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Ausgabe Nr. 40/2020 vom 29.09.2020, Fotos: almpark.at, Jörg Lehmann, Schrotter
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Im Klettergarten „Alm-Erlebnispark“ auf der Teichalm gibt es acht Parkours.
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Stefan Eder und Eveline Wild bewirten Gäste in ihrem Hotel „Der wilde Eder".
Genussvolle Höhenflüge auf der Alm
Das Almenland in der Steiermark ist das größte zusammenhängende Almgebiet Europas. Im Naturpark können Besucher durchs Moor wandern, Tiere streicheln, auf Bäume klettern und den Arzberger Stollenkäse verkosten. Ein Genuss für den Gaumen ist auch ein Besuch bei Konditor-Weltmeisterin Eveline Wild und 3-Hauben-Koch Stefan Eder in ihrem Hotel in der steirischen Gemeinde St. Kathrein am Offenegg.
Die Kugel rollt. Mit jedem Zentimeter gewinnt sie an Fahrt, überwindet Sprungschanzen und macht dabei sogar Musik, sobald sie auf metallene Gegenstände stößt. Die Holzkugelbahn im Ökopark Hochreiter in Breitenau am Hochlantsch (Stmk.) ist eine Spielerei, die Spaß macht.
Der Park wird von der Familie Pretterhofer betrieben und liegt an der Teichalmstraße im Naturpark Almenland. Er ist Teil des Grazer Berglandes und befindet sich 50 Kilometer nördlich der steirischen Landeshauptstadt Graz.

Der Naturpark besteht aus 125 Almweiden und ist damit das größte zusammenhängende Almweide-gebiet Europas. Die saftigen Wiesen werden von Almpflegern auf vier Beinen in Schuss gehalten – denn von Juni bis September verbringen Kühe, Ochsen und Pferde hier ihre Sommerfrische. Auf Tuchfühlung mit Tieren aus der Region gehen Besucher auch im Ökopark Hochreiter. „Neben der Holzkugelbahn beherbergen wir Tiere wie Füchse, Rotwild und Waschbären. Unsere Ziegen und Esel dürfen gefüttert und gestreichelt werden“, erzählt Inhaberin Angelika Pretterhofer. Die Kinder können im Ökopark zudem mit Tret-Traktoren fahren und auf einem Waldlehrpfad mehr über die Tiere des Waldes lernen.

Klettern und wandern auf der Teichalm in der Steiermark
Tierisch geht es auch im „Alm--Erlebnispark“ auf der Teichalm (Stmk.) zu. Dort können sich die Gäste in einem Kletterpark in luftige Höhen begeben. „In der Waldseilgartenanlage gibt es acht Parcours mit 77 Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Der höchste Punkt befindet sich 13 Meter über der Erde“, erzählt Josef Kletzenbauer, Geschäftsführer der Teichalmlifte.
Die Parcours sind nach Tieren benannt. Der „Hasen“-Parcour ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet und auch ideal als Einstieg für erwachsene Anfänger. Für den schwierigen Seilrutschen-Parcour „Habicht“ braucht es dann schon Mut, Ausdauer und ein Mindestalter von 14 Jahren.

Gleich neben dem Kletterpark befindet sich der Teichalmsee, der Ausgangspunkt einiger Wanderungen ist. Eine davon beginnt beim „Almochsen“, dem Wahrzeichen des Naturparkes Almenland. Der Ochse ist mit 22.000 Holzschindeln eingedeckt. Hier erfolgt der Einstieg in eines der letzten Latschen-Hochmoore unseres Landes. Ein Lehrpfad führt auf Holzstegen rund um das Moor. Für den Spaziergang ist eine halbe Stunde Gehzeit einzuplanen. Der Rundweg führt bei der Latschenhütte vorbei, wo die Wanderer eine Rast einlegen können. Die Hütte wie auch der Waldklettergarten werden von der Familie Pierer betrieben.
Ein Familienbetrieb ist auch das 4-Sterne-Hotel „Der wilde Eder“ in St. Kathrein am Offenegg von Stefan Eder und Eveline Wild. Er ist ein 3-Hauben-Koch und bringt herzhafte Gerichte auf die Teller. Sie ist Konditor-Weltmeisterin und zuständig für die süßen Speisen.

„Im Moment bereite ich mich auf meine schönste Kreation vor: Ich erwarte in den nächsten Tagen mein zweites Kind. Es wird ein Mädchen“, freut sich Eveline Wild. Der gemeinsame Sohn des Paares, Kilian, 7, wird bald ein großer Bruder sein. Die Chefin steht derzeit zwar nicht in der Küche, auf „wilde“ Kreationen müssen die Gäste aber nicht verzichten. „Unsere Speisekarte ändert sich wöchentlich. Im Herbst werden wir Wild-Gerichte auf der Karte haben. Zum Dessert gibt es Schokopralinen, Tagestörtchen und andere süße Versuchungen“, verrät die 39jährige.
Wer sich nach dem Mahl nach Bewegung sehnt, folgt dem Vogelbeer-Panoramaweg. „Die Wanderung beginnt direkt bei unserem Hotel und führt nach etwa 30 Minuten zu einer kleinen Alm mit einem Fischteich“, erzählt Wild.

Auf der fünf Kilometer langen Strecke dreht sich alles um die Eberesche, die im Volksmund Vogelbeere genannt wird. Der Laubbaum ist im Herbst einfach zu entdecken. An den Ästen hängen Dolden mit kleinen, roten Früchten. Die Vogelbeeren direkt vom Baum zu naschen, ist aber nicht empfehlenswert. Der Verzehr großer Mengen an rohen Vogelbeeren führt zu Unwohlsein.
Als Edelbrand schmeckt die wilde Beere aber vorzüglich. Entlang des Weges kommen Wanderer bei der Edelbrennerei Graf vorbei, die aus den Früchten einen mehrfach ausgezeichneten Vogelbeer-Brand (100 ml um 18,70 Euro) herstellt.

„Wer in der Gegend ist, sollte sich auch die Produktion des Arzberger Stollenkäses nicht entgehen lassen. Im ehemaligen Silberbergwerkstollen in Passail reifen Sorten des Käsesommeliers Franz Möstl“, erzählt Wild. Möstl erhielt für seinen Käse bereits mehrere Weltmeister-Titel. Bei Erlebnisführungen geht es in den 100 Meter tiefen Stollen hinein und danach zum Verkosten ins gemütliche Grubenhaus.
widlak
Das Almenland
Ökopark Hochreiter: Eintritt für Kinder ab 5 Jahren um 5,50 Euro, Eintritt ab 15 Jahren um 7 Euro,
bis 1. Nov. täglich geöffnet, Tel.: 0664/4443745,
www.oekopark-almenland.at
Alm-Erlebnispark: Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren zwischen 9 und 21 Euro, ab 18 Jahren um 24 Euro, bis 1. Nov. von Do.-So. geöffnet,
Tel.: 0664/88248202, www.almpark.at
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