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Ausgabe Nr. 41/2021 vom 12.10.2021, Foto: Alois Endl
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Der Kinderarzt Albin Mischkounig (links) hoffte vergebens auf seriöse Infos. Ingrid
Krammer (rechts) will weiter an Anti-Corona-Demos teilnehmen.
Alles hat sich verändert
Sie wurden wegen ihrer kritischen Haltung in der Öffentlichkeit angefeindet, waren in ihrer Exis­tenz bedroht oder dem Impfdruck ihrer Standesvertretung ausgeliefert. Stellvertretend für viele in unserem Land, kommen nicht Politiker oder Experten, sondern direkt Betroffene der staatlichen Zwangsmaßnahmen im neuen Buch „Lockdown-Schicksale – Das verschwiegene Leid der Corona-Politik“ (Verlag Frank & Frei, ISBN: 978-3-903236-49-3) zu Wort.
Die gebürtige Oberösterreicherin Birgit Pühringer, 42, war bis zum Beginn der Corona-Pandemie eine Polizistin aus Leidenschaft. Mehr als 20 Jahre war die vierfache Mutter auf der Straße im Einsatz. Das Umsetzen der Corona-Maßnahmen der Regierung verlangte ihren Kollegen und ihr viel ab. Vor allem der Umgang mit Kritikern und Skeptikern gegenüber diesen Maßnahmen gefiel Pühringer gar nicht. „Als Polizistin will ich nicht gegen die eigene Bevölkerung vorgehen, die sich für unsere Rechte einsetzt und auch den Mut findet, dafür auf die Straße zu gehen.

Sie wollte keine Bedrohung für unbescholtene Bürger sein
Wir wollen mit den Menschen für die Freiheit eintreten, nicht gegen die Menschen.“ Es war ihr deshalb ein Anliegen, diese Zweifel öffentlich auszusprechen. Ihr Auftritt bei einer Kundgebung am Nationalfeier­tag 2020 hatte aber weitreichende Konsequenzen, sogar ihre Suspendierung stand im Raum. Eine Anzeige wegen Verhetzung und ein Disziplinarverfahren folgten. Zwei Monate später wurde das offizielle Verfahren eingeleitet. Öffentlicher Aufruf zum Widerstand war einer der Vorwürfe. Außerdem habe sie die Polizei in ein schlechtes Licht gerückt, keinen Mund-­Nasen-Schutz getragen und den Mindestabstand nicht eingehalten, heißt es. Das Verfahren endete überraschend für Pühringer, denn der Ankläger meinte, „er teile nicht meine Meinung, aber würde sich dafür einsetzen, dass ich diese äußern dürfe.“ Letztendlich gab es eine geringe Strafe wegen der fehlenden Maske und dem Mindestabstand. Das Thema Maske ist sowieso ein heikles für Birgit Pühringer. Sie reagiert allergisch, wenn Kinder Masken tragen oder sich testen lassen müssen. Im April 2021 beschloss Pühringer, den Polizeidienst zu quittieren, denn „Bundesdienst für eine Regierung, die zu derartigen Maßnahmen im Stande ist, kam nicht mehr in Frage.“ Den Schritt vom einstigen „Freund und Helfer“ hin zu einer Art Bedrohung für unbescholtene Bürger wollte sie nicht mehr mitgehen.

Impfung oder die Ordination zusperren
Er könnte schon längst in Pension gehen, aber der Kinderarzt Albin Mischkounig, 67, bleibt, bis es für seine Ordination im niederösterreichischen Amstetten einen Nachfolger gibt. Der gebürtige Kärntner gilt als Mann mit hoher Fachkompetenz. Als im Frühjahr vorigen Jahres die Bilder der Särge auf Militär-Lkw in Italien im Fernsehen gezeigt wurden, begann der Arzt nachzuforschen. Eine Anfrage bei der Ärztekammer war wenig ergiebig. „Hüllen Sie sich ein. Tragen Sie Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe“, war die Antwort. Außerdem solle er sich an die Verordnungen halten. Seriöse Informationen waren kaum zu bekommen, dafür gab es täglich Panikberichte in den Medien. „Weder Anschober noch Kurz mit seinen üblichen Bemerkungen waren sonderlich hilfreich.“

Zumindest nicht für einen Arzt, der sich Informationen für den Umgang mit seinen Patienten erwartete. Mischkounig hielt seine Ordination trotzdem offen. „Ich habe tausende Kinder während der Pandemie gesehen und untersucht. Kein einziges war an Corona erkrankt.“ In Bezug auf Impfungen hat der dreifache Vater und achtfache Opa eine eindeutige Meinung. „Ich bin ein Impfarzt. Aber im Hinblick auf wen und was, differenziere ich.“ Ihm selbst blieb die Impfung nicht erspart, andernfalls hätte ihm die Ärztekammer „die Ordination zugedreht“.

Ihr Bruder ist ein Opfer der Corona-Maßnahmen
Die Waldviertler (NÖ) Pensionistin Ingrid Krammer, 62, hat ebenso leidvolle Erfahrungen mit dem Gesundheits­system gemacht. Ihr dementer Bruder wurde im Spital positiv auf Corona getestet. Symptomlos. Trotzdem wurden ihm starke Medikamente verschrieben und er wurde nach Hause geschickt. Sein Zustand verschlechterte sich aufgrund mangelnder Flüssigkeitsaufnahme. Es begann ein Irrweg zwischen Notarzt und Spital. Niemand wollte einen positiv Getesteten aufnehmen. Ihr Bruder starb, weil er „schlichtweg im Corona-Maßnahmen-Dschungel verlorengegangen ist“. Angesichts des positiven Coronatests galt er als Corona-Toter. Sie selbst hätte im Frühjahr 2020 operiert werden sollen, aber aufgrund von „Lockdowns“ und Intensivbetten-Reserve wurde ihr OP-Termin immer wieder verschoben. Eine Impfung kommt für Krammer wegen einiger Vorerkrankungen nicht in Frage. Was bleibt, ist das Gefühl, „eine Aussätzige in den Augen der Gesundheits-Bürokraten zu sein“.

Unbeeindruckt von der „Regierungs-Panikpropaganda“, geht sie seit eineinhalb Jahren regelmäßig auf Anti-Corona-Demos. Die Maßnahmen gegen Kinder treiben die rüstige Pensionistin an in ihrem Widerstand. „Meine Enkerln sagen schon Sch…-Corona. Kann das nicht endlich aufhören?“

Der Musiker wartete monatelang auf staatliche Unterstützung
Wer den Reggae-Musiker Reginald Kallinger, 37, das erste Mal sieht, würde nicht vermuten, einen ehemaligen Wiener Sängerknaben vor sich zu haben. Als junger Mensch mit den Sängerknaben in der Weltgeschichte unterwegs, blieb nicht viel Zeit für Freunde oder Freizeit. Trotzdem möchte er die klassische musikalische Ausbildung nicht missen. Später entdeckte er seine Liebe für Reggae und machte seine Begeisterung zum Beruf. „Reggae-Musik ist keine brotlose Kunst, aber auch kein Millionengeschäft. Wenn die Veranstaltungen unterbunden werden, bin ich aber de facto mit einem Berufsverbot belegt.“ Genau das passierte durch die Einschränkungen der Regierung. Ohne regelmäßige Auftritte drohte das Aus. Förderungen gab es für die Staatsoper oder die Salzburger Festspiele. „Sind wir keine Kunsttreibenden?“ Kallinger stellte Anträge, aber musste monatelang auf Geld warten. „Und hätte ich nicht ständig hinterhertelefoniert, wäre nichts daraus geworden.“

Bekommen hat er einen Bruchteil der entstandenen Kosten. Die Möglichkeit, seine Musik im Internet zu vertreiben, scheiterte schlichtweg am Geld, denn dafür bräuchte es teure Ausrüstung. Einzig „Crowd-Funding“ und die Hoffnung auf baldige Live-Auftritte halfen ihm über die schwierige Zeit.
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