Anmelden
Abonnieren
Ausgabe Nr. 18/2026 vom 28.04.2026, Fotos: Alois Stingl Fotografie, zvg, Erwin Pramhofer
Artikel-Bild
Artikel-Bild
„Mein Beruf ist reich an Tradition“
Paul Dirnberger, 28, Schmied
Artikel-Bild
„Kinder suchen bei mir Nähe“
Katharina Reininger, 33, Elementarpädagogin
Artikel-Bild
„Ich habe eine Österreich-Torte“
Christoph Hinteregger, 57, Konditor
Artikel-Bild
„Meine Arbeit ist abwechslungsreich“
Natalie Pirklbauer, 21, Kfz-Mechanikerin
Artikel-Bild
„Ich gebe Gewächsen eine Form“
Simon Weiß, 18, Landschaftsgärtner
Unsere Arbeit
macht uns stolz
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, wird daran erinnert, welche Rechte sich die Arbeiterklasse erworben hat. Sie bildet die Säule unserer Wirtschaft. Durch ihre Arbeit können wir uns den Sozialstaat und Politiker leisten. Die Menschen sind stolz auf das, was sie leisten.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
„Mein Beruf ist reich an Tradition“
Paul Dirnberger, 28, Schmied


Wenn Paul Dirnberger in der Schmiede steht, wird aus
glühendem Metall Schritt für Schritt ein Unikat. Der 28jährige ist Schmied und stolz darauf, „ein ehrliches Handwerk auszuüben, das reich an Tradition und Geschichte ist“.
Ein unvergesslicher Moment war für ihn, als er vor seinem ersten selbstständig geschmiedeten Tor stand. „Auf mich wirken zu lassen, was ich mit meinen Händen geschaffen habe, war schon beeindruckend“, erzählt er.

Die größte Herausforderung ist für den Schmied die Hitze. „Neben dem glühenden Feuer der Esse klettert die Temperatur in der Werkstatt rasch auf 40 Grad und mehr“, sagt er.

Da wird sein Handwerk zur schweißtreibenden Leistung, für die er durchaus Wertschätzung erfährt. Oft werde aber unterschätzt, wie viel Zeit in einer Sonderanfertigung steckt. „Die Menschen vergleichen den Preis mit Waren aus dem Baumarkt“, sagt der 28jährige.

Meine Arbeitszeit macht den Hauptteil der Kosten aus. Von der Politik wünscht sich Dirnberger mehr Anerkennung für Lehrberufe. Dass der Meistertitel inzwischen dem Bachelor gleichgestellt wurde, sieht er als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.


„Kinder suchen bei mir Nähe“
Katharina Reininger, 33, Elementarpädagogin


Zwar gibt es wiederkehrende Rituale wie die Jause oder den Tageskreis, doch insgesamt ist jeder Tag einzigartig“, sagt die 33jährige Kindergärtnerin und Leiterin einer Krabbelstube über ihren Beruf.

Stolz ist Katharina Reininger vor allem darauf, Kinder „ein Stück weit auf ihrem Lebens- und Bildungsweg begleiten“ zu dürfen. Sie erlebt die Entwicklungsschritte ihrer Schützlinge, die in der Mehrheit im Alter von drei und vier Jahren sind, aus nächster Nähe mit und sieht darin einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Gesellschaft.

„Zu den schönsten Momenten meines Berufs gehören jene Augenblicke, in denen ein Kind Nähe und Geborgenheit sucht. Diese Erlebnisse sind pur und ehrlich“, sagt Reininger. Dabei spürt sie, dass Vertrauen entstanden ist.

Auch das gemeinsame Lachen mit den Kindern
gehört für Reininger zu den großen Freuden des Alltages.
Besonders prägend war für sie die Verabschiedung ihrer
ersten „eigenen“ Gruppe.

„Damals habe ich gemerkt, wie sehr mir die Kinder in kurzer Zeit ans Herz gewachsen sind.“ Als größte Herausforderung sieht sie den Anspruch, jedem Kind in seiner Individualität gerecht zu werden.

„Gesellschaftlich wünsche ich mir für meinen Beruf mehr
Anerkennung. Von der Politik erwarte ich vor allem weniger zusätzliche Bürokratie und einen ehrlichen Blick auf den Alltag in den Bildungseinrichtungen“, erklärt Reininger.


„Ich habe eine Österreich-Torte“
Christoph Hinteregger, 57, Konditor


Wenn Christoph Hinteregger in der Früh um sechs Uhr in seiner Backstube steht, beginnt der Tag längst nicht nur mit Kaffee und Kuchen, sondern auch mit neuen Ideen.

Der 57jährige Konditor betreibt seit fünf Jahren mit seiner Partnerin Karin Bürger die Café-Konditorei Sitzwohl in Seeboden am Millstätter See (K) und liebt an seinem Beruf vor allem die Kreativität.

„Ich kann mit regionalen Zutaten arbeiten und immer wieder etwas Neues schaffen“, sagt er und verweist stolz auf seine „Original C. H. Österreich-Torte“, die er im Dezember 2025 marken- und designrechtlich schützen ließ.

Die Idee dazu kam ihm im Vorjahr. „Ich wollte den drei Jubiläen 80 Jahre Kriegsende, 70 Jahre Staatsvertrag und 30 Jahre EU-Zugehörigkeit ein süßes Denkmal setzen.“ Die Torte aus Biskuit und Topfen-Schlagobers-Creme zählt zu den Verkaufsschlagern.

Sechs Tage pro Woche arbeitet Hinteregger acht bis
neun Stunden, oft länger.

Von der Politik wünscht er sich mehr Anerkennung.„Mich stört, dass die Verwaltung höheres Ansehen genießt als praktisches Schaffen.


„Meine Arbeit ist abwechslungsreich“
Natalie Pirklbauer, 21, Kfz-Mechanikerin


Schwere Reifen, schmutzige Hände und 13 männliche Kollegen, Natalie Pirklbauer hat sich ihren Platz in der Werkstatt mit Beharrlichkeit und Können erkämpft. Die 21jährige arbeitet als Kfz-Mechanikerin bei E&S Motors in Freistadt (OÖ).

„Ich bin stolz darauf, dass ich das durchgezogen habe.
Denn es war schwer, eine Lehrstelle zu finden“, erzählt sie.
Erst nach 15 Bewerbungen bekam sie eine Chance. Gerade deshalb bedeutet ihr der Beruf heute so viel.

„Die Arbeit ist abwechslungsreich und das taugt mir.“
Der Arbeitstag beginnt für die junge Frau gewöhnlich um
7.30 Uhr, Routine gebe es dabei nie, und endet um 17 Uhr.

„Die größten Herausforderungen sind die körperliche
Belastung und die technische Weiterentwicklung“, meint
Pirklbauer. Gleichzeitig müsse man „ständig am Laufenden bleiben“, gerade durch die Elektromobilität.

Von der Politik wünscht sich die Oberösterreicherin mehr
Unterstützung in der Ausbildung. „Eine gute Ausbildung ist nur möglich, wenn die technischen Mittel während der Lehrzeit zur Verfügung stehen.“


„Ich gebe Gewächsen eine Form“
Simon Weiß, 18, Landschaftsgärtner


Vor einer dicht gewachsenen Zierkonifere setzt Simon Weiß die Heckenschere an. Konzentriert arbeitet sich der 18jährige vor und kürzt die ausladenden Äste gekonnt ein.

„Es ist schön, Gewächse in Form zu bringen“, sagt er und zeigt damit, was seinen Beruf als Landschaftsgärtner ausmacht, und zwar Präzision, Kraft und ein Blick fürs Ganze.

„Ob Garten, Schwimmteich oder Steinmauer – am meisten Freude bereitet mir der Moment, wenn ein Projekt fertig ist. Dann sehe ich, was ich geschafft habe“, erzählt Weiß.

Die körperliche Belastung gehört für ihn ganz selbstverständlich dazu. „Ich bin es gewohnt, herausfordernd zu arbeiten“, sagt der 18jährige, der sich in seinem Beruf äußerst wertgeschätzt fühlt.

Ein besonderer Höhepunkt wartet auf ihn im September, dann reist er nach Shanghai (China) zu den Berufsweltmeisterschaften der Gartengestalter.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung