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Ausgabe Nr. 12/2024 vom 19.03.2024, Fotos: Adolph,Christopher / Action Press / picturedesk.com, ARD Degeto/Jürgen Olzcyk, ORF/Taurus/Barbara Bauriedl, ARD Degeto/ARD Degeto/Guido Engels, ARD/Barbara Bauriedl, BR/Markus Konvalin
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„Club der einsamen Herzen“, Sonntag, 24.3., 11.05 Uhr, SWR
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„Um Himmels Willen: Schreckschuss“, Dienstag, 26.3., 9.55 Uhr, ORF2
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„Neue Chance zum Glück“, Dienstag, 26.3., 12.30 Uhr, MDR
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„Um Himmels Willen: Zwei kleine Italiener“, Donnerstag, 28.3., 9.55 Uhr, ORF2
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„Ringlstetter“, Donnerstag, 28.3., 22 Uhr, BR
Jutta Speidel wird 70 und hat einen Wunsch: „Ich möchte ein Gänseblümchen werden“
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Sie will zu ihrem runden Geburtstag kein großes Fest feiern, sondern mit ihren Liebsten „weit wegfliegen, wo uns keiner erreicht“. Das passt zu Jutta Speidel, die sich auf roten Teppichen nie wohlgefühlt hat.
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Frau Speidel, Sie werden am 26. März 70 Jahre alt.
Erschreckt Sie diese Zahl?


Warum sollte sie? Ich bin nicht krank, nicht gebrechlich, und ich merke mir noch problemlos Texte. Auch wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich da keine frustrierte Greisin, sondern eine strahlende Frau. Ja, ich bin stolz darauf, wie es mir geht. Gestern war ich zum Beispiel langlaufen.

Ist Bewegung der Grund dafür, dass Sie so fit sind?

Ich glaube, die Veranlagung spielt eine entscheidende Rolle. Meine Mutter wurde 93 Jahre alt. Ich habe sie immer als Vorbild empfunden, weil sie so schön und gepflegt war und gut gerochen hat. Ihre Disziplin bewunderte ich ebenfalls. Sie ist täglich geschwommen, hat täglich geturnt, und sie achtete stets darauf, was sie gegessen hat.

Können Sie sich eine neue Partnerschaft vorstellen?

Ich weiß es nicht. Ich hatte gute und lange Beziehungen. Jetzt bin ich solo, doch ich fühle mich nicht einsam. Ich sitze abends nicht auf dem Sofa und wünsche mir eine Schulter zum Kuscheln. So bin ich nicht. Sollte mir aber jemand begegnen, wo es auf beiden Seiten „Peng“ macht, dann würde ich diese Chance nicht verpassen wollen. Ich flirte auch nach wie vor gerne, nur auf der Suche bin ich nicht.

Missbrauch und Belästigung sind zur Zeit große Themen. Wie ist es Ihnen diesbezüglich ergangen?

Ich habe in meinem Beruf natürlich auch einmal die Hand am falschen Ort erlebt. Aber ich hatte äußerst progressive Eltern. Als ich neun war, haben sie mir einen Judo-Kurs verpasst. Und sie sagten mir: Wenn dir einer zu nahe kommt, schreist du ganz laut „Hau ab“. Wenn das nichts nützt, schreist du ganz laut „Hilfe“. Und da du jetzt Judo machst, wirst du dem eine verpassen. Tatsächlich bin ich in meinem Leben nie in eine Situation geraten, aus der ich mich nicht selbst herausholen konnte.

Sie haben zwei Töchter, Franziska, 40, und Antonia, 37. Die ältere hat Sie zur Oma gemacht …

Ja, der junge Mann ist jetzt sieben Jahre alt, heißt Yannis, und ich habe mir vorgenommen, ihm alles beizubringen, was ich heute an vielen Männern vermisse. Höflich soll er werden, er soll andere Menschen respektieren, und sein Schwerpunkt soll auf einem Miteinander und nicht auf einem Gegeneinander liegen.

Stimmt es, dass Sie mit Ihren Töchtern bereits über Ihren
Tod gesprochen haben und sich wünschen, dass Ihre Asche von einem Berg aus verstreut wird?


Das ist richtig. Und ich hoffe inständig, dass aus meiner Asche ein Gänseblümchen wächst.
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