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Ausgabe Nr. 16/2022 vom 19.04.2022, Foto: action press
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Sky du Mont, geboren am 20. Mai 1947 in Buenos Aires (Argentinien), wuchs in England und der Schweiz auf. Der Absolvent der Schauspielschule München (D) wurde mit Fernseh-Serien und Filmen („Derrick“, „Der Schuh des Manitu“, „Otto – Der Film“, „Eyes Wide Shut“) bekannt.

In erster Ehe (1972–1987) war er mit der Schauspielerin Helga Lehner verheiratet, von 1992 bis 1995 mit Diane Stolojan, mit der er Sohn Justin hat, von 1995 bis 2000 mit Cosima von Borsody. Aus seiner Ehe (2000–2016) mit der 28 Jahre jüngeren Mirja stammen Tocher Tara, 21, und Sohn Fayn, 16.
„Ich habe meine letzte Ruhestätte gekauft“
Das Älterwerden nimmt der charmante Schauspieler mit Humor. Sky du Mont, 74, geht es gut. Dennoch hat er für seinen Abschied alles vorbereitet, erzählt er im Interview. Gut organisiert, wie er ist, möchte der Liebling der Frauen nichts dem Zufall überlassen. Selbst beim Sterben nicht.
Herr du Mont, an Ihrem 70er sagten Sie, das Alter solle mit Humor betrachtet werden. Gelingt Ihnen das?
Um ehrlich zu sein, nicht immer. Aber grundsätzlich bleibt einem nichts anderes übrig, als das Älterwerden humorvoll hinzunehmen. Ich empfinde eine Leichtigkeit, weil ich finanziell unabhängig bin. Was ich in jungen Jahren nicht war. Da musste ich jede Arbeit annehmen, um die Miete zahlen zu können. Mein großes Haus habe ich verkauft, um meine Exfrau Mirja auszuzahlen. In meiner neuen Wohnung fühle ich mich frei.

Trauen Sie sich noch, einer Frau ein Kompliment zu machen?
Ja, zum Erstaunen mancher Dame. Erst kürzlich stand ich in Wien an der Fußgänger-Ampel neben einer schick gekleideten Frau. „Sie tragen einen hübschen Mantel“, sagte ich zu ihr. Sie lächelte mich an, ich lächelte zurück, die Ampel wurde grün und ich ging weiter. Wenn mir etwas an jemandem gefällt, spreche ich das aus. Heutzutage wird viel zu viel gemeckert, dabei ist es wichtiger, das Positive zu benennen und den anderen damit aufzubauen.

In der Frauen-Welt gelten Sie als eher unverdächtig, weil sie wissen, der galante Herr du Mont heiratet seine Damen ja immer gleich …
(lacht herzlich) Auf so einen Spruch habe ich schon gewartet. Da ist natürlich was dran, wobei ich das mittlerweile definitiv ausschließe. Eine weitere Ehe kommt für mich sicher nicht in Frage.

Klingt da nach Ihren vier gescheiterten Ehen ein Hauch von Bitterkeit in Ihrer Stimme mit?
Überhaupt nicht, zumal zwei meiner Ehen lange hielten. Mit Mirja war ich 16 Jahre lang verheiratet, mit meiner ersten Frau Helga waren es 15 Jahre. Ich glaube, dass ich bei Frauen immer ein Zuhause gesucht habe. Mit dem Wunsch nach einer Familie, die ich selber nie hatte. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich vier war. Mein Vater hat sich dann eigentlich nicht mehr um mich gekümmert. Erst, als ich 17 Jahre alt war, kam er, aber da wollte ich ihn nicht mehr sehen.

Haben Sie damit gerechnet, dass auch der vierte Anlauf schiefgeht?
Für mich kam die Trennung überraschend. Obwohl ich damit hätte rechnen müssen, allein schon wegen des Altersunterschiedes, da lag ja eine ganze Generation dazwischen. Wobei das allein keine große Rolle spielen müsste. Aber in jeder Partnerschaft kommt es zu Krisen, die nicht zu überwinden sind.

Dürfen sich Ihre Kinder eines Tages über das väterliche Testament freuen? Oder haben Ihre vier Exfrauen nicht allzu viel übriggelassen?
Doch. Meine Kinder dürfen sich sehr freuen.

Stimmt es, dass Sie sich bereits schon jetzt ein Grab gekauft haben?
Das ist richtig. Und das lässt sich auch ganz einfach erklären. Als meine Mutter starb, hat sie ein ziemliches Chaos hinterlassen. Das möchte ich meinen Kindern nicht zumuten, zumal ich ein gut organisierter Mensch bin. In meiner Wohngegend in Hamburg-Nienstedten in Norddeutschland befindet sich der älteste Friedhof der Stadt. Dort, entlang der Elbe, gehe ich oft spazieren. Eines Tages, es war sonnig und die Vögel zwitscherten, ging ich spontan in das Friedhofsbüro, um mich wegen eines Grabes zu erkundigen. Ein freundlicher Mann zeigte mir freie Grabstellen. So habe ich mir mein Grab ausgesucht und meine letzte Ruhestätte auch gleich gekauft. Wenn ich sterbe, werden meine Kinder vielleicht traurig sein. Dann sollten sie sich nicht auch noch um meine Beerdigung kümmern müssen. Eine Grabstelle zu organisieren, einen Sarg zu besorgen, das alles kostet Geld. Wenn ich sterbe, sollen meine Kinder in Ruhe um mich trauern können. Deswegen habe ich alles, was in diesem Fall notwendig ist, bereits vorbereitet.

Sie haben offenbar an alles gedacht. Als Mitglied der Sterbehilfe-Organisation „Exit“ in der Schweiz haben Sie für eine eventuell eintretende Situation vorgesorgt. Sollten Sie ein Pflegefall werden, haben Sie auch diesbezüglich bereits alles organisiert. Was hat Sie dazu bewegt?
Mit meiner Mitgliedschaft bei „Exit“, das ist eine Vereinigung für humanes Sterben, möchte ich ganz klar Farbe bekennen. Ich halte es für eine Zumutung, wenn jemand, der unheilbar krank ist und es ihm unmöglich ist, ein lebenswertes Leben zu führen, nicht selber entscheiden kann zu sterben. Wenn jemand unsagbar leidet, weil er nur noch an Maschinen angeschlossen ist, dann sollte es möglich sein, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Wenn sich jemand nur noch quält und überhaupt keine Aussicht mehr auf ein lebenswertes Leben besteht, darf das in dieser ganz persönlichen Situation nicht von Politikern entschieden werden. Ich sehe das äußerst kritisch, dass Politiker sich in derlei Belange einmischen. Denn das muss jeder für sich selber entscheiden können.
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