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Ausgabe Nr. 38/2022 vom 20.09.2022, Fotos: Sarah - stock.adobe.com
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Achten Sie auf unnötigen Verbrauch.
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Das kostet der Betrieb Ihrer Elektrogeräte jetzt.
Rasch Energie gespart
Die hohen Gas- und Strompreise setzten uns zu. Durch ein paar einfache Tricks lässt sich mit relativ wenig Aufwand und ohne großen Verzicht Geld sparen.
Es wird ein außergewöhnlicher Winter“, stimmte uns Umweltministerin Leonore Gewessler, 45, kürzlich auf das Energiesparen ein. Ein Ende der Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland, das mittlerweile viel mehr Gas nach China verkauft, ist nicht in Sicht, Gaslieferungen in die EU bleiben gedrosselt. Somit bleiben Gas und Strom weiterhin teuer.
Die Regierung hat zwar eine Strompreisbremse auf den Weg gebracht, die ab Dezember gelten soll. Doch der Strompreis wird für alle Haushalte nur bis zu einer Grenze von 2.900 Kilowattstunden gedeckelt.

Ein Grad weniger senkt Heizkosten um sechs Prozent
Für jede Kilowattstunde darüber müssen marktübliche Preise bezahlt werden. Derzeit kostet eine Kilowattstunde Strom im Schnitt etwa 39 Cent, im Vorjahr kostete sie mit 19 Cent nur die Hälfte. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde spart also Geld.

Der größte Stromfresser im Haushalt ist die Heizung. „Wer jedoch die Raumtemperatur um ein Grad senkt, kann sechs Prozent Heizenergie einsparen“, erklärt Barbara Alexander-Bittner von der Österreichischen Energie Agentur (AEA). „Ein Energieverbrauch von 30.000 Kilowattstunden nur für die Heizung (das entspricht zum Beispiel 3.000 Liter Heizöl) ist in Einfamilienhäusern keine Seltenheit, hier gibt es also ein großes Einsparungspotenzial.“ Es sollte aber nicht unbehaglich kalt werden, weil dann Schimmelgefahr droht. „Bei älteren Gebäuden sollte begleitend gut gelüftet und kalte ‚Ecken‘ an Außenwänden und Fensterbänken kontrolliert werden, dort ist die Temperatur besonders niedrig.“

Für die Geldbörse schonend ist ebenso, Türen zu niedriger temperierten Räumen zu schließen, wie etwa zum Keller und Dachboden. Das spart bis zu fünf Prozent der Heizenergie. Wichtig ist auch, dass sich keine Möbel oder schweren Vorhänge vor Heizkörpern befinden. Gelüftet wird am besten durch Stoßlüftung, ein paar Minuten reichen. So lässt sich laut Experten gut fünf Prozent der Heizenergie sparen.

Elektrogeräte ganz vom Netz trennen
Vor Infrarotpaneelen und Heizstrahlern als Ersatz für eine funktionierende Zentralheizung rät Bittner ab. „Sie erwärmen nur punktuell und brauchen viel Strom.“
Bei der Waschmaschine gilt, je heißer, desto teurer. Moderne Waschmittel entfernen Flecken aber auch schon bei niedrigen Temperaturen. Wer seine Wäsche statt mit 60 Grad nur mit 30 Grad wäscht, braucht nur rund 30 Prozent der Energie. Bei 40 Grad sind es noch 50 Prozent.
Beim Kühlschrank ist es freilich umgekehrt. Wer den Kühlschrank um zwei Grad wärmer einstellt, spart bis zu zwölf Prozent der Energiekosten. Für die meisten Lebensmittel reichen im unteren Bereich des Gerätes vier Grad und im oberen Bereich sieben Grad aus. Bei Fernsehgeräten gilt, je größer der Bildschirm, desto höher der Energieverbrauch. So frisst ein Flachbildfernseher mit 138 Zentimetern (55 Zoll) Bildschirmdiagonale etwa 225 Kilowattstunden Strom jährlich, mehr als doppelt so viel wie ein Gerät mit 81 Zentimetern (32 Zoll).

Sparfüchse sollten ihren Fernseher nach der Nutzung nicht nur ausschalten, sondern komplett vom Netz trennen, etwa durch eine schaltbare Steckerleiste. Denn das TV-Gerät verbraucht auch im abgeschalteten Zustand Strom, je nach Modell bis zu 50 Kilowattstunden jährlich, was derzeit etwa 20 Euro kostet. Freilich sollten auch andere Geräte vom Netz genommen werden. In einem Drei-Personen-Haushalt kann so bis zu acht Prozent der Stromrechnung eingespart werden.
Ratsam ist es auch, beim Kauf von Elektrogeräten, egal welcher Art, Augenmerk auf die „Energieeffizienz“ zu legen. Es gibt die Klassen A (sehr energieeffizient) bis G (wenig energieeffizient).

Bei der Beleuchtung lohnt es sich, auf LED-Leuchten umzusteigen. Sie strahlen genau so hell, brauchen aber deutlich weniger Energie. So braucht eine LED-Lampe mit sieben Watt, die sechs Stunden am Tag eingeschaltet ist, nur etwa ein Neuntel des Stromes (15 Kilowattstunden), den eine herkömmliche 60-Watt- Glühbirne frisst (131 Kilowattstunden). LED-Lampen sind zwar in der Anschaffung teurer, haben aber eine 15- bis 20-fach höhere Lebensdauer als Glühbirnen und sparen auf lange Sicht 90 Prozent Strom ein. Der nahende Winter lässt Haushalte mit Gasheizung besonders zittern.

Kostenloser „Energiespar-Check“ im Internet
Der Vorstand der Regulierungsbehörde E-Control, Alfons Haber, betont, „Vor allem jene, die mit Gas heizen, sollten die jetzt noch wärmeren Tage dafür nutzen, um für den Winter rasch und unkompliziert einige Vorbereitungen zu treffen. Dazu zählt unter anderem, jetzt noch die Therme oder den Gaskessel warten zu lassen, an Heizkörpern gegebenenfalls Absperrventile auf regelbare Ventile zu tauschen sowie Fenster und Türen auf Dichtheit zu überprüfen und, wenn notwendig, neu abzudichten.“ Die Gasheizung warten und optimieren zu lassen, spart bis zu 20 Prozent Energie ein.

Wer seinen jährlichen Energieverbrauch schätzen lassen und erfahren möchte, wo es noch Sparpotenziale gibt, kann im Internet den „Energiespar-Check“ der E-Control nutzen.
Er ist kostenlos unter https://www.e-control.at/energiespar-check/#/home abrufbar.

Ein E-Auto, 53 Waschgänge
Freilich sind auch Elektro-Autos, so notwendig sie für die Klimawende auch sein mögen, große Energieschlucker. Um ein mittelgroßes Elektro-Auto (VW ID.3, 45 Kilowattstunden großer Akku, Reichweite bis zu 352 Kilometer) aufzuladen, ist so viel Energie nötig, wie eine gängige Waschmaschine in 53 Waschgängen verbraucht.
Das EU-Parlament hat ein Zulassungsverbot von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035 verordnet.
Wer sein Mobiltelefon oft benutzt und daher jeden Tag aufladen muss, benötigt im Jahr etwa 14 Kilowattstunden.
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