Ausgabe Nr. 13/2026 vom 25.03.2026, Fotos: Thomas&Thomas, zvg, facebook, ORF/BEO-Film/Bernd Schuller
Andrea L‘Arronge:
„Zeitweise hasste ich meine Eltern“
„Zeitweise hasste ich meine Eltern“
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Im Land, wo die Zitronen blühen, erfüllte sie sich ihren Traum. Die Schauspielerin Andrea L‘Arronge heilte ihre Verletzungen und ordnete ihr Leben neu – in Italien, nahe Rom.
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Ich fühlte mich nicht geliebt und hatte immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Leider habe ich mich erst spät damit auseinandergesetzt und das in Heilung gebracht“, findet Andrea L‘Arronge offene Worte.
Sie wurde als Siebenjährige in ein Internat, das eher einem besseren Kinderheim gleichkam, „abgeschoben“. Die Mutter, eine Kostümbildnerin, hatte zu dieser Zeit ihren zweiten Mann kennengelernt. Bald wurde geheiratet, an der Hochzeit mit einem Kameramann ließ sie ihre Tochter nicht teilhaben.
Dabei schien nach außen hin alles perfekt. Schon mit acht Jahren stand die deutsche Stimme der „Pippi-Langstrumpf“ als Artistentochter in der Zirkus-Fernsehserie „Salto Mortale“ vor der Kamera. „Dort bekam ich die Anerkennung, die ich zuhause vermisste. Als mich meine Eltern fragten, ob ich nicht Geld für den Urlaub beisteuern wollte, hatte ich das Gefühl, wichtig zu sein“, erinnert sich die am 7. April 1957 in München (D) geborene Schauspielerin an ihre von der Suche nach Liebe geprägte Kindheit.
„Ich denke, das liegt an der Generation. Von gleichaltrigen Freunden hörte ich später, dass auch deren Eltern nie Liebe geben konnten, weil sie durch den Krieg traumatisiert waren.“
In ihrer neuen Biografie „Der Zitronenbaum in meinem Garten – Durch innere Freiheit zu mehr Lebensfreude“ (Westend Verlag) geht es „aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern vielmehr darum, sich selbst zu heilen“, stellt sie klar. „Zeitweise jedoch“, gesteht sie, „hasste ich meine Eltern. Ich erinnere mich an die ohnmächtige Wut, die ich fühlte, als sie mich bei einer Live-Aufnahme störten und am Telefon anschrien. Aber es bleiben immer die Eltern und man will ja, dass alles in Ordnung kommt.“
Als 17jährige verließ sie die Schule, ihre Karriere nahm immer mehr Fahrt auf und mit nur 21 Jahren stand sie vor dem Traualtar. Dieser frühe Schritt war ihrer Sehnsucht nach einer intakten Familie geschuldet. Doch der Plan ging schief, er war Alkoholiker, das Paar wurde wegen Betruges angeklagt.
„Plötzlich stand ich mit einer Viertelmillion Mark Schulden da. Mein damaliger Mann wurde verurteilt, ich wurde freigesprochen, weil ich naiv und dumm war, hieß es. Gut, dass ich spirituelle Hilfe hatte. Eine alte, hellsichtige Frau sagte zu mir, ,Stein auf Stein für Ihr Leben, aber später einmal werden Sie alles haben, wovon sie träumen.‘“
Das Bild von einem Zitronenbaum im eigenen Garten hat sie, seit sie denken kann, vor Augen. „Der Zitronenbaum, der für Lebensfreude, wunderbaren Duft und für den Süden steht, war immer mein Wunsch“, sagt L‘Arronge.
Den hat sie sich verwirklicht. Sie trennte sich vor zehn Jahren von ihrem zweiten Mann, dem Piloten und Unternehmer Charly Reichenwallner, 70, dem Vater ihrer Tochter Jessica, 40. Dafür fand die Italien-Liebhaberin in einem Haus am Braccianosee, unweit von Rom, vor vier Jahren ein neues Glück.
Im Juli 2023 zog sie dort ein, vier Monate später pflanzte sie ihr Zitronenbäumchen.
„Das Leben nach einer Trennung ist kein Zuckerschlecken, auch wenn man derjenige ist, der geht. Das Loch, in das man erst einmal fällt, ist tief und schwer, schließlich waren mein Mann und ich 33 Jahre verheiratet. Ich habe viel geweint. Einzig und allein die plötzliche Ruhe in den eigenen vier Wänden empfand ich als wohltuend. Keine Auseinandersetzungen mehr, keine Aggression, kein Türenschlagen“, schreibt L‘Arronge in ihrem Buch.
Trotz der Trennung pflegt das Paar „ein freundschaftliches Verhältnis, worüber auch unsere Tochter glücklich ist“.
Regelmäßiges Meditieren hilft ihr dabei, immer mehr zur Ruhe zu kommen – und ihr Interesse für den Schamanismus.
„Die ersten Male auf dem Sofa vergingen in einem Meer aus Tränen. Es wundert mich, dass ich nicht selber weggeschwemmt worden bin. Ich lernte, aus der Opferrolle herauszukommen und lange verschüttete Wünsche ans Tageslicht zu befördern“, gesteht die Schauspielerin, die als „Gräfin Schönberg“ freundschaftlich mit „Hans Kofler“ (Heinz Marecek) in der Fernsehserie „SOKO Kitzbühel“ (2001–2021) verbunden war.
„Jede Erfahrung ist dazu da“, sagt die bald 69jährige, „etwas zu lernen. Ich musste lernen zu verzeihen, egal, was mir angetan wurde, ob von den Ehemännern, Eltern oder Regisseuren“, lautet ihr Fazit.
Vollständig verziehen hat sie auch ihrer Mutter, die im Pflegeheim starb. „Unser Verhältnis war zu Lebzeiten ziemlich zerrüttet und ich war nicht so oft bei ihr, aber ich bekam mein Abschiedsgeschenk. Mehr als einmal sagte sie mir, wie leid ihr alles tue. Ich konnte sie in den Arm nehmen und wir haben zusammen geweint“, betrachtet sie heute den Tod ihrer Mutter als einen beiderseitigen Neuanfang.
Mit ihrem Buch möchte die Schauspielerin Andrea L‘Arronge zeigen, „dass es immer weitergeht und wir in unserem Leben immer etwas ändern können.
Bei mir war es der Drang, überleben zu wollen, weil ich ständig krank war. Heute habe ich nur noch Rückenschmerzen, wenn ich die vierzehn Olivenbäume in meinem Garten abgeerntet habe.“ wieser
Sie wurde als Siebenjährige in ein Internat, das eher einem besseren Kinderheim gleichkam, „abgeschoben“. Die Mutter, eine Kostümbildnerin, hatte zu dieser Zeit ihren zweiten Mann kennengelernt. Bald wurde geheiratet, an der Hochzeit mit einem Kameramann ließ sie ihre Tochter nicht teilhaben.
Dabei schien nach außen hin alles perfekt. Schon mit acht Jahren stand die deutsche Stimme der „Pippi-Langstrumpf“ als Artistentochter in der Zirkus-Fernsehserie „Salto Mortale“ vor der Kamera. „Dort bekam ich die Anerkennung, die ich zuhause vermisste. Als mich meine Eltern fragten, ob ich nicht Geld für den Urlaub beisteuern wollte, hatte ich das Gefühl, wichtig zu sein“, erinnert sich die am 7. April 1957 in München (D) geborene Schauspielerin an ihre von der Suche nach Liebe geprägte Kindheit.
„Ich denke, das liegt an der Generation. Von gleichaltrigen Freunden hörte ich später, dass auch deren Eltern nie Liebe geben konnten, weil sie durch den Krieg traumatisiert waren.“
In ihrer neuen Biografie „Der Zitronenbaum in meinem Garten – Durch innere Freiheit zu mehr Lebensfreude“ (Westend Verlag) geht es „aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern vielmehr darum, sich selbst zu heilen“, stellt sie klar. „Zeitweise jedoch“, gesteht sie, „hasste ich meine Eltern. Ich erinnere mich an die ohnmächtige Wut, die ich fühlte, als sie mich bei einer Live-Aufnahme störten und am Telefon anschrien. Aber es bleiben immer die Eltern und man will ja, dass alles in Ordnung kommt.“
Als 17jährige verließ sie die Schule, ihre Karriere nahm immer mehr Fahrt auf und mit nur 21 Jahren stand sie vor dem Traualtar. Dieser frühe Schritt war ihrer Sehnsucht nach einer intakten Familie geschuldet. Doch der Plan ging schief, er war Alkoholiker, das Paar wurde wegen Betruges angeklagt.
„Plötzlich stand ich mit einer Viertelmillion Mark Schulden da. Mein damaliger Mann wurde verurteilt, ich wurde freigesprochen, weil ich naiv und dumm war, hieß es. Gut, dass ich spirituelle Hilfe hatte. Eine alte, hellsichtige Frau sagte zu mir, ,Stein auf Stein für Ihr Leben, aber später einmal werden Sie alles haben, wovon sie träumen.‘“
Das Bild von einem Zitronenbaum im eigenen Garten hat sie, seit sie denken kann, vor Augen. „Der Zitronenbaum, der für Lebensfreude, wunderbaren Duft und für den Süden steht, war immer mein Wunsch“, sagt L‘Arronge.
Den hat sie sich verwirklicht. Sie trennte sich vor zehn Jahren von ihrem zweiten Mann, dem Piloten und Unternehmer Charly Reichenwallner, 70, dem Vater ihrer Tochter Jessica, 40. Dafür fand die Italien-Liebhaberin in einem Haus am Braccianosee, unweit von Rom, vor vier Jahren ein neues Glück.
Im Juli 2023 zog sie dort ein, vier Monate später pflanzte sie ihr Zitronenbäumchen.
„Das Leben nach einer Trennung ist kein Zuckerschlecken, auch wenn man derjenige ist, der geht. Das Loch, in das man erst einmal fällt, ist tief und schwer, schließlich waren mein Mann und ich 33 Jahre verheiratet. Ich habe viel geweint. Einzig und allein die plötzliche Ruhe in den eigenen vier Wänden empfand ich als wohltuend. Keine Auseinandersetzungen mehr, keine Aggression, kein Türenschlagen“, schreibt L‘Arronge in ihrem Buch.
Trotz der Trennung pflegt das Paar „ein freundschaftliches Verhältnis, worüber auch unsere Tochter glücklich ist“.
Regelmäßiges Meditieren hilft ihr dabei, immer mehr zur Ruhe zu kommen – und ihr Interesse für den Schamanismus.
„Die ersten Male auf dem Sofa vergingen in einem Meer aus Tränen. Es wundert mich, dass ich nicht selber weggeschwemmt worden bin. Ich lernte, aus der Opferrolle herauszukommen und lange verschüttete Wünsche ans Tageslicht zu befördern“, gesteht die Schauspielerin, die als „Gräfin Schönberg“ freundschaftlich mit „Hans Kofler“ (Heinz Marecek) in der Fernsehserie „SOKO Kitzbühel“ (2001–2021) verbunden war.
„Jede Erfahrung ist dazu da“, sagt die bald 69jährige, „etwas zu lernen. Ich musste lernen zu verzeihen, egal, was mir angetan wurde, ob von den Ehemännern, Eltern oder Regisseuren“, lautet ihr Fazit.
Vollständig verziehen hat sie auch ihrer Mutter, die im Pflegeheim starb. „Unser Verhältnis war zu Lebzeiten ziemlich zerrüttet und ich war nicht so oft bei ihr, aber ich bekam mein Abschiedsgeschenk. Mehr als einmal sagte sie mir, wie leid ihr alles tue. Ich konnte sie in den Arm nehmen und wir haben zusammen geweint“, betrachtet sie heute den Tod ihrer Mutter als einen beiderseitigen Neuanfang.
Mit ihrem Buch möchte die Schauspielerin Andrea L‘Arronge zeigen, „dass es immer weitergeht und wir in unserem Leben immer etwas ändern können.
Bei mir war es der Drang, überleben zu wollen, weil ich ständig krank war. Heute habe ich nur noch Rückenschmerzen, wenn ich die vierzehn Olivenbäume in meinem Garten abgeerntet habe.“ wieser
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