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Ausgabe Nr. 30/2020 vom 21.07.2020, Fotos: Rene Niederer Fotografie, Liechtenstein Tourism Switzerland, Michael Leitner, Oliver Franke
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Das Bett in Teufen (Schweiz) lässt sich in alle Richtungen drehen
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Larisa Gstöhl kümmert sich um die „Fürsten Suite" (Liechtenstein)
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In Aschach (Oberösterreich) steht das Panoramabett der Familie Postlmayr vom "Hochhubergut"
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Einschlafen und Aufwachen an der Ostsee (Deutschland)
Diese Betten stehen mitten in der Natur
Eine Nacht im Freien zu verbringen, ist ein Erlebnis. In der Schweiz können Urlauber in Betten schlafen, die auf dem Berg, inmitten eines Weinberges oder auf einer Wiese aufgestellt sind. Ein Butler liest den Gästen jeden Wunsch von den Augen ab. In Deutschland nächtigen Urlauber in einem Strandkorb an der Ostsee und in Aschach in Oberösterreich träumen Gäste in einem Panoramabett.
Es ist ein Null-Sterne-Hotel und doch bietet es Millionen Sterne. Wer in einem der Betten von Frank und Patrik Riklin liegt, schläft mitten in der Natur. Die Zwillingsbrüder haben vor vier Jahren zum ersten Mal ein Doppelbett im Schweizer Kanton Graubünden auf einen Berg gestellt. Was anfangs für Kopfschütteln sorgte, ist mittlerweile derart beliebt, weshalb sie ihr Angebot ausgedehnt haben.

„In diesem Jahr haben wir gleich sieben Betten aufgestellt. Sechs davon stehen in der Schweiz, eines in Liechtenstein“, erzählen die beiden 46jährigen Schweizer. In der Gemeinde Thal (CH) nächtigen die Gäste zwischen Rieden im Weingarten und in Walenstadt (CH) thronen sie auf 1.300 Meter auf einem Plateau mit Blick auf den Walensee. Das Bett in Teufen (CH) ist sogar beweglich. „Es lässt sich in alle Himmelsrichtungen drehen“, verrät Frank Riklin.

Ein Butler sorgt für das leibliche Wohl
Ganz alleine am Berg sind die Urlauber aber nicht. Sie werden von einem Butler empfangen und bedient. „Die persönlichen Kellner bringen den Gästen Getränke und servieren das Frühstück ans Bett. Jeder Diener trägt ein weißes Hemd, eine schwarze Fliege und weiße Handschuhe. Unterhalb der Gürtellinie ist die Bekleidung individuell. Einige tragen zum Beispiel Gummistiefel“, sagt Frank Riklin.

Die Butler stammen aus der Region und mussten sich einem Aufnahmeverfahren stellen. „Wir überprüften, ob ihnen bei starkem Wind das Bettenmachen gelingt und ob die Bewerber mit gefüllten Gläsern auf dem Tablett über einen Bach springen können“, erklärt der Schweizer den strikten Test.

Die Aufgaben mit Bravour gemeistert hat Larisa Gstöhl. Sie ist Liechtensteins erste und einzige Null-Stern-Butlerin. „Ich trage auf jeden Fall keine Gummistiefel. Ich bevorzuge Stöckelschuhe. Bei meinem Standort muss ich zum Glück über keinen Gebirgsbach springen“, schmunzelt die junge Frau.

Ihr Arbeitsplatz, die „Fürsten Suite“, befindet sich in der Liechtensteiner Gemeinde Eschen. Das Bett steht inmitten eines Weinberges mit 5.000 Rebstöcken. „Abends gibt es ein Glas Wein, damit das Einschlafen besser gelingt“, schmunzelt Gstöhl. Sollte es zu regnen beginnen, kommen die Gäste in einem gemütlich eingerichteten Weinberghäuschen unter. „Das ist nur 50 Meter entfernt“, erzählt die Liechtensteinerin.

Alle sieben Veranstaltungsorte bieten bei Schlechtwetter eine Ausweichmöglichkeit an. Eine Nacht für zwei Personen kostet 275 Euro, inklusive Butler-Service und Frühstück. Das Erlebnis ist im Internet unter www.zerorealestate.ch zu buchen.

Alle vier Viertel Oberösterreichs im Blick
Nur der Mond schaut zu, wenn es sich die Gäste abends im Panoramabett der Familie Postlmayr in Aschach (OÖ) gemütlich machen. Die Biobauern bewirtschaften das „Hochhubergut“ und bieten neben Urlaub am Bauernhof auch ein Bett in der freien Natur an. „Die Urlauber genießen einen Panoramablick in die vier Viertel Oberösterreichs“, sagt Gastgeber Karl Postlmayr. Das gemütliche Doppelbett ist dank Glaselementen auch wetterfest. Bei einem Glas Sekt können die Gäste der Sonne beim Untergehen zusehen und anschließend zufrieden einschlafen. Am nächsten Tag wird das Frühstück ans Bett serviert.

Information: 1 Nacht im Panoramabett um 100 Euro für 2 Personen, inkl. Frühstückskorb und Cider, Tel.: 07259/35 94, www.hochhubergut.at

Meeresrauschen wiegt in den Schlaf
Husch, husch ins Körbchen heißt es an der Ostseeküste in Deutschland. Dort können Urlauber in einem Schlafstrandkorb nächtigen. Er bietet Platz für zwei Erwachsene. Ein Verdeck mit Bullauge schützt vor Tau oder nächtlichem Regen. „Die Strandkörbe stehen in elf Orten entlang der Küste, zwischen Eckernförde und Travemünde. Mancherorts gibt es auch mehrere nah beieinander, sodass auch befreundete Paare oder Familien das Erlebnis teilen können“, erzählt Julia Prange vom Ostsee-Tourismus. Mit dem Rauschen der Wellen, die an den Ostseestrand schlagen, schlafen die Urlauber ein. Eine Übernachtung kostet ab 46 Euro. „Wer möchte, kann auch einen Picknickkorb für den Abend und ein Frühstück dazubuchen“,
sagt Prange.

Information: Ostsee-Tourismus, Tel.: 0049 45 03 888 525, www.ostsee-schleswig-holstein.de
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