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Ausgabe Nr. 35/2021 vom 31.08.2021, Fotos: dpa picture-alliance, picturedesk.com
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Tobias Moretti kam am 11. Juli 1959 in Gries am Brenner (Tirol) zur Welt und wurde auf den Namen Tobias Bloéb getauft. Er ist seit dem Jahr 1997 mit der Oboistin Julia (geb. Wilhelm) verheiratet und hat mit ihr drei Kinder. Unter seinem Künstlernamen Moretti wurde der Tiroler weithin bekannt. Er gilt als einer der besten Darsteller unseres Landes und verkörperte von 2017 bis 2020 bei den Salzburger Festspielen den „Jedermann“.

Moretti lebt mit seiner Familie in der Nähe von Innsbruck (T) und betreibt dort eine Biolandwirtschaft.

Antonia Moretti kam im August 1998 in Innsbruck (Tirol) zur Welt. Sie ist die älteste der drei Geschwister. Derzeit studiert sie in Innsbruck Physiotherapie und möchte sich in den kommenden zwei Jahren auf ihr Studium konzentrieren. Sie spielt ausgezeichnet Geige.
„Dass wir Vater und Tochter sind, habe ich vergessen“
Tobias Moretti ist am Samstag, 4. September, ab 20.15 Uhr, auf ServusTV zum ersten Mal mit seiner Tochter Antonia vor der Kamera zu sehen. Im Mafia-Thriller „Im Netz der Camorra“ spielen sie Vater und Tochter – wie im echten Leben. Im Interview erzählen sie, wie es ihnen dabei ergangen ist.
Herr Moretti, wie kam es dazu, dass Sie nun mit Ihrer Tochter Antonia einen Film gedreht haben?
Tobias Moretti: Das war so nicht geplant, das Projekt hat es schon eineinhalb Jahre vorher gegeben und hat sich immer mehr verdichtet, aber auch verschoben. Im Corona-Jahr 2020 konnte Andreas Prochaska (Anm.: der Regisseur) einen Film in England nicht drehen und so kam es zur Zusammenarbeit für dieses in einen Mafia-Thriller eingebettetes Familiendrama. Zu Beginn waren für das Ehepaar mehrere Kinder angedacht, aus denen dann eine Tochter wurde.
Antonia Moretti: Ich bin erst zum Schluss dazugekommen. Das Vorsprechen hat erst drei Wochen vor Drehbeginn stattgefunden und dann ging es schnell. Ich habe im vergangenen Jahr noch Physiotherapie in München (D) studiert, dann aber glücklicherweise einen Platz in Innsbruck (Tirol) bekommen. Die Uni beginnt bei uns eineinhalb Monate später, dadurch hatte ich Zeit für die Dreharbeiten.
Tobias Moretti: Der Kameramann Thomas Kienast hat mit Antonia schon einmal gedreht und sie für die Rolle vorgeschlagen. Als Prochaska mir von der Idee erzählte, war ich im ersten Moment irritiert, weil ich damit nicht gerechnet hatte. Aber ich habe mich gern darauf eingelassen, weil ich weiß, wie Prochaska Figuren führt. Ich habe von Anfang an am Set Antonia vergessen und nur noch die Filmfigur Laura gesehen.
Fiel Ihnen diese Abgrenzung leicht?
Tobias Moretti: Bei uns hat das gut funktioniert. So was kann sich auch verkrampfen, aber ich habe das Vater-Tochter-Verhältnis total ausgeblendet.
Antonia Moretti: Dabei hat uns sicher auch die Darstellerin der Mutter, Ursina Lardi, geholfen. Die Familie, die wir verkörpern, ist ein Dreierkonstrukt, so war es nicht nur eine Vater-Kind-Geschichte, sondern eine andere Beziehungswelt. Das hat Druck weggenommen.
Bekamen Sie Tipps von Ihrem Vater?
Antonia Moretti: Wir haben uns separat voneinander vorbereitet, weil ich gar nicht zuhause gewohnt habe.
Es wird auch im Film deutlich, dass sich die Tochter vom Vater abnabeln will …
Tobias Moretti: Laura ist eine erwachsene junge Frau, die langsam in ihre Rolle hineinwächst, einmal das Weingut der Eltern zu übernehmen. Was die Abnabelung betrifft, so ist sie natürlich unabdingbar. Lieber früh als spät.
Sie hatten also konfliktfreie Dreharbeiten von Anfang bis zum Ende?
Antonia Moretti: Ja natürlich, warum denn nicht? Der Konflikt ist in der Geschichte drin. Es galt, sich auf die Situation und die Rolle zu konzentrieren.
Tobias Moretti: Mir hat die Intensität der Geschichte geholfen. Ich glaube nicht, dass ich mit dir einen Film gemacht hätte, der eine lose, leichte Situation erzählt. So war es für mich stimmiger.
Antonia, Sie studieren Physiotherapie, lieben aber auch die Schauspielerei. Wofür schlägt Ihr Herz mehr?
Antonia Moretti: Ich wollte auf keinen Fall den Beruf meiner Eltern ausüben.
Tobias Moretti: Das ist schade, sie ist so eine begabte Geigerin (Anm: Antonias Mutter ist Musikerin).
Ist es wegen der großen Fußstapfen?
Antonia Moretti: Nein, ich weiß nicht genau, warum, aber ich habe gehofft, dass mir die Berufe nicht zusagen. Aber trotzdem wollte ich es ausprobieren.
Tobias Moretti: Es entspannt mich, dass du mit Leib und Liebe dein Studium machst. Antonia arbeitet gerne mit Menschen und das fasziniert mich.
Antonia Moretti: Das ist das, was beide Berufe verbindet, obwohl sie so weit weg voneinander sind. Ich habe mit Menschen zu tun, beobachte Menschen, und verbinde Körper und Geist. Das ist schön.
Sie sind eine attraktive, junge Frau. Spielt das Aussehen vor der Kamera für Sie eine Rolle?
Antonia Moretti: Ganz und gar nicht. Vor der Kamera zu stehen, ist für mich das Gegenteil von Äußerlichkeit. Das Aussehen einer Figur muss vor allem im Verhältnis
zum Charakter der Figur stehen.
T. Moretti: Das Schlimmste ist, wenn man sich beim Spielen nicht vergessen kann. Es gibt immer wieder Kollegen, bei denen man das Gefühl nicht los wird, dass sie vor dem Spiegel ihren Blick einstudieren. Das ist schrecklich.
Werden Sie sich den Film „Im Netz der Camorra“ am Samstag auf ServusTV gemeinsam ansehen?
Antonia Moretti: Ich habe den Film schon gesehen. Aber ich muss ihn mir noch einmal anschauen.
Tobias Moretti: Ich habe den Film leider noch nicht
gesehen, weil die Präsentation am Münchener Filmfest
ins Wasser gefallen ist, es gab einen Wolkenbruch, die
Menschen blieben trotzdem sitzen, bis der Ton ausfiel. Aber am Samstag bin ich vor dem Schirm dabei.
Antonia Moretti: Da bin ich nicht daheim.
T. Moretti: Ich erzähl‘ dir, wie‘s ausgegangen ist …
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