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Ausgabe Nr. 21/2026 vom 20.05.2026, Fotos: Nikolaus Schotzko, Imago, AdobeStock, Roland Stohr
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Die unersättlichen Kormorane fangen mehr Fische am Bodensee als alle Berufs- und Hobbyfischer zusammen.
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Weibliche Quagga-Muscheln produzieren bis zu einer Million Eier pro Jahr.
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Roland Stohr, Fischwirtschaftsmeister und Berufsfischer am Bodensee.
Die toten Fische vom Bodensee
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Am Vorarlberger Ufer des Bodensees sind diesen Frühling mehr als zwei Tonnen tote Fische angespült worden. Auch die Berufsfischer können sich kaum noch über Wasser halten.
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Dass am Bodenseeufer im Frühjahr ein paar hundert Kilo tote Fische angespült werden, kommt immer wieder vor. „In einem Ausmaß von zwei Tonnen haben wir das aber schon viele Jahre nicht mehr erlebt“, berichtet Nikolaus Schotzko, Leiter des Landesfischereizentrums Vorarlberg.

Doch weder eine gefährliche Seuche, noch in den See eingeleitete Schadstoffe oder andere Umweltsünden waren für das ungewöhnlich hohe Fischsterben verantwortlich.

Hauptgrund dürfte neben bakteriellen Infektionen der geringe Sauerstoffgehalt im Wasser von teilweise nur noch zehn Prozent gewesen sein.

„Dieser Extremwert entstand durch die lange Eisdecke im Winter, besonders in flachen Hafen- und Uferbereichen wie beispielsweise der Fußacher Bucht in der Nähe von Bregenz“, erklärt der Fischereifachmann. Viele Fische starben somit bereits im Winter unter dem Eis und sanken auf den Gewässerboden. Erst mit den gestiegenen Temperaturen und den bei der Verwesung gebildeten Fäulnisgasen trieben die Kadaver an die Oberfläche und wurden durch den Wind in der Bucht verteilt.

Vom massiven Fischsterben betroffen waren dabei vor allem die eng mit den Goldfischen verwandten Giebel. Die silbrig-graugrünlichen und rund 30 Zentimeter großen Schwarmfische sind zwar essbar, spielen für die Erwerbsfischerei am Bodensee aber keine bedeutende Rolle

Am deutschen Ufer bei Friedrichshafen wurde hingegen fast zeitgleich eine größere Anzahl von Karpfen an Land gespült. Bei diesem beliebten Speisefisch spielten allerdings andere Ursachen eine Rolle für die erhöhte Sterblichkeit.

„Nach dem langen Winter waren die Energiereserven dieser Warmwasserfische bereits erschöpft, während das Wasser noch viel zu kalt war“, lautete die Erklärung. Mittlerweile ist das Frühjahrsfischsterben auf beiden Seiten des Bodensees abgeklungen. „Mit steigenden Temperaturen und besserem Sauerstoffgehalt im Wasser hat sich die Lage stabilisiert“, heißt es.

Großer Jubel ist bei den Fischern deswegen aber nicht ausgebrochen. Sie plagen sich weiterhin mit vielen Sorgen. So sank am Bodensee – hinter dem Genfersee der zweitgrößte Alpensee Europas – innerhalb nur eines Jahrzehnts der Jahresfangertrag von 450 Tonnen Fisch auf aktuell 115 Tonnen.

Das Gewässer ist dank erfolgreicher Sanierungsprogramme zu „sauber“ und damit zu nährstoffarm geworden. Was zwar für eine ausgezeichnete Trinkwasserqualität sorgt, aber gleichzeitig zu einer völligen Flaute in der Fischerei führt.

Schon seit vielen Jahren wollen die Fischer daher eine zeitweise geringere Phosphorentfernung in den Kläranlagen durchsetzen, um durch eine gesteigerte Nährstoffkonzentration im See den Fischbestand zu erhöhen.

Das Problem ist aber nicht nur, dass es immer weniger Fische gibt. Auch die Zahl der Fressfeinde hat stark zugenommen – wie die unter Naturschutz stehenden Kormorane. Vor ein paar Jahren freuten sich die Ornithologen noch über das erste Brutpaar am See. „Mittlerweile verputzen 6.000 Vögel jedes Jahr zwischen 400 und 450 Tonnen Fisch“, klagt der Berufsfischer Roland Stohr.

Für Probleme sorgt auch der Dreistachlige Stichling. Die invasive, also nicht heimische Fischart, vermehrt sich massenhaft und frisst Larven und Eier der Reinanken. Für den früheren Brotfisch der Berufsfischer besteht deshalb noch bis Anfang 2027 ein striktes Fangverbot. Das macht die Arbeit für die Bodenseefischer unrentabel, da die Erträge zu gering sind.

„Für eine sichere Existenz müsste ein Berufsfischer sieben bis acht Tonnen Fisch im Jahr fangen. Meist sind es nur noch drei Tonnen. Keiner kann mehr vom Fang alleine leben“, sagt Nikolaus Schotzko. Deshalb gibt es nur noch 49 Berufsfischer am gesamten Bodensee – vor zehn Jahren waren es mehr als doppelt so viele.

Zudem breiten sich die Quagga-Muscheln rasant aus. Die dreieckigen Schalentiere stammen ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum und wurden vermutlich über Sportboote eingeschleppt. Sie fressen Plankton, also mikroskopisch kleine Wasserlebewesen. Diese Nahrung fehlt in der Folge den Fischen, die darauf angewiesen sind.

Ein vollständiges Entfernen der Muscheln ist jedoch unmöglich, „da sie sich extrem schnell fortpflanzen, an fast jedem Untergrund festsetzen und bereits den gesamten Bodensee bis in Tiefen von 250 Meter besiedelt haben“.

Diese Areale sind mit herkömmlichen Fischereimethoden nicht erreichbar. Zu guter Letzt sorgt auch noch der Klimawandel für immer höhere Wassertemperaturen und sinkende Pegelstände. Hwie
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