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Ausgabe Nr. 02/2023 vom 10.01.2023, Fotos: Manuel Vitali
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Ivan Knie gewann beim vergangenen Bewerb mit seinen Pferden die Trophäe des „Goldenen Clowns“.
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150 Künstler treten auf.
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Tiernummern sind umstritten, aber beliebt.
Manege frei für die besten Artisten der Welt
Im Fürstentum Monaco zeigen die besten Zirkusartisten ihr Können. Beim „Internationalen Zirkusfestival“ rittern 150 Künstler um die Auszeichnung des „Goldenen Clowns“.
Im Jänner versammelt sich die Zirkus-Welt in Monaco. In der Stadt Monte-Carlo wird von 20. bis 29. Jänner das „Internationale Zirkusfestival“ abgehalten. Nur die besten Artisten, Akrobaten und Clowns werden zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Das Festival ist das berühmteste Zirkusfest der Welt. Es wurde 1974 von Fürst Rainier III. (t 81) gegründet. Er wollte mit dem Zirkusfestival Artisten eine Möglichkeit bieten, sich vor großem Publikum zu beweisen. Heute ist dessen Tochter, Prinzessin Stéphanie, 57, die Schirmherrin. Sie trifft die finale Entscheidung bei der Auswahl der Darbietungen. Eine Einladung zu erhalten, ist für die Artisten eine große Auszeichnung.

Wettkampf um die „Oscars“ der Zirkuswelt

Denn die besten Darbietungen werden mit dem „Goldenen Clown“ prämiert. Diese Trophäe ist der „Oscar“ der Zirkuswelt. Für die zweiten und dritten Plätze gibt es auch einen „Clown“ in Silber und Bronze.

Nach zwei Jahren Pause wird in diesem Jahr das 45. Jubiläum gefeiert. „Es werden 150 Künstler aus 14 Ländern das Publikum verzaubern. Die Darbietungen basieren auf den drei Säulen des traditionellen Zirkus. Diese sind Akrobatik, Komödie und Tiere“, erzählt Prinzessin Stéphanie.

Auftritte von Tieren sind umstritten, jedoch sind Tiernummern bei den Zuschauern am beliebtesten. In dem Bewerb vor zwei Jahren trug die Pferde-Vorführung von Ivan Knie, 21, vom gleichnamigen Zirkus Knie, den Sieg davon.

Den Organisatoren ist klar, dass diese Darbietungen von Tierschützern immer wieder kritisiert werden. „Die Tiere wurden im Zirkus geboren und werden wie Familienmitglieder behandelt. Sie sind den Umgang mit Menschen gewöhnt. Wir lassen nur Artisten auftreten, von denen wir wissen, dass sie gut mit den Tieren umgehen“, sagt die Monegassin.

Zu den diesjährigen Tierdarbietungen zählt der Auftritt von Alex Giona. Der 36jährige Italiener dressiert Pferde ohne Druck und Drill. Er dirigiert die Tiere nur mit seiner Stimme. Bei seiner Vorführung, die er „Freiheitsdressur“ nennt, gibt es kein Zaumzeug und keinen Reiter.

Mit einer ähnlich anmutenden Pferdedressur hat auch Flavio Togni, 62, begonnen. Mit 16 Jahren gewann er damit den „Silbernen Clown“ in Monte-Carlo. Später nahm er Elefanten, Panther und Tiger in sein Programm auf. Der Italiener wird gerne als „Herr der Tiere“ bezeichnet.

„Das Klischee vom Dompteur, der sich das Tier untertan macht, stimmt nicht. Gegenseitiges Vertrauen und Liebe sind die Basis für den Erfolg. Die Elefanten sind die intelligentesten und sensibelsten Tiere. Dagegen waren die Hengste die größte Herausforderung, weil sie nervös sind und nurschwer begreifen“, sagt Flavio Togni. Alles, was er weiß, hat er an seinen Sohn Bruno, 25, weitergegeben. Er wird mit seinen elf weißen und goldfarbenen Königstigern in Monte- Carlo auftreten.

Großkatzen waren auch die Leidenschaft von Fürst Rainier III., der den Zirkus liebte und deshalb diese Veranstaltung ins Leben rief. „Die Zirkusdirektoren dachten aber, dass dieses Fest nur ein paar Jahre stattfinden würde, weil es niemanden auf Dauer interessiert. Doch das Gegenteil war der Fall. Es wurde immer größer“, erzählt der Festival-Direktor Urs Pilz.

Die Manege wurde direkt am Meer gebaut. Das „Espace Fontvieille“ ist ein riesiges, stationäres Zirkuszelt, in dem
3.800 Menschen Platz finden. Im Jänner gastiert hier für zehn Tage der Zirkus, im restlichen Jahr wird es für andere Veranstaltungen verwendet.

Das Zirkuszelt befindet sich in Nachbarschaft zum Yachthafen. Vor den Toren der Manege gibt es zudem acht Helikopterlandeplätze. Der Hubschrauber ist das schnellste Verkehrsmittel, um nach Monaco zu gelangen und ist auch für den Durchschnitts-Touristen erschwinglich.

Da Monaco über keinen Flughafen verfügt, ist der nächstgelegene in Nizza (Frankreich). Dort können Urlauber einen Helikopter mieten, der sie direkt nach Monte-Carlo bringt. Sechs Passagiere passen in den Hubschrauber „Airbus H125“ hinein.

Der Spaß kostet bei Vollbelegung 125 Euro pro Person bei der Firma „Helipass“. Die Flugdauer ins Fürstentum beträgt nur sieben Minuten. Vom Landeplatz können die Urlauber direkt ins Zirkuszelt spazieren, wo es heißt „Manege frei“. widlak
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