORF1, 20.15 Uhr) sind Sie zu Gast in der Show „Klein gegen Groß“. Worum geht es bei Ihrem Duell?
Zum einen habe ich zugesagt, weil ich die Show unterhaltsam finde und mit Kai Pflaume befreundet bin. Die Grundidee des Duells ist lustig. Wir müssen aus 50 Liedern drei Titel erkennen, indem wir einen Erdäpfelchip in die Rillen der Vinylschallplatten führen. Es ist schon eine Herausforderung, den Chip so zu platzieren, dass man überhaupt Musik hört. So viel sei verraten – das Mädchen ist sensationell.
Zur Person:
Mike Krüger (bürgerlich Michael Friedrich
Wilhelm Krüger) wurde am 14. Dezember 1951 in Ulm (D) geboren und wuchs in Hamburg (D) auf.
Er studierte Architektur, bevor er als Komiker, Musiker
und Schauspieler bekannt wurde.
Im Jahr 1975 feierte Krüger mit dem Lied „Mein Gott,
Walther“ seinen ersten Erfolg als Musiker und Komiker.
Es folgten Ohrwürmer wie „Du musst doch nur den
Nippel durch die Lasche ziehen“ und „Bodo mit dem
Bagger“. Zudem prägte er als „Supernase“ an der Seite von Thomas Gottschalk das Kino-Komödien-Genre und war Stammgast in der RTL-Komikshow „7 Tage, 7 Köpfe“.
Der Künstler ist seit dem Jahr 1976 mit seiner Birgit verheiratet, das Paar hat eine Tochter und eine Enkeltochter.
Nicht direkt, aber ich unterstütze die Initiative „Respekt für Retter“ in Schleswig-Holstein (D) und setze mich dafür ein, dass der Feuerwehr, den Rettungssanitätern und der Polizei mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. Dabei finde ich es mehr als traurig, dass es diese Kampagne überhaupt geben muss. Normalerweise sollte es selbstverständlich sein, den Helfern und Rettern Respekt zu zollen, statt sie bei ihren Einsätzen zu stören, zu belästigen oder sogar zu beschimpfen. Leider ist es eine Tatsache, dass Rettungskräfte zunehmend Behinderungen und verbalen Angriffen ausgesetzt sind. Das ist unerträglich. Deshalb ist es mir ein Anliegen, mich für diese Aktion einzusetzen.
Was, meinen Sie, ist der Grund für dieses bedenkliche Verhalten?
Ich habe das Gefühl, dass unsere Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet. Dabei sollten wir gerade jetzt wieder mehr zusammenrücken. Leider ist das Gegenteil der Fall. Ich sehe die Hauptschuld vor allem bei den sozialen Medien. Die Menschen beschäftigen sich meist nur noch mit sich selbst und ihrem Smartphone. Sie folgen Fremden im Netz, anstatt im echten Leben miteinander zu sprechen. Früher haben wir uns noch zusammengesetzt, um persönlich zu diskutieren.
Waren Sie selbst einmal ehrenamtlich tätig?
Das wäre schwierig gewesen. Die wären mit mir verzweifelt, denn ich war ja fast nie da, sondern immer irgendwo auf Tournee oder beim Drehen eines Filmes. Ich war bei der Bundeswehr, bei der Marine, was mir als schöne Zeit in Erinnerung geblieben ist.
Wir waren ein eingeschworenes Team von acht Leuten, jetzt sind wir noch fünf. Dass wir uns seit mehr als fünfzig Jahren ein Mal pro Jahr treffen, ist der beste Beweis dafür, dass wir eine gute Zeit miteinander hatten. Ich bin ein Mensch, der langjährige Freundschaften schätzt – also Freunde, die ich bereits vor meiner Zeit im Showgeschäft hatte. Freundschaft und Familie sind mir das Wichtigste.
Sie haben durch Ihren YouTube-Kanal auch Kontakt zur jüngeren Generation. Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den Jungen?
Die Jungen sehen mich als coolen Opa, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat. Ich schätze es, dass mir junge Menschen im Internet folgen. Genauso wichtig ist mir aber das echte Leben. Wenn ich Jugendliche treffe, versuche ich ihnen zu vermitteln, wie wertvoll es ist, das Handy einmal wegzulegen und real etwas zu unternehmen.
Das australische Modell – soziale Medien erst ab 16 Jahren zuzulassen – würde ich sofort unterstützen. Vor dem Zeitalter der sozialen Medien wussten wir gar nicht, wie viele Idioten auf dieser Welt herumlaufen. Das ist natürlich ein frommer Wunsch, aber träumen darf man ja wohl noch.
Ich bin geprägt von der 68er-Generation. Damals waren die Hippies unterwegs, wir lebten in Frieden sowie Freundschaft und musizierten gemeinsam am Lagerfeuer. Amerika war für uns das Land von Bruce Springsteen, Bob Dylan und Johnny Cash – dass einem heute dazu der Begriff „Schurkenstaat“ einfällt, finde ich zutiefst erschütternd.
In Ihrem Lied „Gender-Jünger“ befassen Sie sich mit einem Thema, das nach wie vor polarisiert …
Genau wie früher beschäftige ich mich mit Themen, die ich in lustiger Form musikalisch aufbereite. Ich finde, dass durch das Gendern unsere Sprache verunglimpft wird. Die Endung „-innen“ anzuhängen, hilft den Menschen, denen es helfen sollte, meines Erachtens zu wenig. Und was den Begriff „queer“ betrifft, das haben wir als 68er einfach gelebt.
Ob jemand schwul, lesbisch oder ein Transvestit war, war uns völlig wurscht – da wurde nicht darüber geredet. Jetzt wird das alles hochgekocht, was ich mit meinem Humor-Stil aufs Korn nehme.
„Alter weißer Mann“ soll ein Schimpfwort sein? Das ist es für mich natürlich nicht. Ich bin einigermaßen glücklich darüber, so alt und nebenbei gesund zu sein. Dass ich weiß bin, dafür kann ich nichts.
Also bin ich ein alter weißer Mann und finde das großartig. Mein Lied „Alter weißer Mann“ landete innerhalb einer Woche auf Platz eins in der YouTube-Hitparade, was mich freute und mich darin bestätigt, dass man auch heute noch mit Themen, die auf der Straße liegen, erfolgreich sein kann.
Ohne Humor geht es bei Ihnen nie, oder?
Humor, finde ich, ist der beste Weg, sich auszudrücken. Wenn ich mir Fernseh-Talkshows anschaue, frage ich mich oft: Liebe Herrschaften, worum geht es eigentlich, dass ihr so aggressiv aufeinander losgehen müsst? Unterhaltet euch doch einmal locker und geht euch nicht gleich an die Gurgel.
Eigentlich bräuchte es in jeder dieser Runden jemanden, der eine gehörige Portion Humor hineinbringt. Meine Devise bleibt der Humor. Dass ich mit meinen Liedern die Welt nicht verändern kann, ist mir klar, sonst hätte der „Nippel“ etwas erreicht.
Aber die Verschlüsse sind genauso schlimm wie vor 50 Jahren, vielleicht noch schlimmer, denn jetzt sind sie an der Flasche festgemacht, weil die EU beschlossen hat, dass sie dranbleiben müssen. Also hat sich nichts verbessert – was uns aber nicht daran hindern sollte, darüber Scherze zu machen.
Ihre Fernseh-Auftritte sind seltener geworden. Aber am Samstag (13.6., ORF1, 20.15 Uhr) sind Sie zu Gast in der Show „Klein gegen Groß“. Worum geht es bei Ihrem Duell?
Zum einen habe ich zugesagt, weil ich die Show unterhaltsam finde und mit Kai Pflaume befreundet bin. Die Grundidee des Duells ist lustig. Wir müssen aus 50 Liedern drei Titel erkennen, indem wir einen Erdäpfelchip in die Rillen der Vinylschallplatten führen. Es ist schon eine Herausforderung, den Chip so zu platzieren, dass man überhaupt Musik hört. So viel sei verraten – das Mädchen ist sensationell.
Zur Person:
Mike Krüger (bürgerlich Michael Friedrich
Wilhelm Krüger) wurde am 14. Dezember 1951 in Ulm (D) geboren und wuchs in Hamburg (D) auf.
Er studierte Architektur, bevor er als Komiker, Musiker
und Schauspieler bekannt wurde.
Im Jahr 1975 feierte Krüger mit dem Lied „Mein Gott,
Walther“ seinen ersten Erfolg als Musiker und Komiker.
Es folgten Ohrwürmer wie „Du musst doch nur den
Nippel durch die Lasche ziehen“ und „Bodo mit dem
Bagger“. Zudem prägte er als „Supernase“ an der Seite von Thomas Gottschalk das Kino-Komödien-Genre und war Stammgast in der RTL-Komikshow „7 Tage, 7 Köpfe“.
Der Künstler ist seit dem Jahr 1976 mit seiner Birgit verheiratet, das Paar hat eine Tochter und eine Enkeltochter.
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