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Ausgabe Nr. 28/2022 vom 12.07.2022, Foto: imago/Runway Manhattan
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Isabelle Huppert, 69, bleibt ohne Training fit.
Isabelle Huppert: „Für Sport bin ich zu faul“
Isabelle Huppert kennen wir nicht zuletzt aus deprimierenden Filmen des Regie-Genies Michael Haneke, 80. Aber die Französin ist, wie jetzt auf den Bildschirmen zu sehen, auch in Komödien sattelfest.
Spielen wollte sie schon immer. Bereits als Kleinkind versuchte Isabelle Huppert, am 16. März 1953 in Paris (F) geboren, Figuren darzustellen, die sie aus Märchen kannte. Und wenn es später in der Schule eine Theateraufführung gab, probte sie dafür fleißiger als alle anderen.
An diesem Punkt wurde ihren Eltern, einem Ingenieur und einer Englischlehrerin, klar, dass sie eine Schauspielerin in die Welt gesetzt hatten. Daher erlaubten sie ihrer Tochter, ab dem 14. Lebensjahr eine Ausbildung am „Conservatoire de Versailles“ zu machen. Was nichts daran änderte, dass sie bald nach dem erfolgreichen Abschluss öfter vor einer Filmkamera stand als auf einer Bühne.

„Die ersten Male plagte mich dabei ein schlechtes Gewissen“, erinnert sich Huppert. „Ich hatte das Gefühl, meinen Beruf zu betrügen. Eine Theaterrolle bedeutete für mich, einen hohen Berg zu besteigen. Filmaufnahmen kamen mir dagegen zumeist vor wie ein schöner Spaziergang auf dem Land. Aber es kam der Tag, an dem ein Film für mich die gleiche Herausforderung wurde wie ein Theaterstück. Das Publikum brachte mich mit seiner Wertschätzung dazu, keine Vergleiche mehr anzustellen. Bühne oder Leinwand – im Grunde geht es doch nur darum, echt zu sein.“

Das gelang ihr so perfekt, dass sie inzwischen fast alle Preise gewonnen hat, die eine Darstellerin in Europa gewinnen kann. Und in den USA gab es einen „Golden Globe“ sowie eine „Oscar“-Nominierung. Obwohl ihr Hollywood wenig Glück brachte. Sie spielte die Hauptrolle in dem aufwändigen Western „Heaven‘s Gate“, der zu einem der größten Flops der Filmgeschichte wurde.

Ähnlich erfolgreich wie in ihrem Beruf dürfte Isabelle Huppert in ihrem Privatleben sein, das in Pressegesprächen freilich tabu ist. Ihr wenigstens eine Aussage wie „Dass ich zart aussehe, ist angeboren. Für Sport bin ich zu faul“ zu entlocken, bedarf großer Geduld. Doch allein der Umstand, dass sie mit ihrem Mann, dem libanesischen Regisseur und Produzenten Ronald Chammah, 71, seit 40 Jahren verheiratet ist, besitzt in Hupperts Gewerbe den Stellenwert einer Sensation. Drei gemeinsame Kinder – Lolita, 38, Lorenzo, 34, Angelo, 24 – vervollständigen die von ihr geheimgehaltene Familien-Idylle.

„Alles was kommt“
Samstag, 16.7., 18.30 Uhr, One

„Eine Frau mit berauschenden Talenten“
Dienstag, 19.7., 22.50 Uhr, Das Erste
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