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Ausgabe Nr. 39/2020 vom 22.09.2020, Fotos: Al Wagner / AP / picturedesk.com, Capitol (Universal Music)
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Keith Urban.
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Auf seinem neuen Album zeigt Urban seine stilistische Vielfalt. Mit kritischen Texten. Das Album ist seit Freitag (18.9.2020) im Handel.
"Der Garten der Liebe muss gepflegt werden"
Hierzulande gilt Keith Urban in erster Linie als Mann an der Seite der erfolgreichen Schauspielerin Nicole Kidman, 53. Doch der gebürtige Neuseeländer ist vor allem in Amerika ein bekannte Country-Sänger. Mit seinem neuen Album „The Speed Of Now Part 1“ tummelt sich der 52jährige jedoch stilistisch eher im Gehege eines Bryan Adams und zeigt sich von seiner rockigen und poppigen Seite. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit dem Weltenbummler gesprochen, der sich derzeit am anderen Ende der Welt aufhält.
Hallo, Herr Urban, wo sind Sie gerade?
In Australien, in der Nähe von Sydney. Nicole, unsere beiden Töchter und ich sind seit gut sechs Wochen hier und bleiben auch noch zwei Monate. Nicole dreht vor Ort die Fernseh-Serie „Nine Perfect Strangers“, und ich muss sagen, etwas Besseres, als diese Zeit in Australien verbringen zu dürfen, hätte uns kaum passieren können. Meine Mutter lebt hier, auch Nicoles Mutter, ihre Schwester, Cousinen und Neffen. Wir haben derzeit viel Familie um uns herum.

In „Say Something“, einem Lied Ihres neuen Albums „The Speed Of Now Part 1“, erwähnen Sie Ihre Eltern und sagen, dass Ihr Vater während Ihrer Kindheit emotional oft nicht so präsent war. Wie sind Sie erzogen worden?
Ich bin das Kind hart arbeitender Eltern und so erzogen worden, dass einem nichts in den Schoß fällt. Meine Mutter und mein Vater waren fleißige, disziplinierte Menschen. Und ich hatte zugleich das Glück, dass sie meine musikalischen Flausen, die ich schon als Teenager im Kopf hatte, immer unterstützten. Ich bin mit 15 Jahren von der Schule abgegangen und spielte stattdessen an mindes-
tens fünf Abenden pro Woche Livemusik in Klubs und Gasthäusern. Finde erst einmal Eltern, die das akzeptieren. Aber so konnte ich in jungen Jahren mein Handwerk erlernen.

Wie sehen Sie es, im Nachhinein betrachtet, so früh von der Schule abgegangen zu sein?
Ich hätte die Schule sogar noch früher geschmissen, wenn ich gekonnt hätte (lacht). Ich war in der Schule einfach schlecht. Ich klimperte im Unterricht dauernd auf der Gitarre herum, ließ mich ständig ablenken und störte die anderen. Mein Abgang von der Schule war für alle Beteiligten eine Erleichterung. Ich versprach meinen Eltern, dass ich gutes Geld verdienen und den Beruf des Musikers richtig erlernen und verdammt hart arbeiten würde, wenn sie mich von der Schule gehen ließen. Sie stimmten zu.

Sie haben heute die Staatsbürgerschaft von drei Ländern – Sie sind in Neuseeland geboren, in Australien aufgewachsen und leben seit 27 Jahren in den USA. Ganz schön außergewöhnlich, oder?
Ja, ich bin dankbar, als Australier Bürger eines Landes zu sein, in dem wir so viel Lebensqualität haben. Und ich bin gesegnet, dass wir wenigstens ein bisschen reisen und gerade überhaupt hier sein können.

Sind Sie eigentlich noch Country-Sänger? Das Lied „Out Of The Cage“ ist ganz schön poppig …
Ich liebe alle Arten von Musik. In den Coverbands, in denen ich großgeworden bin, habe ich Country gespielt, aber auch Rock, Soul, Blues, Pop und R&B.

Sie sind seit dem Jahr 2006 mit Nicole Kidman verheiratet. Und noch immer verliebt?
Oh ja. Da ist noch immer dieses Kribbeln im Bauch. Ich sehe die Liebe wie einen Garten. Du musst ihn hegen und pflegen. Und nie mit deinen Anstrengungen nachlassen.
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