Riesentorlauf-Weltmeister Raphael Haaser, 28:
„Das Schweigen liegt uns Haasers in den Genen“
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WM-Gold im Riesentorlauf und Silber im Super-G erhoben Raphael Haaser, 28, in der vorigen Saison zur neuen rot-weiß-roten Schi-Galionsfigur. Im Interview verrät der Tiroler, warum er heuer auch die Abfahrtslatten anschnallt und er aus einer Familie der stillen Beobachter stammt.
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Herr Haaser, in der vergangenen Saison sind Sie wie Phoenix aus der Asche zum großen WM-Helden aufgestiegen. Waren Sie von sich selbst verblüfft?
Riesenslalom-Gold in Saalbach-Hinterglemm (S) kam für mich überraschend, damit habe ich bei der Heim-WM ehrlich nicht gerechnet. Aber etwa im Super-G war mir schon vorher klar, dass ich das Zeug dazu habe, an einem guten Tag ganz vorne mitzufahren.
Das macht Sie heuer zum großen Hoffnungsträger. Legen Sie bei den kommenden US-Rennen gleich mit Ihrem ersten Weltcupsieg nach oder lieber im Februar mit einer Olympia-Medaille?
Wenn es nach mir geht, mit beidem (lacht). Wenn das Schifahren qualitativ gut passt, dann könnte sich die Frage von allein erledigen. Viele sagen ja, der erste Weltcupsieg sei der allerschwierigste, weil du oft zu viel erzwingen willst, statt es laufen zu lassen. Derzeit sind auch ein paar Abfahrtsstarts eingeplant, das taugt mir und wir haben dafür im Sommer fleißig trainiert.
Was macht aus Talent, sozusagen einem Trainingsweltmeister, einen echten Weltmeister?
Dieses Geheimnis verrate ich jetzt nicht, sonst wissen es die anderen auch (lacht). Aber der Erfolg ist oft eine Kombination aus Talent und harter Arbeit, denn ohne einen dieser beiden Faktoren bleibst du irgendwann stecken. Für mich ist es auch ein Erfolgsrezept, im Training maximal ans Limit zu gehen und dies unterbewusst so abzuspeichern, dass es im Rennen automatisch abrufbar wird.
Sie standen schon mit zwei Jahren auf Schiern. Viele sagen, wegen Ihrer Familiengeschichte wurden Sie sogar mit Schi und Bindung geboren.
Es scheint tatsächlich so, dass man in der Familie Haaser nicht anders kann, als Schifahrer zu werden. Meine Mama Simone und Papa Rene sind beide Schilehrer, er war auch als Rennfahrer tätig, bis die Knie nicht mehr mitspielten. Meine Schwester Ricarda, die derzeit noch verletzt ist, fährt ja ebenfalls Rennen, früher auch meine Tante Anja und mein Onkel Josef. Wenn bei uns daheim daher Familientreffen stattfinden, dreht sich viel um den Schisport.
Ihr Vater Rene sprach sogar von einer „schisüchtigen“ Familie und seinem Lebenswerk, die eigenen Kinder an die Spitze gebracht zu haben. Siegen Sie auch für den Papa?
Das ist sicher ein Teil der Motivation, er hat in all den Jahren immer alles, was er hatte, in seine Kinder investiert. Uns ein gescheites Training zu ermöglichen, war für ihn Priorität Nummer eins. Der Vater stand mit uns auf der Piste, organisierte die Hotels und präparierte abends unsere Schi, obwohl er vollzeit berufstätig war. Umso mehr freue ich mich, wenn ich ihm jetzt etwas zurückgeben kann.
Haben Sie und Ricarda auch sein stilles, stoisches Wesen geerbt? Man nennt Sie ja den „Eismann“.
Das Schweigen und wenig zu reden liegt uns Haasers in den Familiengenen, wir sind eher die stillen Beobachter. Daran finde ich aber nichts Negatives, auch der schweigsame Formel-1-Fahrer Kimi Raikkönen wurde ja „Iceman“ (Eismann) genannt, der mir als Mensch und Sportler gefällt. Nur groß zu reden und keinen Platz zum Runterkommen zu finden, würde für mich nicht funktionieren. Ich bin schon zufrieden damit, auch einmal nichts zu tun.
Dürfen Rennläufer überhaupt „nichts“ tun?
Das ist heutzutage schwer. Dabei würde es oft mehr bringen, nichts zu tun, anstatt eine weitere Trainingseinheit einzuschieben.
Fällt Ihnen daheim in Tirol am Achensee das Entspannen noch leichter?
Auf jeden Fall, es wird ja „Karibik der Alpen“ genannt, weil der See türkisblaues Wasser hat und von schönen Bergen umrahmt ist. Für mich ist es einer der schönsten Flecken, die ich je gesehen haben. Dort steige ich im Sommer gerne auf mein Supermoto-Bike oder klappe bei unserem Familienauto, einem mehr als 20 Jahre alten roten VW-Käfer-Cabrio, das Verdeck herunter und fahre spazieren.
Oder Sie schwingen den Kochlöffel. Angeblich kochen Sie nicht schlecht …
Ich kann Schnitzel, Kaiserschmarrn oder einfache Sachen zubereiten. Aber das nenne ich nicht Kochen, sondern ernährungstechnisches Überleben. Lieber ist es mir, wenn die Mama oder meine Freundin Fabiana kocht.
Welcher Beruf lockt Sie nach dem Schisport?
Keine Ahnung. Da habe ich wirklich noch absolut keinen Plan. Wolfgang Kreuziger
Riesenslalom-Gold in Saalbach-Hinterglemm (S) kam für mich überraschend, damit habe ich bei der Heim-WM ehrlich nicht gerechnet. Aber etwa im Super-G war mir schon vorher klar, dass ich das Zeug dazu habe, an einem guten Tag ganz vorne mitzufahren.
Das macht Sie heuer zum großen Hoffnungsträger. Legen Sie bei den kommenden US-Rennen gleich mit Ihrem ersten Weltcupsieg nach oder lieber im Februar mit einer Olympia-Medaille?
Wenn es nach mir geht, mit beidem (lacht). Wenn das Schifahren qualitativ gut passt, dann könnte sich die Frage von allein erledigen. Viele sagen ja, der erste Weltcupsieg sei der allerschwierigste, weil du oft zu viel erzwingen willst, statt es laufen zu lassen. Derzeit sind auch ein paar Abfahrtsstarts eingeplant, das taugt mir und wir haben dafür im Sommer fleißig trainiert.
Was macht aus Talent, sozusagen einem Trainingsweltmeister, einen echten Weltmeister?
Dieses Geheimnis verrate ich jetzt nicht, sonst wissen es die anderen auch (lacht). Aber der Erfolg ist oft eine Kombination aus Talent und harter Arbeit, denn ohne einen dieser beiden Faktoren bleibst du irgendwann stecken. Für mich ist es auch ein Erfolgsrezept, im Training maximal ans Limit zu gehen und dies unterbewusst so abzuspeichern, dass es im Rennen automatisch abrufbar wird.
Sie standen schon mit zwei Jahren auf Schiern. Viele sagen, wegen Ihrer Familiengeschichte wurden Sie sogar mit Schi und Bindung geboren.
Es scheint tatsächlich so, dass man in der Familie Haaser nicht anders kann, als Schifahrer zu werden. Meine Mama Simone und Papa Rene sind beide Schilehrer, er war auch als Rennfahrer tätig, bis die Knie nicht mehr mitspielten. Meine Schwester Ricarda, die derzeit noch verletzt ist, fährt ja ebenfalls Rennen, früher auch meine Tante Anja und mein Onkel Josef. Wenn bei uns daheim daher Familientreffen stattfinden, dreht sich viel um den Schisport.
Ihr Vater Rene sprach sogar von einer „schisüchtigen“ Familie und seinem Lebenswerk, die eigenen Kinder an die Spitze gebracht zu haben. Siegen Sie auch für den Papa?
Das ist sicher ein Teil der Motivation, er hat in all den Jahren immer alles, was er hatte, in seine Kinder investiert. Uns ein gescheites Training zu ermöglichen, war für ihn Priorität Nummer eins. Der Vater stand mit uns auf der Piste, organisierte die Hotels und präparierte abends unsere Schi, obwohl er vollzeit berufstätig war. Umso mehr freue ich mich, wenn ich ihm jetzt etwas zurückgeben kann.
Haben Sie und Ricarda auch sein stilles, stoisches Wesen geerbt? Man nennt Sie ja den „Eismann“.
Das Schweigen und wenig zu reden liegt uns Haasers in den Familiengenen, wir sind eher die stillen Beobachter. Daran finde ich aber nichts Negatives, auch der schweigsame Formel-1-Fahrer Kimi Raikkönen wurde ja „Iceman“ (Eismann) genannt, der mir als Mensch und Sportler gefällt. Nur groß zu reden und keinen Platz zum Runterkommen zu finden, würde für mich nicht funktionieren. Ich bin schon zufrieden damit, auch einmal nichts zu tun.
Dürfen Rennläufer überhaupt „nichts“ tun?
Das ist heutzutage schwer. Dabei würde es oft mehr bringen, nichts zu tun, anstatt eine weitere Trainingseinheit einzuschieben.
Fällt Ihnen daheim in Tirol am Achensee das Entspannen noch leichter?
Auf jeden Fall, es wird ja „Karibik der Alpen“ genannt, weil der See türkisblaues Wasser hat und von schönen Bergen umrahmt ist. Für mich ist es einer der schönsten Flecken, die ich je gesehen haben. Dort steige ich im Sommer gerne auf mein Supermoto-Bike oder klappe bei unserem Familienauto, einem mehr als 20 Jahre alten roten VW-Käfer-Cabrio, das Verdeck herunter und fahre spazieren.
Oder Sie schwingen den Kochlöffel. Angeblich kochen Sie nicht schlecht …
Ich kann Schnitzel, Kaiserschmarrn oder einfache Sachen zubereiten. Aber das nenne ich nicht Kochen, sondern ernährungstechnisches Überleben. Lieber ist es mir, wenn die Mama oder meine Freundin Fabiana kocht.
Welcher Beruf lockt Sie nach dem Schisport?
Keine Ahnung. Da habe ich wirklich noch absolut keinen Plan. Wolfgang Kreuziger
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