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Ausgabe Nr. 03/2021 vom 19.01.2021, Foto: imago images/Everett Collection
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Die weißen Tiger wurden von Siegfried und Roy täglich trainiert, erhielten ein spezielles Futter und bekamen sogar regelmäßig die Zähne geputzt.
Tiger, Tricks und Tragik: Siegfried und Roy sind im Himmel wieder vereint
Wenn es andere gibt, die mit Wölfen tanzen oder mit Pferden flüstern, waren sie es, die als legendäres Magier-Duo mit weißen Tigern zauberten – Siegfried und Roy.
Doch seit vergangenem Mittwoch lebt keiner der beiden mehr. Nur acht Monate nach dem Tod des Bühnen-Partners Roy Horn († 75), der im Jahr 2003 während einer Vorstellung von seinem Tiger „Montecore“ im Genick gepackt und schwer verletzt wurde, schloss auch Siegfried Fischbacher († 81) wegen seines Bauchspeicheldrüsenkrebses für immer die Augen.

Er schlief in seiner Wahlheimat Las Vegas (USA) „sanft und friedlich“ ein, wie seine Schwester Dolore, die als Nonne in München (D) lebt, erklärte. „Er ist nicht verloren, sondern gut angekommen in seinem neuen Leben. Und bei Roy“, glaubt die 78jährige.
Für Siegfried Fischbacher begann alles mit einem Buch über Zauberei, das der damals Achtjährige in seiner Heimat Rosenheim (D) in einem Schaufenster entdeckte. „Alles, was mich davon trennte, waren fünf Mark – damals eine Menge Geld für einen kleinen Buben im Jahr 1947“, erzählte der Magier. Doch kurz darauf fand der kleine blonde Siegfried den Geldschein direkt vor sich auf dem Gehsteig. Er kaufte sich das heiß begehrte Buch und sofort war seine Leidenschaft für die Zauberei geweckt.

„Ich übte tagein tagaus, immer wieder dieselben Tricks“, schrieb Fischbacher in der 2007 erschienenen Autobiografie „Magier des Jahrhunderts“. Mit siebzehn zog er schließlich von zu Hause aus, schlug sich mit verschiedenen Gelegenheitstätigkeiten wie Tellerwaschen durch, bis er schließlich 1960 als Kellner und Entertainer auf dem Kreuzfahrtschiff „Bremen“ landete, wo er mit Roy Horn zusammentraf.
Später soll er gesagt haben, er habe schon damals, bei ihrer ersten Begegnung gewusst, dass sie gemeinsam die Welt verändern würden, denn „es hätte keinen Siegfried ohne Roy und keinen Roy ohne Siegfried gegeben.“

Was folgte, war eine beispiellose Karriere der beiden Männer, die während ihres gemeinsamen Weges privat von einem Liebespaar zu Freunden fürs Leben wurden.

Ihr geschätztes 185-Millionen-Euro-Vermögen soll nun in eine Stiftung fließen, deren Auftrag es ist, das Aussterben der weißen Tiger zu verhindern. Aber auch für die verbliebenen 30 Tiere auf ihrem riesigen Anwesen wurde bestens vorgesorgt. Sie dürfen nun im „Secret Garden“ (Bild oben), einem Zoo neben dem Hotel „Mirage“ in Las Vegas, ihren wohlverdienten Ruhestand genießen.
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