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Ausgabe Nr. 35/2021 vom 31.08.2021, Fotos: Studio KIVI - stock.adobe.com, action press / Action Press / picturedesk.com
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Johanna Wokalek, 46, erfüllte sich einen Kinderwunsch.
Johanna Wokalek: „Ich träumte immer von Paris“
Wie das mit Jungmädchenträumen endet, ist hinlänglich bekannt. Die meisten bleiben im Traumstadium stecken. Nicht bei Johanna Wokalek. Mit Begabung, Fleiß und Selbstbewusstsein erreichte sie bisher alle ihre Ziele.
Ihr Vater war Arzt, aber an ein Medizinstudium dachte sie nie. Schon im Gymnasium stand für Johanna Wokalek fest, dass sie Schauspielerin werden wollte. „Theateraufführungen und Filme haben mich fasziniert“, erinnert sie sich. „Das machte die Berufswahl leicht.“ Nach der Matura glückte der am 3. März 1975 in Freiburg im Breisgau geborenen Deutschen, ohne Anflug von Protektion die Aufnahmeprüfung am Wiener Max Reinhardt Seminar. Dort lernte sie unter anderem bei keinem Geringeren als Klaus Maria Brandauer, 78.

„Ein klischeehaftes Lehrer-Schülerin-Verhältnis hatten wir nie“, erzählt Wokalek. „Er ist ja auch kein Pädagoge. Überhaupt glaube ich, dass die Bedeutung von Schauspielschulen überbewertet wird. Die Begegnung mit starken Persönlichkeiten ist viel prägender, viel wichtiger. Da muss man sich behaupten. So war es auch bei Brandauer. Heute sind wir miteinander befreundet, und er ist für mich ,der Klaus‘.“

Noch als Studentin drehte Johanna Wokalek einige Filme, etwa „Aimee & Jaguar“. Es folgten zahlreiche Bühnenauftritte, und Ende der 90er Jahre wurde sie ans Wiener Burgtheater engagiert. „Das war für mich der Ritterschlag“, sagt sie lachend. Zwischendurch drehte sie Filme, die sie auch beim Massenpublikum bekannt machten. Sie war „Die Päpstin“, die Terroristin Gudrun Ensslin in „Der Bader Meinhof Komplex“ und versuchte in „Nordwand“, das Leben von Bergsteigern zu retten.

Probleme mit übergriffigen Männern, von denen es bei Bühne und Film jahrzehntelang jede Menge gab, hatte Johanna Wokalek nie. „Ich war nicht leicht einzuschüchtern, ich konnte immer klar ausdrücken, was ich will und was ich nicht will. Machtgehabe fand ich stets widerlich und letztlich lächerlich.“

Auch im Privatleben konnte sich die Darstellerin einen Wunsch aus ihrer Kindheit erfüllen. „Ich träumte immer von der französischen Metropole Paris, mit all dem Charme, der Weltoffenheit und Eleganz. Jetzt lebe ich dort.“

Nicht allein. Im Jahr 2012 heiratete sie den Dirigenten Thomas Hengelbrock, 63, mit dem sie einen achtjährigen Sohn hat, dessen Namen sie „nicht um die Burg“ verraten will. Nur soviel: „Er spricht bereits bedeutend besser Französisch als ich. Im Restaurant bestellt meist er.“

Johanna Wokalek diese Woche im Fernsehen
„Die Macht der Kränkung“
Fr., 3.9., 20.15 Uhr, 21.00 Uhr, ORF2
So., 5.9., 20.15 Uhr, 21.00 Uhr, ORF2


„Wuff - Folge dem Hund“
Freitag, 3.9., 22.25 Uhr, ATV

„Nordwand“
Sonntag, 5.9., 23.10 Uhr, 3sat
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